Handelsschiffe im Dienst der Kriegsmarine und deren Vita

  • Hallo Dieter,


    Heinrich Lohmann schreibt in seinem Buch "Der Bremer Fichtenhof und seine Bewohner, dass viele Schiffe der "Nordsee" in den Dienst der KM überstellt wurden sind.

    Leider habe ich auf der Schnelle die genauen Informationen nicht gefunden. Sollte darüber Interesse bestehen, müsste ich das Buch nochmal genauer durchlesen.


    Mit den besten Grüßen

    Rolf

    Suche alles über M-Flak-Abt. 705

  • Hallo zusammen,


    es hat zwar etwas gedauert aber hier jetzt die Vita des Kabelleger/Tanker SS Neptun


    Kabelleger/Tanker SS Neptun

    Die Neptun als einziger Vertreter dieses Typs wurde am 26. Januar 1926 bei der Werft Blohm & Voss

    in Hamburg unter der Baunummer 472 vom Stapel gelassen und am 15. April desselben Jahres an

    das damit auch als Reederei tätig werdende Nordenhamer Unternehmen Norddeutsche Seekabelwerke

    AG übergeben. Es wurde außer zum Verlegen von Seekabel auch im Öltransport zwischen den Vereinigten

    Staaten und Europa betrieben. Der Grundgedanke dieses Schiffes war es, entweder die für die Tankschifffahrt

    typische Ballastfahrt zum Ladehafen zu vermeiden oder bei einer mangelnden Nachfrage im Seekabelgeschäft

    als herkömmliches Tankschiff fungieren zu können. Es wurde bis auf Teile des Vor- und Achterschiffs im I

    sherwood-System konstruiert.

    Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schiff als Versorgungsfahrzeug der Legion Condor in Spanien eingesetzt.

    Bei Kriegsende im Mai 1945* lag die Neptun in Flensburg und wurde im Juni 1945 als Reparationsleistung an

    Großbritannien übergeben. Die neuen britischen Eigner verzichteten daraufhin auf die Betriebsmöglichkeit als

    Kabelleger und ließen das Schiff zu einem herkömmlichen Tankschiff umbauen und stellten es 1947 unter seinem

    neuen Namen Thule wieder in Dienst.

    Nach weiteren dreizehn Dienstjahren wurde das Schiff an einen belgischen Abbrecher veräußert und traf im Januar

    1961 zum Abbruch in Antwerpen ein.


    Laderaumanordnung:

    Das Schiff war in folgende Bereiche aufgeteilt:
    - Mittschiffs durchgehende Kabellegeeinrichtungen mit vorne und achtern angeordneten Kabelrollenauslegern.
    Runde Kabeltanks mit mittschiffs angeordnetem Kabelführungskonus und offenem Zugang zum darunterliegenden
    - Doppelboden. Diese konnten bei der Ölfahrt ebenfalls als Tanks genutzt werden.

    - Seitenöltanks und oberhalb der Kabeltanks angeordnete Sommeröltanks.

    Quellen:

    Literatur: Der Kabeldampfer „Neptun“. In: Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 71. Jahrgang, Nr. 3 (15. Januar 1927), S. 92–94

    * The World's Merchant Fleets, 1939: The Particulars and Wartime Fates of 6,000 Ships Hardcover – February 5, 2000

    Gröner Bd. 4, S. 179, http://www.digipeer.de/, Wikipedia, eigenes Archiv



  • Hallo Rolf,


    Quote

    dass viele Schiffe der "Nordsee" in den Dienst der KM überstellt wurden sind

    es waren fast alle. Hier wurde die Seeausdauer dieser Art Fangschiffe den Schiffen zu Verhängnis.

    Die Eignung als Vorpostenboot relativ gut

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,


    da in der letzten Zeit der Frachter Ruhr ein Thema hier einige Daten zum Motorfrachter "RUHR"


    Motorfracht RUHR RFSGDIEX

    06.03.1925 Auftrag für die "Ruhr" durch Hugo Stinnes für Seeschiffahrt&Überseehandel, Hamburg

    31.10.1925 Stapellauf bei der Bremer Vulkan, Vegesack noch unter Stinnes Flagge

    24.11.1926 Jungfernreise unter der H.A.P.A.G. Flagge,

    29.12.1927 endgültig bei der H.A.P.A.G. eingetragen

    04. 01.1933 rettete die „RUHR“ 86 Seeleute des brennenden französischen Passagierschiff L`Atlantique im Ärmelkanal.

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    26.8.1939 an Bodi ? (Reise Hamburg - Yokohama) unter Tarnung norwegische MS "Toronto“,

    30.08.1939 an Taranto und Auslaufen am 04.09.1939 über Bari nach Triest, an 06.09.1939.

    00.10.1939 wg. des Kriegsbeginns in Triest aufgelegt.

    18.3.1940 Übernahme Hamburger Reederei GmbH*

    1940 Kriegsmarine-Untern. „Felix“** (22.10.40 in Triest).

    28.9.1941 nach englischem Bombentreffer in Palermo Reparatur bis Januar 1942.


    21./22.1.1943 30 Meilen NW Cap Bon/bei Palermo durch eine vom englischen U Boot HMS

    "Rorqual" gelegte Mine beschädigt und dann durch Lufttorpedo- & Bombentreffer alliierter

    Flugzeuge gesunken.



    Verbleib:

    Quelle: KTB des Marinekommandos Tunesien

    Noch 22.01.1943

    14:45 Uhr

    ergeht Befehl, an die R-Boote zum Auslaufen, um die U-Bootsicherung

    bei dem im Schlepp befindlichen D. Chisone zu übernehmen. Das Geleit

    „RUHR“ „CHISONE" war beim Ansteuern des Cap Farina durch Bombenflugzeuge

    angegriffen worden,

    wobei die „Ruhr“ durch Bombentreffer in der Nähe der Bordwand versenkt wurde

    und die „CHISONE" Ruderschaden erlitt. Zuerst bestand auch der Verdacht auf

    Lufttorpedotreffer


    * Die „Hamburger Reederei GMBH“ war eine Gründung der H.A.P.A.G. um die kriegsbedingt

    möglichen negativen Folgen für die H.A.P.A.G. zu beherrschen, möglicherweise gab es auch

    eine staatliche Beteiligung/Garantie.

    ** Eroberung von Gibraltar (nicht durchgeführt)

  • Hallo JR



    PS: Falls es interessiert: Zu Sperrbrecher X (Vigo) habe ich einige Fotos und Werftunterlagen aus 1942 zur Wiederherstellung durch Dtsche Schiff-u.Maschinen AG Wsmde

    Ich hätte da Interesse an Werftunterlagen zur Vigo.

    Wir planen, in den nächsten Monaten das Schiffswrack in der Nordsee zu untersuchen.


    Gruss,

    Holger