• Hallo und guten Tag alle zusammen !!

    Erst mal Danke für Eure Beiträge. Ich war richtig erschrocken über die hohe Anzahl der Beiträge. Ich habe 2mal hingeguckt ob es auch wirklich mein gestartetes Thema ist.

    Quote

    Original von sterrenberg
    Richi54

    Der Mann hieß Hein Severloh und hat ein Buch geschrieben mit

    dem Titel " WN 62 ".

    Markus

    Genau das habe ich gesucht. Beim googeln habe ich sogar den Textbeitrag zu der Doku gefunden, die ich angesprochen habe. Ich habe es nicht geglaubt aber jetzt habe ich es schwarz auf weiß: Über 2000 Tote Amerikaner in 9 Std.
    Wenn Du in dem Buch mal liest, kannst Du da mal versuchen rauszukriegen, ob er die angegebenen 12000 Schuss mit einem Lauf verschossen hat.

    Richi54

  • Quote

    Original von Richi54

    Beim googeln habe ich sogar den Textbeitrag zu der Doku gefunden, die ich angesprochen habe. Ich habe es nicht geglaubt aber jetzt habe ich es schwarz auf weiß: Über 2000 Tote Amerikaner in 9 Std.
    Wenn Du in dem Buch mal liest, kannst Du da mal versuchen rauszukriegen, ob er die angegebenen 12000 Schuss mit einem Lauf verschossen hat.

    Richi54


    Hallo,
    die Zahl von 2000 Toten in dem Landegebiet Omaha ist schlichtweg falsch. Es gab an Omaha-Beach zwar, wie das auf English so schön heisst: casualities aber das heisst nicht Gefallene sondern Ausfälle.
    Die Alliiertenn hatten am 6.Juni etwa 10 000 Mann Verluste. Darin sind enthalten Tote, Verwundete, Vermisste und Gefangene. Es gab an diesem Tag insgesamt etwa 2500 Tote auf alliierter Seite.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo zusammen.

    Ich schreibe hier jetzt aufgrund meiner Ausbildung und Erfahrungen in der BW. Natürlich müssen diese auch nicht der Weisheit letzter Schluß sein. ;)


    Quote

    Ich kann mich an Textstellen erinnern wo er von heißem Lauf schreibt,das ein genaues Schießen nicht mehr möglich war , als sich die Züge und

    Felder im Lauf verzogen; bzw. wegglühten.

    Ein weiteres Problem besteht darin,das sich über dem Rohr ein Hitzeflimmern bildet,wodurch das Zielen noch mehr zur Glückssache wird.


    Quote

    mittlerweile werden bei der Bundeswehr Polygonrohre verwendet, die haben keine Felder und Züge mehr!Das heißt du hast eine höhere Kadenz, und ein längere Lebensdauer der Rohre.

    Das Rohr ist mehr Oval als Rund, und kann sich so
    optimal Ausdehnen.

    Es kann sein das ein Polygonrohr eine höhere Kadenz vertragen würde, faktisch ist die Kadenz des heutigen MG3 durch die sog. "Natobremse", die Feder im inneren des Verschlußes jedoch um etwa 300 Schuß niedriger als die des MG42.
    Und soweit ich weiß ist die Ovale Form des Rohres hauptsächlich dazu da,um dem Projektil trotz fehlen der Züge und Felder einen Drall zu geben.


    Quote

    habe noch mal in der ZDv 3/14 der Bundeswehr nachgesehen, dort wird ein Rohrwechsel vorgeschrieben wenn,
    - es verschmutzt oder beschädigt wurde,
    - eine Patrone oder Patronenhülse im Patronenlager steckengeblieben ist,
    - 150 Patronen ohne längere Unterbrechung verschossen worden sind.
    Ein heißgeschossenes Rohr darf der MG-Schütze erst wieder verwenden, wenn es auf Handwärme abgekühlt ist.


