Absturz Aufklärungsflieger im Vogelsbergkreis 1944 mit Carl Beuerle aus Dörzbach - wer weiß näheres ?

  • Hallo Gemeinde,


    wie es halt manchmal so geht.. da kennt man seit Jahren eine nette ältere Dame aus der Nachbarschaft und erst nach Jahren ergibt es sich rein zufällig, daß sie eine "interessante Geschichte" im Bezug zum Geschehen des 2. Weltkriegs hat.
    Erst spät hatte sie erfahren, daß ihr leiblicher Vater ein bei einem Absturz ums Leben gekommener Flugzeugführer war. Doch viel sprach man wohl nicht darüber.


    Nun würde sich die Dame freuen, wenn sie noch näheres dazu in Erfahrung bringen könnte. Vielleicht kann ja jemand hier aus der Runde etwas beitragen oder anders herum mit den hier bekannten Angaben in seinen Auflistungen etwas ergänzen.
    ( Eine WASt-Anfrage will die Dame noch stellen, doch die hat ja eine lange Wartezeit.. )


    Es handelt sich um Carl Beuerle, geboren 18.07.1912 in Möckmühl,
    gestorben am 09.09.1944 beim Absturz eines Aufklärungsflugzeuges. Es wurde in der Familie erzählt, daß der Aufklärungsflieger durch Jabo-Beschuß im Vogelsbergkreis abstürzte.
    Der Leichnam wurde dann nach dem Krieg nach Dörzbach umgebettet.
    In der Aufstellung bei "denkmalprojekte.org" ist er wie viele als "Wehrmachtshelfer" deklariert, das ist aber nicht zutreffend, da er Flugzeugführer gewesen sein soll.
    Mehr ist leider nicht überliefert.


    Es wäre schön, wenn jemand hier Licht ins Dunkel bringen könnte. VIelen Dank, auch im Namen der Tochter, für Hinweise.


    Mit freundlichen Grüßen
    MunaLisa
    .

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

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  • Hallo MunaLisa,
    schau mal hier, ist aber kein C(K)arl, sondern ein Siegfried, aber alle anderen Daten passen
    # Pilot Rank Born Place Score Units Aircraft Awards Notes Photo
    (Click to Expand) Links
    1 Wagner, Georg Uffz 6/30/1923 2/StG-103 Ju 87B-1 Werk # 5514 (lost 9/9/44) Dive Bomber Operational Clasp KIC 9 September, 1944 at Gedern, believed due to bad weather, as others of StG-103. Pilot buried at Gedern. His R/O Uffz Siegfried Beuerle (7/18/1912) also KIC and buried at Möckmühle.


    Am gleichen Tag gabs noch 3 weitere in Gedern, die dem Wetter zum Opfer fielen oder im Luftkampf (KIC)


    Quelle: http://www.aircrewremembered.com/KrackerDatabase/?q=Beuerle Abruf 11.01.18


    LG
    Siegfried
    PS: schau mal in deinen Posteingang

  • Hallo Thilo und Siggi,
    sehr nett, Eure Hinweise waren wieder einmal sehr hilfreich.


    So langsam lassen sich die Ereignisse in eine Reihe bringen.. ( und die üblichen Übertragungs- oder Leichtigkeits-Fehler aufdecken - wie Siegfried zu Carl / Karl oder die Einträge in die Gräberliste, wo fast alle als "Wehrmachts-Helfer" aufgeführt werden, obwohl im Original "Wehrmachts-Angehöriger" steht... )


    Heute ist Familientreffen, mal sehen, ob und an was sich die "bucklige Verwandschaft" noch erinnert.. ( das obligatorische Sterbebild-Kärtchen existiert auch noch. ) .


    Wenn sich noch was bedeutendes bei der Recherche ergibt teile ich es gerne hier mit.


    Herzlichen Dank , auch im Namen der Tochter,


    MunaLisa

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  • Moien,
    es gibt ein Buch über den Luftkrieg im Vogelsbergkreis, der Absturz wird darin auch behandelt.
    h.

  • Hallo,


    Quote

    es gibt ein Buch über den Luftkrieg im Vogelsbergkreis, der Absturz wird darin auch behandelt.


    ich habe das Buch und finde zu diesem Absturz nichts darin. Gedern gehört heute zum Wetteraukreis und nicht zum Vogelsbergkreis, damals zum Kreis Büdingen.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,
    ich habe AviaB33 schon auf die Stelle im Buch hin angefragt.


