6. SS Gebirgsjäger Division in der Wetterau und Vogelsberg 30.03.1945 bis 03.04.1945 (Ostern 1945)

  • Hallo zusammen,

    ich interessiere mich für die Heimatgeschichte vom Vogelsberg und der Wetterau. Dabei bin ich auf das Thema 6. SS Gebirgsjäger Division gestoßen. Diese Einheit brachte zu Ostern 1945 den Krieg in unsere kleinen verschlafenen Orte. Leisenwald und Waldensberg wurden teilweise zerstört und es sollen in diesen Orten und nicht zuletzt im Büdinger Wald 120 SS Männer und mehrere hundert US-Soldaten in diesen wenigen Tagen gefallen sein. Es gab leider auch Kriegsverbrechen auf beiden Seiten, Gefangene wurden teile per Kopfschuss umgebracht (bei über 20 SS-Angehörigen belegt). Diese Geschichte hat mich fast umgehauen, denn darüber hatte ich vorher nie etwas erfahren, obwohl das Ganze nur in 10 km Luftlinie entfernt von meinem Heimatort geschehen sein soll. Weder meine Großeltern oder Eltern haben jemals darüber gesprochen.


    Jetzt suche ich nach allen Informationen zu dieser Einheit. Was ist an diesen Tagen (Ostern 1945) wo geschehen? Warum hatte man so einen blutigen Kampf um zwei keine Kuhdörfer geführt? Wer waren die handelten Personen? Wo wurde die Einheit im Büdinger Wald letztendlich aufgerieben? Kann man dort noch etwas sehen? Gibt es aus diesen Tagen Aufzeichnungen oder gar Bilder? Wer waren die Männer? Gibt es auch amerikanische Aufzeichnungen, und und und?


    Wäre schön, wenn ich über dieses Forum Informationen für meine Recherchen erhalten könnte!


    Grüße aus dem Vogelsberg!


    Hier ein paar Hinweise über die Ereignisse:


    Zwangsrekrutierungen der SS

    Gegen Ende des Krieges wurde von der Waffen-SS (6. SS-Gebirgs-Division „Nord“) wehrfähige Männer aus den umliegenden Dörfern zwangsrekrutiert - so auch in Breitenborn. Die Waffen-SS hatte Waldensberg zurück erobert und leistete sich heftigste Rückzugsgefechte mit den Amerikanern. Noch heute lassen sich im Wald Patronenhülsen und zugewucherte Schützengräben finden.

    Alliierte Truppen ziehen durch

    Die Amerikaner wollten von Hain-Gründau aus durch Breitenborn nach Waldensberg ziehen.

    Als sie am 30. März 1945 in Breitenborn ankamen, begann Herr Bührmann, ein Realschullehrer aus Hanau, zusammen mit Herrn Stübing, dem ehemaligen Bürgermeister Breitenborns, mit den Verhandlungen. Breitenborn kapitulierte, der Krieg war hier vorüber.


    Rückzugsgefechte:

    Bei einem Gefecht um den Steinbruch im Büdinger Wald nahe Breitenborn haben 18 Angehörige der Waffen-SS angeblich mehr als 120 Amerikanische GI's erschossen, bis ihre Munition leer war. Anschließend sollen sie über die Seilbahn Richtung Breitenborn entkommen sein, indem sie in die Bäume absprangen.


    Gefecht um Waldensberg / Breitenborn

    Nachdem die Waffen-SS aus Waldensberg vertrieben worden war, sammelten sich versprengte Reste im Wald bei Breitenborn nahe der Reffe.
    Ein amerikanischer Nachschubkonvoi fuhr entlang der Reffe (die Landstraße war unpassierbar) und wurde prompt von den Resten der Waffen-SS in schwere Kämpfe verwickelt. Kurz bevor der letzte Amerikaner starb, funkten sie noch das Hauptquartier an, woraufhin heftigstes Artilleriefeuer den gesamten Abschnitt der Reffe entlang die letzten Reste der Waffen-SS vernichteten. Die Krater und diverse Ausrüstungsgegenstände sind noch heute zu finden.


    Waffen-SS (6. Gebirgsjäger SS Division „Nord") in Waldensberg

    Gegen Ende des Krieges wurden von der Waffen-SS wehrfähige Männer aus den umliegenden Dörfern zwangsrekrutiert. Die Waffen-SS hatte sich in Waldensberg (Hauptquartier war am Weiherhof) und Leisenwald verschanzt und leistete sich vom 01.-03. April 1945 heftigste Rückzugsgefechte mit den Amerikanern. Noch heute lassen sich im Wald Patronenhülsen und zugewucherte Schützengräben finden.


