"Der Brückenkopf" von Georg Holmsten

  • Das Buch hatte ich als Jugendlicher mal in einer Schulbibliothek in die Hände bekommen und konnte es nicht wieder aus der Hand legen. Im Romanstil hat der Autor Georg Holmsten eigene Kriegserlebnisse als Sanitäter in einer Artilleriebatterie auf einem Brückenkopf an der Oder 1945 niedergeschrieben. Ob es sich dabei um Schilderungen von Fakten und Tatsachen handelt, möchte ich nicht beurteilen, auf jeden Fall ist es für mich sehr interessant, die Erlebnisse eines Soldaten zu lesen der nicht den Befehl hat zu töten, sondern sich als Sanitäter mit den Hinterlassenschaften des Tötens beschäftigen musste.


    Hab das Buch (gebraucht in gutem Zustand) vor zwei Wochen über Amazon für 2 € gekauft, hier eine weitere Leserrezension:


    Georg Holmsten verarbeitete in diesem Tatsachenroman eigene Fronterlebnisse aus den Kämpfen des März 1945 im Oderbrückenkopf südlich von Stettin. Aus der Sicht eines Sanitäters in einer Panzerdivision beschreibt er äußerst realistisch das Chaos und Elend, die Abgestumpftheit und den Durchhaltewahnsinn in den zusammengewürfelten Einheiten der 3.Panzerarmee. Den Charakter eines Erlebnisberichtes hat Holmstens Schilderung eines misslungenen deutschen Gegenangriffs. Lesenswert und bisher offenbar verkannt!

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited 4 times, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo Johann Heinrich,


    ich habe das Buch auch erst vor 2 Wochen gelesen, beschreibt den Brückenkopf Altdamm.


    Es ist sehr hart geschrieben, und absolut lesenswert. Auch so ein Buch sollte man mal lesen, nicht nur Bücher, wann war wo welche Einheit. Man kommt wieder auf dem Boden der Tatsachen an, wie brutal ein Krieg ist, und das ein Überleben in so einem Krieg nur Zufall ist.
    Interessant ist wirklich das Chaos in diesem Brückenkopf, die Überlegenheit der Roten Armee, und die Chancenlosigkeit der Wehrmacht auf der Ostsseite der Oder.


    http://img248.imageshack.us/img248/9392/5491jl7.jpg


    http://img403.imageshack.us/img403/9771/200345wl7.jpg


    Karten aus Saft's "Krieg im Osten"


    Stefan

    Edited once, last by Pile ().

  • Ja, ich hatte den Roman auch mal gelesen. Kann ihn nur empfehlen.

    Suche alles zur 2. Marineinfanteriedivision und zur 5. FallschJgDiv

  • Hallo,


    ,,Fronterlebnisse aus den Kämpfen des März 1945 im Oderbrückenkopf südlich von Stettin" - aber wo? Greifenhagen, Schwedt, Zehden?


    Vielen Dank für die Antwort.


    fanatyk6

  • Hallo Fanatyk,


    schau Dir den Beitrag von "Pile" an.


    beschreibt den Brückenkopf Altdamm.


    Ich habe das Buch nicht gelesen, aber ich lese dass so, dass das Buch die Kämpfe um Altdamm beschreibt.


    Gruß
    Raffael

  • Hallo zusammen,


    nach längerer Zeit hier noch mal nachträglich ein Bild vom Buch "Brückenkopf" von Georg Holmsten.


    Gruß, J.H.

    Files

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Raffael,
    ich bin hier ein Neumitglied, doch sehr interessiert an den Kämpfen 1945
    um Stettin. (bin in Stettin geboren und habe in Jaseniz/ Pölitz) bis Okt. 45 gelebt.
    Mich interessiert: Welche deutsche Einheiten haben z. B. um Pölitz gekämpft?
    Jedenfalls fanden wir nach unserer Flucht und dem befohlenen Rückmarsch in unserer Wohnung in Jasenitz noch Meßtischblätter ausgebreitet...also war dort wohl eine kleinere Kommandostelle. ...

    ckm

  • Dake Raffael, hatte ich gestern abend schon gefunden...und war mal wieder tief beeindruckt, wie diese ganz jungen Fallschirmjäger in jenen letzten Tagen des Krieges noch gekämpft haben. ..
    Ich habe die letzten Tage damals auf einem kleinen Gut in Mecklenburg (bei Bad Sülze) miterlebt. Als noch nicht ganz 11 jähriger Pimpf.
    (Wir waren damals mit unserem Treck schon dort gestrandet)...
    Die letzten deutschen Soldaten - soweit ich sehen konnte - Waffen SS (die wir damals sehr bewunderten) jagten in einem VW-Kübel am 30. April/ 1. Mai über die Recknitz in den Westen....Wer weiß, welcher Einheit die angehörten...ich wäre für eine Auskunft sehr dankbar..

    ckm

  • So, habe das Buch von Holmsten heute erhalten und in einem Zuge (fast)
    durchgelesen. Für Interessierte: Über alle Maßen empfehlenswert! Hier hat ein "Sani" (Sanitäter) Tag für Tag seine Einsätze als erster Helfer im Gefecht aber auch die grausame Aussichtslosigkeit des End- Kampfes an der Oder beschrieben.
    Mich hat das weit mehr beeindruckt als die meisten anderen -oft sehr berühmten -
    Kriegsromane, gerade weil einer hier "beinahe" unmittelbar nach den Kämpfen seine Eindrücke aufgeschrieben hat. Und dies aus der Sicht eines Sanitäters, der die schrecklichen Verletzungen seiner Kameraden - heute würde man sagen - beinahe "cool" berichtet, der aber auch darüber berichtet, wie es in diesen letzten Kriegswochen - militärisch oft völlig durcheinand ging...


