Freifeld Tankanlage in Einsatzhäfen

  • Hallo Zusammen,
    Mit DBU bin ich auch nicht weitergekommen, es kann natürlich auch sein das das Teil von ganz wo anders ist.
    Auf einem Luftbild sind 2 Tankanlagen zu erkennen die sich ungefähr auf dem hier veröffentlichen Bildausschnitt befinden. Ein Bekannter ist gerade dabei die Luftbilder, eine aktuelle Karte und den Bauplan in ein Geo Programm zu verarbeiten. Leider wird dies wohl noch etwas dauern. Wenn er fertig ist kann ich genau sagen wo die beiden Tanks oder Tankanlagen sich befanden.
    Als wir gestern im ehemaligen Flugplatzgelände unseren Osterspaziergang machten hab ich den hier abgebildeten Schacht entdeckt. Er befindet sich auch ungefähr an gleichen Stelle wie die Tankanlage und wurde vermutlich bei Wasserleitungs-Verlegearbeiten zu Tage gefördert. Das Innemaß ist ca.60x60cm.
    Auch werde ich versuchen den Augenzeugen, welcher den Tank mit ausgraben mußte, noch einmal genau zu befragen und ihm auch die Zapf-Pistole zeigen.
    Die bei Sachsenschine genannte Unterflurtankanlage konnte ich weder bei J.Zapf noch auf der ehmaligen WEB Seite pretzsch info finden.


    Ich melde mich sowie ich neues weiß.


    Viele Grüße
    Frank

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    • IMG_6492.1.jpg

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  • Hallo Ralf,


    Quote

    Was Bedeutet DBU auf dem Tankstutzen? Deutsch Benzin Union?


    BDU ist die Abkürzung für die Deutsche Benzinuhren-Gesellschaft m.b.H. Berlin SW 29, Bergmannstr. 102


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo zusammen,


    nach der bis jetzt schon sehr regen Diskussion noch einmal zurück zu den Basics des als Beispiel gewählten Platzes.



    Fliegerhorst Pretzsch an der Elbe
    Deckname Maulschleife
    Allgemein:
    Aktiver Einsatzhafen I. Ordnung 50km NNE von Leipzig und
    2,8km S von Pretzsch ab der Elbe entfernt. (51 41 30 N – 12 48 15 O)


    Historie:
    Am 25.08.1935 wurde der Bau befohlen mit der Vorgabe das die Arbeiten
    bis zum 01.10.1936 abzuschließen sein, die Arbeiten dauerten dann aber
    ca. zwei Jahre länger. Die Start u. Landebahn und die ersten zwei Hangars
    wurden zuerst fertiggestellt. Die Gebäude wurden aus Tarnungsgründen
    im Stiel eines Bauernhofes errichtet. Danach wurde das Anschlussgleis,
    Tank und Munitionslagen errichtet. Endgültig fertig wurde dieser Bau-
    abschnitt 1938. Der Fliegerhorst wurde allerdings schon ein Jahr vor
    Fertigstellung am 01.10.1936 als Fliegerhorst Kommandantur eingeweiht.
    Zwischen 1942 und 1943 wurde der Fliegerhorst erweitert. Es wurden neue
    Hangars und andere Infrastruktur errichtet. Ausgeführt wurden die Arbeiten
    von Russisch- und Serbisch Kriegsgefangene/Zwangsarbeitern. Die Arbeiten
    endeten Mitte 1944. Der Fliegerhorst wurde hauptsächlich als Schul- und
    Arbeitsplatz für ein- und zweimotorische Schulflugzeuge genutzt.
    Ab Oktober 1944 wurde Pretzsch Industriehafen auf dem Montage und
    Einflugbetrieb der Erla-Werke Leipzig durchgeführt wurden.
    Die Erla-Werke waren vorher in Leipzig ausgebombt worden.
    Es wurde hauptsächlich die BF 109 Produktion der Erla-Werke fortgeführt.
     
