Hetzer (Jagdpanzer 38(t))

  • Hallo,


    Ich würde bei einem hit and run Angriff (in der damaligen Zeit wurde diese Taktik in der US Army als shoot and scoot bezeichnet was auch (wie auch bei den Panzerjägern von Wehrmacht und Waffen SS das Hauptrinzip der Tank Destroyer Force war) nicht gerne in einem Hetzer sitzen wollen.


    Ich Erkenne zwar den Punkt des Panzerschutz ich glaube aber das die im vergleich zu Pak auf Selbstfahrlafette stark eingeschränkte Sicht (und gerade im Hetzer war die sicht Extrem eingeschränkt) diesen Vorteil mehr als aufwiegt.


    Den Feind zu sehen sehe ich da als sehr wichtig, ebenso die möglichkeit sich nach dem Angriff schnell zu verkrümmeln.

    Beides sehe ich mit dem Hetzer nur bedingt als gegeben.

  • Hallo zusammen,


    mein Großvaters, welcher Ladeschütze in einem Hetzer war, erzählte mir immer, dass der Hetzer nur gut war, wenn die Front des Panzers zum Feind stand. Er erzählte weiter, dass der Hetzer idealerweise in gedeckter Stellung, z. B. einem Wald bereitstand um von dort den Gegner zu beobachten oder auszuschalten. Der Besatzung war die Verletzlichkeit der Flanken bekannt, so dass er auch erzählte, dass bei den Einsätzen idealerweise eine Begleitgruppe aus Grenadiere vorhanden sein sollte. Diese diente nicht nur als Flankensicherung, sondern auch als Beobachtungsposten für die Umgebung und Sicherung eines Rückzuges. Dieser erfolgte, wenn möglich, immer rückwärts mit der Front Richtung Gegner.

    Für einen Vormarsch über freies, unbekanntes Gelände, war der Hetzer, seiner Meinung nach, gänzlich ungeeignet.


    Grüße

    Alex

  • Hallo,

    Hallo Alex,


    sehr interessant.


    man muss den Hetzer im Zusammenhang mit der militärisch, vor allem aber wirtschaftlichen Lage des III. Reiches sehen.

    Immerhin ist ein durchaus brauchbarer Panzerjäger "in der Rekordzeit von weniger als 4 Monaten vom ersten Entwurf bis zum endgültigen Prototyp durchgeführt"* worden.

    Der Panzer hatte stark abgeschrägte Panzerbleche - an der oberen Seite 40 Grad, an der unteren Seite 50 Grad, wodurch der geringe Panzerschutz wirksamer war.

    "Nachrichtenblatt der Panzertruppen Oktober 1944

    Erfahrungen mit dem leichten Panzerjäger 38

    Die Erfahrungen von den ersten Einsätzen des leichten Panzerjägers 38 berechtigen zu folgendem Urteil:

    11. Die Frontpanzerung hält dem Beschuss durch russische 7,62 Pak stand"**


    Der Erfahrungsbericht deckt sich in einigen Punkten mit den Ausführungen des Großvaters von Alex.


    Gruß Karl



    * Spielberger "Leichte Jagdpanzer" Band 14 S. 24

    ** Spielberger ................................................ S. 91

  • Hallo Karl,


    als Ergänzung zur Frontpanzerung. Der Hetzer meines Großvaters hatte ebenfalls Beschuss von vorne durch einen Sherman erhalten. Als Ergebnis blieb eine faustgroße Ausbeulung in der Frontpanzerung, wobei die Granate nach Auftreffen auch nach oben wegflog (Beobachtung durch Grenadiere in unmittelbarer Nähe). Die Entfernung zwischen Sherman und Hetzer betrug wohl (soweit ich mich an seine Erzählungen erinnern kann) zwischen 300 m und 400 m. Interessant ist, dass der Sherman diesen Schuss ausgenutzt hat um sich zurückzuziehen, auf einen weiteren Kampf mit dem Hetzer wollte sich der Sherman nicht einlassen.

