Hetzer (Jagdpanzer 38(t))

  • Hallo Alex,


    Für die eigentliche Aufgabe der Sturmartillerie, bekämpfen von festen Zielen in Unterstützung der Infanterie, scheint kein Bedarf mehr vorhanden gewesen zu sein.


    die deutsche Wehrmacht befand sich an allen Fronten im Rückzug, da waren allenfalls noch Gegenstöße angesagt. Die Bekämpfung fester Ziele war in den Hintergrund getreten.

    Die Überlegenheit der alliierten Panzerwaffe erforderte in erster Linie die Panzerbekämpfung. Dazu war der Hetzer eben auch ein Produkt des armen Manne, billig, schnell und Materialsparend herzustellen.


    Gruß Karl

    * Unterstreichung im Zitat von Karl

  • Hallo,


    auch der Versuch, den zu geringen Motorisierungsgrad der Wehrmacht wenigstens zum Teil mit Beutefahrzeugen auszugleichen, war in meinen Augen mit etlichen Problemen behaftet (z. Bsp. Ersatzteilfrage, Instandsetzung, Schulung etc.) Die real existierende Treibstofflage setzte dem ebenfalls enge Grenzen, Gerade in Hinblick mit dem Verlauf des Krieges. Spätestens dann, als die alliierten Luftstreitkräfte gezielt die deutsche Treibstoffindustrie angriff. Da mußte so manche Aktion seitens der Wehrmacht unterbleiben. Siehe den Einsatz von ,,Hetzern" in den letzten Kriegswochen. Manchen, wie wir mittlerweile wissen, hat das wahrscheinlich auch das Leben gerettet.


    MfG Wirbelwind

    Hallo Wirbelwind,


    Ich stimme dir zu, der Einsatz von Beutefahrzeugen bzw. überhaupt die sehr große Typen vielfallt hat zusätzlichen Stress auf das ohnehin schon ineffiziente und stark strapazierte Nachschub System der Wehrmacht gebracht.

    Insgesamt baut diese ganze Kiste für mich auf zwei Faktoren auf.

    Einmal die Treibstofflage die ab 1942 schon kritisch wurde.

    Das zeigt auch im Verlauf der Ostfront 1941 wurde an der gesamten Ostfront gekämpft, 1942 am Süd Abschnitt und 1943 bei Kursk und der Hauptgrund dafür ist meiner Meinung nach das die Treibstofflage nach 1941 keine weitreichenden Operationen mehr an der Gesamten Front zuließ.

    Mit der Treibstoff Lage wandern für mich auch alle "Warum hat man Barbarossa denn nicht auf 1942 oder 43 verlegt" Argumente in die Tonne denn 1941 war vermutlich der letzte Zeitpunkt an dem eine Operation dieses Ausmaßes Aussicht auf Erfolg hatte.

    Das andere Problem war vor allem wie ineffizient die deutsche Kriegswirtschafft, vor allem in den frühen Kriegsjahren gewesen ist.

    Zum Thema Kriegswirtschafft und Produktion habe ich hier einen Interessanten Vortrag der ab 26:20 in dem Video losgeht, ist allerdings auf Englisch.


    Das ist aber zum Beispiel etwas das ich auch erst spät gelernt habe das die Treibstofflage schon sehr problematisch war bevor der Alliierte Bombenkrieg wirklich einen Nachhaltigen Effekt auf die deutsche Wirtschaft und Produktion von künstlichem Treibstoff hatte.

    Ich wäre mir nicht mal sicher ob die Treibstofflage nur von der vorhandenen Menge nicht 1944 sogar besser war als 1942 aber 1944 war die zerstörte Infrastruktur natürlich auch ein großes Problem.

    Auch das 1944 auf Höhe des Bombenkrieges die Produktion an Panzern und gepanzerten Fahrzeugen am höchsten war wird in vielen Büchern als eine absolute Meisterleistung heraus gestellt, erst spät habe ich gelernt dass das im Umkehr Schluss einfach auch zeigt wie ineffizient die deutsche Panzerproduktion vor und zu Beginn des Krieges eigentlich war.