    Zum einen sind das reine "Friedenswerte", die einer möglichst hohen Lebenszeit des Rohres dienen sollen,zum anderen bezieht sich dieser Wert auf Manövermunition. bei Gefechtsmunition beträgt der Richtwert 1500 Schuß oder ein Gefechtstag.
    Nice to know...Handwarm heißt nach Vorschrift der Bw,das ich es mit der bloßen Hand 30 Sekunden lang schmerzfrei anfassen kann. *Klugschiss aus* :D


    Ich selber habe Gefechtsschießen mit dem Panzer erlebt, bei dem das Öl,welches fürs das Blenden-MG immer sehr großzügig verwendet werden mußte,Feuer fing,worauf hin man die gesamte gegurtete Munition durchschießen musste. Soweit ich mich erinnere waren das noch etwa 350 Schuß. Zumindest das hat das Rohr ohne größeres murren ausgehalten.


    MfG
    Das Eisenschwein

    No poor damn bastard ever won a war by dying for his country. He won the war by making the other poor damn bastard die for his country.
    George S. Patton

    Edited 2 times, last by IronPig (March 1, 2008 at 7:22 PM).

  • Quote

    Original von Richi54
    Hallo Rainer !
    Meinst Du damit Angabe durch den Hein?
    Hoffentlich stimmen dann noch die 12.000 Schuss in 9 Std. Macht ja ca. jede 3.sek ein Schuss.

    http://www.spiegel.de/sptv/special/0,1518,302244,00.html

    Richi54

    Hallo,
    WN 62 hatte gutes Schussfeld. Ich habe das Buch von Severloh gelesen und Gockel habe ich auch mal kennengelrnt und auch einige Interviews mit ihm gesehen.Ich kann nicht ganz glauben, dass von einem Gurt nur 5 Schuss daneben gingen.
    Wenn man Englisch kann, einfach mal bei google Cross Channel Attack eingeben. Es gibt da einige interessante Bilder und Karten.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Quote

    Original von H.P.Vogel
    Hallo zusammen,
    mal eine andere Frage, wie sieht es mit dem Lauf des MG 34 aus?

    Gruß Peter

    Nach AusbildungsVorschrift fur s.M.G.(34) wurden 3 Vorratsläufe mitgeführt.
    [Blocked Image: http://www.imgimg.de/uploads/img001e4dd3687jpg.jpg]

    Aus Erzählungen meines Vaters ist mir bekannt dass man bereits ausgesonderte Läufe noch für spezielle Aufgaben einsetzte.Er bekam während des Frankreichfeldzugs die Aufgabe mit seinem sMG 08 eine Minengasse in ein erkanntes Minenfeld zu schießen und dafür solche Läufe.Durch die Möglichkeit an der Lafette des sMG 08 Seiten und Höhenrichtung über Skalentrommeln genau einzustellen und nachzuführen wurde dann im indirekten Feuern die festgelegte Fläche abgestreut und der weitere Vormarsch gesichert.
    Die Läufe waren nach dieser Aktion dann wirklich Schrott.

  • Daran hat sich bis heute noch nichts geändert. Die Fliegerabwehrschule in Todendorf wird mit alten, "ausgelutschten" MG-Rohren versorgt,mit denen dort dann geschossen wird. Die Rohre sind auch nichtmehr Waffen gebunden. Zum reinigen alle in ein großes Bad und fertig.^^


    MfG
    Das Eisenschwein

    No poor damn bastard ever won a war by dying for his country. He won the war by making the other poor damn bastard die for his country.
    George S. Patton

  • Das war mir bekannt trotzdem Danke!
    Mein Vater hat sich jedenfalls halb dämlich gefreut als die besten Mg-Schützen seiner Gebirgs MGK zur Luftwaffe abgestellt wurden und er die Schlepperei hintersich hatte.
    Bei der Rückkehr von einem Spähtrupp bei dem es Verluste gegeben hatte mußte er einmal die Schlittenlafette mit aufmontierter Waffe zurückschleppen mit abgelassenem Kühlwasser noch ca.60kg

  • Richi54

    Zum Buch WN 62 bzw. MG 42 in kurzen Stichworten:
    ( Wörtlich nicht möglich, nur nach Genehmigung durch Verlag )