    Grüße

    Alex

  • Hallo Alex,


    Quote


    Er erzählte weiter, dass der Hetzer idealerweise in gedeckter Stellung, z. B. einem Wald bereitstand um von dort den Gegner zu beobachten oder auszuschalten.

    ein Einsatz aus gedeckter Stellung war einem Jagdpanzer nicht möglich, da die Waffenanlage über die Deckung ragen mußte um sie einsetzen zu können (teilgedeckte Stellung).


    Ein Einsatz aus gedeckter Stellung war erst den in den 1960er Jahren eingeführten Raketenjagdpanzern mit SS-11 oder HOT möglich,


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Karl,


    Quote


    er meinte doch damit den Wald.

    dann ist es eine versteckte Stellung ;)


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    Hallo Karl,



    Was zu schreibst ist sicher richtig.


    Der Hetzer gab die Möglichkeit bereits vorhandene Fabrik Anlagen und ein bereits vorhandenes und erprobtes Fahrgestell mit nur wenigen Änderungen zu benutzen.


    Die kurze Zeit vom Entwurf bis zum finalen Prototypen ist sicher beeindruckend, allerdings darf man auch nicht vergessen dass die Hauptkomponenten (Fahrwerk, Kanone, etc.) bereits vorhanden wahren.


    Es ist nicht so dass man einen Komplett neuen Panzer konstruiert hätte.



    Die Panzerung war abgeschrägt das ist richtig, was den effektiven Panzerschutz erhöhte allerdings auch den sowieso schon geringen Platz in dem Panzer zusätzlich verkleinerte.


    Der Panzerstahl der für den den Hetzer verwendet wurde wurde zudem im Siemens-Martin Verfahren hergestellt.


    Die Panzerung ist von der Qualität nicht mit der damals üblichen RHA Panzerung wie sie in damaligen Panzern in der Regel verwendet wurde sondern hat nur 75-50% der Effektivität.


    Hillary Doyle sagte in einem Interview das vergleichen mit anderen deutschen Panzertypen mit RHA Panzerung die Seiten Panzerung des Hetzer von 20mm eher einer Panzerung von 14,5mm entspricht und die 60mm Front Panzerung eher 30mm.



    Trotzdem ist der Panzerschutz natürlich höher als bei der 7,5cm PAK auf Selbstfahrlafette auf 38(t) oder Panzer II Fahrgestell.



    Wie gesagt ich will auch Garnichts bestreiten das der Hetzer nicht auch positive Seiten gehabt hat, er war klein und flach und dementsprechend leicht zu tarnen. Und in einer teilgedeckten oder versteckten Stellung sicherlich ähnlich effizient wie eine gezogen 7,5cm PAK nur das er eben mobiler war und keine Zugmaschine benötigte.



    Nur ist er hier auf den vorangegangenen Seiten teilweise als guter zum Teil sogar als ausgezeichneter Jagdpanzer bezeichnet worden, das würde ich absolut nicht unterschreiben.



    Was ich auch interessant finde ist die Frage wie oft der Hetzer wirklich rein in dieser Rolle eingesetzt wurde und wie oft er als Sturmgeschütz zweck entfremdet wurde.


    Gruß Philip

  • Hallo Philip,



    Was ich auch interessant finde ist die Frage wie oft der Hetzer wirklich rein in dieser Rolle eingesetzt wurde und wie oft er als Sturmgeschütz zweck entfremdet wurde.

    da war es sich so wie bei allen anderen Waffen auch: Es wurde eingesetzt was da war. Da halfen sicher auch Guderian´s Appelle nichts...


    Gruß Karl

  • Hallo,

    um den Gedanken von Karl nochmals aufzugreifen, Wenig war besser als nichts und gegen Ende des Krieges war wohl diese Situation die Regel.

    Was die Frontpanzerung des ,,Hetzers" betrifft, die kann ja ganz so schlecht nicht gewesen sein, wenn sie eine Panzergranate des Sherman aus 300-400 m standhielt. Das Verlassen des Gefechtsfeldes im Rückwärtsgang stelle ich mir nicht so einfach vor. Gerade auch dann, wenn eine erhebliche Strecke unter Beschuss zurück gelegt werden musste. Schließlich war der ,,Hetzer" kein Panzerspähwagen ,,Puma".

