Verlust am 20.12.1942 Flugplatz Riga

  • Hallo an alle Luftwaffen-Spezialisten!


    Ich suche nähere Informationen über den Verlust einer Transport-Maschine am 20.12.1942, Evtl. hat da ja jemand einen Eintrag in einer Datenbank oder hat einen Hinweis auf eine Quelle wo ich nach näheren Informationen suchen könnte.


    Nach unbestätigten Angaben müßte es um folgendes gehen:


    Am 20.12.1942 (wahrscheinlich) wurde eine JU 52 (wahrscheinlich) nach dem Abflug vom Rigaer Flugplatz (wahrscheinlich) über dem Rigaer Meerbusen von russischen Jägern abgeschossen. Die Maschine müßte ein Verwundeten-Transport gewesen sein.


    Gerne würde ich diese Angaben durch Aufzeichnungen bestätigen und wenn möglich noch durch weitere Angaben ergänzen (z.B. Einheit, Pilot, Namen von Verwundeten etc.)


    Ist es möglich hier weitere Informationen zu finden?


    Vielen Dank und schönes WE!

    Suche alle Informationen zur AA268 und NARA Rollen T315 R-1850 sowie R-1851

  • Hallo

    Die Wahrscheinlichkeit eines Abschusses bei Riga durch russische Jäger dürfte im Dezember 1942 eher gering sein,die nächsten Flugplätze lagen bei Leningrad also rund 500 Km Distanz.

    mfg karat

  • Hallo karat und danke für diesen Hinweis.


    Ist natürlich ein interressanter Ansatz und einleuchtend.

    Habe eben mal versucht die Reichweite von russ. Jägern herauszufinden. Die Jakowlew Jak-9 D hatte demnach z. B. eine Reichweite von 1350 km - wäre also möglich gewesen. Wobei ich natürlich nicht weiß in welchen Entfernungen die russischen Jäger operierten und wie man sich einen russischen Jägereinsatz hinter den deutschen Linien vorstellen muss.


    Viele Grüße und nochmal danke für den Hinweis

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  • Hallo,


    Quote

    Am 20.12.1942 (wahrscheinlich) wurde eine JU 52 (wahrscheinlich) nach dem Abflug vom Rigaer Flugplatz (wahrscheinlich) über dem Rigaer Meerbusen von russischen Jägern abgeschossen. Die Maschine müßte ein Verwundeten-Transport gewesen sein.

    evtl. Ju52/3mg6e W-Nr. 3088 Kennung KJ+ML, 3./KGrzbV108, Absturz am 20.12.1942 vor Insel Ösel.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    vielen Dank für diese Info! Mit deinen Angaben spuckt mir Google schon mal eine Liste mit Werksnummern der JU52 aus. Mit der angegebenen Werksnummer findet sich auch dieser Eintrag:


    3088 Ju52/3mg6e KJ+ML 12.1942: 3./zbV 108 , Einflug und Überführungskommando Jüterbog, 20.12.1942 58 03'N - 22 47'0, Absturz (100% zerstört)


    Hier gibts ja schon mal einige Überseinstimmungen (Datum, Flugzeugtyp, Absturzort)


    Es gibt sicherlich auch NARA-Rollen bzw KTB der Luftwaffe und es müßte sich da dann wohl um das "Kampfgruppe zur besonderen Verwendung 108" handeln - richtig? Ein kurzer Check bei Google spuckt da nicht wirklich viel aus.

    Ich kenne mich bei der Luftwaffe auch so überhaupt nicht aus - kann mich jemand darauf stupsen wo ich da suchen müßte. Gibt bzw. gab es ein Kampfgeschwader 108? Finde da nix.


    Wiki Kategorie: Geschwader der Luftwaffe (Wehrmacht) gibt mir nur aus:

    Kampfgeschwader 100 und dann gehts da weiter mit Kampfgeschwader 152


    Grüße Elvis

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  • Hallo Eumex!


    Vielen Dank für den Link, das war auch das einzige was ich gefunden hatte :-)


    Hab mir das aber jetzt dann doch nochmal genau angesehen - hätt ich auch gleich machen können :-)

    Heißt das jetzt ich werde fündig bei der Luftflotte 5?


    Bases:

    6.40 - 5.43 Oslo-Fornebu* Luftflotte 5 Ju 52, He 111, Fi 156 and others

    * 1./108 was normally detached to Trondheim-Vaernes


    Schönen Sonntag wünsche ich!

