• Hallo,

    Hauptmann K. Kauffmann " Panzerkampfwagenbuch" ( 1940)* schrieb zum Kampf Panzer gegen Panzer S. 56 folgendes:

    "Falsch:

    Beim Zusammenstoß mit feindl. Pz. Kpfw. feuernd anzugreifen.

    Richtig:

    Augenblicklich in Stellung zu fahren und den feindl. Pz. Kpfw. aus stehendem Wagen mit Feuer der Panzerbrechenden Waffe zu überschütten."++

    Weiter schrieb er (S. 63):

    Beim Kampf Panzer gegen Panzer Kpfw. hat den entscheidenden Vorteil die Partei, die zuerst aus günstiger "Stellung" das Feuer eröffnet. Der Kampf wird durch die Pz. Kpfw. mit panzerbrechender Waffe geführt.

    Pz. Kpfw. ohne panzerbrechende Waffe sind hierfür nicht geeignet. Sie suchen die nächste Deckung im Schutz der eigenen, mit panzerbrechender Waffe bestückten Pz. Kpfw. auf."

    Das Buch beinhaltet ein Vorwort von Guderian, in dem er dieses als helfend in der Ausbildung und zu gößerer Vollkommenheit der Panzertruppe beiträgt.

    Gruß Karl

    *Neuauflage "Rückblick Verlag für Technik und Zeitgeschehen".

    ** Dies bedurfte sicher mehr Kaltblütigkeit als einfach schießend drauflos zu fahren, wohl aber erfahrungsgemäß nach zwei Feldzügen die bessere Wahl.

  • Hallo,

    nachfolgend möchte ich mich im Zusammenhang mit der Panzertaktik mit Ziffer "XI. der H.Dv. 300/1, Teil 1,von 1936:

    "Gefechte unter besonderen Verhältnissen",

    dort besonders " Ortsgefecht"*

    auseinander setzen. Hierbei ist zu beachten, dass zunächst die allgemeinen Grundsätze erläutert werden müssen, denn keine Ortschaft kann ohne Infanterie ( Panzergrenadiere) erobert und gehalten werden. Zur Eignung von Kampfpanzern im Stadtkampf wird noch gesondert eingegangen.

    "Ziffern:

    552: Das Ringen um Ortschaften ist im Gefecht häufig und kann dem Gefecht in dicht besiedelten Gebieten das Gepräge geben.

    Die Bedeutung von Ortschaften in einem Gefecht richtet sich nach ihrer Lage im Gelände, sowie nach ihrer Bauart und Größe. Zusammenhängenden Gebäudegruppen, wie ausgedehnten Industrie- und Bergwerksanlagen kommt gleiche Bedeutung wie Ortschaften zu. Auch Städte und Großstädte können zum Kampfgebiet werden.

    553.

    Ortschaften bieten Deckung gegen Sicht von der Erde, erschweren die Luftbeobachtung und gewähren bei fester Bauart einen gewissen Schutz gegen Feuer von Infanterie, lichten Minenwerfern, leichten und selbst mittleren Kaliber der Artillerie, ferner gegen kleine Fliegerbomben und gegen gepanzerte Kampffahrzeuge. Andenseits lenken sie das feindliche Feuer und Luftangriffe auf sich, bergen Brandgefahr und verlängern die Wirkung von Kampfstoffen.

    Ortschaften können, besonders bei günstiger Lage, natürliche Stützpunkte im Gefecht bilden, zu Brennpunkten* im Kampf werden, aber auch der sie ausnutzenden Truppe mehr schaden als nützen.

    Im feindlichen Feuerbereich dürfen Ortschaften nur in zerlegter Form durchschritten werden. Enggebaute, weithin sichtbare Ortschaften von begrenzter Ausdehnung dürfen für Kampfzwecke nur von schwachen Kräften ausgenutzt werden, zum Unterbringen von Reserven sind sie ungeeignet.

    (Fortsetzung folgt!).

    Gruß Karl

    * Beachte Unterschied Schwer- bzw. Brennpunkt. Letzterer bildet sich, vereinfacht erläutert, erst im Gefecht.

  • Hallo,

    unten angeführt die Seiten 226 bis 228 der vorgenannten H.Dv. 300/1.

    Ergänzend hierzu aus H.Dv. 470/10 "Ausbildungsvorschrift für die Panzertruppe" vom Jan. 1941:

    "Kampf um Ortschaften und Wälder"

    Ziffer

    "100. Wird die Panzerabteilung zum Kampf um Ortschaften und Wälder gezwungen ist der Angriff durch umfassen gegen den Rücken oder die tiefe Flanke des Feindes zu führen.

    In der Front wird der Feind gefesselt, seine Widerstandsnester werden niedergehalten oder durch Nebel geblendet. Inbrandschießen der Häuser beschleunigt den Erfolg.*

    Enge Verbindung zwischen den frontal angreifenden und umfassenden Teilen ist erforderlich.

    101.