    Flugfeld:
    Ovale Form, Abmessung ca. 1145X1145 m
    Oberflächen Gras, auf einem verdichteten Sand/Lehm Gemisch.
    Keine gepflasterte Start/Landebahn. Eine Ringstr. verlief an der westlichen
    Seite von dort führten auch Rollwege von den Hangars zur Start/Landebahn.


    Munition und Betriebsstoff:
    An den Anschlussgleisen gab es ein großes Betriebsstoff-Lager
    Das Munitionslager was befand sich getarnt an der SO-Grenze
    des Platzes in einem Wald


    Infrastruktur:
    Zwei sehr große Hangars an der Nordwest-Grenze, ein weiterer
    sehr großer Hangar und zwei große Hangars in der nördlichen Ecke des
    Platzes. Alle Hangars hatten befestigte/gepflasterte Vorfelder. Der am
    weitesten nördlich gelegenen Hangar war der Reparatur-Hangar mit
    7-8 Werkstatt Gebäuden. Die Fahrzeughallen der Einheiten am Platz
    gruppierte sich um dem Hangar.
    Die Kommandantur, Unterkunftsgebäude, Küchen usw. befanden sich alle
    an der nordwestlichen Grenze des Platzes. Die Flugleitung befand sich in der
    nördliche Ecke. Auf dem Platz gab es Anschlussgleise im Osten, Süden und
    Westen des Flugfeldes


    Auflockerungsräume:


    Es gab keine vorzubereiten Auflockerungsräume im April 1944
    aber zwei Splitterschutzstände am Südost Rand.


    Luftschutz/Luftverteidigung:
    nicht bekannt.


    Anmerkungen:
    Im August 1944 erfolgte der erste Luftangriff auf den Platz.
    Die abgeworfenen Bomben fielen außerhalb des Platzes ohne
    Schaden anzurichten. Am 25.02.1945 führten P51 Jäger des
    VIII Fighter Command auf den Platz eine Tieffliegerangriff durch.
    Eine Me 410 und zwei andere Flugzeuge wurden dabei beschädigt.
    Am 16.04.1945 führten 12 P-47 Thunderbolts der 9th. AAF einen Jabo
    Angriff durch. Dabei wurden 19 BF 109 zerstört und 23 beschädigt.
    Zwischen dem 16. u.20 04.1945 wurde alles noch brauchbare
    Maschinen Ersatzteile und Flugzeuge nach Döberitz evakuiert.
    Der Platz vor dem herannahenden Feind aufgegeben


    Fliegende Verbände:
    II./KG 4 (März-April 1945)
    Stab, II./LG 1 ((März-April 1945)


    Schulen:


    II. Flieger-Ausbildungs-Regiment 82 dann FFS A/B 82 (Oktober 1941 – Juli 1942);
    Arbeitsplatz zur Grundschulung und Umschulung auf zweimotorische Flugzeuge.
    Alt-Lönnewitz (1936 – Januar 1940), FFS C 3 dann
    FFS B 3 (Januar 1940 –Juli 1944);
    FFS C 9 umb. FFS B 9 (Okt.1942 – Sept.1944);
    9./JG 110 (Okt 1944 –März 1945).


    Ersatz-Truppenteile:
    IV./Erg.JG 1 (Jan. – Feb. 1945).
    Boden-/Horst-Einheiten:
    Fl.H.Kdtr. E Pretzsch (Aug. 1939 – Feb. 1940);
    Fl.H.Kdtr. E 11/IV (Feb. – Apr 1940)
    Fl.Pl.Kdo. A 17/IV (May 1942)
    als Fl.H. Pretzsch (bis 1943)
    Fl.H.Kdtr. A(o) 34/III (1944-45)


    Verschiedene-Einheiten:
    Werft-Abt. 33/III (1944-45)
    le.Feldwerft-Abt. (mot) I/50 (Feb. 1945)


    [Quellen: AFHRA A5258 pp.810-12 (1 Jun 44); chronologies; BA-MA;
    NARA; PRO/NA; ww2.dk und www.pretzsch-elbe.de


    Quelle: Luftwaffe Airfields 1935-45 Germany (1937 Borders) By Henry L. deZeng IV

  • Hallo Dieter,
    Alles Geschriebene Über den Pretzscher Flugplatz ist mir schon bekannt, es sind "nur " die vielen Kleinigkeiten wo ich nicht weiterkomme wie z.B. die Bezeichnung Freifeld Tankanlage im Bauplan.
    Die Tankanlage befand sich etwas weiter südöstlich, ich hab sie mal in die alliierte Luftbildauswertung von K.Ries eingezeichnet.


