Ernst Gotthard

  • Hallo Alex,


    der Erfolg war nur die Antwort der Behörde. Es existiert keine Akte. Man hat mir erklärt, daß die Entnazifizierung in der Britischen Zone im Vergleich zu anderen Besatzungszonen sehr inkonsequent verlaufen ist. Nicht alle Personen mussten einen Fragebogen ausfüllen. Der Fokus lag demnach auf den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und den Personen mit öffentlichen Funktionen. Mein Vater gehörte also lt. Niedersächsischen Landesarchiv Hannover nicht zum überprüften Personenkreis.


    Gruß Ernst

  • Hallo Paul Spohn,

    ich hatte schon vorher einen Verdacht, aber lange Zeit die Hoffnung, daß der Zufall mir ein Bild mit meinem Vater in die Hände spielt. Allerdings habe ich ja nicht auf die Schiffchenkokarde, die bei Marineangehörigen ja weiß umrandet ist, geachtet. Du wirst wohl recht haben mit Russland, da das Fahrzeug auf dem Bild auch dort eingesetzt wurde.

    Gruß Ernst

  • Hallo dibo53,

    habe den Bericht. Ich vermisse allerdings die Organisation des Abmarsches der zur Marine gehörenden Truppenteile wie Küstenartillerie Abteilungen usw. Ich weiß nicht, ob diese Truppen dann General von Hanneken unterstellt wurden und ob es einen Befehl dazu gab. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich das überlesen habe.

    Gruß Ernst

  • Hallo Ernst,


    die Marine war Anfangs offenbar ausgenommen, aber dennoch sind in den Marschgruppen D, E und F Marineteile erwähnt.


    Gruß


    Dieter

  • Hallo dibo53,

    ich hatte jetzt ein schlechtes Gewissen. Habe jetzt den Befehl zur Kriegsmarine gefunden. Danach sollte nach Befehl Nr.1 zur Räumung Dänemarks nach Verhandlung mit den Alliierten die Kriegsmarine zunächst zurück bleiben, mit unterstellten Teilen des Heeres, des Küsten Art. Reg. 180 und den Flüchtlingen und Verwundete.

    Aber aufgrund Deines Hinweises kann ich jetzt mit den Buchstaben der Marschgruppen etwas anfangen. Denn mein Vater hat auf eine alte Besatzungskarte einmal einen Buchstaben eingetragen, der wahrscheinlich die Stationierung der Marschgruppen angegeben hat.(Eiderstedt/ Dithmarschen)

    Gruß Ernst

  • Hallo dibo53,

    war gerade noch beim Schreiben. Du hast es mir jetzt auch noch bestätigt. Der Befehl zur Räumung beginnt auf Seite 205. Ich werde mich ab jetzt erst mal mit den Marschgruppen beschäftigen.

    Danke und viele Grüße Ernst

  • Hallo dibo53,

    habe das KTB 1945 vom 7.5.45 bis leider nur 26.5.45 angeschaut. Leider ist dann Schluss. Kannst Du mir evt. sagen, in welches Sperrgebiet die Marine gekommen ist? Die Panzerdivision ist nach Eiderstedt gekommen, das ist Internierungsgruppe G, aber es gab ja auch noch F, und 2 andere Gebiete in der Nähe der Grenze zu Dänemark.

    Gruß Ernst

  • Hallo Ernst,


    habe leider außer dem vorliegenden KTB keine weiteren Informationen.

    Bin auch eher zufällig darauf gestoßen, da mir ein von Lindemann unterzeichnetes Dokument hinsichtlich meines Vater vorliegt, der geriet allerdings schon bei Leningrad in Gefangenschaft.


    Gruß

    Dieter

  • Hallo dibo53,

    danke Dir trotzdem, denn das KTB hat mich über die Organisation aufgeklärt und ich habe daraus entnommen, daß mein Vater wahrscheinlich am 12.5.1945 der Marschgruppe E oder F zugeteilt wurde.

    Und die Frage nach dem Lager kann ich durch einen Link jetzt wohl selber beantworten ;in die Sperrzone F hat man die Marine gesetzt und die ist identisch mit dem Auffangraum IV-Ostholstein ohne Fehmarn!

    Also ohne Deinen Hinweis hätte ich diese Sache nicht weiter verfolgt.

    Viele Grüße

    Ernst



  • Hallo Paul Spohn und Forum,


    voriges Jahr hatte ich nach der Dienstgruppeneinheit " F.A.Z.51", die in der britischen Besatzungszone im Internierungsgebiet tätig war, gefragt. Nun habe ich eine Audioaufzeichnung meines Vaters gefunden und abgehört, in der er erzählt, bei englischen Dienstgruppenvorläufern- der heutigen Bundeswehr, gelernt zu haben. Hast Du oder ein anderer des Forums eine schlüssige Erklärung dazu? Kann man darüber mehr erfahren?

    Das würde auch Sinn machen, dass er erst Ende 1946 entlassen wurde.


    Viele Grüße an alle

    Ernst

  • Hallo Ernst,


    die ersten Denkansätze hin zu einer Bundeswehr gab es bereits kurz nach der Gründung der Bundesrepublik. So gab es ein Amt Blank ab 1950, dass sich mit der Wiederbewaffnung beschäftigte.


    Aber für 1946 scheint es mir doch arg früh zu sein.


    Allerdings gab seit bei Kriegsende ein hartnäckiges Gerücht, dass grob gesprochen lautete, die Briten und Amerikaner werden die deutschen Kriegsgefangenen wieder aufrüsten und mit ihnen gemeinsam gegen die Sowjetunion ziehen.