    Waldkampf hier nicht von Bedeutung.

    102.

    Die Gefahr plötzlicher Überfälle des Feindes durch Angriff auf nächste Entfernung muss durch verschärfte Beobachtung und Feuerschutz von Panzerkampfwagen zu Panzerkampfwagen begrenzt werden.** Aufklärung, Erkundung und Sicherung unmittelbar in Front, Flanke und Rücken durch die leichten Züge und häufig auch durch Teil der leichten Kompanien sind daher besonders wichtig."

    Gruß Karl

    (Fortsetzung folgt!)


    * Anmerkung: Die Erfahrungen haben aber auch gezeigt, dass Nebel und Rauch die Kampfhandlungen ungünstig beeinfussen können, da auch die eigene Truppe die Übersicht verlieren kann, was sich in Häuserschluchten besonders nachteilig auswirkt, da der Panzer nicht seitlich ausweichen kann und die feindl. Panzernahbekämpfer dadurch begünstigt werden. Verbindungen zur eigenen Infanterie können vorübergehend verloren gehen. Die enormen Munitionsmengen der Alliierten ermöglichten es diesen auch blind in Nebelwände zu schießen, da sich dort der Feind befinden musste/sollte.

    Bei dieser Kampfweise sind die Grundsätze: "Kampf im Nebel und bei Dunkelheit" zu beachten. Z. B. geringere Abstände, Sichtverbindung, Verwendung des Kreiselkompasses, nur abschnittweises vorgehen. Nach Durchdringung der Nebelwand beschleunigtes weiterfahren, Achtung: unverhofftes aufeinandertreffen mit dem Gegener möglich.

    ** Durch die Panzer ist sog. Kreuzfeuer anzustreben, d.h. Panzer stehen sich gegenüber und bekämpfen genau wie die Infanterie möglichst die gegenüberliegende Häuserfront bzw. dortigen Feind.

  • Hallo,

    erläuternde Zwischenbemerkungen:

    Munzel, Oscar, Generalmajor/Brigadegeneral:* "Die deutschen gepanzerten Truppen bis 1945 Seite 247:

    Zum Ortskampf sind Panzerfahrzeuge weniger geeignet. Ihre Beweglichkeit ist dort stark eingeschränkt, ein Feuerkampf nur auf kurzen Entfernungen möglich. Der Gegner findet mit seinen Nahkampfwaffen überall gute Deckungen und ist schwer auszumachen"

    Warum werden/wurden dann überhaupt Panzer in überbauten Gebieten, im Orts - Stadtkampf eingesetzt?

    Auszug aus dem Interview von Hans Erdmann Schönbeck,

    " Wir waren verraten und verloren" geführt durch Marc von Lüpke-Schwarz, Rüdiger Schmitz, aktualisiert am 06.02.2018:

    "Auch in Stalingrad konnten die deutschen Truppen schnell in die Stadt vorrücken. Vor allem dank der Panzertruppen, denen Sie ( Schönbeck -Panzeroffizier) angehörten.

    Wenn 50 Panzer anrollen, läuft jeder weg. Das ist ein schrecklicher psychologischer Moment. Da wir mit voller Wucht kämpfend vorgerückt sind, konnten wir ziemlich leicht in den Südteil der Stadt eindringen. Meine Abteilung hat den Südbahnhof eingenommen, Dieser wurde zwar heftig verteidigt, aber das war für uns trotzdem nur eine Sache von 1 1/2 Tagen. Dann sind wir mit unseren Panzern zurückgezogen worden, weil ein Panzer in der Enge der Stadt kaum manövrierbar ist......" ( Der Verlauf der weiteren Kämpfe dürfte bekannt sein.)

    Ortschaften und besonders Städte boten der Truppe oft Unterkunft, wenngleich die Vorschriften eigentlich davon abrieten. Diese waren wohl insbesondere wegen der Wintermonate außer Vollzug gesetzt.

    Außerdem waren Orte und Städte leicht zu Festungen auszubauen und zu verteidigen; allerdings nur mit entsprechender Besatzung und Bevorratung ( "Feste Plätze" sind hierzu schlechte Beispiele!)

    Daneben führten notwendige Straßen und Verkehrsknotenpunkte meist durch Ortschaften oder Städte. Flussübergänge wie Brücken waren und sind überwiegend in solchen vorhanden.

    Außerdem boten Städte Gebäude und Anlagen für die Logistik jeder Art, wie Bahnhöfe, Depots, Fabriken, Werkstätten und Kasernen, die die Truppe benötigte.

    Allerdings hatte das für die Bevölkerung/Einwohner der Ortschaft oder Stadt meist verheerende Folgen.

    Nicht zu vergessen: Bei den umbauten Räumen/Gebieten waren sehr oft Bergwerke, Fabriken und ganz besonders Ölfelder von Bedeutung, so dass deren Einnahme oft Vorrang gegeben wurde.

