Konnte man eine RAD-Abteilung frei wählen oder wurde diese vorgeschrieben?

  • Moin,


    ich habe neulich ein altes Familienalbum durchgeforstet und bin nun etwas irritiert.


    Auf einigen Fotos sind Gruppenbilder aus der RAD-Zeit des Verwandten.

    Alle tragen hier den Ärmelspaten 3/151.

    Wenn ich richtig informiert bin handelt es sich hier um:

    RAD-Abt. 3/151 Peterberg I (W37) Ostfm. Weber (Stand: 08.07.1938) "Wettin" - Sachsen.


    Ist es möglich, dass ein Franke in Sachsen zum RAD ging?

    Ich hatte angenommen, dass man in seinem Gau zum RAD eingeteilt wurde.

    Liege ich hier falsch?

    Konnte man das RAD-Lager frei wählen?

    Habe leider keine näheren Angaben hierzu gefunden, vielleicht habe ich es auch überlesen.


    Die meisten auf dem Foto tragen eine Ärmelbinde mit einem gotischen W.

    Steht dies W für Wettin?


    Vielen Dank.


    Gruß

    Andreas

    Der Franke ist ein freundlicher, hilfsbereiter und höflicher Mensch ------ Man darf ihn nur nicht ansprechen


  • Hallo Eumex,


    erstmal vielen Dank.

    Wieder etwas schlauer.


    Gruß

    Andreas

    Der Franke ist ein freundlicher, hilfsbereiter und höflicher Mensch ------ Man darf ihn nur nicht ansprechen


  • Hallo Andreas,


    das hat mich auch schon paarmal gewundert, wie Du sagst ist man im Regelfall zu einer RAD-Einheit im Gau versetzt worden.

    Aber es kommt immer mal wieder vor, dass jemand nicht Heimatnah eingesetzt wurde.

    Ob das auf eigenen Wunsch oder auf Anordnung geschah weiss ich auch nicht.

    Grüße, ZAG

    Mainfränkische Einheiten, 454.Sich.Div.

  • Hallo ZAG,


    vielen Dank.

    War halt verwundert über Sachsen, da es, soweit ich weiß, auch keine Verbindung dorthin gibt.


    Gruß

    Andreas

    Der Franke ist ein freundlicher, hilfsbereiter und höflicher Mensch ------ Man darf ihn nur nicht ansprechen


  • Guten Tag allseits,


    meine Mutter stammt aus dem Erzgebirge;

    RADwJ vom 04.04. bis 30.09.1938

    -- Abt. 1/22 in Vierow bei Greifswald, dann

    -- 5/22 in Udars auf Rügen


    Wir haben keine Hinweise, wie das zustandekam;

    unsere Annahme - Nähe zur dort reichlich angesiedelten Verwandtschaft

    + so vll. doch die Möglichkeit, zu wählen, wohin man kam.


    Grüße, Kordula

  • Hallo Kordula,


    Verwandtschaft habe ich bis jetzt dort nicht entdecken können.

    Wäre die logischste Verbindung für mich gewesen.

    Vielleicht ergibt sich ja nochwas.


    Gruß

    Andreas


    Was mir gerade noch einfällt:

    Auf einem Foto stand Tischlerei R.A.D. W 3 W 151.

    Vielleicht Verbindung wegen des Berufes?

    Der Franke ist ein freundlicher, hilfsbereiter und höflicher Mensch ------ Man darf ihn nur nicht ansprechen


  • Wäre die logischste Verbindung für mich gewesen.

    Vielleicht ergibt sich ja nochwas.

    Hallo zusammen,


    mein Protagonist/Autor wurde als Sachse (CHEMNITZ) zum RAD ins Oberallgäu eingezogen.

    Er behauptet, das sei (ideologisches) Prinzip gewesen, denn es sollte dem gegenseitigen Kennenlernen

    der unterschiedlichen Gaue und so der Festigung der "Volksgemeinschaft" dienen.

    Bei der Wehrmacht, wo es auf besonderen Zusammenhalt und Zusammengehörigkeitsgefühl

    ankam, hat man jedoch im Gegensatz dazu das Prinzip der landsmannschaftlichen Reinrassigkeit der Truppenteile

    verfolgt (und konnte das auch bis weit in den Krieg hinein durchhalten).

    Darüberhinaus war es ja auch so, dass eine Vielzahl der Betätigungsfelder des RAD (Moorkultivierung,

    Folgen von Naturkatastrophen im Hochgebirge beseitigen, Flussbegradigungen u.ä.) in Gebieten lagen,

    die bevölkerungsarm waren. Da blieb es nicht aus, dass dort aus den entfernteren Ballungsgebieten

    eingezogen werden musste.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)Seite_33-35_page_001.jpgSeite_33-35_page_002.jpgSeite_33-35_page_003.jpg

  • Hallo Rudolf,


    danke auch Dir.

    Ebenfalls interessant.


    Gruß

    Andreas

    Der Franke ist ein freundlicher, hilfsbereiter und höflicher Mensch ------ Man darf ihn nur nicht ansprechen


  • Hallo Zusammen,


    ich möchte zu diesem Thema ebenfalls kurz meine Erfahrungen zum RAD in Mecklenburg mitteilen. Bei Recherchen zu meiner

    Heimat bin ich immer wieder auf Berichte der Bauern gestoßen, dass auf den Gutshöfen in Mecklenburg während des Krieges

    eine Vielzahl von RAD-Frauen zur Feldarbeit eingesetzt worden sind. In meinem Dorf befand sich zum Beispiel ebenfalls ein RAD

    Lager auf dem Gutshof. Die jungen Frauen kamen laut den Erählungen aus allen Reichsgauen nach Mecklenburg, da es für die

    großen zu bewirtschaftenden landwirtschaftlichen Anbauflächen zu wenig Landarbeiter in Mecklenburg gab. Mir liegen Berichte

    vor, dass in unserem Dorf junge Frauen aus dem Raum Bochum eingesetzt worden sind. Diese wurden angeblich von den Arbeitsämtern

    ihrer Regionen nach Mecklenburg geschickt. Wie das Ganze genau ablief ist heute noch wenig erforscht. Auch liegen im Mecklenburger

    Landeshauptarchiv wenig Unterlagen über den RAD in Mecklenburg vor. Somit können keine genauen Angaben über die RAD Außenlager

    auf den Dörfern bestimmt werden. Ein wenig Informationen zu dem Thema findet man unter anderem in den Büchern: "Mecklenburg im Zweiten Weltkrieg. Die Tagungen des Gauleiters Friedrich Hildebrandt" von Dr. Michael Buddrus und "Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen von Mecklenburg" von Sabine Bock.


    Ich bin daher davon überzeugt, dass es möglich gewesen ist, auch über die Gaugrenzen hinweg zum Arbeitsdienst geschickt zu werden.


    Beste Grüße aus Mecklenburg


    Falko