Flugzeugabsturz bei Chauny am 18.5.1940

  • Hallo Zusammen!


    in meiner Datenbank ist wiederum ein Flugzeugverlust aufgetaucht. Es handelt sich um den Unteroffizier Georg Berchthold. *27.12.1916 in Schongau. ALs Bordmechaniker in einem Bomber der 6. Staffel/ Kampfgeschader 6 gefallen beim Abschuss des Flugzeugs durch alliierte JÄger bei Chauny am 18.5.1940.


    Meine Fragen nun an die Experten: Ist bekannt was es für ein Flugzeug war, welche Kennung und Werknummer es hatte?


    Ist es möglich zu erfahen, wie der Abschuss vonstatten ging?


    Dankeschön für eure Hilfe,


    Mfg Georg


  • Hallo Georg,


    eigenartig, wie in (d)einer Datenbank auf wundersame Weise Flugzeugverluste auftauchen. 8o 
    Ich für meinen Teil muss mir das immer mühselig aus Archiven und/oder Literatur zusammensuchen. Wie machst du das?


    Nun zum Geschäft ... Besatzung und Flugzeug gehörten nicht zum KG 6 - das Geschader gab es im Mai 1940 noch gar nicht.
    Es handelte sich um die 6./KG 2 (6. Staffel, II. Gruppe, Kampfgeschwader 2 "Holzhammer").
    Obwohl im Mai 1940 in den Gen.Qu.-Verlustmeldungen so gut wie nie Werknummern oder Kennungen angegeben wurden, kann ich auch hier helfen (Literatur !).
    Die Angaben zu den Flugzeugdetails stammen aus dem damaligen Wrackfund.
    Es handelte sich um die Do 17 Z, 3613, U5+JP .
    Die Maschine wurde gegen 15 Uhr beim Angriff auf St. Quentin von franz. Morane MS-406 der GC I./6 abgeschossen, der genaue Absturzort ist Ognes, westl. Chauny.
    Den Abschuss teilten sich Capt. Mauvier und Sgt. Popelka.


    Die II./KG 2 nutze zu dieser Zeit den Einsatzhafen Großostheim (unweit Aschaffenburg) und den vorgeschobenen Platz "Ober-Olm" (südl. Mainz-Finthen).


    Solltest du dein Wissen über die Geschichte des KG 2, oder zum Luftkriegsgeschehen vor und während des Westfeldzuges vertiefen wollen - damit du nicht mehr auf wundersames Auftauchen von Faktenwissen in "Datenbanken" angewiesen bist ;) , kann ich folgende Literatur empfehlen:


    a) Ulf Balke - "Der Luftkrieg in Europa" (Die operativen EInsätze des Kampfgeschwaders 2 / 2 Bände, hier Band 1: 1939-1941, Bernard U. Graefe Verlag, 1995)
    die Bände gibt es für vergleichweise wenig Geld, da in sehr hoher Auflage erschienen.


    b) Peter D. Cornwell - "The Battle of France - Then and Now" (After the Battle Verlag, 2008)
    Das Werk ist um einiges teurer und eignet sich wegen des Gewichts auch gut für Frühsport oder zum Pressen von Pflanzen - ist aber jeden Cent wert !


    Oder man hofft weiter auf zufällige und wundersame Erscheinungen in Datanbanken. :thumbsup:


    Beste Grüße, Uwe K.

  • Hallo Uwe,


    vielen Dank für deine umfassende Antwort und mea culpa, dass ich nicht selbst in der Literatur nachgesehen habe.


    Das "plötzliche" Auftauchen rührt daher, dass ich 1930 Gefallene in meiner Datenbank habe. Da es sich oft um Ersterfassungen von Kriegerdenmälern oder Verlustlisten etc. handelt, die ich vor Jahren eintippte, passiert es tatsächlich, dass Namen auftauchen, die ich seit Jahren nicht mehr im Blick hatte, weil ich z. B. wieder einmal versuche, alle Gefallenen eines Ortes komplett abzuarbeiten. Ich bin stets auf der Suche nach Bildern und Dokumenten bei uns in der Gegend um Ochsenfurt und speise diese dann in die Datenbank ein. Da ich dabei oft persönlich bei älteren Mitmenschen klingeln und Alben durchsehen bzw. lange Gespräche führen muss, gleicht es einem Kampf gegen Windmühlen. Nachfragen bei der Wast stelle ich turnusmäßig, diese benötigen jedoch eine dermaßen lange Bearbeitungszeit, dass ich manchmal gar nicht mehr weiß, jene gestellt zu haben.


    Zugegebenerweise hoffe ich manchmal dann eben auf eine "Verkürzung des Dienstweges" durch einen Threath.
    Dass die Beantwortung meiner Fragen natürlich Arbeit macht, ist mir klar und darum bin ich dir auch dankbar, dass du mir schon des öfteren geholfen hast.
    Mit einem herzlichen vergelts Gott und der Hoffnung dir auch einmal helfen zu können,


    Mfg Georg.