Abschuss einer Mosquito im März/April 45 bei Scholis bei Bad Schmiedeberg (Sachsen/Anhalt)

  • Hallo Zusammen!
    Ich habe erneut Informationen über einen englischen Flugzeugabsturz in meiner Gegend erhalten:


    Eine englische Maschine kam nahe Scholis, einen km entfernt von Ogkeln, nachdem sie ihre Bomben auf das freie Feld abgeworfen hatte, herunter. Beim Aufprall lebte die Besatzung noch. Die Maschine muss also mehr notgelandet sein, prallte aber an einem Waldrand gegen Bäume und ging in Flammen auf. Kurzzeitige Hilferufe waren zu hören, dann explodierte die Munition. Am nächsten Morgen, der Abschuss erfolgte nachts, fanden wir nur verkohlte Leichen. Dorfbewohner beerdigten die beiden Flieger und pflegten die Gräber mehrere Jahre. Sie wurden später exhumiert und wahrscheinlich nach England überführt.

    Ein anderer Zeitzeuge sagte mir, dass es sich um eine englische Mosquito gehandelt haben soll, die höchstwahrscheinlich von der Flak vor der Lutherstadt Wittenberg (ca.15km entfernt) an/abgeschossen. Der Absturz soll kurz vor dem 7.4.1945 gewesen sein. Weiß jemand näheres von der abgestürzten Maschine?
    Viele Grüße
    Frank


    Steuerzeichen aus Zitat gelöscht; kkn

  • Moien,
    letzte Ruhestätte eher Rheinsberg/NRW oder vielleicht auch Berlin. Nur US-Gefallene wurden in die Heimat oder Friedhöfe im Ausland umgebettet.
    h.

  • Hallo
    Rheinberg/NRW mit Sicherheit nicht! In der Gegend von Pretzsch-Scholis kam bei Trebitz am 20.1.44 die Halifax EB246 runter. Über eine Mosquito in 1945 habe ich keinerlei Informationen.
    Gruss, Rene



    18.34 Uhr


    Hallo
    Muss mich korrigieren. Es gibt einen Mosquitoverlust in dieser Gegend. In der Nacht vom 4. auf den 5.4.1945 ging die NT495 der 406.(RCAF)Sqdn verloren, beide Besatzungsmitglieder starben. Wäre möglich.
    Rene


    Beiträge zusammengeführt; kkn

  • Hallo
    Hab schnell mal nach dem Erstbegräbnisort gesucht.
    Beide Flieger gelten als vermisst und sind im "Runnymede Memorial" verzeichnet. Das könnte bedeuten dass sie geborgen und nicht identifiziert wurden, oder man hat sie nicht bergen können oder gefunden. Ich würde am Absturzort nachforschen, ob es eine Mosquito war.
    Gruss, Rene

    Edited once, last by werne ().

  • Hallo Rene,
    ich werde nächste Woche versuchen über die Friedhofsverwaltung meines Nachbarortes versuchen herauszubekommen ob bei den beiden Verstorbenen Namen vorhanden waren. Viel Hoffnung habe ich aber nicht da beide Augenzeugen von 2 total verbrannten Leichen sprachen.


    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo
    Vielleicht gibt es weitere Hinweise im Kichen- oder Sterbebuch, wie das Datum der Exhumierung und durch wen.
    Gruss, Rene

  • Moien,
    noch eine vom 4./5. April 45:
    571 Sqdn. Mosquito XVI RV305 8K-A
    W/O A.B. Clarke RNZAF
    F/S A.C. Beaton


    Beaton liegt in Berlin 1939-1945 War Cemetery


    Clarke ist vermißt und wird auf dem Runnymede Memorial aufgeführt
    h.

  • Hallo,
    die Mosquito XXV KB 481 4H-P der 142 Sqn. wäre auch noch eine Möglichkeit für den 4./5. April 45. Besatzung vermisst.
    Gruß Uwe

  • Hallo
    Vielen Dank für Eure Antworten,
    Der 4./5. April muß es nicht gewesen sein, beide Augenzeugen sagten dass es kurz vor dem 7.4.45 war. (An diesem Tag war ein anderer, bereits aufgeklärter Absturz)
    Gibt es eigentlich für die alliierte Abstürze keine genauere Orts- Angaben


    Viele Grüße
    Frank

  • Guten Abend,



    Der 4./5. April muß es nicht gewesen sein, beide Augenzeugen sagten dass es kurz vor dem 7.4.45 war. (An diesem Tag war ein anderer, bereits aufgeklärter Absturz)
    Gibt es eigentlich für die alliierte Abstürze keine genauere Orts- Angaben


    Die Foristen haben (wie ich) keine Lust, die gesamte Tabelle aller Mosquito Verluste im fraglichen Zeitraum hier zur freien Auswahl und Diskussion einzustellen. Der Aufwand ist evtl. beträchlich (Recherche in mehreren Tabellen und Personendatenbanken, regionaler Kartenabglich, ...).
    Die Angaben zum "genauen Absturzortort" hängen vom Verlustzeitraum, Bundesland und den Umständen ab. Teilweise wurden die abgesprungenen Besatzungen und die Teile von "zerplatzten" Flugzeugen über mehrere Ortschaften - oder mehr - verteilt. Beispiel: ich hatte mir diese Tage einen KG 77 Verlustvom Dezember 40 näher angesehen wo die Besatzung bei Biberach/Riß abgesprungen ist und das Flugzeug (Ju 88) auf "Kurssteuerung" bei Dijon/Frankreich zu Boden kam. Dazwischen liegen rund 365 km. In einem anderen Fall des gleichen Geschwaders und Zeitraums sprang die Besatzung bei Vechta ab (dort ist ein Personalverlust dokumentiert) und das leere Flugzeug flog bis Markbreit/Main.


