Lärmbelastung in U-Boot-Bunkern

  • Hallo zus.

    die Lärmkulisse in einem U-Bootbunker kommt auch gut beim Film "Das Boot" herüber,

    mir erscheinen die Szenen im U-Bootbunker durchaus realistisch zu sein.

    (im Film hört man es, im Buch muss man es sich vorstellen)

    Grüße, ZAG

    Mainfränkische Einheiten, 454.Sich.Div.

  • Hallo zusammen,


    Für die Besatzungen der Bunker der deutschen Landesbefestigungen (insbesondere derer mit Panzertürmen) war tatsächlich ein Gehörschutz vorgesehen, der wurde aber wahrscheinlich nie produziert und ausgegeben. Aber da rührte der Lärm vom Schießen und Beschossen-Werden im kleinen Raum her.

    Korrekte Bezeichnung war 'Gehörmuscheln', lt. Bestimmungen über Gehörmuscheln von 1940.


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

    Edited once, last by HiWi ().

  • Hallo Thomas,



    war tatsächlich ein Gehörschutz vorgesehen, der wurde aber wahrscheinlich nie produziert und ausgegeben.

    die Soldaten stopften sichWaffen - Reinigungsdochte in die Ohren.


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    haben sich die Arbeiter, Ingenieure, U-Boot-Männer in den französischen U-Boot-Bunkern in ähnlicher Weise beholfen?

    Mir hat schon der Lärm eines schießenden MGs im SPW gereicht, ohne Gehörschutz.


    MfG Wirbelwind

  • Hallo Wirbelwind,

    haben sich die Arbeiter, Ingenieure, U-Boot-Männer in den französischen U-Boot-Bunkern in ähnlicher Weise beholfen?



    das glaube ich nicht. Es gab ja Gehörschutz, z. B. bei der Marine. Ich habe nur bisher keinen Beweis gefunden. Selbst bei den schweren E - Geschützen habe ich bislang keine richtigen Knall - Ohrenschützer gesehen. Ich denke immer noch an mein Gewöhnungssprengen nach dem Krieg. Ohrschutz gab es sowieso nicht. Das war aber in den Geschütztürmen der Kriegsschiffe sicher etwas anders. Diejenigen Soldaten/Offiziere, die sowieso Übermittlungskopfhörer trugen sind hier aus und vor.

    Übrigens: Da müssten eigentlich alles Soldaten in der HKL einen Gehörschutz getragen haben, oder?


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,

    Übrigens: Da müssten eigentlich alles Soldaten in der HKL einen Gehörschutz getragen Haben, oder?

    warum, es stand doch nicht jeder neben einem MG oder der Mündungsbremse einer Feldhaubitze. Das Thema Gefechtslärm scheint mir überbewertet, ein heutiger Jugendlicher bekommt bei regelmäßigem Disco- und Konzertbesuchen über Jahre die fünffache Dosis Lärm gegenüber einem Grenadier von damals ab. Und der große Teil wird noch im Alter gut hören. Das Gehör konnte sich wunderbar selber regenerieren, bei Ruhezeit nach einem mehrstündigen Gefecht. Nur bei Volltreffern oder neben dem schweren Geschütz drohte ein Trommelfellriss oder schwerer Gehörschaden.


    Gruß

    Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,


    Das Gehör konnte sich wunderbar selber regenerieren, bei Ruhezeit nach einem mehrstündigen Gefecht. Nur bei Volltreffern oder neben dem schweren Geschütz drohte ein Trommelfellriss oder schwerer Gehörschaden.

    Hast Du schon mal Tagelang MP oder Stg. geschossen ( einschießen der Waffen)? Hast Du schon ein Gewöhnungssprengen und Sprengdienst hinter Dir? Dein Ohren hätte ich gerne.

    Warum waren die Veteranen am Stammtisch so laut?

    Vielleicht möchtest Du mal etwas über " Hörsturz" Tinnitus (Schalltrauma Lärmtrauma, Knalltrauma, Explosionstrauma) nachlesen?


    Gruß Karl

  • Hallo,

    ich kann Karl nur zustimmen. Ich hatte einmal das Vergnügen Aufsicht beim Schützen bei einem Nachtschiessen auf dem Schiessstand zu machen, Dauer vier Stunden, Beton links,rechts, und oben, Ziele in so 25 bis 30 m Entfernung, Waffe G 3. Danach hörte ich nichts mehr. Am nächsten Morgen zum Glück wieder, Stubenkamerad hatte Knallschaden bekommen.

    Und wenn im Maschinenraum 2x2000 PS Dieselmaschinen auf Volllast fahren, dann macht man sich sein Gehör bei langen Aufenthalten auch etwas kaputt. Das kann bei Unterhaltungen mit der Ehefrau etwas nutzen, aber im normalen Leben nicht.

    Ein Bekannter von mir, Panzeroffizier der belgischen Armee, hat auch Probleme mit seinem Gehör.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

    Edited once, last by Rainer ().

  • Hallo Karl,


    deine Aufzählung betrachte ich als größtmögliche Schadensfälle, die davongetragen werden konnten. Die Praxis ist da eher mit heutigen lautstarken Konzerten vergleichbar. Einer von tausend Besuchern hat Pech und bekommt ein bleibendes Fiepen im Ohr, der Rest verlässt mit Rauschen im Ohr das Konzert und hört regeneriert am nächsten Morgen so gut wie eh und je.

    Ein vernachlässigbarer Prozentsatz, insbesondere bei Artilleristen, wird bleibende Hörschäden davongetragen haben. Aber niemand mit zwei leergeschossenen MP-Magazinen oder einstündigem MG-Kampf.

