Fotografie - Kamerapreise

  • Hallo, die unteren Lohnempfänger mussten dafür mitunter bis zu 2 Monaten arbeiten.
    Gut das sich einige diese Kameras leisten konnten, insbesondere die Schmalfilmkameras und deren Filme die
    über den Krieg hinweggerettet wurden.
    Bin in Besitz zweier Viedeokassettten in Farbe aus dem Ostfeldzug, sehr interessant und in Farbe...

    Gruß Frank

  • Tag allerseits,

    zu den Durchschnittslöhnen 1935:

    https://www.was-war-wann.de/historische_werte/monatslohn.html

    Das waren damals 139 RM. Arbeiter der damaligen Zeit kauften sich kaum eine Leica, die waren froh, wenn sie sich für ihren kargen Lohn gelegentlich eine neue Hose oder Schuhe kaufen konnten. Da musste man damals schon Akademiker sein, um sich solchen Luxus - wie eine Leica - leisten zu können!

    Ähnlichkeiten zur Jetztzeit gibt es auch; eine "ordentliche digitale Leica" für vielleicht 6.000 € kauft sich auch im Eurozeitalter kaum ein Durchschnittsverdiener.

    Gruß
    Bert

  • Hallo zusammen,

    im Laufe des Krieges wurde die Angebotssituation mit fotografischen Artikeln
    immer schlechter (und damit die Preise auch immer höher !).
    Mein Chronist hat 1940 in ANTWERPEN für seine Traum-Kamera Kodak Retina
    350 RM bezahlen müssen. (Schilderung im Anhang; aus: https://www.amazon.de/Landsknecht-od…3%BCnther+unger)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kodak_Retina

    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Tag allerseits,

    man könnte in Sachen Leica auch höher einsteigen, wie der Anhang beweist. Dann geht es nicht mehr um lumpige 6.000 oder 8.000 €, sondern um 18.600 €. Das wäre doch für Weihnachten das richtige Geschenk - natürlich auch

    für Normalverdiener.

    Während der Kriegsjahre und danach bis 1948 war der Handel durchaus noch mit Kameras aller Art bestückt. Aber das war reine Bückware, denn die lag gut versteckt unter der Ladentheke.
    Man kam zwar vielleicht in den letzten Kriegsjahren mit viel Glück zu einer Agfa Isolette, aber eine Leica war für RM nicht zu erhalten, da musste man schon mit anderen Tauschgütern gegenhalten. Interessant auch, schon am Tage nach der Währungsreform gab es in jedem Fotoladen über Nacht wieder eine Menge Kameras zu kaufen, die wurden wahrscheinlich allesamt
    einen Tag vor der Währungsreform produziert!

    Grüße
    Bert

  • Tag allerseits,

    wir wollen von SG schon genauer wissen, wann der Urgroßvater das verdiente und welchen Status er als Beamter hatte (z.B. Obersekretär, Inspektor usw.).

    Nur ein Beispiel zur Verdienstsituation im Jahre 1949: Ein 37 Jahre alter Stadtassistent (Besoldung A 5, verheiratet, 1 Kind) verdiente damals 250 DM brutto. Das war ein in der Tat karges Gehalt. Auf dem Bau verdiente damals ein Hilfsarbeiter mehr und ein Maurergeselle erheblich besser als ein Beamter des mittleren Dienstes in der untersten Besoldungsklasse.

    Gruß
    Bert

    Edited 2 times, last by Jahrgang39 (December 2, 2017 at 5:52 PM).

  • He Bert,

    das mache ich gerne.
    Das Datum ist der 06.05.1942, Quelle ist eine Gestapo-Akte in der das entsprechend aufgezeichnet wurde.
    Der Status war "Provinzialstrassenbaumeister".

    LG
    SG

  • Tag allerseits,

    beamtete Straßenmeister gibt es nach wie vor im Beamtenrecht.
    In Bayern sind im Besoldungsgesetz aufgeführt: Straßenmeister, Oberstraßenmeister, Hauptstraßenmeister - BesO A 8 - A 10. Ein Hauptstraßenmeister wird also genauso besoldet
    wie ein Oberinspektor oder ein Oberkommissar bei der Polizei.

    Grüße
    Bert

  • Hallo Bert,

    ich würde sagen die "Meisterklasse" geht in Ordnung mit A8 bis A10, aber wir haben es im Fall vom "SucheGroßvater" Beispiel mit einem "Baumeister" und sogar einem "Provinzialen" zu tun. Wenn ich mich noch einigermaßen auskenne, dann dürfte der mindestens in der höheren A-Klasse (mindesten A 13 bis A 15), wenn er nicht sogar in der B-Klasse gespielt haben.

    Gruß

    Paul


    G-W-G'

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Informationen und die Links.

    im Laufe des Krieges wurde die Angebotssituation mit fotografischen Artikeln
    immer schlechter (und damit die Preise auch immer höher !).
    Mein Chronist hat 1940 in ANTWERPEN für seine Traum-Kamera Kodak Retina 350 RM bezahlen müssen

    Das wäre dann das 4,5fache des normalen Ladenpreises (~75 RM), obwohl noch andere Kameras erhältlich waren.
    Ich weiß nicht, in wie fern dieser Wunsch nach dem unbedingten Lieblingsmodel repräsentativ ist. Haben 1940 schon alle Kamerahersteller auf WH-Produktion umstellen müssen (Panzeroptik, etc.)
    und waren auch im Reich kaum noch neuere Kameras erhältlich?
    Oder war nur die Kodak Retina dermaßen beliebt, dass es zu raren Beständen führte?
    Den Punkt der großen Unterversorgung, was Kameras und auch Filmentwicklung angeht sehe ich erst viele Jahre später.


    Viele Grüße
    Malte

  • Hallo,

    es gab in den 1930er auch preisgünstige Kleinbildkameras, z.B. die Agfa Karat, in der einfachsten Ausführung für 35,- RM. Und mit solchen Kameras werden die meisten Amateuraufnahmen im Krieg gemacht worden sein, wer schleppt schon eine Kamera mit heutigem Vergleichswert <1000€ mit?


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Tag allerseits,

    wer Geld hatte, kaufte sich noch vor Kriegsausbruch oder in den ersten Kriegsmonaten eine ordentliche Kamera und in der Kriegszeit selbst kam mit "Beziehungen" sicher auch auch noch zu einer ordentlichen Kleinbildkamera. Da waren wohl auch Gefreite aus betuchtem Hause im Felde mit noblen Kameras unterwegs.

    Ganz allgemein zu Kriegsalben

    http://www.fremde-im-visier.de/publikationen_…_broschuere.pdf


    Was die Beliebtheit der Kodak Retina betrifft, das kann man hier nachlesen

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kodak_Retina

    auch nach 1948 war diese Kleinbildkamera ein Verkaufsrenner.

    Gruß
    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 (December 3, 2017 at 10:23 AM).