    Ein Zitat aus Steiger : Panzertaktik im Spiegel deutscher Kriegstagebücher 1939 - 1941 S. 115,entnommen dem Erfahrungsbericht des XIX Pz.K.Abt. Ia der 3 Pz. Div. vom 4.10.39.

    " Im Ort ist der Einsatz von Panzern zu vermeiden...Bei geschickter Abwehr ( Aus Kellern usw.,wie mehrfach vorgekommen) fällt der Panzer der Abwehr zum Opfer

    Noch ein Wort zu Panzer durchbricht Mauer/Gebäude, in Wochenschauen zu sehen:

    Davon wurde aus folgenden Gründen dringend geraten Abstand zu nehmen:

    > Beschädigung der Optik, des Maschinengewehrs, Flieger MG musste sowieso abgebaut werden.

    > Beschädigung oder Verlust außerhalb des Kampfraumes liegender Bauteile, Gepäck Werkzeug usw.

    > Der Fußboden des Gebäudes bricht durch und Panzer steht im Keller

    > Ein Besatzungsmitglied muss u. U. aussteigen um Sichtblöcke zu reinigen

    > Steinstücke im Rohr, trotz Rohrstellung auf 6 Uhr.

    usw.


    Gruß Karl

    (Fortsetzung folgt!)

    *Siehe hierzu auch dessen vorstehend angeführte Vita.

  • Hallo,

    Ergänzend zu dem nachfolgenden Hinweisen zum Ortskampf sei darauf hingewiesen, dass man in den späteren Kriegsjahren dazu überging, wenn möglich, nur Sturmgeschütze zum Kampf um Ortschaften und Städte zu verwenden.

    Gruß Karl

    (Fortsetzung mit Beispielen aus dem (sehr empfehlenswerten) Buch von Adrian E. Wettstein: " Die Wehrmacht im Stadtkampf 1939 - 1942" folgt.)

  • Hallo,

    nachfolgend Erfahrungen und taktische Hinweise zum Stadtkampf im Angriff. In der Verteidigung wurden die Panzer oft ganz, also die Wanne ohne Turm oder teilweise eingegraben. Bewegliche Panzerverbände wurden dann meist zur Schwerpunktbildung oder zu Gegenangriffen eingesetzt. Der Stadtkampf an sich sollte entsprechend damaliger Vorschiften gemieden und Städte, aber auch Ortschaften umgangen werden, was mit dem geländegängigen Panzer auch meist möglich war.

    Die Gründe den Stadtkampf zu meiden sind vielfältig. Nicht nur das lange Rohr der Kanone, die schlechte Sicht aus dem Panzer, die eingeschränkte Beweglichkeit in Häuserschluchten, sondern auch der Kampf, der in der Horizontalen und Vertikalen geführt werden musste. Das Echo des Kampflärms, Querschläger und Abpraller, herabfallende Steine, einstürzende Gebäude, zur Festung ausgebaute Wohnblöcke oder Fabriken übten eine starke moralische Wirkung, insbesondere auf die Angreifer aus, während sich die Verteidiger meist in Deckung befanden. Zudem war der Angreifer meist ortunkundig. Besonders gefürchtet waren Angriffe gegen mittelalterlich befestigte Städte, wie der der Kanadier gegen Jülich.

    Sehr bald musste die Wehrmacht feststellen, dass sie dem Stadtkampf nicht ausweichen konnte, denn selbst die Festung Sewastopol musste, im zweiten Anlauf, genommen werden.

    Städte waren eben doch als strategisch wichtig anzusehen, deren Besitz unumgänglich war. Städte waren und sind Mittelpunkt der Infrastruktur, beinhalten Nachrichtenzentren, Industrieanlagen und sind für die Bevölkerung des jeweiligen Landes von erheblicher, nicht zuletzt propagandistischer Bedeutung.

    Der Angriff bedarf in der Regel einer intensiven Vorbereitung/ Bereitstellung von erheblichen Kräften, Material und Logistik. War der Angriff allgemein nur durch eine starke Überlegenheit der Kräfte als erfolgreich anzusehen, so galt dies in besonderem Maße für den Stadtkampf, der durch den erhöhten Verschleiß von Mensch und Waffe eine mehrfache Überlegenheit erforderte. Nachtangriffe galten als besonders schwierig und verlustreich.

    > Aufklärung und Erkundung durch Späh -oder Stoßtrupps, ggf. durch gewaltsame Aufklärung mit dem Zweck die feindliche Verteidigungsfähigkeit festzustellen. Wo sind Schwachpunkte der Verteidigung, wo bietet sich der Angriff mit Panzern oder Sturmgeschützen an, wo ausschließlich Infanterie, unter Beachtung welche mittleren und schweren Waffen mitgeführt werden können, einzusetzen sind.

    Wo sind welche Barrikaden und Straßensperren, wo Minen, wo Panzergräben? Wo öffentliche Plätze, Rasen - und Baumbestand? Wie groß ist die Dichte der Bebauung und wo am dichtesten?