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  • Hallo,Elvis

    Da muß ich leider wiedersprechen,Jak-9 D (die erste Version der Jak-9 mit erhöhter Reichweite durch einen Tankinhalt von 650 Liter statt 440 Liter) gab es im Dezember 1942 noch nicht.Der erste Prototyp wurde vom 14.Januar bis 26.Februar 1943 von Testpilot Golofastov erprobt.Erster Kampfeinsatz am 17.August 1943 beim 18.Garde-Jagtflieger-Regiment.

    mfg karat

  • Hallo karat,


    Ok - dann kann man russ. Jäger über Riga im Dez. 1942 wohl ausschließen oder gäbe es noch andere denkbare Zenarien? Jedenfalls danke für die ausführlichen Infos.


    Gruß

    Elvis

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  • Hallo Elvis,


    ich habe in den Generalquartiermeisterlisten nachgesehen. Dort sind Informationen an verschiedenen Stellen vorhanden, so bei den Einsatzverbänden und auch bei den Schulen und sonstigen Dienststellen. Dann gibt es noch verschiedene Nachträge, die man alle erst sehr aufwendig (ich habe die Verluste auf Mikrofiche) lesbar machen muss.


    Soweit meine bisherigen Informationen:

    Ju 52, Werk-Nr. 3088, KJ+ML, Ort: 58 Grad 03 Min. Nord, 22 Grad 47 Min. Ost, Ursache: vermutlich Höhe verloren, 100% Verlust


    Besatzung vom Einfl.u.Überf.Kdo.Jüterbog:

    FF Lt. Paul Rieffert

    B Uffz. Willi Kretschmer

    BM Uffz. Johann Binder

    alle vermisst

    Am 10.03.43 alle geändert von vermisst in tot, ohne Angabe von weiteren Gründen


    vom Feldluftpark 3/XI:

    BF Ofw. Egon Kohse

    Ofw. Emil Hoffmann

    Fw. Josef Jacoby

    Uffz. Emil Bösch

    alle vermisst

    Am 10.03.43 alle geändert von vermisst in tot, ohne Angabe von weiteren Gründen


    von Fl.H.Kdtr. (E) 37/IV:

    Wd.Insp. Herbert Schmidt

    Fl.Ing. Franz Resch

    Fw. Hans Seibt

    Gefr. Paul Weber

    vermisst, am 10.03.43 geändert in tot


    vom Lg.Stab Finnland:

    Insp. Ohlau

    vermisst, am 10.03.43 geändert in tot


    I./St.G. 5

    Lt. Amos

    vermisst

    (am 06.01.43 durchgestrichen, schaue ich morgen nach)


    Soweit die Infos. Ich hoffe, ich habe die alle richtig aufgedröselt. Wie gesagt, nach dem Lt. Amos schaue ich noch.

    Viele Grüße

    Peter

  • Hallo zusammen,


    beim VDK ist zu Emil Hoffmann folgender Eintrag zu finden.


    Nachname: Hoffmann

    Vorname: Emil

    Dienstgrad: Oberfeldwebel

    Geburtsdatum: 12.06.1899

    Geburtsort: Dannowen

    Todesdatum: 20.12.1942

    Todesort: Ostsee,58 Grad,03Min.Nord,22 Grad 47 Min


    Auch Egon Kohse und Emil Bösch sind mit dem Todesdatum 20.12.42 erfasst.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Peter!


    Wow da hast Du dir aber viel Mühe gemach! Vielen Dank!

    Ich suche nach einem Verwundeten Offizier, der bei dem Verlust dieser Transportmaschine leider (wohl dann auch Crew und evtl andere Verwundete) ums Leben kam.

    Nach Wast handelt es sich um einen Absturz einer Maschine über dem Rigaer Meerbusen und laut Aussagen eines ehemaligen Divisions Kammeraden wurde die Maschine nach Verlassen des Flugfeldes Riga abgeschossen.

    Jetzt wollte ich noch prüfen was denn hierzu Unterlagen der Luftwaffe sagen bzw. ob sich dazu noch etwas finden lässt.

    Vielen Dank für die investierte Zeit.

    Gruß

    Elvis



    23.30 Uhr

    Hallo Roland danke, dass Sie auch Infos beisteuern - erstaunlich welche Menge von Aufzeichnungen sich noch finden lassen.


    Viele Grüße

    Elvis


    Beiträge zusammengefaßt; kkn

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  • Habe eben mal versucht die Reichweite von russ. Jägern herauszufinden. Die Jakowlew Jak-9 D hatte demnach z. B. eine Reichweite von 1350 km - wäre also möglich gewesen. Wobei ich natürlich nicht weiß in welchen Entfernungen die russischen Jäger operierten und wie man sich einen russischen Jägereinsatz hinter den deutschen Linien vorstellen muss.

