Brücken-Kolonne B (mot.) 609/ Brücken-Kolonne J (mot.) 843/ schwere Panzer-Brücken-Kolonne 843

  • Hallo,

    es gibt mehrere Quellen, dass mein Opa bei der Brücken-Kolonne B 609 (Feldpostnummer 01713, Lebenslauf) gedient hat.

    Ich kann nur nicht rausfinden, wo diese organisatorisch hingehört. Aus dem Kontext vermute ich stark Heeresgruppe Süd.

    Besonders interessiert mit deren Position am 9.4.44.

    Danke im Voraus

  • Guten Tag "Goldhamster",

    erstmal ein herzliches Willkommen im Forum.:)

    Das hatte ich heute schonmal, eine Anfrage, in der nicht auf unsere Vorgabe eingegangen wird.

    Das bezog sich auf den Thread "Hilfe für den ersten Post", darin bitten wir um Angabe aller bisher bekannten Infos,

    was bisher selbst unternommen wurde usw....auch Anrede und Gruß.

    In diesem Falle sprichst du von mehreren Quellen, ja du meine Güte, nenn uns die Quellen....zeig uns das.

    Grüße Thomas

    P.S.: Du willst hier ernsthaft mit "Goldhamster" angesprochen werden?

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Thomas,

    na da hatten wir ja keinen guten Anfang. Mea culpa.

    Kurz etwas zu meiner Motivation. Ich bin an der Recherche zur Lebensgeschichte meines Opas (als erstem in einer Reihe von Urahnen meiner Tochter). Die Informationen die ich im Moment habe sind die Bruchstücke die sich in der Erinnerung an seine Erzählungen erhalten haben, Informationen aus dem Lebenslauf (in der DDR mussten man offenbar auch die Tätigkeit in der Kriegszeit anreißen), die Gefangenenakte, die ich vom Roten Kreuz bekommen habe. Vor allem aber die erhaltene Feldpost, die meine Oma mir überlassen hat. Diese arbeite ich gerade chronologisch durch.

    Sowohl im Lebenslauf, als auch in der Gefangenenakte wird die Brücken-Kolonne B 609, ohne weitere Präzisierung angegeben. Das deckt sich auch mit der Feldpostnummer 01713, die noch im Juli '44 aktuell ist. Hier der Auszug aus dem Lebenslauf:

    pasted-from-clipboard.png

    Die Gefangenenakte gibt als letzte Einheit ebenfalls die 843 an. In einem späten Brief den ich schon mal überflogen habe gibt mein Opa auch an "wieder infanteristisch eingesetzt" zu sein.

    Auf der Tonspur hat sich die Legende überliefert, er sei Stalingrad nur durch eine Panne seines Lasters entgangen. Also denke ich ist plausibel, dass er im Süden der Ostfront eingesetzt war. Auch sicher ist, dass er eine Zugmaschine gefahren hat. Das ist überliefert und wird in der Gefangenenakte erwähnt.

    Mein großes aktuelles Interesse ist folgendes: Es gibt einen Brief vom 9.4.44 in dem er er folgendes schreibt:

    >>> [..] es war einfach [mehrere Wochen] nicht möglich zu schreiben oder Post abzuschicken.

    Wenn ich Dir die Wahrheit sage, würdest Du sehr in Sorge um mich sein.

    Eins kann ich Dir ja sagen, daß wir uns 300-350 km durch russisches Gebiet schlagen mußten.

    Wir sind noch nicht durch aber wir hoffen es zu schaffen. Wir haben X schlaflose Nächte hinter uns [..]

    Aber erst müssen wir aus dem Kessel raus. [..]

    Es geht weiter! Es ist Zufall daß dieser Brief weggeht. [..] <<<

    Meine vage Hypothese ist, dass es sich dabei um die Kesselschlacht von Kamenez-Podolski handelt, des finalen Coups von Manstein.

    Dafür war meine Hoffnung, erstmal zu klären, wohin die B 609 gehört.

    Anschließend gehen die Briefe erst im Juli/August '44 weiter in Polen, Galizien wird erwähnt. Aber irgendwann hat er ja offenbar zur Infanterie gewechselt. Da bin ich auch noch nicht wirklich durch die Briefe.

    Dank und Gruß,

    Alexander ;)

  • Hallo,

    ich frage mal anders herum. Waren die Brückenkolonnen fest irgendwelchen Kampfverbänden zugeordnet, so dass man überhaupt eine Chance hat zu schließen, wo diese sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in etwa befunden haben?

    Freundliche Grüße,

    Alexander

  • Hallo Alexander

    Brücken-Kolonnen können sowohl selbständig (Heerestruppe) als auch fest einem Verband zugeordnet gewesen sein.

    das wäre in jedem Fall zu einzeln zu prüfen - eine pauschale Antwort lässt sich also nicht geben.

    die Brücken-Kolonne B (mot.) 609 war von Beginn des Krieges Heerstruppe - aufgelöst 09.04.1945 durch Heeresgruppe Mitte.

