3./Pi.Btl 2 Einsatz in Ostpreußen

  • Hallo zusammen!


    Ich bitte um Unterstützung für einen möglichst genauen militärischen Lebenslauf eines verstorbenen Soldaten.


    - Einberufung im April bei 1./Bau.Ers.Btl 9 in Bad Langensalza
    - Frage: Hier hätte ich gerne mehr Informationen zur Grundausbildung


    - Versetzung im Mai 1940 zu 1./Straßenbaubataillon 591
    - Frage: Einsatz des Bataillons und Aufgaben


    - Versetzung 1943 zu 3./Pi.Btl 2
    - Frage: weitere Informationen zum Einsatzgebiet und während des Rückzuges 1944/1945,
    wie lautete der Hauptauftrag des Pi.Btl 2?


    - Nach Verwundung im April 1945 verstorben im Kriegslazarett 1/581 in Kopenhagen.


    Die bereits hinterlegten Informationen im Lexikon habe ich durchgearbeitet.


    Grüße
    Tom

  • Hallo Tom,


    im Lexikon der W. unter Pi.-Batl. 2 steht:
    Ende Januar 1945 wurde das Bataillon in den Raum Konitz verlegt, um den Stoß russischer Verbände auf Kolberg zu verhindern. Im Februar 1945 wurde das Bataillon zur Verteidigung Danzigs eingesetzt, dabei waren alle schweren Waffen abgegeben worden. Nach der Räumung Danzigs im März 1945 setzte das Bataillon auf die Halbinsel Hela über, anschließend ging es nach Pillau, wo das Bataillon aufgefrischt wurde. Anschließend war das Bataillon Stoßreserve zum Einsatz am Kurischen Haff. Am 27. April 1945 setzten sich die Pioniere nach Hela ab, wo die Einheit am 8. Mai in Gefangenschaft geriet.
    Wie schon geschrieben: Verwundung im April 1945 im Bereich kurisches Haff / Pillau / Hela und als Verwundeter nach Kopenhagen verschifft.
    Ich füge eine Karte der Lage vom 03.04.1945 um Danzig und Umgebung an. Das Pi-Batl ist nicht aufgeführt, entweder außerhalb der Karte oder Teil einer Kampfgruppe.


    Sorry, das Bild ist zu groß. Muss es noch verkleinern.


    Viele Grüße
    george
    Edit: Hatte das zunächst Bild auf 393kb verkleinert. Immer noch zu groß!?!

    Files

    Edited once, last by muskat: Edit: Hatte das zunächst Bild auf 393kb verkleinert. Immer noch zu groß!?! ().

  • Hallo George!


    Vielen Dank! Ich arbeite dies in die Geschichte um den Soldaten ein. Er wurde im April 1945 bei den Rückzugskämpfen bei Pillau durch Granatsplitter verwundet und dann mit einem Lazarettschiff nach Kopenhagen ins Kriegslazarett 1/581 verlegt. dort musste man ihm das linke Bein amputieren. Am 1. Mai 1945 verstarb er dort an den Folgen eines Wundstarrkrampfes.


    Grüße
    Tom

  • Hallo Tom,


    ich habe über die 3./Pi.Btl 2, in der 32. ID, einen Bericht gelesen.
    Der Autor war wohl Kompanieführer in der 3. und wurde ebenfalls verwundet und nach Dänemark verschifft.


    Ich suche mal in meinen Unterlagen


    Gruß Dirk

  • Habs gefunden.
    Es geht um das Buch "Der Baum im Niemandsland" von Anton Jakob Beyer


    Hier werden unter anderem die Kämpfe in Kurland, Verwundung bei Pillau und Seetransport nach Dänemark beschrieben.
    Beyer war als Leutnat Kompanieführer in der 1. und in der 3. Kompanie.
    Die 1. war dem Regiment 4, die 3. dem Regiment 96 unterstellt.


