Flugsicherungskommando / Fluko in Jesberg/Nordhessen

  • Hallo zusammen,


    ich recherchiere gerade zu einem Familiengrundstück in Jesberg / Nordhessen, das Ende der dreißiger Jahre enteignet worden war und danach bebaut wurde mit sogenannten "Flugko-Baracken", in denen nach Aussagen alter Jesberger "Flugko-Mädchen" gearbeitet haben. "Flugko" müsste für "Flugsicherungskommando" stehen, meine ich, von denen eines im Laufe des Krieges von Kassel nach Jesberg verlegt worden war. Durch Jesberg verlief das sog. "Hitlerkabel", d.h. der Ort war ein nachrichtentechnischer Knotenpunkt in der Zeit, vielleicht war das ein Grund für die Verlegung?


    Weiß jemand mehr über "Flugko-Einheiten" generell (standen sie z.B. in Verbindung zum weiblichen RAD, der in Jesberg z.B. ein Lager betrieb)
    bzw. über die Einheit in Jesberg im Besonderen? Hat jemand gar Fotos?


    Danke schon jetzt!


    pionier15

  • Hallo,
    der Begriff Flugko ist mir völlig unbekannt. Es gab aber das Fluko Kassel, das sogenannte Flugwachkommando Kassel. Wo liegt den das Jesberg nur für die ortsunkundigen wie mich.
    Gruß Uwe

  • Hallo Uwe,


    Jesberg liegt etwa 50 km südlich von Kassel - und danke erstmal für Ihre Rückmeldung.


    Ja, vielleicht heißt es auch Fluko - ich hatte das Wort immer nur gehört, ohne zu wissen, wie man es schreibt.


    Gab es dieses Flugwachkommando damals nur einmal im Reich, also in Kassel, oder auch anderswo?


    Wissen Sie da mehr drüber?


    Gruß pionier15

  • Moien,
    Flukos (es gab Klein und Groß Flukos) gab es im gesamten Reich. Teil der Ln-Truppe, von hier wurden u.a. einfliegende Feindverbände (nach Sicht, bzw, Funkmess) gemeldet.
    h.

  • Hallo zurück,


    stimmt, ich brauchte nur den richtigen Begriff - Fluko und Flugwachkommando - und finde bei Google jetzt schon mehr. Danke nochmal!


    Gruß Pionier15

  • Hallo zusammen,


    Quote

    bebaut wurde mit sogenannten "Flugko-Baracken", in denen nach Aussagen alter Jesberger "Flugko-Mädchen" gearbeitet haben. "Flugko" müsste für "Flugsicherungskommando" stehen, meine ich, von denen eines im Laufe des Krieges von Kassel nach Jesberg verlegt worden war. Durch Jesberg verlief das sog. "Hitlerkabel",


    die Baracken wurden Umgangssprachlich als "Fluko-Baracken" bezeichnet oder vielleicht war es auch Absicht wg der Tarnung. In Jeseberg gab es die Luftwaffen Vermittlung 64 (LV64)
    Diese Vermittlung war für den Anschluss des Hauptquartier des Ob.d.Lw. in Bad Wildungen (Kaiserhof) an das Führungs-Nachrichren-Netz des OKW zuständig.
    Diese Vermittlung wurden vom mindestens einer Lw.-Luftnachrichten-Kompanie (Betrieb) besetzt und das 24/7/365. Zu dem Personal gehörten Personal der Reichspost und der Luftwaffe-
    personal hierzu gehörten auch Luftnachrichten-Helferinnen.


    Die Einrichtung bestand angepasst bis in die 1990 Jahre weiter ( "Bundeswehr-Trägerfrequenzstelle 45 (Bw-TF-St 45)


    Das Foto Ist ein Beispiel aus Frankreich (1944)

  • Hallo Dieter,


    leider lese ich Ihre Antwort jetzt erst - Asche auf mein Haupt - und sage danke!


    Pionier15

  • Hallo,


    für "Hitler-Kabel" wurde laut dem kleinen Artikel hier

    http://www.lkrhoengrabfeld.rho…/1000/14802/Breitband.pdf

    ein großer Aufwand zur Tarnung/Verschleierung betrieben.


    Der Artikel bezieht sich auf ein Hohlleiterkabel von Berlin nach München ("erstes Breitbandkabel Deutschlands", alle 35 km eine getarnte geschützte Verstärkerstelle). Im Artikel ist der Streckenverlauf zwischen Erfurt und München abgebildet. Er ging nicht über Bad Wildungen.


    Aber der Begriff "Hitlerkabel" (oder auch "Führerkabel") dürfte auch für andere "geheimnisvolle" Kabelverbindungen verwendet worden sein.

    Hier ein Link zu jemandem der sich mit mit solchen Kabeln beschäftigt: http://historische-fernkabel.com/


    Viele Grüße

    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    danke für diese Info! Gut zu wissen, zu was für einem großen Netzwerk unser "Hitlerkabel" hier in Jesberg gehört hat.


    Was mich aber noch eher interessiert, sind tatsächlich die Fluko-Baracken hier im Ort. Sie standen ja auf unserem Grundstück, dessen Geschichte ich recherchieren möchte. Das Hitlerkabel hat nach meinem jetzigen Wissensstand nichts damit zu tun.


    Vielleicht hat ja jemand Fotos dieser oder anderer Fluko-Anlagen im Deutschen Reich? Nur, damit wir mal einen Eindruck bekommen, wie das bei uns ausgesehen haben könnte ...


    Viele Grüße

    Pionier15

  • Grüß Gott Pionier,


    hast Du schon mal beim zuständigen Gemeinde/Stadt -Rathaus nachgefragt nach denalten Plänen von Jesberg, da müßten diese eigentlich eingezeichnet sein.


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

  • Hallo Pionier,


    Quote

    Was mich aber noch eher interessiert, sind tatsächlich die Fluko-Baracken hier im Ort. Sie standen ja auf unserem Grundstück, dessen Geschichte ich recherchieren möchte.


    wenn das was auf eurem Grundstück stand ein Flugwach-Kommando bzw. eine Baracke dieses war, dann muss es außergewöhnlich

    viel Fernmeldekabel und Zubehör auf dem Grundstück gegeben haben. Gab/gibt es da noch was ?

    Gruss Dieter

  • Hallo Eumex, hallo Dieter,


    ja, bei der Gemeinde haben wir schon nachgefragt und dort eine Sammlung Bauakten aus der ungefähren Zeit gesichtet. Was aber ausgerechnet fehlte, war der Ordner zu unserem Grundstück... Hm.


    Aber die Idee ist gut, eine große Liegenschaftskarte zum ganzen Dorf muss es ja auch gegeben haben - da erkundigen wir uns nochmal. Danke für die Anregung.


    Zu den Fernmeldekabeln: Da müssten wir, ehrlich gesagt, nochmal nach buddeln. Gibt es denn gute Methoden, die ausfindig zu machen? Mein Mann sagte mir, von einem der Gebäude stand noch ein Keller, als ein Teil des Grundstücks irgendwann gepflastert wurde. Diesen Keller hatten sie dabei zugeschüttet. Heute fragt er sich natürlich, was er da gemacht hat. Was noch sichtbar steht aus dieser Zeit ist ein alter Hydrant, vergleichsweise groß, würde ich sagen.


    Gruß Pionier 15

  • natu02

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