    Mit deiner Vermutung - Panzer-A.O.K. 1 - wandernder Hube-Kessel - liegst du richtig, die 609 war dort Ende 01/1944 dem Panzer-A.O.K. 1 direkt unterstellt

    siehe Scan Pz.A.O.K. 1 rechts unten

    B609-2.jpg

    --

    843 ist auch eine Brücke-Kolonne - nämlich "I"

    diese wurde in schwere Panzer-Brücken-Kolonne (mot.) 843 umbenannt - sieh Scans

    843.jpg843-2.jpg

    Uwe

  • Hallo Uwe,

    erstmal vielen Dank. Das ist einer der wenigen Momente in dem das Schicksal meines Opas mal greifbar wird, da er sonst nicht viele Details in den Briefen geschrieben hat, außer, dass es mal wieder "kitzelig" geworden sei und ähnliches. Viele Dank dafür.

    Auch das Detail mit der I843 ist höchst interessant und erklärt, dass ich nichts dazu gefunden habe bisher.

    Wenn ich noch weiterfragen darf, ist es häufiger vorgekommen, dass Pioniere auch infanteristisch eingesetzt wurden?

    Und wo befand sich die I843 bei Kriegsende? Mein Opa ist nämlich im Protektorat Böhmen und Mähren gefangen genommen worden, wenige Tage nach Kriegsende. Würde das passen?

    Viele Grüße,

    Alexander

  • Hallo Alexander

    Gliederungen der Heeresgruppe Mitte für 1945 liegen mir nicht vor.

    Zu beachten ist, dass die Heeresgruppen 1944/45 öfters umbenannt wurden:

    Heeresgruppe Nordukraine - in Heeresgruppe A und Januar 1945 in Heeresgruppe Mitte

    ich vermute, die Brücko 843 war immer bei diesen Heeresgruppe

    Feldpostnummer 21 495

    (10.2.1943-23.8.1943) Brücken-Kolonne J (mot.) 843 mit Begleit-Kommando

    (24.8.1943-5.4.1944) 7.2.1944 schw. Panzer-Brücken-Kolonne 843 mit Begleit-Kommando

    anhand der Feldpostnummer kann man prüfen, wo die Feldpost ungefähr hinging ...

    Es geht aus von der FPÜ Teil I Stand März 1945.

    Wenn die Einheit im März 1945 noch feldpostalisch

    existiert hat , dann dann ist sie dort vermerkt.

    Entweder sofort mit

    Einsatzraum oder mit der Kenn - Nummer.

    ( Kenn - Nummer = Kenn - Nummern der FPÄ)

    In dem Kenn - Nummer Verzeichnis kann man

    dann die Standort des Feldpostamtes ermitteln

    und damit auch den Einsatzraum der Einheit.


    kann ich leider nicht nicht im Moment, weil verreist

    Uwe

  • Hallo,

    klar, den Titel gern ändern.

    Bin übrigens in der Feldpost bei Ende Mai '44 angekommen. Und er schreibt am 23.5.44

    >> Weißt Du ich trage mich mit dem Gedanken mich zu den Lanzern zu melden. [..] Ich habe schon mit unserem Spieß darüber gesprochen. [..] Man hat uns fast alle Fahrzeuge abgenommen.

    Und werden nun ausgebildet zu Stoßtruppionieren. Es sind aber Vorgesetzte die selbst keine Ahnung davon haben. Hier wird alles mit Büchern gemacht.<<

    Interessant wäre, ob die 609 zur 843 umgestellt worden ist.

    Viele Grüße,

    Alexander

  • natu02 July 23, 2018 at 7:40 AM

    Changed the title of the thread from “Brückenkolonne B 609” to “Brücken-Kolonne (mot.) 609/ Brücken-Kolonne J (mot.) 843/ schwere Panzer-Brücken-Kolonne 843”.
  • Hallo,

    Mein Großvater war im Mai 1942 für mehrere Wochen in Stuttgart in der "HKP Zentrale", zur Überholung seiner Zugmaschine (Quelle: Brief)

    Er war zu diesem Zeitpunkt Fahrer in der Brückenkolonne 843.

    Meine Vermutung ist, es handelt sich bei der Abkürzung HKP um Kälble.

    Welche Zugmaschinen waren bei den Brückenkolonnen B zu diesem Zeitpunkt im Einsatz?

    weitere Hintergründe zur Recherche habe ich im folgenden Thread:

    schwere Panzer-Brücken-Kolonne 843

    Viele Grüße,

    Alexander

  • Hallo Alexander.

    Quote


    Meine Vermutung ist, es handelt sich bei der Abkürzung HKP um Kälble.

    HKP bedeutet Heeres-Kraftfahr-Park bzw. Heimat-Kraftfahr-Park.