    Angeblich soll dies Churchill ausgesprochen haben.

    Bisher habe ich noch keine belastbaren Informationen zu diesem Thema gefunden und um ehrlich zu sein, ich glaube auch nicht daran. Vielleicht die Audiobotschaft Deines Vaters vor dem Hintergrund nochmals anhören.


    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass er, wenn er in einem militärischen Verband war, der von den Briten kommandiert wurde, gelernt hat wie die militärisch ticken, er über den Wehrmachtstellerrand hinausschauen lernte und diese Erfahrung dann bei der Bundeswehr - ich vermute mal er war bei der Bundeswehr - positiv nutzen konnte.


    Wie gesagt, 1946 war Soldat spielen für Deutsche beendet, nicht einmal im Ansatz dachten die Alliierten daran, aber gelernt von den Briten hat er sicherlich, wenn auch nur im übertragenen Sinn.


    Beste Grüße


    Paul


    G-W-G'

    Edited once, last by Paul Spohn ().

  • Hallo Forum,


    Im Zusammenhang mit den Aktivitäten meines Vaters in Dänemark vom Dienst im Standort Frederikshavn bis zum Abzug nach Schleswig Holstein 1945 ist vieles aufgeklärt. Nun finde ich allerdings ein Foto mit der Bezeichnung "Riechmout 1941". Nachdem auf dieser Seite auch Tannenberg und Frederikshavn genannt werden, muß ich davon ausgehen, daß er damit einen Ort meint, den ich beim besten Willen nicht finde.

    Kann jemand mit diesem Begriff etwas anfangen? Eingezogen wurde er zum 1.10.1941 in die 7. EMAA. Vielleicht ist dort der Zusammenhang.


    Und noch etwas Persönliches zu meinem Vaters in dieser Zeit vor 1945. In der Verwandtschaft wussten seine Brüder, daß mein Vater ein Verhältnis mit einer Asta in Dänemark hatte. Offenbar ist dabei auch eine Verlobung hervorgegangen und zum Kriegsende ein Junge mit dem Namen Walter geboren worden. Nachdem die Truppen Dänemark verlassen haben, war ein Kontakt wahrscheinlich nicht mehr möglich. Nach Kriegsgefangenschaft verließ mein Vater die Britische Besatzungszone und heiratete nach Suche seiner Eltern meine Mutter.

    Nach Information meines letzten lebenden Onkels hatte meine Oma noch Kontakt mit Asta und ihrem Sohn Walter. Leider gibt es da keine Dokumente einschließlich eines einmal vorhandenen Fotos mehr.

    Es wäre schön, wenn jemand die Personen kannte, denn leben würde heute nur noch Walter.


    Mit besten Grüßen

    Ernst

  • Hallo Ernst,


    hast du versucht Frau Birgitte Breiner bei Dänische Kriegskinder Verein

    Telefon (+45) 26 27 36 97 birgitte[at]krigsboern.dk

    zu Kontakten, wie ich lange her dir geschrieben habe.


    Unter den Kindern, die während und kurz nach der deutschen Besatzung in Dänemark geboren wurden, sind laut Geschichtsforschung 5.579 Personen mit einem biologisch deutschen Vater registriert. Deren Vaterschaftssachen, die zwischen 1940 und 1951 behandelt wurden, sind alle im dänischen Justizministerium registriert und die Dokumente befinden sich im dänischen Landesarchiv (Landsarkivet) und / oder im dänischen Staatsarchiv (Rigsarkivet).


    Mit Gruß

    Olaf

  • Hallo Olaf,

    schön von Dir zu hören,


    ich habe eine kleine Denkpause eingelegt, nachdem die meisten Versuche fehlgeschlagen sind. Mein Vater hat Audiobänder bespielt, die ich mir angehört habe, um evt. Hinweisen nachzugehen. Nachdem ich aber im Album noch den Begriff "Riechmout 1941" gefunden habe, mache ich nochmals einen Anlauf. Die Telefonnummer werde ich nutzen, obwohl ich im Landesarchiv online schon Dokumente anschauen konnte ist das im dänischen kompliziert.Ich Danke Dir erstmal.

    Und nun nochmals zu "Riechmout".

    Kann das auch eine Bezeichnung sein, die ein Räucherhaus oder Raucherhaus bezeichnet? Denn mein Vater sitzt halbnackt davor und raucht Pfeife 1941. Da muß es noch warm gewesen sein. Ab 1.10.1941 war er da schon in der 7.EMAA (Ersatz Marine Artillerie Abteilung). Vielleicht hast Du eine Lösung.

    Liebe Grüße, ich werde die Telefonnummer nutzen

    Ernst

  • Hallo Forum,

    kann mir jemand sagen, wann die Wehrmachtsangehörigen ihre Blechmarken mit Erkennungsnummer erhalten haben?

    Mein Vater trägt sie halbnackt vor einem Holzbau um den Hals mit Sonnenhut. Er hat aber erst am

    1.10.1941 seinen Dienst bei der 7.EMAA angetreten.

    Das Bild ist mit dem Untertitel "Riechmout 1941" versehen, wobei mein Vater da Pfeife raucht. leider kann ich mit dem Begriff nichts anfangen. Es gibt keine Übersetzung dafür auch keine schlesische Mundart.

    Vielleicht hat jemand eine Lösung-

    Und eine weiter Ungereimtheit ist auf der Karteikarte der Kriegsmarine ein Entlassungseintrag zum 30.10.43, obwohl mein Vater bis 1945 in der MAA 509 war.

    Es wäre schön, wenn jemand plausible Erklärungen hätte.


    Seid herzlich gegrüßt

    Ernst