    Bei Dir wollte ich nicht gleich vorstellig werden, da Du ja sicherlich auch so schon gut ausgelastet bist.. :-)


    Euch beiden herzlichen Dank für die Mühe.


    Mit freundlichen Grüßen


    MunaLisa

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  • Hallo,


    Quote

    Bei Dir wollte ich nicht gleich vorstellig werden, da Du ja sicherlich auch so schon gut ausgelastet bist.


    das ehrt Dich ungemein. Schreib mir bitte die Seitenzahl, denn zwischen dem 12.5.44 und dem 11.9.44 sind bei mir keine Abstürze genannt.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Moien,
    mir ist ein Fehler unterlaufen, ich habe den Verlust mit einem vom StG 151 am 13.3.45 in die Stadt Dillenburg verwechselt! Bitte dies zu entschuldigen!


    Rober Keller
    Luftkrieg über dem Vogelsberg


    Rainer Klug
    Der Luftkrieg im Dillgebiet


    Was mich allerdings verwundert, daß der Absturz vom Sept. 1944 nicht bei Keller aufgeführt wird!! Das Buch ist recht ordentlich recheriert! Gibt es vielleicht zwei unterschiedliche Orte/Gebiete mit dem Namen Vogelsberg?
    h.

  • Hallo,


    mag daran liegen, daß Keller nur Abstürze im heutigen Vogelsbergkreis aufführt, also den ehem. Kreisen Lauterbach, Alsfeld und Schotten. Gedern gehört und gehörte nie dazu.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Moien Thilo,
    danke für die Info! Das Schlachtgeschwader (nicht Stukageschwader) 103 lag mit Stab und I. Gruppe damals auf Plätzen um Biblis, daher nicht verwunderlich das die mit einer alten Berta durch die Gegend flogen! Beuerle war mit 31 Jahren ja schon ein "älterer Herr" für einen Flugzeugführer. Um welche Maschinen handelt es sich bei den genannten drei weiteren Abstürzen? Der 9.9.44 ist eh ein komischer Tag, ich habe hier einen Absturz mit 4 Toten, konnte aber in über 40 Jahren keinen der offiziellen Verluste zuordnen!
    h.

  • Guten Abend,


    tschull'jung wenn ich mich hier einmische.


    Die 3 mit Personalverlust (6 Tote !) verunfallten Ju 87 gehörten alle zur 2./SG 103. Es waren mindestens 4 Flugzeuge an dem Flug beteiligt. Beuerle war erster Wart und flog als 2. Mann in der 5514. Beuerle hatte die EM: "Fl.Techn.Sch.Adlershof - Nr. 466". Die Ju 87 gerieten in Schlechtwetter und versuchten eine Notlandung. 3 Maschinen wurden dabei total zerstört (2 x 98%, 1 x 75%). Der genaue Absturzort liegt etwa 1.5 km südlich von Gedern/Wetteraukreis. Die vierte Ju 87 wurde bei der gelungenen Notlandung leicht beschädigt, die Besatzung blieb unverletzt.
    - in der 6109 saßen (F) Ogfr. Krauser, Georg und (1.Wart) Ogfr. Sommer, Ewald
    - in der (87) 0261 saßen (F) Gefr. Deicken, Fritz und (1.Wart) StGfr. Bader, Siegfried
    Wagner, Sommer, Deicken und Bader sind in Gedern bestattet, Krauser und Wagner wurden heimatüberführt.


    Quelle ist die WASt (NVM). Das Ereignis wurde von Dirk Sohl und Horst Jeckel ausfürlich recherchiert und dokumentiert. Ich meine, dass dazu auch schon im Fligerblatt eine Meldung in den Suchanzeigen stand. Die Referenz zum JB/FB-Eintrag habe ich gerade nicht vorliegen - dazu müsste ich die letzten 25 Jahrgänge durchblättern (es stand für mich nichts neues drin, darum nicht notiert).


    V. Grüße,
    Uwe K.


    P.S./Ergänzung/Edition: @AviaB.33 - welchen Absturz vom 9.9.44 mit 4 Toten kannst du nicht zuordnen, was ist bekannt?

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

    Edited once, last by DR40eghs ().


  • Hallo Uwe,
    also so etwas, sich hier einfach einzumischen... :-)


    Doch herzlichen Dank für die Hintergrundinformationen - wunderbar.
    Doch ein paar Verständnisfragen in aller Kürze:
    2. / SG : ist hier 2. Staffel gemeint ?
    EM: der Eintrag FI Techn. Sch.Adlershof: heißt das Flugingenieur bzw. Techn Schule Adlershof ?