    In den alten Bundeslndern sind die Gendarmerieunterlagen und andere lokalen Berichte noch relativ gut überliefert (Datum, Ort), die dann mit den alliierten Angaben zu Personal und Material (Flugzeug) abgeglichen werden können. Andere Fälle sind durch die Recherche der alliierten Besatzungstruppen zum Aufspüren ihren - bis dahin vermissten - Besatzungen geklärt. Die Besatzungen wurden dann - nach Fund und Identifikation - dann exhumiert und auf alliierte Kriegsgräberstätten im In- und Ausland überführt. Dazu wurden in den Besatzungszonen der Franzosen, Amerikaner und Briten die Gemeinden systematisch "abgeklappert" und die örtliche Verwaltung zur Zusammenarbeit "ermuntert".


    (1) Der fragliche Abstrzort liegt dummerweise in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone und
    (2) der Verlust ereignete sich in der Endphase des Krieges.


    zu (2) werden die lokalen (deutschen) Dokumentationen aus staatlichen Quellen schon sehr dünn (der Behördenapparat funktionierte nicht mehr so gut) - die örtliche Bevölkerung und Gendarmerie war mehr mit Fragen des eigenen Selbsterhaltes (Überleben) beschäftigt als mit der Dokumentation von Unfällen, Abstürzen, Kriegsopfern.
    zu (1): die neuen Machthaber und speziell die neuen "antifaschistischen" Lokalverwaltungen begannen sofort mit der Umerziehung, indem sie zuerst alle Erinnerungen an den verhassten Faschismus tilgte, wozu besonders die Vernichtung aller Akten gehörte! (wir sind unschuldig - denn es gibt ja keine Akten darüber! Und: wir tilgen alle Erinnerungen an die Faschisten, besonders alle Papiere mit "Hakenkreuz-Stempel".). Und die sowjetischen Besatzer waren in den frühen Nachkriegsjahren auch nicht besonders an der Aufklärung der westalliierten Vermisstenfälle interessiert.


    Bei bis heute vermissten RAF und USAAF Besatzungen wird als Verlustort meist das Angriffsziel (bei Bombern) oder der befohlene Operationsraum (bei Jägern, Jabos, Intrudern, Nachtjägern, Aufklärern) angegeben.
    In vielen Fällen ist (bei identifizierten und überführten Besatzungen) der bei den RAF und USAAF-Verlusten die dokumentierte Erstgrablage als Verlustort überliefert.


    Gruß, Uwe K.

    Edited once, last by DR40eghs ().

  • Hallo Uwe,
    Vielen Dank für Deine Antwort,
    Ja leider ist die Informationslage bei uns in den "neuen" Bundesländern mehr als schlecht. Von allem was ich in den letzten 20 Jahren über unseren Flugplatz herausgefunden habe ist bis auf ein paar Zeitzeugenaussagen und deren Ausweisdokumente so gut wie gar nichts von hier. Angefangen bei unserem Ortsarchiv bis hin zum Landesarchiv Sachsen Anhalt - Nichts


    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo zusammen,


    Quote

    ....so gut wie gar nichts von hier.


    sollte die StasI bzw. Moskau in ihrer Sammelwut das ausgelassen haben, schwer zu glauben, allerdings noch schwerer dran zukommen.

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,


    sollte die StasI bzw. Moskau in ihrer Sammelwut das ausgelassen haben, schwer zu glauben, allerdings noch schwerer dran zukommen.


    Selbst Archive dort hab ich angeschrieben, ohne jeglichen Erfolg :(

  • Hallo Frank,


    hast Du mal beim Standesamt gefragt? Im Sterberegister könnte zumindest der Absturztag und die Anzahl der getöteten stehen, ggf. weiter Informationen wie EM-Nummer usw.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,
    bin die Woche noch nicht dazu gekommen in Bad Schmiedeberg nach zu fragen, nur weiß ich das sich in BS mit so etwas ziemlich schwer tuen. Vor Jahren hab ich von einer Ortschronisten aus dem Nachbarort erfahren, dass im dortigen Stadtarchiv ein Ordner mit Polizeiberichten über Flugzeugabstürze und eine Bombardierung befindet. Der Ordner war noch genau an der von ihr besagten Stelle nur die interessanten Berichte nicht mehr!!! So konnte ich nur dies von ihr übernehmen was sich damals abgeschrieben hat....


    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo
    ich bin auf der Suche nach dem Werdegang der Flak Ersatz-Abteilung 6 in der mein Großvater gedient hat.
    Er war in Norwegen stationiert.
    Hat jemand Informationen über diese Abteilung, Fotos,....
    Vielen Dank

  • Guten Tag, "Herr Oberleutnant",


    darf man fragen, warum sich hier einfach an diesen Thread angehangen wird?
    Ich erkenne keinen Zusammenhang! ;(


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo zusammen,

    Leider hat meine Suche bei Standesamt, Friedhofsbehörden, Kirchen keinerlei Erfolg gehabt.

    Heute habe ich endlich den Autor des ursprünglichen Berichtes erreicht. Dieser teilte mir mit dass die beiden verunglückten Piloten direkt an der Unglücksstelle begraben wurden und das er sich ganz sicher ist dass beide exhumiert wurden.

    Wenn nur amerikanische Besatzungen exhumiert wurden gehe ich dann richtig in der Annahme dass es sich um eine amerikanische Besatzung handelte?


    Viele Grüße

    Frank