    Wesentlich, ganz besonders für Panzer, ist die Beschaffung von Stadtplänen, Plänen des Kanalnetzes, öffentlicher Gebäude, mittelalterlicher Stadtmauern usw.

    Wo gibt es Beobachtungsstellen für die schwere Artillerie und Stäbe, wo sind Flüsse und Brücken, deren Zustand und Tragfähigkeit, wo Beobachtungsstellen feindlicher VB ( überhöhtes Gleände, Gebäude, ggf. auch Kirchtürme usw.) Luftbildaufklärung ist unerlässlich.

    Geschützte Sammelplätze für Evakuierungsmaßnahmen, falls Stadt nicht geräumt, Sammelplätze für Kgf..

    > Der Angriffs- und Feuerplan ist hier nur im Rahmen der für die Panzer/Sturmgeschützen erforderlichen Fakten zu behandeln.

    Die Panzer haben an dem Vorbereitungsschießen -strurmreif schießen möglichst nicht teilzunehmen, da diese ihren Einbruchsraum freizuschießen haben..

    Grundsätzlich galt und gilt: Kein Panzerangriff ohne Infanterie/Grenadiere.

    Ausnahme: Panzer in der Verfolgung feindlicher Truppen, um deren "Freie Fahrt durch die Stadt" im unmittelbaren Anschluss, ggf, völlig unerkannt, auszunutzen.

    Frontalangriffe durch Panzer sind unzweckmäßig, besser Angriffe in den Flanken/ der Seite der Städte oder gänzliche Umgehung und Angriffe von hinten und dann der Flanken, notfalls Angriff frontal und von hinten. Alle Angriffe nur mit zusätzlich Panzerpionieren um Barrikaden freizuräumen. Hinsichtlich der Kampfweis sei noch erwähnt, dass die Hauptkampfmittel Handgranaten, Granatwerfer, Gewehrgranaten, Panzerfaust, Pak, le,, Infanteriegeschütze, Flammenwerfer, Spreng - und (Signalmunition: Hier sind wir um Artilleriefeuer vorzulegen), sowie Nebeltöpfe (auch um in Keller zu werfen) waren.

    Grenadiere sollten möglichst mit gep. Fahrzeugen begleiten, die nach absitzen der Soldaten Feuerunterstützung zu geben haben.

    Wettstein: "Die Wehrmacht im Stadtkampf 1939 -1942", S 95. Fallbeispiele 1: "Die Eroberung von Warschau", zitiert aus dem KTB. I./Schützen Regiment12.9.39:

    "Im Zusammenhang dem Angriff der 4. Panzer Division zeigte sich deutlich das Fehlen eines gepanzerten Mannschaftstransportfahrzeuges. So müssen die Soldaten des 1./ Schützen Regimenet 12 um den Panzern beim Angriff folgen zu können, ungeschützt und dicht gedrängt auf ihren LKW folgen und erlitten in den ersten Gefechtsminuten hierbei erhebliche Verluste."

    a.a.O." Das Regiment trat mit dem I .Bataillon rechts, II. Bataillon links nach Artillerievorbereitung um 09.00 Uhr zum Angriff auf die Stadt ( Novorossijsk) an. Der Widerstand am Stadtrand wurde gebrochen, die Bataillone drangen in die Stadt ein. Der Feind hatte das Stadtgebiet in eine Festung ausgebaut und verteidigte sich in Bunkern, Häusern und hinter Barrikaden. Es entwickelte sich ein erbitterter Kampf, , in dem die Infanteriebataillone von Sturmgeschützen und Pioniersturmtrupps mit Flammenwerfern wirksam unterstützt wurden.*

    Gruß Karl

    * 125. Infanteriedivision /Ia, KTB 9.9.1942.

    ( Fortsetzung folgt)

    .

    Edited 2 times, last by Karl Grohmann (June 8, 2022 at 4:17 PM).

  • Hallo,

    besonders im Stadtkampf gilt sowohl für Panzer, aber auch für Sturmgeschütze der nachfolgende Hinweis aus

    " Panzer vorwärts....Aber mit Verstand";

    "Bei gemeinsamen Kampf mit Panzer - Grenadieren bzw. Infanterie musst du immer dafür sorgen, dass beide Waffen dicht zusammen bleiben; nur so können sie sich gegenseitig helfen und zum Erfolg kommen. Wer von beiden jeweils vorn ist, ist von nebensächlicher Bedeutung; wichtig ist für dich nur zu wissen, dass es immer die Absicht des Feindes sein muss, die Waffen voneinander zu trennen., und dass du diese Trennung unter allen Umständen verhindern musst. Für dich gilt das Wort:;

    "Schutz dem Grenadier",

    für den Grenadier entsprechend

    "Schutz dem Panzer".

    Gruß Karl

    .....über weitere Beiträge, würde ich mich freuen!

    Edited once, last by Karl Grohmann: Ergänzung "Hinweise, aber auch Korrekturen". (June 12, 2022 at 7:06 PM).