    MfG Wirbelwind

  • Guten Abend zusammen,


    auch wenn die Erzählungen meines Großvaters teilweise schon über 20 Jahre her sind, kann ich noch ein paar Details beitragen. Je länger ich nachdenke, desto mehr fällt mir wieder ein.

    Der Besatzung war wohl klar, dass ein Verlassen des Gefechtsfeldes unter Beschuss nur mit Front zum Gegner möglich war. Ein wenden oder zeigen der Flanken des Panzers waren in so einer Situation tödlich. Idealerweise diente der Einsatz aus einer Lauerstellung ( Karl: eine sehr treffende Bezeichnung, wie ich finde) wohl dem Zweck einen gepanzerten Gegner vollständig auszuschalten. Bei geringen Chancen nahm die Besatzung den Feuerkampf nicht auf. Dies lag wohl aber auch vorrangig an der Erfahrung des Kommandanten, die bei diesem Panzer wohl extrem wichtig war.


    Zum Platz im Innenraum kann ich noch beitragen, dass mein Großvater erwähnte, dass eine Bewegung nur in geduckter oder gehockter Stellung möglich war. Einzig der Kommandant hatte, durch die Verwendung der Luke, die Möglichkeit aufrecht zu stehen.


    Zur individuellen Bewaffnung kann ich noch beitragen, dass im Hetzer meines Großvaters eine MP40 vorhanden war. Ansonsten hatte jedes Bestzungsmitglied eine Pistole (keine Luger, dies hatte ich gefragt; mein Großvater konnte sich aber nicht an das Modell erinnern) zur Verfügung.


    Etwas weiterführend blieb meinem Großvater beim Einsatz am stärksten in Erinnerung, dass es kaum bis keinen Kraftstoff gab. Dies hat den Einsatz der Jagdpanzer, nach seinen Erzählungen, am meisten gehemmt.


    Grüße

    Alex

  • Hallo Karl,


    Das denke ich auch, es ist ja nicht auch so das nicht andere Armeen das selbe Problem gehabt hätten.


    Daher ist aber auch Thilos argumentation für mich nur bedingt Anwendbar.


    Man muss natürlich sagen das man bei jeder Waffe die frage stellen kann (oder sogar sollte) was wurde gedacht was diese Waffe macht und was hat diese Waffe dann letztendlich im Krieg gemacht. Bestes Beispiel vielleicht das Schlachschiff bei dem Mann 1941 noch dachte das es die Hauptwaffe auf See wäre welche die Entscheidung sucht und Herbeiführt, am ende diente das Schlachtschiff hauptsächlich als Geleitschutz und schwimmende Flak Batterie für Flugzeugträger sowie zur Feuerunterstüzung von Landungstruppen.


    So ist das eben bei vielem.


    Aber deswegen ist es auch nicht immer leicht.

    Wenn man jetzt sagt das Hetzer wurde nicht als StuG konzipiert und deshalb sollte es auch nicht überaschend wenn er in dieser Rolle sich se

    Hallo,

    um den Gedanken von Karl nochmals aufzugreifen, Wenig war besser als nichts und gegen Ende des Krieges war wohl diese Situation die Regel.

    Was die Frontpanzerung des ,,Hetzers" betrifft, die kann ja ganz so schlecht nicht gewesen sein, wenn sie eine Panzergranate des Sherman aus 300-400 m standhielt. Das Verlassen des Gefechtsfeldes im Rückwärtsgang stelle ich mir nicht so einfach vor. Gerade auch dann, wenn eine erhebliche Strecke unter Beschuss zurück gelegt werden musste. Schließlich war der ,,Hetzer" kein Panzerspähwagen ,,Puma".

    MfG Wirbelwind

    Hallo,



    Zuerst einmal möchte ich hier schreiben das die Front Panzerung des Hetzer für mich eigentlich kein Kritikpunkt ist.


    Es geht mir lediglich darum die Front Panzerung etwas in Relation zu setzen, da in diesem thread Teilweise Sachen geschrieben wurden die Front Panzerung war effektiv dicker als die des Tiger I.


    So an sich nicht falsch (wie gesagt Neigung der Panzerung etc.) aber eben auch nicht richtig da der Panzerschutz nicht der selbe war da der verbaute Stahl im Hetzer nicht die selbe Qualität hatte.