    Ergebnis der erbitterten Kämpfe war die weitgehende Zerstörung der beiden Ortschaften Waldensberg und Leisenwald, 14 Tote unter der Zivilbevölkerung, etwa 120 gefallene SS-Männer und schätzungsweise 400 gefallene amerikanische Soldaten.


    6. Gebirgsjäger SS Division „Nord"

    Die 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“ der Waffen-SS hatte Leisenwald und Waldensberg erobert und leistete sich vom 01.-03. April 1945 heftigste Rückzugsgefechte mit den Amerikanern. Noch heute lassen sich im Wald Patronenhülsen und zugewucherte Schützengräben finden.

    Ergebnis der erbitterten Kämpfe war die weitgehende Zerstörung der beiden Ortschaften Waldensberg und Leisenwald, 14 Tote unter der Zivilbevölkerung, etwa 120 gefallene SS-Männer und schätzungsweise 400 gefallene amerikanische Soldaten.


    Die 6. kam am 01.04.1945 aus Richtung Büdingen (Büdingen umgangen) durch den Büdinger Wald und wollte aufgeteilt in eine motorisierte Kolonne und eine pferdebespannte Kolonne nach Gelnhausen marschieren um bei der Verteidigung zu helfen. Im Büdinger Wald wurden beide Kolonnen von Süden in der Flanke angegriffen. Die motorisierte Kolonne schaffte den Vormarsch in schützendes Waldgelände; die pferdebespannte Kolonne ging nach verzögernder Verteidigung in Kriegsgefangenschaft.


    Am 02.04.45 traf die motorisiert Division in Leisenwald ein und errichtete den Divisionsgefechtsstand. Früh morgens hatte der erste Teil der Kolonne über Wolfenborn kommend Waldensberg durchschritten.

    Die starke feindliche Besatzung in Waldensberg wurde alarmiert und formierte energischen Widerstand gegen die folgenden Teile der Kolonne. Bis zum späten Vormittag konnte der amerikanische Widerstand gebrochen und Waldensberg erobert werden. In der Zwischenzeit zogen die US Truppen starke Verstärkungen (u.a. Panzer) zusammen. Der Weitermarsch war damit unmöglich geworden.

    Um 12:00 Uhr eroberte die US Army Waldensberg zurück. Die deutsche Kolonne musste sich nach Leisenwald zurückziehen. Dort wurden sie um 14:00 Uhr von US Truppen eingeschlossen. Die Reste der 6. SS-Gebirgs-Division Nord hatten noch 600 Soldaten unter Waffen und eine größere Zahl befreiter ehemaliger deutscher Kriegsgefangener (aus Waldensberg) ohne Waffen.

    Über den Nachmittag konnten die deutschen mehrere Angriffe der Amerikaner abwehren und sogar drei feindliche Panzer erbeuten.

    Ab 17:00 Uhr starteten die amerikaner starkes Artilleriefeuer auf Leisenwald. Die meisten deutschen Kraftfahrzeuge wurden dadurch vernichtet. Ein schneller Ausbruch aus dem Kessel damit unmöglich. Mit Einbruch der Nacht endeten die Kampfhandlungen.


    Das XII. amerikanische Korps fürchtete um sein Hauptquartier in Lauterbach (das den deutschen in Leisenwald unbekannt war) und eine seiner Hauptnachschublinien in der Nähe. Darum wurden 14 amerikanische Batallione auf die 6. SS-Gebirgs-Division Nord angesetzt.


    Der deutsche Kommandeur beschloss um 22:00 Uhr unter Zurücklassung von US Kriegsgefangenen, Verwundeten, Ärzten und Sanitätern aus Leisenwald zu Fuß auszubrechen. Sie schafften es sich durch die Feindlichen Sperren zuschleichen und erreichten um 03:00 morgens am 03.04.1945 den Büdinger Wald südwestlich von Wittgenborn. Dort wollten sie sich ausruhen und bei Nacht weiter marschieren.

    Die US Army umstellte den Wald bei Morgengrauen mit einer größeren Anzahl Panzer und Infanterie und nahm die Deutschen heftigst unter Feuer. Die Reste der 6. SS-Gebirgs-Division Nord wurden zerschlagen.


    Gefecht um Waldensberg / Breitenborn

    Nachdem die SS aus Waldensberg vertrieben worden war, sammelten sich die versprengte Reste im Wald bei Breitenborn, nahe der Reffe.

    Ein Amerikanischer Nachschubkonvoi fuhr entlang der Reffe (die Landstraße war unpassierbar) und wurde prompt von den Resten der SS in schwere Kämpfe verwickelt. Kurz bevor der letzte Amerikaner starb, funkten sie noch ihr Hauptquartier an, woraufhin heftigstes Artilleriefeuer den gesamten Abschnitt der Reffe entlang die letzten Reste der SS vernichteten. Die Krater und diverse Ausrüstungsgegenstände sind noch heute zu finden.


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