  • Hallo,

    vorstehend habe ich die taktische Gliederung und Formen der Bewegung, wie Reihe usw. erläutert.

    Hier nun Fahrhinweise:

    ( für Anfahrten, Märsche etc.)

    >Fahrzeug tarnen, besonders beim Halt

    > Möglichst im Schatten fahren und aufhalten

    > auf den Wegen bleiben; Minengefahr auch neben der Straße/ den Wegen, besonders vor Brücken und Flußübergängen/ Furten,die Anmarschwege sind meist geräumt, sonst räumen (-lassen) > keine neue Spur legen. wegen Luftbeobachtung/ Luftangriff

    > Abstand halten - auf dem Marsch und beim Halt ( Bombenangriff)

    > Beim Halt Marschband auflösen, in die Breite fahren

    > Spitzenfahrzeug evtl. sprungweise vorfahren, Geländeausnutzung

    > Hintergründe ( Gebüsch, Wald) bieten Sichtschutz

    > Bergrücken meiden ( Zielabbildung)

    > in Flußnähe hinter Gebüsch, Röhricht halten, beobachten ( Ufer oft feindbesetzt)

    > Zwischenräume einhalten

    > Hinterhangstellung suchen

    > unsicheres Gelände, moorähnlich, Sumpf, Soldaten zur Prüfung der Befahrbarkeit vorausschicken

    > vorhandene Panzerspuren nutzen

    Bei Feindfeuer:

    > Feindfeuer sofort unterfahren, nicht stehenbleiben oder gar zurückfahren

    > Deckungen ausnutzen, ggf. einnebeln

    > Feuerzusammenfassung

    > sprungweise vorgehen gegenseitige Deckung

    > Gegner in der Flanke fassen

    > Häuserkampf meiden

    > Deckungssuche in Häuserschlachten (Vorsicht: Vorteil für Infanterie, Nahkampfmittel und Pak. keine Bewegungsmöglichkeit, herabllendes Mauerwerk, keine Funkverbindung)

    > In Deckungen rückwärs einfahren

    Achtung: Der (geplante) Feuerkampf ist vorstehend nicht behandelt, sondern nur Fahrhinweise für den Anmarsch mit und ohne Feindberührung.

    Der taktische Marsch einer Panzereinheit, Panzerkompanie etc. mit Vorhut und Spitzenkompanie bedarf gesonderter Erläuterung.

    Gruß Karl

    *zusammengetragen aus verschiedenen Fahrhinweisen in Vorschriften:

  • Hallo,

    IV. Marsch und Gefecht

    a) Marsch

    "115. Marschiert die Kompanie allein, folgen die Fahrzeuge der Kampfstaffel sprungweise,

    Ist nicht mit Feindberührung zu rechnen, kann die Räderstaffel, mit Ausnahme der Instandsetzungsgruppe und des Betriebstoffwagens auch bis zum nächstnen Halt vorausgeschickt werden.

    116. Marschiert die Kompanie im Verband der Abteilung, werden Kampfstaffeln und Räderstaffeln aller Kompanieen meist in zwei getrennte Marschgruppen durch die Abteilung geführt.

    Bei der Kampfstaffel fahren Pkw des Kompanieführers, Kradmelder, I-Gruppe und Sanitätstrupp.

    117. Der Kompanieführer fährt mit dem Kompanietrupp amAnfang der Kompanien. Am Ende fahren als Schließender der Schirrmeister mit einem Kradmelder und Sanitätsdienstgrad.

    118. Ist mit Feindberührung zu rechnen und fährt die Kompanie allein, sichert der leichte Zug, verstärkt durch einen Halbzug und Kradfahrer die Stetigkeit des Marsches.

    119. Während des Marsches wird gerührt. Richtschützen, Ladschützen und Funker können sich in die Luken des Panzers setzen. Sitzen auf Panzeraufbau während der Fahrt ist verboten.

    Marscherleichterunngen, wie Ausziehen der Feldjacke, Hochschlagen der Ärmel sind innerhalb der Kompanie zu befehlen. "


    Eine Zusammenfassung der wichtigsten Grundsätze für den Marsch ergibt sich aus dem Marschbefehl, hier ein Beisiel für die mittlere Panzerkompanie*:

    120. Der Marschbefehl muß enthalten.

    > Feindlage

    > Marschziel

    > Marschweg

    > Abmarschplatz

    > Abmarschzeit

    > Gliederung auf dem Marsch

    > Sicherung

    > Verkehrsregelung.

    > Besondere Anordnungen (Versorgung mit Betriebsstoff und Veerpflegung, Beleuchtungsstufe, Funkbereitschaft, Gefechtsbereitschaft, Marscherleichterungen).

    >Halten und Rasten

    > Verhalten zurückbleibender Fahrzeuge

    >Platz des Führers

    121. Halte und Rasten sind so zu wählen, dass das Freimachen der Marschstraße sichergestellt ist. Je nach Gelände sind zur Schonung des Materials und Besatzung Halte - erste spätestens nach einer Stunde - einzulegen.