    Servus Miteinander,


    ihr solltet auch die Möglichkeit von Westallierten Flugzeugen nicht außer Acht lassen, die durch das Lend-Lease-Abkommen in die UdSSR verschickt wurden.

    Am Beispiel der Hawker Hurrican IIB konnte die Reichweite mit Zusatztanks fast verdoppelt werden.


    Vielleicht könnte es auch eine Pe-2 des 2. Luftaufklärungsregiments gewesen sein, welche zum Ende des Jahres 1942 von Migalovo aus Einsätze bis Riga geflogen sind.


    mfg

    Holger

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  • Hallo und vielen Dank für diesen Hinweis Holger


    Grüße

    Elvis

    Suche alle Informationen zur AA268 und NARA Rollen T315 R-1850 sowie R-1851

  • Hallo Elvis,


    also ist der von dir gesuchte Offizier bei meinen Namensangaben nicht dabei?

    Handelt es sich demzufolge um einen anderen Vorfall bzw. eine andere Maschine?


    Die Ju 52/3088 ist aber wahrscheinlich nicht durch Jäger abgeschossen worden.


    Viele Grüße

    Peter

  • Hallo Peter,

    der von mir gesuchte Offizier ist bei den Namensangaben nicht dabei. Wenn ich das richtig sehe sind das die Namen der Piloten und der Besatzung.


    Habe leider nur die Auskunft von der Wast:

    "Am 18.12.1942 über dem Rigaer Meerbusen mit einem Flugzeug abgestürzt und zu Tode gekommen" - hier keine Angebe, daß er verwundet war oder um was für eine Maschine es sich handelte.


    und von einem Veteranen der Division die Auskunft:

    "daß er am 18.12.1942 bei einem Gegenangriff bei Kremenki schwer verwundet wurde (warum sollte er aus sonst in einer Maschine der Luftwaffe sein) und beim Abflug vom Flugfeld Riga wohl in einer JU 52 von einem russischen Jagdflugzeug über dem Rigaer Meerbusen abgeschossen.


    Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.


    Viele Grüße

    Elvis

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    Edited once, last by Elvis_Press ().

  • Hallo Elvis,


    habe ich es überlesen oder hast du den Namen des betreffenden Offiziers noch nicht erwähnt?

    Wenn nicht, wird es natürlich schwer. Mit dem Namen könnten hier sicher einige vielleicht noch mehr Informationen herausbekommen.


    Die Besatzung der Ju 52 sind nur die ersten drei Herren, also der FF (Flugzeugführer), der B (Beoabachter) und der BM (Bordmechaniker). Die restlichen Insassen werden wohl Verwundete gewesen sein, bis auf den wohl kurzfristig als BS (Bordschützen) eingesetzten Ofw. Kohse.


    Nur der Vollständigkeit halber: Der Lt. Amos ist nur gestrichen worden, da er von Bodenorganisation zum fliegenden Personal "umgebucht" wurde.

    Viele Grüße

    Peter

  • Hallo Peter,


    ich habe das Thema im Urlaub aufmerksam auf dem Smartphone verfolgt - komme aber erst jetzt nach meiner Rückkehr zum Blick in die Daten und Unterlagen.


    >> Nur der Vollständigkeit halber: Der Lt. Amos ist nur gestrichen worden, da er von Bodenorganisation zum fliegenden Personal "umgebucht" wurde.


    Ltn. Amos,Rolf Karl Wilhelm (* 31.3.1920, Lobenstein) war Flufzeugführer bei der 2./St.G. 5, die zu dieser Zeit in Alakurtti, Finnland, lag.

    Die Fl.H.Kdtr. (E) 37/IV lag zu dieser Zeit in Pori, Finnland. - wie auch der Feldluftpark 3/XI.


    Ich glaube daher, dass es sich bei den Fluggästen um Weihnachtsurlauber handelte und sich die Ju 52 auf dem Flug von der Front in Finnland zurück ins "Reich" befand, mit Zwischenlandeziel im Baltikum. Der Absturz über dem Finn. Meerbusen ist wohl dem winterlichen Wetter geschuldet.


    V. Grüße, Uwe K.

  • Hallo Uwe,


    besten Dank für deine Ergänzungen. Ich hatte auf dich gehofft und Weihnachtsurlauber klingt natürlich sehr plausibel.=)


    Die Ju 52, W-Nr. 3088/KJ+ML war anscheinend das Stammflugzeug von Lt. Rieffert. Ich habe ihn am 24.03.1942 mit Flügen mit der KJ+ML von Oscherleben über Fritzlar nach Werl. (Quelle: Startbuch Fritzlar)


    Viele Grüße

    Peter