    Gruß Dirk

  • mein Opa war der letzte Kommandant des Pi-Batl2. Und hat in Hela mit dem Rest seiner Soldaten kapituliert.

    Hauptaufgabe war zuerst Danzig sichern, um den Rückzug aller anderen Einheiten über Hela und dann per Schiff zu ermöglichen.

    Zum Zeitpunkt der Stellung in Danzig waren nur noch 82 Pioniere verblieben, zur Verstärkung hatte er ca120 Volkssturm Kämpfer erhalten.welche aber über Nacht ihre Stellungen verlassen haben, darauf hin setzte er sich nach Hela ab und Sie Riegelten die engsten Stelle ab.

    Ich habe es noch detaillierter auf Papier, aber gerade erst mal hier aus dem Gedächtnis nieder geschrieben

  • Hallo,


    ein herzliches Willkommen im Forum.


    Gibt es Berichte, wie die Einheit Hela bzw. Danzig verlassen hat?

    Sind sie in Gefangenschaft gegangen oder war die Flucht noch möglich?


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Danke, bin zufällig auf dieses Forum gestoßen.


    Die gesamte Einheit ist in Hela in Gefangenschaft gegangen.

    Alle bis auf die letzten zwei Offiziere wurden entwaffnet.

    Mein Opa und sein Adjutant durften ihre Pferde und Pistolen behalten,aber die Ferngläser wurden abgenommen.

    Auf die Pferde verluden sie die verwundeten und Schwachen.

    Dann ging es per Fuß nach Deutsch Eylau , von dort in den Donbas ( untertage) später dann nach Briansk um die Stadt wieder auf zu Bauen.

  • Hallo zurück


    und vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Ich kenne einen Zeitzeugen Bericht, wo nach die Hela Kämpfer in voller Montur und als geschlossene Einheit

    durch Danzig marschiert und in die Gefangenschaft gegangen sind.


    Steht so etwas in den Erinnerungen?


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Ich habe alles selbst vom Opa immer erzählt bekommen, und mir dann irgend wann Papier und Stift dazu geholt um es zu erhalten.

    Ja sie haben erst an der Sammelstelle ihre Waffen abgegeben.


    was aber auch immer wieder erwähnt wurde, die Russischen Offiziere haben sich dort Extrem Respekt und ehrenvoll verhalten.


    In der Gefangenschaft war er auch der Innere Lagerkommandant ( Ranghöchste WM Offizier) ab 1947 durfte mein Großvater sich frei in Russland bewegen. 1948 glaube kam er aus Gefangenschaft und sofort in die KVP mit D Befehl um die Ausbildungseinheiten/ Übungsplätze usw. im Osten auf zu Bauen.

  • Hallo an wen eigentlich?

    (Ein Name wäre schön.)


    Ich suche mal den Bericht der Oma meiner Cousine raus.

    Das könnte dazu passen.


    Gruß Roland


    PDS: Bitte bitte die Grußformeln nicht vergessen.

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • was aber sofort von der RA kontrolliert wurde, ob Tätowierungen vorhanden waren.


    Gruß Dennis


    Schuldigung, danke für den Hinweis.


    Gruß Dennis

  • Hallo zusammen,


    die Oma meiner Cousine mütterlicherseits hat Ihren Kindern viele Erinnerungen und auch Fotos

    hinterlassen.

    Daraus hat meine Cousine eine Familienchronik verfasst.

    Darin sind auch Fluchtgeschichten enthalten.

    Sie versuchen Mitte März 45 über Neufahrwasser zu entkommen, was aber nicht gelingt.

    Am 31.3.45 gegen 18:00 werden Sie in einem Keller in Zoppot von den Soldaten der RA entdeckt.

    Sie müssen ihre Uhren abgeben.

    Am 9.5.45 berichtet Sie:


    Unsere Hela Kämpfer marschieren durch Zoppot. Wir gehen an die Chaussee. Da kommen sie,

    unsere tapferen Jungen, die unbesiegt geblieben sind, singend, strahlend, ordengeschmückt...