    Für Rasten mit Verpflegung und Betriebstoffausgabe sind im allgemeinen 3 - 4 Std. anzusetzen.

    Während der Halte und Rasten haben die Panzerfahrer erforderlichenfalls unter Mithilfe der Panzerwarte die Fahrzeuge zu überprüfen und kleine Instandsetzungen durchzuführen.


    H.Dv. 470/10 " Ausbildungsvorschrift für die Panzertruppe

    III. Marsch

    11. Auf guten und verkehrsfreien Straßen können Vollkettenfahrzeuge in einer Stunde bei Tage 20 Kilometer, bei Nacht 12 Kilometer zurücklegen.


    Gruß Karl

    *H.Dv. 470/7 " Mittlere Panzerkompanie" von 1941

    Für die Durchführung des Marsches gelten die Grundsätze der H. Dv. 472 und der Verfügung des OKH , Gen.St. d. H. /Ausb. Abt. (II) Nr. 2600/40 geh. vom 4.12.40.


    Anmerkung:

    Auffallend ist immer, daß zuerst das Material und dann erst der Mensch erwähnt wird. Hier z. B. bei "Halten und Rasten." Das ist nicht nur bei dieser Vorschrift der Fall, sondern grundsätzlich in den Vorschriften - zumindest der Wehrmacht - so.

  • Hallo Karl,

    weil die Führung meinte, das das Material, gerade auch Panzer an der Ostfront, kostbarer als die darin befindlichen Besatzungsmitglieder wären. Ein Trugschluss. Ohne eine gut ausgebildete Besatzung waren die Vorteile gerade auch des ,,Tigers"/,,Königstigers" nicht voll zur Geltung zu bringen. Gute Ausbildung kostet viel Zeit. Zuletzt beim Einsatz des ,,Jagdtigers" nochmals ganz deutlich sichtbar. Warum die wenigen Exemplare nicht grundsätzlich mit erfahrenen Panzerbesatzungen bestückt wurden, ist mir nach wie vor ein Rätsel.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo,

    Zuletzt beim Einsatz des ,,Jagdtigers" nochmals ganz deutlich sichtbar. Warum die wenigen Exemplare nicht grundsätzlich mit erfahrenen Panzerbesatzungen bestückt wurden, ist mir nach wie vor ein Rätsel.

    Das gleiche Desaster ist bei der Ausbildung allgemein, dem Heer, aber auch der Luftwaffe in den letzten Kriegsjahren festzustellen. Bezüglich der Marine fehlt mir der Überblick zu diesem Thema, dürfte aber ähnlich sein.

    Siehe auch hier:

    Ausbildungsdefizite in der Wehrmacht ? - Geschichte - Forum der Wehrmacht (forum-der-wehrmacht.de)

    Gruß Karl

  • Hallo,

    die Bedeutung des Panzers, besonders im II. WK ist derzeit Gegenstand einiger, auch von Historikern geführten Diskussionen.

    Hierzu aus meiner Sicht, ausschließlich bezogen auf den Panzereinsatz im II. WK,:

    Panzereinsatz braucht Infanterie

    Infanterie braucht Panzer!"

    Natürlich waren getrennte Einsätze, also Panzer ohne Infanterie oder umgekehrt Infanterie ohne Panzer durchaus an der Tagesordnung.

    Genau genommen wurden viele kleineren Angriffe ohne direkte Panzerunterstützung, diese wurden in Reserve gegen evtl. feindl. Gegenstöße gehalten oder diese Unterstützung war nur punktuell möglich, da Panzer auf deutscher Seite stets Mangelware waren.

    Riesige Frontabschnitte mussten ohne Panzerunterstützung gehalten werden.

    Auch erfolgte der Panzereinsatz oft "gekleckert und es wurde nicht geklotzt" wie Guderian in seinem "Panzerkurier" mehrfach bemängelte; allerdings meist aus Mangel an Panzern.

    "Es war von allem zu wenig da!" so ein Veteran über den Krieg im Osten.

    Siehe hierzu :

    https://www.armeemuseum.de/de/aktuell/ver…sfuehrlich.html

    https://www.lulu.com/shop/christoph…ge=1&pageSize=4

    Anmerken möchte ich noch, dass die Panzerwaffe unzweifelhaft vor Guderian aufgebaut wurde, dennoch hat dieser sich meiner Meinung nach trotzdem für die Panzerwaffe nicht unerhebliche Verdienste erworben.

    Gruß Karl

  • Hallo,

    um das Thema Panzertaktik abzurunden ist es notwendig auf zwei wesentliche Komponenten hinzuweisen, die nicht nur die Überlebensfähigkeit des Kampfpanzers auf dem Gefechtsfeld, sondern auch dessen Kampfwert und Kampffähigkeit wesentlich verbesserten:

    1. Der Schützenpanzerwagen (SPW), später einfach Schützenpanzer, der durch seine Geländegängigkeit, Geschwindigkeit und Bewaffnung, in den verschiedensten Ausführungen, einschließlich der Panzergrenadiere ein Kampfmittel darstelle, das den Kampfpanzer geradezu ideal ergänzte.