    Um jetzt direkt hierdrauf einzugehen.



    "Was die Frontpanzerung des ,,Hetzers" betrifft, die kann ja ganz so schlecht nicht gewesen sein, wenn sie eine Panzergranate des Sherman aus 300-400 m standhielt." ?



    Hat sie das?



    Es ist sicher irgendwo festgehalten wie viele Hetzer von Shermans abgeschossen wurden und wie viele Shermans von Hetzer abgeschossen wurden.


    Aber ich habe heute Abend keine große Lust das große Recherchen anzustellen.



    Was die reine Technik angeht.



    Die 75mm tank gun M3 mit der M61A1 Granate (normale APCBC Granate wie sie im 2. Weltkrieg von allen Partein eingesetzt wurde) durchschlägt auf 500 yards 73mm FHA (face hardened armour) mit 30° Neigung was absolut reicht um die Front Panzerung des Hetzer zu durschlagen.


    Der Hetzer kam jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 1944 zum Einsatz. und ab Oktober/November waren in der Regel in den Armored Divisons die hälfte der Shermans in den Panzer Kompanien mit der 76mm tank gun M1A1 ausgerüstet diese Waffen durchschlug auf 1200 yards die Front Panzerung des Tiger I.



    Jetzt ist es natürlich so das in der Wirklichen Welt Panzerungen durchschlagen nicht so ist das man die Durchschlags Leistung von Geschütz 1 mit Panzergranate A nimmt und sie mit der effektiven dicke der Panzerung von Panzer B vergleicht. Der Aufschlag winkel spielt eine entscheidende Rolle und Kanonen und Granaten waren damals noch nicht so weit entwickelt wie sie heute sind.


    Deshalb wenn ein Veteran der in einem Hetzer gefahren ist jetzt erzählt hat das Granaten vom Sherman an seinem Hetzer abgeprallt sind will ich nicht bestreiten dass das so war.


    Aber es fehlen einfach zu viele Faktoren, wie war der Auftreff winkel, musste die Granate vorher eventuell Deckung durchschlagen, wo genau hat die Granate getroffen? (der Seeschlitz des Fahrer wurde sicher öfter durchschlagen als die obere rechte oder linke Kante des Aufbaus) dazu wissen wir dann noch nicht einmal mit welcher Granate geschossen wurde, vielleicht hatte der Sherman in diesem Fall eine HE Granate geladen, etc. etc. es gibt ganz viele Faktoren.



    Auch die Granaten aus der langen 7,5cm Kanone der Wehrmacht sind, im Gegensatz zum weit verbreiteten glauben, oft genug an Shermans abgeprallt.



    Gruß


    Philip

  • Hallo Philip,


    alles gut, es gibt eben im richtigen Leben manchmal Situationen aufgrund bestimmter Umstände, die letztlich jemand das Leben retten.

    Die lassen sich auch mathematisch nicht errechnen. Das war halt glücklicherweise für den Betroffenen so.


    will ich nicht bestreiten dass das so war.

    ...und damit hast du doch bewiesen, dass du die Dinge ohne Verbissenheit siehst.

    Vielleich stand der Hetzer schräg zum Ziel. Dann wäre der Auftreffwinkel nicht frontal sondern auch noch in sich schräg, was die Panzerung zusätzlich, neben dem ungünstigen Schusswinkel, auch noch geringfügig "verstärken" würde" .


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    Das sagst du ganz richtig, die Theorie ist eben eine Sache die Praxis eine andere.


    Danke :) Ich bin auch eigentlich kein verbissener Mensch.


    Ich habe gewinne nur leider immer wieder den Eindruck wenn ich über das Thema 2. Weltkrieg mit Leuten Rede das die weitläufige Meinung vorherrscht Jeder deutsche und russische Panzer der während dem Krieg gebaut wurde war absolut Top und jeder amerikanische war totaler Schrott.


    Und es gab eine Zeit da habe ich das selber auch geglaubt, bis ich angefangen habe über den Tellerrand hinaus zu schauen und damit auch über die Standard Werke hinaus zu gehen und angefangen habe mein vorhandenes Wissen zu hinterfragen.