    Quote


    Welche Zugmaschinen waren bei den Brückenkolonnen B zu diesem Zeitpunkt im Einsatz?

    Der Waffen-Arsenal Sonderband 41 "Kriegsbrückengerät der Wehrmacht" nennt hier mittlerer Zugkraftwagen 5t (Sd.Kfz. 6) mit Pionieraufbau und mittlerer geländegängiger Lastkraftwagen 6x4 Henschel Typ 33 D2 oder G1.

    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Alexander,

    ich habe deine zwei Themen zusammengefügt dann bleibt das Thema kompakt.

    zu den Zusatzbuchstaben beim Brückengerät haben schon einige Themen.

    I-Kriegsbrückengerät

    http://amicale.3emedragons.free.fr/Docs%20materie…0Wehrmacht+.pdf

    Zu dem Heimat-Kraftfahr-Park Stuttgart.

    Die Heimat-Kraftfahr-Parks waren die erste Stufe der heereseigenen Fahrzeug-Reparatur und

    auch Produktion. Die militärische Komponente beschränkte sich auf das administrative und

    die Ersatzteilversorgung. Gearbeitet wurde in beschlagnahmten Betrieben im Raum Stuttgart.

    Hast du vielleicht noch Fotos von den genannten Zugmaschinen und vielleicht hat Thilo auch

    die Adresse der Zentrale des Heimat-Kraftfahr-Park Stuttgart.

    Gruss Dieter

  • Hallo,

    da habe ich mit der HKP Zentrale ja ziemlich daneben gelegen. Vielen Dank für die Aufklärung und auch für die Informationen zu den Zugmaschinen. Leider gibt es dazu keine privaten Fotos.

    Das pdf mit zu den Kriegsbrücken ist extrem interessant. Da habe ich erstmal eine Weile zu studieren.

    Vielen Dank,

    Alexander

  • Hallo,

    Quote

    vielleicht hat Thilo auch

    die Adresse der Zentrale des Heimat-Kraftfahr-Park Stuttgart.

    mit HKP-Zentrale meint er vielleicht den Heeres-Kraftfahrbezirk V in Stuttgart oder den Heimat-Kraftfahr-Park 1 in Bad Cannstatt.

    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo zusammen,

    Quote

    Mein Großvater war im Mai 1942 für mehrere Wochen in Stuttgart in der "HKP Zentrale", zur Überholung seiner Zugmaschine (Quelle: Brief)

    Quote

    mit HKP-Zentrale meint er vielleicht den Heeres-Kraftfahrbezirk V in Stuttgart oder den Heimat-Kraftfahr-Park 1 in Bad Cannstatt.

    es muss eine Werkstatt/Betrieb gewesen sein der in der Lage gewesen sein muss eine Überholung durchzuführen.

    Bemerkenswert ist noch das der Fahrer beim Fahrzeug blieb wären das Fahrzeug überholt wurden. Das hatten

    wir bis jetzt nur im Bereich von Heeres-Kraftfahrparks.

    Gruss Dieter

  • Ja da gibt's noch eine andere Aussage in den Briefen aus Stuttgart die ich nicht ganz verstehe.

    Er schreibt er er mache dort (HKP Zentrale) "Kunstschrift", "ganz in seinem Beruf" (Mein Opa war zu der Zeit Malergeselle).

    Zumindest interpretiere ich das Wort so:

    pasted-from-clipboard.png

    Andererseits erwähnt er, er habe habe in Stuttgart noch einmal Karten inklusive Schwerarbeiterzulage bekommen.

    Das passt ja irgendwie nicht zusammen, dass man für Kunstschrift Schwerarbeiterzulage bekommt.

    Ich hatte mir das jetzt so zusammen gereimt, dass er da die Maschinen beschriftet hat.

    Grüße,

    Alexander

  • Hallo,

    Ich habe folgendes Bild der Donaubrücke bei Giurgiu gefunden, die ab dem 28.Februar 1941 von Rumänien für den Einmarsch in Bulgarien errichtet wurde.

    Mein Opa war zu dieser Zeit mit der Brückenkolonne B609 in Rumänien (geht aus den Feldbriefen hervor).

    Ich hätte zwei Fragen:

    1) Ist eine Beteiligung an dem Brückenbau plausibel? z.B. ist auf dem Bild ein Brückengerät B zu erkennen?

    2) Ist der Einsatzort der Brückenkolonne B609 Ende Febrar/Anfang März 1941 noch zu ermitteln?

    Vielen Dank für alle Hinweise!

    Gruß

    Alexander

  • Augustdieter May 12, 2019 at 6:12 PM

    Changed the title of the thread from “Brücken-Kolonne (mot.) 609/ Brücken-Kolonne J (mot.) 843/ schwere Panzer-Brücken-Kolonne 843” to “Brücken-Kolonne B (mot.) 609/ Brücken-Kolonne J (mot.) 843/ schwere Panzer-Brücken-Kolonne 843”.