    2. Der Kampf im Rahmen gepanzerter Kampfgruppen, also im Gefecht der verbundenen Waffen ("Führung und Gefecht der verbundenen Waffen" D.V. Pl. Nr. 487 v. 1.9.1921 / H.Dv. 300/1) . Dies bedeutete eine möglichst frühzeitige und planmäßige Zusammenstellung solcher Waffen, die sich gegenseitig ergänzend, den geschlossenen Kampf ermöglichten.

    Darin liegt der wesentliche Unterschied zu den im II. WK oftmals an der Front aus zusammengewürfelten Waffen und Einheiten gebildeten Kampfgruppen. Es soll nicht verkannt werden, dass diese sehr oft ihren Auftrag erfüllten, jedoch entsprachen sie nicht den Planungen ursprünglicher und effektiverer Kampfgruppen.

    An dieser Stelle möchte ich einen Lehrsatz von Guderian einfügen:

    Durch enge Bindung an alte Waffen geben die neuen ihre besten Eigenschaften wieder preis!“

    Dies ist z. B. dann der Fall, wenn die Infanterie statt panzerbegleitend auf SPW, mittels Lkw auf dem Schlachtfeld im Angriff nachgeführt wird, gar zu Fuß gehen muss oder die Versorgung, vor allem mit Munition und Treibstoff, mittels Pferdebespannung erfolgt und so den Vorsprung oder gar Durchbruch der motorisierten Kräfte wieder zu Nichte macht.

    Gruß Karl

  • Hallo Karl,

    vielen herzlichen Dank für Deine höchst interessanten Informationen und Ausführungen. Ich lese hier sehr gerne mit!

    Sorry für den Einzeiler ....!

    Viele Grüße

    Helmut

  • Hallo Helmut,

    das freut mich sehr und ermutigt mich weiter zu machen. Mal sehen........

    Wie Du Dir ja denken kannst, steckt dahinter auch einiges an Zeit und Arbeit. Deshalb freut mich Dein Feedback sehr.


    Gruß Karl

  • Hallo,

    1. Der Schützenpanzerwagen (SPW), später einfach Schützenpanzer, der durch seine Geländegängigkeit, Geschwindigkeit und Bewaffnung, in den verschiedensten Ausführungen, einschließlich der Panzergrenadiere ein Kampfmittel darstelle, das den Kampfpanzer geradezu ideal ergänzte.

    hierzu möchte ich auf folgenden Beitrag verweisen:

    Schützenpanzerwagen - Erfahrungen - Waffen des Heeres - Forum der Wehrmacht (forum-der-wehrmacht.de)

    Gruß Karl

  • Allgemeines zur gepanzerten Kampfgruppe Panzerkampftruppe


    Gepanzerte Kampfgruppen*, auch als Panzerkampftruppen* bezeichnet und nachfolgend so genannt, waren keine „Erfindung“ der Wehrmacht im II. Weltkrieg. Es war eine Weiterentwicklung der Erfahrungen des I. Weltkrieges.

    Allerdings wurden diese nicht, wie in den letzten Kriegsjahren des I. Weltkriegs, in die Infanterieregimenter eingegliedert, sondern üblicherweise innerhalb der Panzerdivisionen zusammengestellt. Die Division übergreifende Zusammenstellungen waren möglich und bei Materialmangel zwingend. Außerdem wurde auf höchste Mobilität Wert gelegt um dem modernen Bewegungskrieg zu entsprechen. Die Bewegung ist neben dem Panzerschutz und der Feuerkraft ein wichtiges Element um den Panzer gefechtsklar zu halten. Deshalb ging man 1942 dazu über nur reinrassige Panzerkampftruppen zu bilden. Nun zwang aber weiterer Mangel an Kriegsgerät dazu, dass man diesen Panzerkampftruppen nicht nur voll motorisierte und gepanzerte Kampffahrzeuge zuteilen konnte. Diese waren dann den schnellen Panzerkampftruppen auch in der Geschwindigkeit unterlegen, so dass diese oft angehalten werden mussten um diese Kampfteile heranziehen zu können. Dadurch war oft

    a) das Überraschungsmoment verloren

    b) Anhalten in (Panzer-) ungünstigem Gelände, z.B. Kusselgelände, Bergrücken usw.

    c) durch das Anhalten der Panzerkampfgruppe war diese dem gezielten Feindfeuer ausgesetzt

    d) ebenso der feindlichen, taktischen Luftwaffe, sowohl in der Aufklärung, als auch deren Angriffen

    e) ging eventuell der Angriffsschwung verloren

    f) konnte sich der Gegner auf den Angriff, wenn auch nur kurzfristig, vorbereiten

    h) nicht zu unterschätzen ist, dass jeder Halt dazu verleitet irgendwelche Tätigkeiten zu verrichten, Ölstand prüfen, auszusteigen usw., wodurch die Abfahrt verzögert wird.