    Es bleibt aber keine Exakte Wissenschaft, was aber auch leider oft Leuten nicht klar ist, gerade im Internet bei facebook oder unter youtube videos liest man dann Sachen wie "Ein Soldat von Nation A hätte nie Xyz gemacht, das ist Fakt!" und vieles ist eben kein Fakt und vieles ist eben kein Fakt, es gibt zwar vieles was wir über den zweiten Weltkrieg sehr genau wissen aber vieles was wir auch nicht genau wissen.

    Es gibt auch genug Sachen bei denen wir 60 Jahre lang geglaubt haben das es so und so war und dann hat man festgestellt wahrscheinlich war es doch anders.


    Was du da ansprichst ist ein sehr guter Punkt, ein paar grad können da schon eine Menge ausmachen und in Realität standen die Panzer sich sicher selten direkt gegenüber. Wie gesagt es gibt viele Faktoren.


    Mir ginge es auch eher um die allgemein Gültigkeit der Aussage das der Sherman auf 300-400 Meter die Front Panzerung des Hetzer nicht durchschlagen konnte. Nicht das es nicht vorgekommen ist aber ich würde das eben nicht so bewerten dass das allgemeine Gültigkeit hat.


    Da die Situation in welcher der Hetzer zum Einsatz kam auch mehrfach angesprochen wurde darf man auch nicht vergessen das amerikanische Panzer in der zweiten Jahreshälfte 1944 eher selten alleine Unterwegs, Hetzer waren wohl zumindest deutlich öfter als Shermans einzeln anzutreffen. So das man wenn ein einzelner Hetzer eine auf einen Zug Shermans traf man das für den Hetzer fast schon als günstige Gelegenheit bezeichnen muss.

    Worauf ich hinaus will ist das wenn ein Hetzer in seiner Stellung entdeckt wurde er in der Regel dann sicher unter konzentriertes Feuer geriet was dann wohl doch in den meisten Fällen mit der Zerstörung des Panzers endete.


    Gruß Philip

  • Guten Morgen Philip,


    deine Ausführungen sind sehr präzise und haben mir gezeigt, dass ich vielleicht hätte darauf hinweisen sollen, dass das Beispiel meines Großvaters ein Einzelfall ist und die Besatzung sehr viel Glück hatte. Zu meiner Schilderung kann ich noch weiteres beitragen.

    Die beschriebene Situation ergab sich aus einer komplexeren Lage heraus. Der Hetzer meines Großvaters lag in einem Waldstück, als drei Sherman Panzer in Reihe über das Gelände vor dem Waldstück fuhren. Zuerst hat die Besatzung den hintersten und dann den mittleren Sherman ausgeschaltet. Spätestens dann hatte der vordere Sherman gemerkt, dass die Gruppe beschossen wurde und seinen Turm auf den Hetzer eingeschwenkt. Der Hetzer war wohl schon für den nächsten Schuss bereit, als der Sherman Panzer seinen Schuss abgab. Da die Gruppe Shermans anscheinend überrascht worden war, kann es auch sein, dass der Sherman einfach das verschossen hat, was er geladen hatte. Vielleicht kamen die Shermans auch von einem Einsatz zurück und hatten keine panzerbrechende Munition mehr. Wie erwähnt zog sich der Sherman nach dem Schuss auch schnell zurück. Die Besatzung des Hetzers gab ihren Schuss definitiv nicht mehr ab.

    Zum Auftreffen auf die Frontpanzerung kann ich noch hinzufügen, dass der Kommandant des Hetzers, nach Erzählung, immer den ganzen Panzer zum Schuss gedreht hat. Den Schwenkbereich der Kanone wurde von ihm nicht benutzt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Front schräg zum Sherman stand, als die Granate aufschlug. Alles in allem hat mein Großvater immer gesagt, dass dies alles pures Glück war. Hätte der mittlere Panzer schon auf den Hetzer eingeschwenkt und der erste Panzer wäre noch kampffähig gewesen, dann wäre der Hetzer vermutlich ausgeschaltet worden. Daran hätten auch die Begleitgrenadiere nichts ändern können.


