Bauprogramm der Wehrmacht auf dem Lande

  • Hallo liebe Forschergemeinde!


    Einer meiner Forscherkollegen aus Wittenberge stieß bei seinen Recherchen zu seinem Heimatort Wüsten Vahrnow auf Landwirtschaftsbauten, die dem Wehrmachtsvermögen zugeordnet waren. Speziell geht es um Scheunen. Die große Scheune in Wüsten Vahrnow wurde erbaut 1940/41 - leider abgerissen 1967.

    Eine weitere Scheune befand sich in Weisen am Bahnhof und in Putlitz hat es noch eine weitere gegeben.

    Die Scheune in Wüsten Vahrnow wurde im April 1945 als Ausweichobjekt für die Luftwaffe benutzt, da der Fliegerhorst in Perleberg durch einen Bombenangriff nicht benutzbar war.

    Gab es ein spezielles Bauprogramm der Wehrmacht für solche Objekte? Wer kennt so etwas? Hat einer nähere Informationen. Gibt es Quellenmaterial?

    Waren diese Objekte zur dezentralen Neuaufstellung und Auffrischung von Wehrmachtseinheiten vielleicht konzipiert?


    Mit herzlichen Grüßen aus dem Norden der Prignitz


    Thomas

    2019 - 600 Jahre Kleeste - Grüße aus dem Norden der Prignitz - Die Geschichte ist nicht schwarz und weiss - sondern hat Grautöne oder ist farbig!

  • Hallo Thomas,


    die Wehrmacht wurde nicht nur in der Breite (Truppen, Waffen etc.) sondern auch in die Tiefe (Nachschub etc.) ausgebaut.

    Neben der Rüstungsindustrie erhielt die Produktion von Lebensmitteln und deren Bevorratung - eine Lehre aus dem 1. WK - umfangreiche Finanzmittel.

    Bekannt ist mir der systematische Bau von Getreidesilos ab etwa 1936. Sicherlich gehörten dazu auch Scheunen.


    Gruß


    Paul

  • Hallo,


    es wurden auch Gebäude zu Lagerzwecken errichtet;

    z.B. als Flak-Hallen oder für Brückenbaugerät, etc.

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo Thomas,


    für die Luftwaffe wurden seit 1935 systematisch als landwirtschaftliche Anwesen getarnte "Einsatzhäfen II. Ordnung" angelegt (z. B. Amberg-Schafhof).

    http://www.flugplatz-amberg-schafhof.de/

    Die sahen von oben wie ein große Wiese aus. Die für den Flugbetrieb notwendigen Gebäude waren als Bauernhof getarnt. Die Wiesen wurden gemäht oder von Schafen kurz gehalten.


    Viele Grüße

    Bernhard

  • Hallo Paul, Gerd und Bernhard!


    Danke für Eure Beiträge. Zu den Einsatzhäfen 2. Ordnung könnte auch der Flugplatz in Redlin zwischen Parchim und Meyenburg zu zählen sein. Hier war es auch so, dass die Gebäude als Bauernhof getarnt waren.


    Mit herzlichen Grüßen aus dem Norden der Prignitz


    Thomas

    2019 - 600 Jahre Kleeste - Grüße aus dem Norden der Prignitz - Die Geschichte ist nicht schwarz und weiss - sondern hat Grautöne oder ist farbig!

  • Hallo zusammen,


    ich gab auf jedem Fliegerhorst die "Dienststelle" des Platz-Landwirtes. Der Platz-Landwirt war Pächter eines von der Lw. errichteten

    Hofes. Aufgabe was die "Landschaftspflege" der großen Grünflächen incl. der Start und Landebahnen wenn sie eine Gras-Oberfläche

    hatte, auch geschickte Tarnung mit natürlichem Bewuchs wurde durchgeführt und nicht zuletzt Arbeiten zur Flugsicherung( z.B.freihalten der Einflugschneise)

    Lebensmittel-Produktion wurde auch gemacht aber eben zur Selbstversorgung. Wenn man bei den Küchen des FlgH. Lebensmittel liefern wollte

    musste man geanau wie andere an eine Ausschreibung teilnehmen.

    Also primär Landschaftspflege Lebensmittel-Produktion untere Umständen.

    Gruss Dieter

  • Hallo Dieter!


    Dank für Deine Antwort.


    Gibt es Archivmaterial zu diesem Bauprogramm oder Schriften zu diesem Thema?


    Mfg. Thomas

    2019 - 600 Jahre Kleeste - Grüße aus dem Norden der Prignitz - Die Geschichte ist nicht schwarz und weiss - sondern hat Grautöne oder ist farbig!

  • Hallo Thomas,


    Quote

    Gibt es Archivmaterial zu diesem Bauprogramm oder Schriften zu diesem Thema?


    das Bauprogramm hat praktisch/offiziell mit der Enttarnung der Luftwaffe im Februar 1935 begonnen.

    Im April 1934 wurde allerdings schon mehr oder minder geheim Aufgerüstete. Die benötigten Flächen

    wurden vom Reichsfiskus (Luftfahrt) "besorgt" das heist wenn es gut ging gekauft wenn es schlecht lief

    enteignet wobei beim letzteren war Vorsicht angeraten denn einfach sagen wir brauchen den Grund für einen

    Fliegerhorst ging nicht.

    Ergiebig sind in der Regel Akten in Gemeinde-Archiven der Jahre 1934/1935 in denen von Forderung der Reichsfiskus die Rede ist.

    Gruss Dieter