    Sie hoffen in Danzig entlassen zu werden. Viele Frauen reichen ihnen Blumen, Zigaretten, Kaffee.

    Polnische Soldaten, die das sehen, schießen auf die Frauen. Ein Pole reißt einem Ritterkreuzträger

    den Orden ab und spuckt ihm ins Gesicht. Ein Russe hat das gesehen, packt ihn, erschießt ihn und

    schmeißt ihn in den Graben. Von dem Tag an dürfen, solange die Hela Kämpfer durch Zoppot ziehen

    -es soll ca. 14 Tage dauern- keine polnischen Soldaten sich mehr auf der Chaussee sehen lassen.

    Und der Russe sagt sogar den deutschen Frauen Bescheid, wenn wieder ein neuer Schub kommt.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Rolli,


    hast du eventuell noch weitere Informationen/Überlieferungen?

    Über Hela.

    Deine Schilderung ist so ziemlich deckungsgleich mit meinem mir übermittelten Wissen.

    Mir stellen sich seit dem Versterben meines Opas viele weitere Fragen.

    - wie und warum war die Pioniere in Danzig ( nach erzählen sind Sie per Sonder Befehl dorthin verlegt worden, aber anfangs nicht zur Sicherung)

    - auch ist bis dato kaum etwas in Archiven über den genauen gesamten Werdegang von der Einberufung bis Kriegsende meines Opas zu erfahren ( vieles auch heute noch Verschluss Sache)kann das mit der späteren NVA Tätigkeit zusammen hängen?

    Ich habe viele Stationen wo er dem Krieg über war, aber dieses zieht sich ja von Belgien, Niederlande, Frankreich, und Russland ( Herresgruppe Nord, Mitte und Süd)


    Gruß Dennis

  • Hallo Dennis,


    leider habe ich keine weiteren Berichte, die sich auf die Hela Kämpfer beziehen.


    Die Pioniereinheiten wurden im ganzen Krieg auch als Infanteristen eingesetzt.

    Zum Ende des Krieges wurde eingesetzt, was greifbar war, auch die Pioniere.


    Welche Dienststellung hatte er in der NVA?

    Ob damit ein Verschluß seiner Personalakten verbunden ist, kann ich nicht beurteilen.

    Ich halte es aber eher für unwahrscheinlich.


    GRuß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Rolland,


    Dienststellung in der NVA war General den Unterlagen nach.

    Er hat Storkow, Klietz, Dessau und einige weitere Übungs und Ausbildungsplätze aufgebaut und geleitet.

    Stechbart, Hoffmann, Sonnett usw. waren zusammen alle im Krieg und die kannten sich sehr gut, auch privat.

    Bei der WM war er auch einige Zeit im Stab(wo genau muss ich mal nachschauen ob ich das habe)

    7Tage nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft musste er nach Strausberg, ab dann NVA

    Bei der NVA hatte er immer einen Russischen Oberst als persönlichen Berater( so haben es alle genannt) zur Seite.

    Über die WM hat er öfter auch einen General Unruhe oder Unruh oder so ändlich gesprochen.

    Und das er eine zu 100% motorisierte Einheit mit dem modernsten Brücken Gerät hatte.

    Sein Fahrer im Krieg war zufällig auch sein bester Freund.

    Merkwürdig ist das es 5 unterschiedliche Lebensläufe ( genauer Einsatz im 2WK explizit) abgestempelt und bestätigt von Armeegeneral Heinz Hoffmann , sowie Horst Sindermann 1 Parteisekretär und Mitglied des ZKD gibt.

    Also praktisch 5 offizielle Unterlagen mit unterschiedlichen Daten was den 2WK betrifft, aber in jedem sind Orte enthalten von denen er erzählt hat.


    Gruß Dennis