    Und sie war es verglichen mit UdSSR und den USA auch spät im Krieg noch auch wenn Albert Speer schon die Effizienz deutlich gesteigert hat.


    Dennoch, in Ostkrieg von Stephen G. Fritz steht auf einer Seite ins deutsche Übersetzt etwa: Es ist bezeichnend das zum Selben Zeitpunkt in dem die Sowejts dabeiw aren ihre Armee wieder aufzubauen und zu mechanisieren die deutschen dabei waren die Aufklärungsabteilungen ihrer Infanterie Divisionen auf Fahrräder umzurüsten.


    Hallo zusammen,


    bei der Suche zur Sturmartillerie bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der die Geschichte der Waffengattung zusammenfasst.
    Interessant finde ich am Schluss, dass es vorgesehen war die Ausstattung der Sturmartillerie ab 1945 auf den Hetzer umzustellen. Letztendlich scheint es so, als wäre die Panzerjagd in den absoluten Vordergrund gerückt. Für die eigentliche Aufgabe der Sturmartillerie, bekämpfen von festen Zielen in Unterstützung der Infanterie, scheint kein Bedarf mehr vorhanden gewesen zu sein.


    Grüße

    Alex

    Hallo Alex,


    In dem Nachrichtenblatt der Panzertruppe das Karl weiter oben gebaut hat ist ja eindeutig erwähnt das die Unterstützung der Infanterie zu den Aufgaben des Hetzers gehört.

    Was die Ausführung in Beitrag #159 von Thilo zum Teil relativiert.

    Da es scheint das der Hetzer nicht nur als Ersatz für Pak auf Sfl. gebaut wurde sondern auch als Ersatz für die Sturmgeschütze.

    Trotzdem kann man sicherlich sagen dass eine Verlagerung auf die Panzerbekämpfung als Schwerpunkt klar zu erkennen ist. Auch Jagdpanther und Ferdinand/Elefant wurden ursprünglich als Sturmgeschütze entwickelt.


    Hallo Karl,


    Und trotzdem hat man auch in dieser Phase noch eine ganze Reihe von wenig erfolgsversprechenden Offensiven unter wenig günstigen Ausgangsbedingungen begonnen wurden um im Westen oder Osten die Initiative zurückzugewinnen. Lüttich, Watch am Rhein, Nordwind, Michael.

    Obwohl man sagen muss das die natürlich alle von Hitler ausgingen.


    1945 steht wohl in der Tat im Zeichen des absoluten Einsparens von Kosten. In der Theorie gab es ja auch die E Serie welche alle bisherigen Panzer, Jagdpanzer und Sturmgeschütztypen durch 5 Standard typen ersetzen sollte, die hat es natürlich nicht mal bis zum Prototyp Status geschafft und war auch ein völlig utopisches Unterfangen zumal man auch wieder dem Gigantismus verfallen war was ja schon mit dem Jagdtiger desaströse Ausmaße hatte.

  • Hallo Philip,


    die Unterstützung der Infanterie durch den Hetzer sollte, nach dem Nachrichtenblatt, nur bei sofort geführten Gegenstößen erfolgen. Also in dem Moment, wo der Gegner noch nicht auf die Verteidigung eingerichtet und, nach dem Angriff, am verwundbarsten war. Gleichzeitig sollte er, während das Gefecht noch lief, zurückfahren und aufmunitionieren. Für einen Gegenangriff mag dies ausreichen. Bei einem Angriff in der Rolle als Sturmgeschütz hätte der Hetzer aber zusammen mit der Infanterie den Durchbruch erzwingen und auch gezielt die festen Ziele bekämpfen müssen. Dabei hätte die schwache Panzerung an der Seite und hinten die Einsatzmöglichkeit stark herabgesetzt. In Zugstärke mag dies vielleicht noch möglich sein, aber nach dem Verlust von einem oder zwei Hetzern, wären die verbliebenen Hetzer vermutlich auch zeitnah ausgeschaltet worden. Die Infanterie kann in diesem Moment nur schwer die Deckung übernehmen, da sie mit einem Gegenangriff rechnen und sich darauf vorberiten muss. Bei diesem Gegenangriff wären die Hetzer schon auf dem Rückzug oder nicht mehr auf dem Gefechtsfeld. Bei einem reinem Sturmgeschütz ist dies sicherlich sinnvoll, aber bei einem Panzerjäger macht es eigentlich keinen Sinn, diesen in dem Moment abzuziehen, wenn er am nötigsten (Abwehr eines vermutlich gepanzerten Gegenangriffs) gebraucht wird.

