KZ Dachau

  • Hallo,


    wegen B.M.W. - natürlich sind das die Bayerischen Motorenwerke.
    1943 zu über 90 % ausländische Arbeitskräfte, fast durchweg Zwangsarbeiter.


    Warum? - Flugzeugmotoren für die Fw 190 dürfte der Hauptgrund gewesen sein, die wurden wohl in München-Allach gefertigt.


    Gruß
    Marcus

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    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Hallo Marcus,
    Danke. Das ist auch soweit auf der Homepage der Stadt München beschrieben.
    Gruß Oliver

    Tradition zu wahren, zu pflegen ist nicht die Anbetung der Asche. Es ist die Weitergabe des Feuers.
    *Erst wenn der letzte Soldat bestattet ist, dann ist der Krieg zu Ende* http://www.verdun14-18.de

  • Hallo zusammen,

    um das dann mal zum Abschluss zu bringen, kurzer Abriss über die mehr oder weniger erfolgreiche Klärung über das "Schicksal" meines Uroppas. Die Unterlagen habe ich vom Bundesarchiv Abteilung Deutsches Reich/R2, vom Archiv KZ Dachau und vom Stadtarchiv München erhalten.

    Folgendes habe ich erhalten:

    Einwohnermeldekarte

    Haftverlauf KZ Dachau

    Ergänzungsfragebogen zur Erittung der Deutschen Volkszugehörigkeit/ Einwanderzentralstelle-Deutsche Volksliste- Zweigstelle Douai, 31.8.43

    Ausweis Deutsche Volksliste über deutsche Staatsangehörigkeit auf Widerruf mit Photo vom 11.11.1943

    Diverse Aktevermerke von/an SD und Sicherheitspolizei/Gestapo 1942/43/44

    Einlieferungsanzeige Gestapo samt Verhör 1942 (ausgewiesen mit belg. Personalausweis)

    Fragebogen zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit in den eingegliederten Ostgebieten 1943

    Erfassung der Volksdeutschen Nordfrankreichs.1943

    Leistungsgutachten


    So wie ich es aus den Unterlagen verstehe, wurde ihm, polnischer Abstammung, geb . in Castrop/Preußen die Staatsangehörigkeit entzogen. Eltern deutsche Staatsangehörigkeit/Provinz Posen.

    Er tingelte als Bergmann durch Europa, laut Aussage im Verhör, wollte er die Welt sehen:

    1923-27 Harnes/Frankreich ( Sollte über Frankreich nach Holland auf die Zeche, Holland erteilte keine Einreise, blieb in Frankreich)

    1930 Limburg/Holland (Deutscher Personalausweis abgenommen, weil angeblich. poln. Staatsbürgerschaft)

    1931-34 Frankreich

    1934-37 Posen

    1937-40 Belgien

    1940 Lünen bei Dortmund als polnischer Zivilarbeiter auf Zeche Achenbach

    1942 Festgenommen wegen Arbeitsverweigerung

    1943 Frankreich Angehöriger der Volksdeutschen Kulturgemeinschaft Nordfrankreich, Wohnort kann ich leider nicht lesen.

    .


    Vorbestraft 1927 wegen Passvergehens.

    Der Volkslistenausweis über die Aufnahme ins Volkslistenverfahren von 1943 (für die Wehrerfassung)konnte 1944 noch nicht zugestellt werden, da sein Aufenthalt unbekannt war.

    1942 für 1 Monat als Arbeitsbummelant* von der Zeche in ein Arbeitslager gepackt, als nicht Lager-und Haftfähig entlassen.

    *Arbeitsfähig,täuscht Krankheiten vor, benimmt sich des Nachts wie ein Wahnsinniger, Zimmerkameraden wollen zur Selbsthilfe einschreiten

    Okt./Dez 42 wohl Zwangsarbeiter bei BMW München, Lager Hanselmannstraße und Keferloherstraße

    Juli/August 1944 für 1 Monat im KZ Dachau als Arbeits-und Erziehungshäftling, Meldeadresse wieder Keferloherstraße


    Laut SD-Einwanderungsstelle:

    "Stepaniak hat durch seine Abwanderung nach Frankreich die deutsche Staatsangehörigkeit verloren. Er ist polnischerAbstammung, es st daher anzunehmen, dass er für Polen optiert hat und mit Hilfe polnischer Papiere in das Ausland abgewandert ist. Eine Betätigung während des Ruhrkampfes auf französischer Seite war ihm nicht nachzuweisen. St. ist ein ausgesprochenenr Arbeitsbummelant. Er wurde am 6.5.42 festgenommen, um einem Arbeitserziehungslagerüberstellt zu werden. Nach seinem bisherigen Verhalten bestehen gegen die Aufnahme des St. in die deutsche Volksliste staatspolizeiliche Bedenken" (1944)

    Trotzdem bekam er den Pass und wurde in die VL aufgenommen, schließlich war er im wehrfähigem Alter. Da ging es dann wieder ;)


    Alles etwas schwurbelig und undurchsichtig aber für einen Einblick in seine Geschichte gebe ich mich schon einmal zufrieden. Wo er sich 1944 dann so rumgetrieben und was ihn nach Dachau gebracht ist noch unklar. Sogar seine aktive Wehrzeit im 1. WK habe ich dadurch herausgefunden.


    Gruß Oliver

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    Edited once, last by Oliver ().

  • Hallo zusammen.

    Vielleicht kann ja jemand den Ort rausfiltern. Ich bin total auf dem Holzweg. Selbst mit 150 rue Schneider komme ich nicht weiter. Irgendwo in der Nähe von Douai.

    Grüße, Oliver

    Files

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  • Hallo zusammen,


    Quote

    Der Ort heißt Escaudain

    und das passt sehr gut zu der bisherigen Angaben


    zu dem Ort


    Escaudain (Dep.Nord) niederländisch /flämisch Schouden

    150 rue Schneider

    heute Cité Paul Schneider, 59124 Escaudain

    Département Nord/Hauts-de-France. Arrondissement Valenciennes und zum Kanton Denain.


    Die Adresse 150 rue Schneider gehört zu einem Zechenhaus


    Und hier die Arbeitsstelle Anfang der 1930 Jahre,


    Compagnie des Mines d'Anzin


    In dem Ort Escaudain in der Nähe von Valenciennes hing vieles/alles von der Minen-Gesellschaft Compagnie des Mines d'Anzin ab.

    Im Jahre 1830 gab es zwei Förderschächte. Schacht I wurde im Jahre 1830 auf eine Tiefe von 856 m

    abgeteuft. Der Schacht II folgte im Jahre 1887 mit einer Teufe von 858 m.

    1968 wurde die Kohle-Förderung eingestellt und 1939 wurden die Schächte wieder verfüllt

    In 138 Betriebsjahren wurden insgesamt 19.834.000 Tonnen Kohle gefördert.

    Die Gebäude und Fördereinrichtungen wurden komplett abgerissen und es gibt keine Überbleibsel mehr die Zechen-Siedlungen blieb erhalten.

  • Hallo Oliver,


    Der Ort heißt Escaudain

    Guten Morgen!

    Jetzt erkenne ich es auch.;) Danke

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  • Hallo Augustdieter,

    vielen Dank für die Infos. Schön, dass du auch das Haus gefunden hast.

    Gruß Oliver

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