    * 2 Läufe; Wechsel nach den ersten 1000 Schuß
    * Pausen ( Zigarette ) zwischen den Wellen der Boote
    Zeit zum Abkühlen
    * in der Zwischenzeit ca. 400 Schuß mit 2 Karabiner
    * kaltes und windiges Wetter
    * Frühjahr 1944 von Steyer 300 Spezialläufe; Spezial-Antinit-Stahl
    zur Erprobung in der Normandie ( Volker Gremler )

    Quelle : WN 62 HEK.CREATIV.VERLAG

    Grüße vom Rhein

    Markus

  • Hallo Markus !!

    Danke für Deine Mühe.
    Das ergibt dann doch ein etwas anderes Bild, als es die Doku rübergebracht hat.
    Zigarettenpausen zwischen den Landungswellen, Spezialläufe und Laufwechsel, da hatten die Läufe Zeit zum Abkühlen.


    Richi54

  • Hallo Richi
    Mein Opi war 1. MG Schütze (MG 42) an der Ost Front ab 1942, er sagte mir das es im in all den Jahren nur einmal passiert ist das der Lauf etwas mehr als Kirschrot war. Er konnte die Gesichter des Gegners sehen und hoffte nur das sein Munizionsgeber schnell genug die Gurte zusammen bekam und das ding keine Ladehämung bekommt.
    Über die Anzahl der Schüsse hat er in diesem Moment nicht nachgedacht.
    Ersagte wörtlich : "Ich habe an dem Tag versucht im warsten sinne des Wortes meinen Arsch zu retten".
    Als der letzte vor ihm viel waren keine 10 Schuß mehr übrig.

    Mich würde interesieren wie viele Schuß hate ein MG Schütze mit seinem Munitionsgeber maximal dabei wenn zu Fuß unterwegs waren?
    Grüße.

  • Quote

    Original von diebfort
    Mich würde interesieren wie viele Schuß hate ein MG Schütze mit seinem Munitionsgeber maximal dabei wenn zu Fuß unterwegs waren?
    Grüße.


    Hallo,
    das hängt ganz einfach vom Auftrag ab.
    Und im übrigen, etwas höher steht etwas zur normal mitgeführten Munition.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

    Edited once, last by Rainer (March 29, 2008 at 12:49 AM).

  • Mahlzeit zusammen,

    habe gestern einen Abschnitt gelesen und mich an dieses Thema hier erinnert. Dachte, es passt ganz gut dazu:

    "Der Asbestlappen in der Tasche für das MG Zubehör dient zum Wechseln heißgeschossener Läufe; zusätzlich hatte der MG-Schütze 2 noch einen Fäustling, um den Laufwechsel durchzuführen. Die Läufe mußten nach 250 Schuß gewechselt werden- das MG 42 hatte eine thorethische Feuergeschwindigkeit vom 1500 Schuß/Minute.
    Beim Schießen von Dauerfeuer in festgelegte Räume wurde das MG 42 auf die Lafette 42 aufgesetzt, so dass die Waffe aus der Deckung abgefeuert und gerichtet werden konnte. In diesem Falle wurde der MG Trupp um zwei weitere Munitionsschützen verstärkt, um mit dem gewaltigen Munitionsvebrauch Schritt zu halten."
    (Quelle: Steven/ Amodio: Waffen-SS, Uniformen in Farbe)

    Schönen Gruß,
    Bernd

  • Hallo,

    lt. Datenblätter für Heeres-Waffen, - Fahrzeuge und -Gerät; Hsrg. 1944 für RfRuK.

    Geschätzte Lebensdauer eines Laufes:

    MG 34 ~5000-6000 Schuß*

    MG 42 ~3500-4000 Schuß*

    *Durch Verchromen längere Lebensdauer.