    Ich bitte um wissenschaftliche Nachkriegsstudien, kein "Stammtischhörensagen" von Veteranen, die zuvor 30 Jahre in einem Walzwerk arbeiteten und dort halbtaub wurden.


    Gruß

    Rüdiger

  • Moin,

    Wie wäre es hiermit?

    Update: Knall-und ExplosionstraumataUpdate: blast and explosion trauma

    PS van de Weyer, M Praetorius, M Tisch

    HNO 59 (8), 811, 2011
    Knall- und Explosionstraumata haben weltweit in den letzten Jahrzehnten in der Allgemeinbevölkerung stark an Häufigkeit zugenommen. Neben dem Gebrauch von Feuerwerkskörpern und Schusswaffen sind auch Airbagzündungen und Explosionen im Rahmen von terroristischen oder suizidalen Handlungen zu nennen. Je nach Dauer und Stärke des auf das menschliche Ohr einwirkenden Schalldrucks kommt es zu einem Knalltrauma mit isolierter Innenohrschädigung oder zu einem Explosionstrauma mit zusätzlicher Trommelperforation oder Unterbrechung der Gehörknöchelchenkette. Mittels Ohrmikroskopie, Tonaudiometrie und weiteren neurootologischen Untersuchungen lassen sich die Traumafolgen feststellen. Mit einer frühzeitigen adäquaten Therapie wird ein dauerhafter Hörschaden so gering wie möglich gehalten. Insbesondere die Messung der otoakustischen Emissionen lässt Rückschlüsse auf die Funktionalität der äußeren Haarzellen zu, welche zumeist als Erstes geschädigt werden. Histologische Untersuchungen an lärmexponierten Hörschnecken zeigen die ausgedehnteste Zerstörung der äußeren Haarzellen im Frequenzbereich zwischen 1,0 und 4,0 kHz, was gut mit den audiometrischen Messungen korreliert.


    Zitiert aus Google Scholar. Gibt dort noch viel viel mehr.


    Grüße,

    Justus

    (Der nach dem Barbarafest der Marinewaffenschule 1996 zwei Tage vollständige Stille hörte, abgesehen von etwas Fiepen)


  • Hallo Justus,


    danke für die Beantwortung oben angeführter Frage von Rüdiger.


    Hallo Rüdiger,


    Hörschäden wurden im und unmittelbar nach dem Krieg überhaupt nicht medizinisch registriert. Im Gegenteil: Beim Gewöhnungssprengen, jawohl, man sollte sich an den Knall und die Umstände gewöhnen, war ein Hörschutz nach dem Motto/Werbeslogan: "Bin ich zu stark, bist Du zu schwach!" verpönt.

    Das galt auch für das Handgranatenwerfen, MG - Schießen usw.. Überhaupt habe ich zu meiner Zeit in der Kaserne nie einen Hörschutz gesehen.

    Heute muss man im Schützenverein Gehörschutz tragen, Schutzbrille und Mütze mit Schirm aufsetzen.


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    Ich habe nie bestritten, dass der persönliche Schutz damals unzureichend war und das auch Akut- oder Spätschäden eintraten. Man sollte jedoch keinesfalls dramatisieren, der normale Feld-, Wald- und Wiesengrenadier hat die Kriegsjahre mit den Gefechtstagen ohne großartige Schäden überstanden. Davon zeugen Dutzende Veteranen im whq-forum mit ihren Erinnerungen bzw. die Stellungnahmen der Söhne in entsprechenden Threads.

    So wie ein 39°C Sommer auch kein hysterische Deutung eines Klimawandels erlaubt.


    Gruß

    Rüdiger

  • Hallo,

    der normale Feld-, Wald- und Wiesengrenadier hat die Kriegsjahre mit den Gefechtstagen ohne großartige Schäden überstanden. Davon zeugen Dutzende Veteranen im whq-forum mit ihren Erinnerungen bzw. die Stellungnahmen der Söhne in entsprechenden Threads.

    das kann nur bedingt richtig sein. Mein Vater war Zug- und Kompanieführer und Ortskommandant in einem Ort mit einer Eisenerzmine, die öfter bombardiert wurde. Bei einem Angriff lag er ein paar Meter neben einem Ausbläser. Seit dem war das Hören auf einer Seite sehr gestört. Und nach der Kriegsgefangenschaft in Frankreich war er auf dem Ohr taub.

    Wenn man Erinnerungen aufschreibt, braucht man nicht gut zu hören.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,


    und nun noch mein ,,Senf" dazu. Eigentlich ging es in diesem Thread auch ein stückweit darum, wie sich der Soldat/Matrose eben gegen große Belastungen des Gehörs durch Explosionen, Motoren- u. Knallgeräusche etc. geschützt hat. Offiziellen Gehörsschutz für die dt. Wehrmachtsangehörigen gab es im II. WK nicht überall, wo es erforderlich war.


    MfG Wirbelwind

  • Hallo Sven,


    willkommen im Forum.


    grundsätzlich ist es hier der falsche Thread für deine Anfrage. Richtig wäre hier: Suche nach Vermissten und Gefallenen


    Auch würden wir uns über eine Begrüßung und ein Abschlußwort freuen. Hier fällt gerade einer mit der Tür ins Haus.


    Wenn Du jemand suchst und Du keine Angaben machst, können wir Dir auch nicht helfen. Grundsätzliche Anfragen sollte man aber bei der Wast in Berlin. Hier liegen die Unterlagen der ehemaligen deutschen Wehrmacht. Eine Anfrage ist kostenpflichtig und dauert zur Zeit rund 2 Jahre.


    Link: https://www.dd-wast.de/de/startseite.html


    Gruß

    Lothar