    Für die Vorpommern unter den Lesern: Für kurze Zeit befindet sich die Einheit von Holsten (Artillerie) auch in Pölitz, um in den damaligen Brückenkopf auf der anderen östlichen Seite der Oder - verlegt zu werden... Auch ein Todeskommando...Aber dann ging es ab nach Altdamm.


    Für alle, die aus jener Gegend kommen: Pflichtlektüre. Ebenso für alle, die das Soldaten-Spiel immer noch glauben eine Art Kinderspiel nennen zuu können

    ckm

  • Quote

    Original von fanatyk6
    ,,Fronterlebnisse aus den Kämpfen des März 1945 im Oderbrückenkopf südlich von Stettin" - aber wo? Greifenhagen, Schwedt, Zehden?


    Hallo,


    noch mal etwas zur Frage der Örtlichkeiten: Wie Raffael schon geschrieben hat, beschreibt der Roman die Kämpfe um den Brückenkopf Altdamm. Am Ende der Geschichte, nachdem Holsten sein Leben beim Einbruch des Gegners in den Brückenkopf nur durch einen Sprung in die eisige Oder retten kann, wird er durch Angehörige einer nicht genau bezeichneten Wehrmachtseinheit aus dem Wasser gezogen. Als Holsten nach der Rettung in der Unterkunft aus seiner Bewußtlosigkeit erwacht, erfährt er, das die Einheit seiner "Retter" zum Einsatz auf den Brückenkopf nach Zehden verlegt werden soll...


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Mein Onkel nahm als Feldwebel des 25.Fallschirmjägerregiments der 9 . Fallschirmjäger division an der Schlacht um Stettin teil, vorher war er mit der Kampfgruppe Alpers als Mitglied der 3. Fallschirmjägerdivision Fallschschirmjägerregiment 9 als einer der ersten deutschen Abwehrkrfte beim D-day bei St. Lo dabei, kam beim Rückzug in den Kessel von Falaise und entkam als einer der wenigen um dann wieder an der Ardennenoffensive und der Schlacht im Hürttgenwald teilzunehmen, später dann Ruhrkessel aus dem er wiederum entkam um im Anschluß im Osten beim besagten 25. Fallschirmjägerregiment zu kämpfen.
    Hier ein Text aus seiner niedergeschriebenen Erinnerung:


    Nach der Vernichtung meines Regiments (Altdamm), bin ich nördlich Küstrins (Oderbruch) Seelower Höhen in einer aus Versprengten zusammengestellten Jägerkompanie in der Absetzbewegung kämpfend gegen die 6-fache Überlegenheit der 5. sowjetischen St0ßarmee( Kampf um Berlin) bis zur Linie Wannsee-Werder-Havel-Phoeben ohne Verletzung entkommen..............., um dann nach Wochen bei Jericho/ Fischbeck über die Elbe zu kommen..........

    Edited once, last by Optikus ().

  • Quote

    Original von Optikus
    Mein Onkel nahm als Feldwebel des 25.Fallschirmjägerregiments der 9 . Fallschirmjäger division an der Schlacht um Stettin teil, vorher war er mit der Kampfgruppe Alpers als Mitglied der 3. Fallschirmjägerdivision Fallschschirmjägerregiment 9 als einer der ersten deutschen Abwehrkrfte beim D-day bei St. Lo dabei, kam beim Rückzug in den Kessel von Falaise und entkam als einer der wenigen um dann wieder an der Ardennenoffensive und der Schlacht im Hürttgenwald teilzunehmen, .


    Hallo,
    gehört nicht ganz hierher, aber Feuertaufe der Kampfgruppe Alpers war erst am 12.Juni 1944, also am sechsten Tag nach der Landung. Am 10. Juni hatte sie ihren ersten Toten, den Gefreiten Hummel. Nach Frühbeisser Seite 38 bis 40.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Danke für den Hinweis zum "Brückenkopf". Sicher ist wohl, dass damals viele Einheiten bzw. viele Soldaten fast bis zum Schluß noch hin und her verschoben, versetzt wurden.
    Dazu von mir folgende Fragen1.) Welche Einheiten waren an den letzten Kämpfen rund um Stettin - vor allem am linken Oderufer bis also Ziegenort (Schwerrpunkt Pöliitz beteiligt ?


    2.) und welche Einheiten haben noch bei Demmin gekämpft? Ich bin damals als Junge (11 Jahre) aus Richtung Bad - Sülze von den Russen zurück in Richtung Stettin geschickt worden. Dabei wurden wir Fllüchtlinge durch das brennende Demmin getrieben. Am Ausgang des Ortes war ein deutscher Feldwebel buchstäblich und für alle sichtbar ans Kreuz genagelt. Wie Jesus. Wir mussten da alle vorbei. Ich wüsste gem ob sein Tod irgendwo in der Geschichtsschreibung registriert wurde...(Die Geschichte mit den Hitlerjungs, die den Russen dort ein Hinterhalt gelegt haben, kenne ich...doch mehr nicht...

    ckm