    Zusätzlich ist auch die Munition ein Problem. Der Hetzer hatte, nach Bedien- und Schießanleitung, zwar auch Sprenggranaten an Bord, aber was lädt ein Jagdpanzer hauptsächlich? Vermutlich ist bei einem Angriff auf eine Stellung im Jahr 1944/ 45 eher mit Panzern, als mit anderen Zielen zu rechnen. Ich würde vermuten, dass der Hetzer bei einem Einsatz als Sturmgeschütz reihenweise Bazookas und Panzerbüchsen zum Opfer gefallen wäre, noch bevor er einen operativen Erfolg hätte erzielen können.

    Sicherlich ist dies mehr Spekulation als Wissen, da es diese Angriffe, zumindest an der Westfront nicht gegeben haben dürfte und daher keine Erfahrungen in diesem Bereich vorliegen. Dennoch macht es für mich, auf den ersten Blick, keinen Sinn den Hetzer als Sturmgeschütz, im ursprünglichen Sinn der Sturmartillerie, einzusetzen.


    Grüße

    Alex

  • Hallo Alex,


    Da steht zwar das der Hetzer bei der Unterstüzung sofort geführter Gegenstöße zu einer raschen Bereinigung beigetragen hat aber ich interpretiere das nicht so dass das seine Rolle auf diese sofort Unterstüzten gegenstöße beschränkt.

    Da in dem Nachrichtenblatt auch steht das der Hetzer auch zur abwehr massiv geführter Infanterie Angriffe eingesetzt wird bin ich absolut davon überzeugt dass der Hetzer auch Sprenggranaten geladen hatte.

    Die Ladung war sicher immer auch davon bestimmt was verfügbar war und wie die Individuelle Mission war.

    Wenn ich es richtig im Kopf habe war die Munitions zuladung 41 Granaten. 3-4 werden sicher Nebel gewesen sein, damit bleiben 38 Granaten denke das 1/3 davon in der Regel Sprengranate war, da Panzergranaten vor allem gegen Pak und MG Stellungen Wirkungslos sind.

    Das ist jetzt aber nur meine persöliche Vermutung.

  • Hallo,


    möchte hier 2 Fotos vom schweizer Panzerjäger G13 ergänzen, der ja ein nur wenig verändertes Nachfolge-Modell des Jagdpanzer Hetzers war.

    Der G13 war mit einem Saurer Dieselmotor ausgestattet.


    Zusätzlich 2 Fotos und Beschreibung des ebenfalls von Praga stammenden schweizer Panzerwagens 39.

    Dieser wurde mit einem Benzinmotor betrieben.


    Gruss

    Franz

  • Hallo Franz,


    der Panzerjäger G13 war laut dieser Beschreibung wegen des kleinen Schwenkbereiches der Kanone primär für den Einsatz aus vorbereiteten Stellungen gedacht.

    das konnte sich natürlich die Schweiz als relativ kleines Land und mit den wenigen Zugangstälern erlauben. Sicher waren auch Wechselstellungen vorhanden, denn die Schweiz gab und gibt sich - im nunmehr begrenzten Rahmen - immer noch Mühe die Verteidigungsbereitschaft zu erhalten.


    Gruß Karl