    Viele Grüße
    Frank

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  • Hallo zusammen,
    Hier ein kleines update:
    Den älteren Augenzeugen hab ich inzwischen erreicht. Neben den beiden unterirdischen Tanks befand sich ein kleines Abstellgleis auf dem ein Kesselwaggon gestellt wurde und die beiden Tanks befüllt wurden. Das Benzin wurde dann mit 2 kleineren Tank-Lastkraftwagen zu den Flugzeugen geschafft. An unterirdisch verlegte Leitungen kann er sich nicht erinnern.
    Jetzt bleibt nur noch die Luftbildauswertung abzuwarten wo man ja die Luftbilder und den Bauplan übereinanderlegen kann!


    Das unten eingefügte Foto hab ich noch in meinem Fundus entdeckt, jedoch wurde mit so einem kleinen Waagen denk ich mal höchstens Hydrauliköl o.ä. aufgefüllt?!


    Viele Grüße
    Frank

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    • Eric01.1.jpg

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  • Hallo zusammen,


    Quote

    jedoch wurde mit so einem kleinen Waagen denk ich mal höchstens Hydrauliköl o.ä. aufgefüllt?!


    Für Öle aller Art, auch verschiedene, in einem Anhänger und Kühlmittel. waren mit dem die mögliche Füllung
    des Anhängers.

  • Hallo zusammen


    Als neues Mitglied würde ich mich gerne eurer Diskussion anschließen. Ich versuche die technischen Anlagen meines Heimathorstes zu rekonstruieren. Dabei habe ich auch das gleiche Problem gehabt. Anhand der Eisenbahnpläne konnte ich 4 Tankanlagen von diesem Platz identifizieren. Alle waren als Unterflurtankanlagen ausgeführt. Alle Anlagen waren gleich ausgeführt und bestanden aus 2 unterirdischen Zapfsäulen, an denen je 2 unterirdische Tanks angeschlossen waren ( für 2 Flugraftstoffsorten ). Die Hauptankanlage wurde Direkt aus dem großen Tanklager über unterirdische Versorgungsleitungen und Entlüftungsleitungen versorgt. Für die 3 anderen Anlagen wurden durch Kesselwagen über unterirdische Leitungen mittels Schwerkraft versorgt und waren nur für den Kriegseinsatz gedacht. Am Großtanklager war auch eine Tankstelle mit 11 unterirdischen Zapfstellen für Tankwagen vorhanden, um die unterschiedlichen Kraftstoffe ( nicht nur Flugbenzin ) zu den Tankstellen im Horst oder den Arbeitsplätzen zu bringen, sondern auch Flugzeuge die am Platzrand standen zu versorgen.


    Grüße....

  • Guten Abend Archivar,


    wie du ja bereits gesehen hast gibt es hier eine Diskussion über das genaue wie die Tankanlage ausgesehen hat.

    Hast du irgendwelche Informationen über Dimensionierung, Pumpen oder Fassungsvermögen? Das würde vielleicht bei anderen Fragen klären oder man könnte dir Tipps geben.


    Grüße

    Ralf

  • Hallo


    Habe aus meinem Archiv mal einige Bilder und Daten herausgesucht, die das Aussehen der Tankanlage verdeutlichen soll. Weitere Infos kommen später noch, wenn ich wieder mehr Zeit habe.

  • Habe hier einige Aufnahmen von 'Unterfluranlagen' des ehemaligen Flugplatz des KG 4 in Gotha

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    • L1.jpg

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    • u1.jpg

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    • L2.jpg

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  • Guten Tag Heinz, und "Archivar",

    Quote

    Habe hier einige Aufnahmen von 'Unterfluranlagen' des ehemaligen Flugplatz des KG 4 in Gotha

    feine Sache, haben wir auch die Zeit, den Forumsregeln entsprechend, eine Anrede und Gruß hinzubekommen?


