Frage zu einer Dampflok im 2. WK

  • Hallo,


    in einem Eisenbahn-Forum hat ein Forenmitglied unter dem folgenden Link ein Foto von einer unbekannten Dampflok im 2. WK eingestellt und nach dem Typ der Lok und dem eventuellen Aufnahmeort gefragt. Das Rätsel konnte jedoch in dem Eisenbahn-Forum nicht gelöst werden. Ich finde das Foto sehr interessant und vermute, dass es sich bei den abgebildeten Soldaten um Angehörige der Luftwaffe handelt:


    https://www.drehscheibe-online…ad.php?017,8361353,page=1


    Habt Ihr vielleicht eine Idee zum Lok-Typ und zum Aufnahmeort?


    Im Voraus Dank für Eure Bemühungen.


    Gruß


    Hardy

  • Moin,

    bei Heeresfeldbahnloks ist eine Identifizierung sehr schwierig, es gab zu viele davon.

    Zur Kaiserzeit wurde ab 1910 der Schmalspurerlaß angeordnet.

    Fort an durften Schmalspurbahnen nur noch die Spurbreiten von 600 mm oder 1000 mm haben. Bahnen anderer Spurbreiten durften aber weiterbetrieben oder auch erweitert werden aber nur an schon existierenden Gleisanlagen.

    Ab 1937 erließ die Reichsregierung eine Neuordnung für Schmalspurbahnen.

    Heeresfeldbahnen durften auch mit 900 mm Spurbreite gebaut werden oder bereits existierende weiterbetrieben und erweitert werden aber nur an bereits existierenden Gleisen eine Expansion vorgenommen werden.

    Interessant wäre die Spurbreite zu wissen, diese sieht aber nach 900 mm aus. Folglich handelt es sich um eine Heeresfeldbahnlok mit drei oder vier Achsen die alle angetrieben sind.

    Vor- und Nachlaufachsen bei Loks wurde in jener Zeit im Feldbahnwesen darauf verzichtet, da die Loks in beiden Fahrrichtungen gleich schnell fahren sollten.

    Kobelschornsteine werden verwendet, wenn Funkenflug verhindert werden soll.

  • Hallo zusammen,


    Optisch erinnert sie am ehesten an die Henschel-Baulok Type Helfmann, die war zweiachsig. Was mich am meisten hindert, einen Vergleich herzustellen, ist das runde Sichtfenster am Führerstand. Bei allen deutschen Schmalspur-Dampflokomotiven, die ich (in Alfred B. Gottwald: Heeresfeldbahnen und in Horst J. Obermayer: Taschenbuch Deutsche Schmalspur-Dampflokomotiven) gesehen habe, ist dies hochoval.


    Das Foto könnte bei einer Luftwaffen-Baukompanie aufgenommen worden sein; die Uniformen sehen nach Luftwaffe, aber auch nach schmutziger Arbeit aus.


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Servus,


    also ich hab mal ein wenig gesucht und finde sie hat große Ähnlichkeit mit den Schmalspurloks von "Krauss-Linz". Hier ist ein Bild im Drehscheibenforum.

    Vor allem die schrägen Abschlussdeckel oben auf dem Dampfzylinder, die am Dampfkessel verlaufenden Dampfeinströmrohre und die Runden Fenster.


    Zu dem Bild meinte einer aus dem Drehscheibenforum das es auch Eisenbahnpioniere sein könnten.

    Gruss, Holger

  • Hallo Sunninger,


    Eisenbahnpioniere wäre keine allzu gewagte These, aber die Uniformen sprechen dagegen.

    Zu 'Deiner' Lok: ihr fehlen die wangenartigen Dinger (ich habe null Ahnung von Loks) vorne links und rechts vom Kessel. Konnten die bei ein und derselben Baureihe fehlen und dann wieder vorkommen, so wie die Windleitbleche?


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Moin,

    Windleitbleche gibt es in der kleineren Variante oder in der größeren (Bauart Wagner) Variante bis hinunter zum Lokrahmen. Windleitbleche sollen den Rauch aus dem Schornstein über denFührerstand hinweg leiten, so daß das Lokpersonal ausreichend Sicht auf die Strecke erhält. Windleitbleche sind aber kein Erkennungsmerkmal von Lokomotiven im Allgemeinen, sie verbesserten den Fahrkomfort des Personals bei höheren Geschwindigkeiten, schränkten aber auch gleichzeitig die Sicht des Lokführers ein. Windleitbleche gibt es überwiegend nur an Regel- oder Breitspurlokomotiven, an Schmalspurlokomotiven lediglich in Süd Afrika, Großbritannien und Japan.