    Ich kann mich ein klein wenig "revanchieren".. : Krauser und Beuerle wurden in die Heimat geholt .( Beim letzten mußte die Familie sich gegen die Regularien hinwegsetzen, unter der Hand wurde das organisierrt und dafür waren RM und ein Sack Mehl (!) zu zahlen.... Aber dafür konnte Beuerle dann in der Heimat beerdigt werden..)


    Zu Sohl und Jeckel: Die Herren waren mir bisher noch nicht aufgefallen. Werde ich wohl dann mal kontaktieren müssen..


    Recht herzlichen Dank an Dich für die Hilfe!


    Mit freundlichen Grüßen
    MunaLisa

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  • Upps ... das (die Rückantwort) ging aber flott.


    Ja,
    2. (Staffel) / (I.Gruppe) / Schlachtgeschwader 103.
    Die weiter oben bereits angeführte Verbandsbenennung "StG-103" aus der sogen. "Kracker-Database" ist - gelinde gesagt - Schrott.


    Das SG 103 war ein Schlacht(flugzeug)-Schulgeschwader. Die I. Gruppe lag nach der "Flucht aus Frankreich" in Biblis (vorher: Metz-Frescaty) und schulte bis Sept. 44 auf Ju 87. Die II.Gruppe flog 1944 als Hauptmuster die Fw 190 in der Schlachtversion. Die Unfälle vom 9.9.44 sind die letzten auf Ju 87 - danach wurde das Schulen auf dem "Stuka" beim SG 103 eingestellt, die Fw 190 Schulung bis ins Frühjahr 45 fortgesetzt.
    Die II. Gruppe verlegte ab 10/44 nach Österreich (Hörsching), für die I.Gruppe habe ich im Spätjahr Verlustmeldungen aus dem Heidegebiet (Kohlenbissen, Unterlüssen, Fassberg). Dorthin zog 1945 auch die II.Gruppe. Ich VERMUTE, dass es sich am 9.9.44 bereits um einen Verlegungsflug Biblis-Fassberg handelte, weil ein "vernünftiger" Schulbetrieb in Biblis wegen der allgegenwärtigen Tieffliegergefahr nahezu unmöglich geworden war. Der Platz Biblis wurde außerdem für andere Einsatzverbände benötigt. Dafür spricht auch, dass auf dem hinteren Sitz der Ju 87 ausnahmslos die 1.Warte der Flugzeuge saßen.


    Alle ehemaligen Stuka-Geschwader, auch die Schulgeschwader, wurden im Laufe des Jahres 1943 zu Schlachtgeschwadern umbenannt (siehe auch: www.ww2.dk ) und mit den vorherigen Schlachtgeschwadern (Abk.: Schl.G. ) zusammengefasst. Dies ist natürlich die absolute Kurzfassung und stark vereinfacht - die "Spezialisten" mögen in dieser Kurzversion diverse "Haare in der Suppe finden" - und gerne behalten. Die Ju 87 wurde aber in Spezialrollen (Panzerjäger mit 3.7 cm Kanone, Nachtschlachtverbände) noch bis Kriegsende geflogen - aber dafür gab es genügend ausgebildete Ju 87 Piloten. Die Funker(Borschützen kamen - wenn sie Glück hatten - zu anderen fliegenden Verbänden. Und wenn sie Pech hatten und "fit" und jung genug waren, in den infanteristischen Einsatz (W-SS, Lw.-Feldverbände, Fallschirmjäger, usw. ...).


    FI Techn. Sch.Adlershof = Flieger-Technische Schule (Berlin-) Adlershof.
    Dort wurde u.a. das technische Personal aus- und fortgebildet (Flugzeugwarte, Motorschlosser, usw.).


    Einen sehr guten Überblick zu den Luftwaffen-Schulen und zur fliegerischen Ausbildung der Besatzungen liefert das 2-bändige Werk:
    Sven Carlsen, Michael Meyer: Die Flugzeugführer-Ausbildung der Deutschen Luftwaffe 1935-1945. (Verlag VDM Nickel, Zweibrücken, 2000).