    Vielleicht noch ganz interessant als Ergänzung:

    MP 38 u. 40 fast unbegrenzt

    MP 44 ~10000 Schuß

    K98k fast unbegrenzt

    K 43 ~8000 Schuß

    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

  • Hallo liebe MG Experten,

    über den Laufwechsel wird hier wohl der Schloßwechsel vergessen, den auch der war erforderlich. Zudem gab es eine ganze Menge anderer - nicht nur wesentlicher - sondern auch Kleinteile, die das " Spiel mit dem steifen Finger" mitmachen mussten.
    Dass Läufe innerhalb kurzer Zeit heiß wurden ist unumstritten, da bedarf es keines steifen Dauerfeuerfingers. Nicht umsonst war ein Asbestlappen, Handschützer genannt, neben anderem Zubehör bei der MG - Werkzeugtasche dabei. Zu dem Zubehör gehörte auch ein Hülsenzieher, falls diese nicht mehr ausgezogen wurde, sich verklemmte oder ein Hülsenreißer/Hülsenklemmer auftrat.
    Ganz heiße Läufe verursachten eine Selbstentzündung der Patrone.
    Nicht umsonst wurde für die MG - Gurtung - wenn möglich - die beste Munition genommen. Es gab Munitionsschachteln mit dem Aufdruck " Nicht für MG". das galt besonders bei sog. " Gefechtsfeldmunition".
    Hier nun Auszüge aus der D 166/1 " Das MG 42":
    "Laufwechsel hat grundsätzlich nach 150 Schuss im Dauerfeuer zu erfolgen"
    Zu beachten ist auch die Mischgurtung, z. B. L - Spur, die sich schneller entzünden kann als das normale sS - Geschoss.
    Die Verchromung der Läufe fiel meist dem Sparprogramm zum Opfer, wie bei anderen Waffen auch.
    Im Einsatz galt, wenn irgend möglich, - MG Schützen ( 1) waren meist ausgesucht Soldaten, schon wegen dem Gewicht, 11, 6 kg und der erforderlichen Schießdisziplin - lieber Laufwechsel rechtzeitig, bevor die ganze "Säge" nicht mehr funktioniert.
    Übrigens ist an die Lafette zu denken, die besseres/zielgenaues Dauerfeuer erlaubt. Dazu gab es dann den mitzuführenden sog. " Kl. Vorrat MG - Lafette 42".
    Der Laufschützer 42 enthielt zwei Ersatzläufe.
    Man muß auch bedenken, dass ggf. der u. U. mit dem Feldstecher beobachtende Uffz./Offz. bei dem MG lag und Feuerbefehle gab!!!
    Auch der Schütze 2 hatte schließlich auf die Feuerdisziplin zu achten, falls nicht beim Munitionholen.
    Dann gibt es ja noch die Stories mit über den Lauf Pinkeln. Im I. WK wurde im Notfall in den Wasserbehälter zu Laufkühlung gepinkelt, was aber dem Rost Vorschub leistete.

    Grüße von Karl und schönen Abend oder Tag, je nach dem.

  • Man darf den Einsatz als sMG nicht "vergessen". Da wurde viel öfter, da zielgenauer und zielsicherer, mit langen Feuersalven geschossen. Der Laufwechsel wurde von erfahrenen Bedienungen als fester Bestandteil des Feuerkampfes eingeplant (zBsp. nach 2 Kisten Muni - egal ob der Lauf sichtbar heiß ist).

    Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer gelten natürlich viele Aspekte. Bei einer Benutzung in Friedenszeiten auf dem Schießplatz mit 5 Feuerstössen á 4 Schuss, Schützenwechsel und nach einer kleinen Pause dasselbe; einer Regelmässigen Reinigung und Wartung der Waffe und schonendem Allgemeinumgang - ist die Lebensdauer natürlich höher - als in einem dreckigen Schützenloch und den Russen vor der Stellung!

    "Schwarzbestände" hatten fast alle Soldaten in irgendeiner Form zu irgendeiner Zeit, sobald man für sich und/oder die Kameraden Vorteile sah. ALSO warum sollte man den zusätzlichen Lauf melden, der beim zerstörten Nachbar-MG geborgen wurde? Bei nächsten Angriff kam es vielleicht gerade auf diesen einen Zusatzlauf an!