    Der in der Mitte angebrachte Puffer ist ein Indiz für eine Schmalspurlok.

    Schmalspurloks fuhren meistens mit sehr niedrigen Geschwindigkeiten. Im Deutschen Reich war die maximale Geschwindigkeit auf 30 bis 40 Km/h begrenzt. Auch wenn manche Loks zu höheren Geschwindigkeiten fähig waren, die Reichsbahnämter genehmigten keine höheren Geschwindigkeiten.


    Es gab früher verschiedene Lokomotivfabriken.

    Krauss Maffei in München

    Henschel in Cassel

    Oerenstein & Koppel

    Arthur Jung in Berlin

    Schwartzkopf

    sowie viele andere Lokfabriken.


    Runde oder nahezu runde Führerhausfenster sind aber kein schlüssiges Indiz auf einen bestimmten Hersteller, die Fensterformen konnten je nach individuellem Bedürfnis ihres ursprünglichen Einsatzortes angepaßt, bestellt werden.

    Nicht selten requirierte das Militär irgendwelche Maschinen bei privaten Betreibern, besonders im Kriegsdienst war das gängige Praxis, wenn es der Landesverteidigung diente.


    Auch die Luftwaffe und die Kriegsmarine requirierte Lokomotiven für den Einsatz von FLAK Stellungen und der Küstenartillerie für die Versorgung mit der benötigten Munition.


    Das Rauchfreie Fahren mußte speziell gelernt und trainiert werden und wurde von den meisten Lokführern und Heizern auch beherrscht.


    LG Ingo

  • Ich glaube das es eine Schmalspurlok von einer Waldeisenbahn aus Österreich oder Bukarest , ist.So habe ich das erfahren.

    Vieleicht hilft es weiter

  • Hallo,


    liest man den URL des Bildes bei DSO, steht dort "Krieg zu Ende".

    Eventuell heißt es richtig "Feldzug zu Ende".


    In der Reihenfolge kommen die Länder Oesterreich, Tschechoslowakei, Polen und Frankreich in Frage.

    Ich tendiere zu Oesterreich und die Tschechoslowakei (gehörte bis 1918 zu Oesterreich-Ungarn), da die Bauart des Schornsteins für oesterreichische Loks typisch war.

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo,

    vermutlich handelt es sich um das Fabrikat Henschel, Typ Helfmann, Spurweite 600mm

    Baujahr um 1920, Bn2t,


    Eine Version mit Spurweite 900mm steht in als Denkmal in dem Kalkwerk H. Oetelshofen in Wülfrath - Dornap.


    Lokomotiven mit Kobelschornsteinen wurden überwiegend bei Waldbahnen eingesetzt.

    Hat was mit Funkenflug zutun.

    Aufnahme könnt in Polen gemacht wurden sein.

    Der Mann im hellen Drillich gibt mir noch Rätsel auf.


    Waffengattung kann alles Mögliche sein


    Grüße und bleib(t) Gesund - Matthias

  • Hallo zusammen,


    im Anhang ein Bild mit den Daten der angesprochenen Lok .


    Zu dem Ursprungs-Foto, es könnte sich auch um OT-Personal ggf. in Verbindung mit der Luftwaffe handeln.

    Zumindest bei dem "Soldat" in der Mitte ist der Gefreiten-Winkel sehr hell

  • Hallo,


    Quote

    vermutlich handelt es sich um das Fabrikat Henschel, Typ Helfmann, Spurweite 600mm

    die Henschel Bauarten Fabia, Dania, Monta und Preller sind mir der gezeigten Lok ähnlicher als die Bauart Helfmann. Man beachte auch das bei der Bauart Helfmann kein Gestänge am Regulator zu sehen ist wie auf dem Bild.


    Grüße

    Thilo

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    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    was ist das eigentlich für ein Teil links der Hundeschnauze? Es scheint mit einer vom Regulator kommenden Leitung verbunden zu sein. Ein Dampfkühler?


    Grüße

    Thilo

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