    Eine allgemeine Betrachtung Sherman gegen Hetzer wird vermutlich sehr schwierig werden. Viele Reports der entsprechenden amerikanischen Divisionen sprechen nur von Panzern (Tanks) oder Selbstfahrlafetten (Self-Proppelled Gun). Aufgrund der fehlenden deutschen KTB‘s für Ende 1944 ist es nur einzeln möglich konkrete Gefechte zwischen Sherman und Hetzer zu rekonstruieren. Diese Gefechte gab es vielleicht seltener als gedacht. Mein Großvater hat in zwei Monaten an der Westfront nur von drei Einsätzen berichtet, obwohl er sehr viel über den Krieg geredet hat. Die meisten Erzählungen fanden aber außerhalb von Panzern statt. Dies lag auch daran, dass der Panzer selten genug Kraftstoff für einen Einsatz hatte. So kam der Hetzer von meinem Großvater in diesen zwei Monaten auf insgesamt drei Abschüsse von Sherman Panzern.


    Grüße

    Alex

  • Hallo PanzerElite,

    wie bereits in einigen Beiträgen in diesem Thread bereits erwähnt wurde, hast Du Dich mit der Problematik ,,Hetzer" vs. amerikanische Panzer auseinander gesetzt und daraus Deine entsprechenden Schlüsse gezogen. Mein Bestreben besteht nicht darin, die amerikanischen Waffen als minderwertig darzustellen und anderseits die Ausrüstung der Wehrmacht als den letzten Schrei hochzuschreiben. Beide Seiten verfügten über Innovationen, die auch nach dem Krieg genutzt wurden.

    Bei den Amerikanern kam als ein entscheidenden Punkt hinzu, dass sie über große Ressourcen an Material/Rohstoffen verfügten und entsprechende Fertigungskapazitäten. Die Kriegswirtschaft des Deutschen Reiches hatte dem nicht mehr viel entgegenzusetzen, auch wenn 1944 der größte Ausstoß erreicht wurde. Trotzdem fehlte es da bspw.an wichtigen Materialien, z. Bsp. Wolfram, Mangan etc. bereits stark. Von der Treibstofflage gar nicht zu sprechen. Vor diesem Hintergrund stellte der ,,Hetzer" eine Kompromisslösung dar. Bei all seinen Schwächen war er in meinen Augen wenigstens eine ,,bewegliche Pak". Klar ist auch, dass auf dem Gefechtsfeld selten ideale Bedingungen für beide Seiten vorzufinden sind. Auch das der Zufall oft eine wesentliche Rolle spielen kann.(Auftreffwinkel der Granate, Stellung des ,,Hetzers" etc.) Mir kam es in meinem letzten Post drauf an, dass der ,,Hetzer" auch gegen den Sherman eine Chance hatte. Selbst wenn diese unter Umständen von zahlreichen Bedingungen abhing. Die weiteren Aussagen von strops Opa zeigen das für mich.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo,


    Worauf ich hinaus will ist das wenn ein Hetzer in seiner Stellung entdeckt wurde er in der Regel dann sicher unter konzentriertes Feuer geriet was dann wohl doch in den meisten Fällen mit der Zerstörung des Panzers endete.

    und das waren im Westen nicht unbedingt Panzerkämpfe, die da stattfanden, sondern unmittelbar nach der Invasion sehr oft die Tiefflieger mit Raketen oder Schiffsgeschütze, Artillerie an sich, Bombenteppiche und eben auch Panzer. Nicht zu vergessen, dass die dt. Panzer nicht immer Begleitinfanterie/Panzergrenadiere in ausreichender Zahl oder gar nicht hatten und somit auch den Panzervernichtungswaffen/Nahkampfwaffen ausgesetzt waren.

    Siehe auch:


    Was du da ansprichst ist ein sehr guter Punkt, ein paar grad können da schon eine Menge ausmachen und in Realität standen die Panzer sich sicher selten direkt gegenüber. Wie gesagt es gibt viele Faktoren.


    Gruß Karl

  • Hallo Alex,



    Alles gut, dafür sind ja Diskussionen da dass man voneinander etwas lernt.


    Vielen dank übrigens für deine Schilderungen! Wirklich sehr interessant.



    Was die Reports angeht hast du sehr wahrscheinlich auch recht.