    Der Hauptautor hat mir übrigens heute Abend hier über das Forum eine nette Nachricht zukommen lassen, betreffend eine Stammkennzeichen-Frage. :)


    Zu Dirk Sohl siehe z.B.: https://fliegerschicksale.de.tl/
    (Darf man hier übrigens Links einfügen ?).
    Und Horst ist u.a. sehr rührig im Fliegerblatt (FB), dem Organ der "Fliegergemeinschaft Deutscher Luftstreitkräfte e.V.,). Beide Namen findest du sehr häufig auch in den Danksagungen diverser lokaler "Luftkriegsgeschichten" (oder bei den "Acknowledgements" von sog. "Remembrance" Internetseiten). Aber im Endeffekt kommen die meisten Daten ja sowieso vom BA-MA-Freiburg, vom Volksbund oder aus der WASt. .


    Gruß, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Guten Morgen Uwe,


    Dank Deiner reichhaltigen Antwort sind nun alle meine Fragen gut beantwortet. Recht herzlichen Dank dafür.
    Ich werde die Angaben der Antworten nun einmal zusammenfassen und der Tochter zukommen lassen. Die betagte Dame wird sich sicherlich sehr darüber freuen.


    Einen schönen Tag wünscht
    mit freundlichen Grüßen


    MunaLisa

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  • Hallo in die Runde,


    gestern erhielt ich noch die Mitteilung, daß ein Bild vom Friedhof vorhanden ist..
    Es ist zwar nur ein briefmarkengroßer, dunkler Abzug, doch ich konnte noch etwas an Helligkeit und Kontur "herauskitzeln".. :-)


    Zu meiner Verwunderung: es zeigt 10 Särge nebeneinander aufgebahrt. Da es nicht der Dörzbacher Friedhof ist, nehme ich an, daß es der Gederner ist.


    Mehr ist leider hier nicht bekannt.


    Viel Spaß beim Anschauen, denn "auf alten Bildern kann man viel entdecken"..


    Einen schönen Abend wünscht Euch
    MunaLisa

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    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo zusammen!
    Nachdem ich jetzt auch nach diesem Fall gegoogelt habe, bin ich auf diese Seite gestoßen und habe mich auch umgehend im Forum angemeldet.
    Ich bin der oben schon genannte Dirk Sohl und habe mich vor etlichen Jahren mit diesem Fall, also mit den sechs gefallenen Fliegern bei Gedern,
    beschäftigt. Wo meine Unterlagen dazu sind, weiß ich noch nicht, werde aber wohl nächste Woche etwas Zeit finden zu suchen.
    Die eigentlichen Antworten zu dem genannten Carl Beuerle wurden ja oben schon von Uwe gegeben. Vielen Dank!
    Die Frage aber, die jetzt noch beantwortet werden müsste ist: "Warum sind 10 Särge mit Stahlhelmen auf dem Foto abgebildet?"
    Wir haben die drei Ju87-Besatzungen, so dass derzeit noch nicht geklärt ist, wer die anderen vier Soldaten sind.
    Wir können davon ausgehen, dass die drei "Stuka" von amerik. P-47 abgeschossen wurden, die an diesem Tage in dieser Gegend jede Menge Flugzeuge und
    Eisenbahnzüge in Schrott verwandelt haben.
    Meine Meinung zu den vier anderen Soldaten geht erstmal dahin, dass es welche waren, die am Boden durch die Angriffe der "Jabos" getötet wurden und,
    das es dadurch wohl auch sehr gut sein kann, dass es sich hier um Heeresangehörige handelt.
    Das Sterberegister von Gedern gibt leider dieses Geheimnis nicht preis.
    Wenn wir hierbei hängen bleiben, müsste die Friedhofsverwaltung in Gedern eingeschaltet werden. Dort müssten eigentlich alle zehn Gefallenen namentlich
    aufgeführt worden sein. Da wir auch noch nicht das genaue Datum der Beisetzung kennen, könnten die die vier anderen Toten evtl. auch kurz vor oder kurz nach
    dem 09. September 1944 ums Leben gekommen sein. Die am 09. September 1944 gefallenen Flugzeugführer des Jagdgeschwader 2 kommen hierfür aber nicht in
    Frage.
    Avia B.33 schreibt oben auch von einem ungeklärten Absturz am 09.09.44 mit vier Toten. Kommt denn die Gegend hierbei auch in Frage?
    Herzliche Grüße und viel Spaß beim weiterrecherchieren,
    Dirk


  • Wir können davon ausgehen, dass die drei "Stuka" von amerik. P-47 abgeschossen wurden, die an diesem Tage in dieser Gegend jede Menge Flugzeuge und
    Eisenbahnzüge in Schrott verwandelt haben.