    Solltet ihr machen, ehrlich.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Zusammen


    Ich möchte heute noch einige Informationen hinzufügen. Das von mir angesprochene Großtanklager besaß 11 Tanks a 55000 Liter Fassungsvermögen. Von den Tanks der Gruppe Flugkraftstoffe gingen dann die Leitungen zu den 2 Pumpenhäusern, welche wiederum die Erdtanks a 20 000 Liter Fassungsvermögen gefüllten. Die Größe der Tank läßt die Vermutung zu, das diese die Größe von Kesselwagen besaßen. Dies hatte den Vorteil, daß sie per Bahn ohne Überbreite transportiert werden konnten. Diese Erdtanks bestanden aus einem gemauerten Klinkergewölbe, welches mit Beton ummantelt wurde. Dieses wurde auf einer Betonplatte errichtet. Die in im inneren befindlichen Behälter wurden dann an Spannbändern schwingend gelagert um eventuelle naheliegende Einschläge abfangen zu können. Der Zugang zu diesen Tanks erfolgte über einen Revisionsschacht, der bis zur Grasnarbe ging. Alle Rohrverbindungen besaßen in einem Abstand von ungefähr 10 Meter Erdungsbänder, die ungefähr noch 3Meter tief in das Erdreich gingen. An diesen Bändern waren auch Emailleschilder in verschiedenen Farben und mit Pfeilsymbolen versehen montiert. Leider besitze ich keine Unterlagen, die diese Symbolik oder auch nur den Verlauf dieser Tankanlage genau beschreibt.


    Grüße vom Archivar

  • Guten Abend Archivar,


    deine Angaben könnten mit den unterirdische Tanks, die 50m³ Einheitsbehälter der Firma Schwemler Eisenwerke, übereinstimmen.

    Die sollen bei allen Flugplatzbauten eingebaut worden sein.

    Leider fehlen mir genauere Daten dazu.

    Dies habe ich auch weiter oben schon einmal geschrieben.

    Auf jeden fall sind deine Angeben von großem Interesse.

    Du hast gute Bilder von den Leitungen gemacht hast du den Durchmesser?


    Also ich gehe davon aus das die Masse der Flugplätze nach einem ähnlichem Schemata gebaut wurden.

    Somit ist davon auszugehen das Standardisierte verfahren angewendet wurden.

    Gleicht Treibstoffbehälter, gleicher Leitungsdurchmesser, ähnliche Anschlüsse für die Unterflurbetankung, wenig verschiedene Hangars.

    Bei den Unterkunftsgebäuden des Heeres haben wir gesehen das der Plan und Die Statischen Berechnungen Kopiert wurden und auf die nachfolgenden Kasernen Übertragen wurde.

    Auch so bei der Luftwaffe. Leider gibt es dazu Wenig Unterlagen.


    Deshalb ist jeder Puzzlestein wichtig.


    Liebe Grüße

    Ralf

  • Hallo SanUO

    Leider habe ich es damals unterlassen die Größe der Rohre zu vermessen. Es waren leider zu viele Informationen an jenen Tag vor Ort zu vermessen und zu dokumentieren. Aber ich kann sagen, daß die größe jener mit denen von den heutigen Bohrgestängen der Erdölförderung übereinstimmen. Sie sind genau so aufgebaut. Eine Seite mit Innengewinde und die gegenüberliegende Seite mit Außengewinde. Sie wurden der Länge entsprechend verschraubt und mit einer Teerbinde umwickelt.

    Grüße vom Archivar

  • Guten Abend Archivar,


    danke für die Rückmeldung es wird schon noch die Zeit kommen wo wir, nachdem wir immer kleine Teile zusammengetragen haben den Großen Sprung vorwärts machen.

    So ist es mir hier schon öfters gegangen.


    Einen schönen Sonntag noch

    Grüße

    Ralf