    Ich habe gerade mal einen Blick auf den final report des 823rd Tank Destroyer Bataillons geworfen und dort wird, wird zwischen Panzer Typen (Panzer IV, V und VI) unterschieden jedoch alles andere wird unter überbegriffen zusammen gefasst (Armored Cars, Self Propelled Guns, Halftracks, etc.). Habe den Report auch mal in den Anhang gepackt falls es jemanden interessiert. Man sollte aber dazu sagen dass das 823rd eine der erfolgreichsten Tank Destroyer Einheiten der Army war das Verhältnis zwischen Abschüssen und eigenen Verlusten der Einheit ist also auch nicht repräsentativ für die durchschnittliche Tank Destroyer Einheit der US Army.



    Hallo Wirbelwind,



    Nichts für Ungut, ich wollte dir auch nichts unterstellen,tut mir leid falls das so rüberkam.


    Es ist nur leider etwas dem man oft begegnet und das drückt bie mir mittlerweile schnell Knöpfe.



    Die große Überlegenheit an Material und Industrieller Kapazität spielt natürlich hier schon eine entscheidende Rolle.


    Das zeigt sich schon alleine daran das es mehrere Panzer gab die in den US Geplant wurden und im Grunde schon zur Serienreife bereit waren, es waren Teilweise schon Fabriken gebaut und Versuchs Serien Produziert wurden dann wurden diese Versuchs Serien von Armor Branch getestet und Armor Branch kam zu dem Schluss dieser Panzer ist furchtbar schlecht damit kann man keinen Soldat in die Schlacht schicken. Genauso passiert beim Medium Tank M7 für den bereits eine Fabrik in Indiana gebaut worden war und 1000 Panzer bestellt worden waren und nachdem 7 dieser Panzer vom Band gelaufen waren hat man festgestellt das der Panzer schlecht ist und man hat die Produktion gestoppt.



    Also wurde der der Panzer nicht gebaut und Zeit, Arbeitskräfte und Geld waren im Grunde verschwendet.



    Deutschland konnte sich so etwas nicht leisten weswegen ein Großteil der Projekte von Anfang bis Ende durchgeführt wurde und Panzer trotz noch bestehender erheblicher Mängel ins Feld geführt wurden (Panther sicher hier das beste Beispiel).



    Wie gesagt ich möchte Garnichts sagen das in der Situation der Hetzer nicht durchaus Punkte hatten die Sinn gemacht haben.


    Man konnte bestehende Fabrik Anlagen und Fahrgestell weiter nutzen.


    Er war sicher eine günstigere Alternative zum StuG III (denn dies waren die Fahrzeuge die zumindest nach Sol Bestand der Hetzer ja in den Infanterie Divisionen ersetzen sollte) oder zumindest konnte man so die Zahl an Panzer Jägern erhöhen und es wurden ja doch einige Hetzer gebaut.



    Aber das macht ihn eben noch nicht zu einem guten oder gar ausgezeichnetem Jagdpanzer und das ist einfach nur mein Punkt gewesen.


    Und für mich macht halt wenn man eine PAK mobilisieren will das Konzept mit Selbstfahrlafette wie die Marder das Konzept das mehr Sinn macht, das ist aber mein persönliche Meinung.

    Obwohl ich da das Konzept der Mobilität eh sehr Interessant finde, denn ein Thema das mir lange nicht bewusst war und vielen anderen vielleicht auch nicht ist die Demotorisierung der Wehrmacht im Verlauf des Krieges. Es ist schon leicht schockierend das wenn man sich anschaut das eine Infanterie Division 1. und 2. Welle 1939 Sol über 1400 Kraftfahrzeuge (LKW, PKW und Kräder) verfügte während eine Volksgrenadier Division in der 2. Jahreshälfte 1944 nach Sol Bestand über keine 500 Kraftfahrzeuge mehr verfügte. Aber jetzt schweife ich wieder ab.


    Hier fehlt ein Gruß...

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  • Hallo,


    Quote


    Und für mich macht halt wenn man eine PAK mobilisieren will das Konzept mit Selbstfahrlafette wie die Marder das Konzept das mehr Sinn macht, das ist aber mein persönliche Meinung.

    diese Konzept bot der Bedienung keinen Schutz und hatte eine zu hohe Silhouette.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941