    Lieber Dirk,


    schön, dass du auch hergefunden hast, ich freue mich echt !
    Falls US P-47 die Stukas abgeschossen haben sollten - dann haben sie die Abschüsse aber nicht gemeldet. Was aber eher unwahrscheinlich ist.
    Ich habe (unten) mal die entsprechende Stelle aus den "USAAF Credits in Air-to-Air combat" von Frank Olynyk angehängt, dort kommen kein Ju 87 vor, oder andere Flugzeuge die irgendwie an Stukas erinnern könnten. Auch am Vortag oder danach sind keine Luftsiege über Ju 87 gemeldet. Alle anderen "credits" von US-Jägern/Jabos vom 9.9.44 lassen sich fast 1:1 entsprechenden Verlusten auf Luftwaffen-Seite zuordnen.


    Ich glaube eher daran, dass sich die Ju 87 auf einem Verlegungsflug (Biblis -> Fassberg) befanden. Dafür spricht auch, dass in allen dokumentierten Maschinen jeweils der 1.Wart als "zweiter Mann" mitflog. Die Maschinen sind dann wohl in Schlechtwetter geraten - oder wollten tatsächlich den Jabos ausweichen, die ihnen evtl. über Funk gemeldet wurden. Aus der dann geplanten Sicherheitslandung wurde dann ein Fiasko.
    P-47 der Frei-Franzosen waren im Sept. 44 noch nicht in dieser Gegend eingesetzt - und Jäger der RAF kamen auch nicht so weit nach Süden (Ausnahme: Mosquito Intruder und Nachtjäger).


    Ich glaube an einen Unfall - lasse mich aber sehr gerne eines Besseren belehren (bitte mit Primärquellen).


    Ganz herzliche Grüße, Uwe K.

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    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."


  • Hallo Dirk,


    so so, hier schließt sich ja nun der Kreis.. :: :thumbsup:


    Danke, daß Du Dich meiner Anfrage annimmst. Ich hatte Euch angemailt, da Ihr ja vor Jahren auch diese Abstürze recherchiert hattet.


    Zu Gedern: Ich hatte dort schon angefragt, aber im Rathaus hat man bisher nichts zuordnen können....
    Deshalb versuche ich ja auch parallel mit der Frage, ob jemand vor Ort den Gedener Friedhof auf der alten Aufnahme wiedererkennen kann, die Lokalität zu klären. Leider ist der Vorstand vom historischen Verein im moment gesundheitlich angeschlagen und kann sich dieser Sache im Moment nicht widmen... Einen anderen im Ort habe ich bisher nicht ausfindig machen können.


    Auf jeden Fall ein Herzlich Willkommen hier im Forum, mit Eurer Initiative "Fliegerschicksale" sicherlich eine Bereicherung - in beide Richtungen.
    ( und amüsant für mich: es müßte jetzt schon das fünfte mal sein, das sich jemand in Folge meiner Recherchen hier dann auch angemeldet hat... - zum Glück ist das hier kein Buchclub, keine Tageszeitung etc., wo man mit Werbegeschenken für Mitgliederwerbung "beglückt" wird.. :-) )


    Mit freundlichen Grüßen
    MunaLisa


    ( Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.. )

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo und herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme!
    Tja, was soll ich nun schreiben?
    Aber eigentlich habe ich schon die Idee, der Sache näher zu kommen.
    Es waren doch eigentlich genug P-47 "Thunderbolt" an diesem Tag unterwegs, die alles was ihnen
    vor die "Cal. 50" kam vernichtet oder beschädigt haben. Einige davon, ich traue mich jetzt nicht mehr nachzuschauen,
    wurden bei ihrer "Freien Jagd" aber zu Opfern der deutschen Flugzeugführer des JG 2, die sich ja auch eingemischt haben.
    Diejenigen P-47-Piloten, die abgeschossen wurden, konnten ja keine Erfolgsmeldungen mehr abgeben, und da ja ein ganzer Schwarm
    der "Jabos" verloren ging, könnte es sehr gut sein, dass sie ihren Erfolg mit dem Tod bezahlt haben.
    Nur eine Idee und nicht so abwegig: "Warum sollten die Stukas bei schlechter Sicht in den Boden gerast sein, wo gleichzeitig
    die P-47 zur gleichen Zeit jede Menge Bodenziele angegriffen haben?"


    Wir "gehen" hier mal weiter und ich freue mich auf eure Meinungen dazu!