    i) blieben die nicht mobilen Teile, Versorgung usw. zurück, so drohten ihnen oft schwere Verluste oder gar der Gesamtverlust


    Festzuhalten bleibt aber auch, dass Panzerkampfgruppen für Kämpfe in panzerungünstigem Gelände, in sumpfigen Gegenden, ausgedehnten Wäldern, gegen stark befestigte Bunkerlinien, auch stark ausgebaute Feldstellungen, gegen massive Panzersperren, wie mehrreihige Drachenzähne und Höckerhindernisse aus Beton, tiefe und stark verteidigte Panzergräben nicht unbedingt geeignet waren. Hier wardie Infanterie heranzuziehen, besonders bei reinen Verteidigungsaufgaben und zur Hindernisbeseitigung waren die Pioniere besser geeignet. Kleinere Panzerhindernisse stellten für die Panzerkampfgruppen in der Regel kein Problem dar, da auch Panzerpioniere zu den Panzerkampfgruppen zählten.

    Dem Kampf in den Städten sollte möglichst ausgewichen werden, war aber oft unvermeidbar. Die Nutzung urbaner Räume war für Panzer wegen den Panzernahbekämpfungswaffen der Infanterie, der engen Verhältnisse ( Wendungen?), der baulichen Hindernisse usw. besonders gefährlich.


    Besonderes/ Besonderheiten

    Damit die Panzerkampftruppe erfolgreich operieren konnte, war es zwingend geboten, allerdings oft nicht möglich, diese Kampfformation möglichst frühzeitig zusammenzustellen, eventuell sogar gemeinsam zu üben, vor allem mit Aufklärungs – und Erkundungsergebnissen zu versehen und wenn irgend möglich taktische Gefechtsfeldunterstützung zu stellen. Von besonderer Bedeutung war ein eigener Funkkreis innerhalb der Panzerkampftruppe und ein Fliegerverbindungsoffizier. Je nach Lage, Auftrag und Zweck des Einsatzes war ein Artilleriebeobachter beizugeben.


    Ausnahmen und Aushilfen waren in der deutschen Wehrmacht, je länger der Krieg dauerte, nahezu täglich notwendig.

    Deshalb wurden auch Panzerkampftruppen in der Verteidigung eingesetzt. ****


    Zusammensetzung einer Panzerkampfgruppe

    „Je nach Ausstattung der Panzerdivision, ein oder zwei Panzerabteilungen, wurden ein oder zwei Panzerkampftruppen je Panzerdivision gebildet, die dann

    1 Panzerabteilung, 40 bis 60 Panzer

    1 gep. Panzergrenadierbataillon, 50 bis 80 SPW

    1 gep. Artillerieabteilung ( 2 Batt. 10,5 cm „Wespe“

    1 Batterie „ Hummel“

    1 Panzerpionierkompanie

    Dazu trat oft noch die Panzeraufklärungsabteilung, eher in der Rolle eines Panzergrenadierbataillons als für Aufklärungszwecke“ ***

    Reichliche Funkausstattung

    Zusätzlich, je nach Lage, Dauer und Zweck des Einsatzes mobile Versorgungstruppen.

    Nach Erfüllung des Kampfauftrages traten die Einsatzkräfte zu ihren Einheiten zurück. Die Panzerkampftruppe war also keine Konstante.


    Fazit

    Die Panzerkampftruppe war also die geballte, konzentrierte, mobile „Faust“ der Panzerdivision.

    Die Panzerkamptruppen waren die erfolgreichste Truppeneinteilung und diese Konzentration der vollgepanzerten Kräfte brachte eine Höchstmaß an Beweglichkeit und Feuerkraft. Als harter Kern der Panzerdivisionen wurden mit ihnen Schwerpunkte bei allen Kampfeinsätzen gebildet. Das Ziel, das Guderian angestrebt hatte, nämlich reinrassige Panzerverbände zu schaffen, in denen die Unterstützungswaffen genau so beweglich und gepanzert waren wie die Panzer selbst, nun endlich erreicht. Außerdem konnten sich die Panzergrenadiere mit ihren SPW voll auswirken.“**


    Gruß Karl


    * Keine offizielle Bezeichnung gem. Kriegsgliederung; jedoch von der Truppe so gehandhabt. Eine organisatorische Neugliederung war nach den Vorschlägen von Senger/Etterlin anzustreben.

    ** Riemann: „Deutsche Panzergrenadiere“

    *** Senger/Etterlin: “ Die Panzergrenadiere“

    **** Trettner:“ASMZ Band 128, 1962 Heft 7 und Band 130 1964 Heft 4

    Hintergrundwissen aus:

    Munzel: „Die deutschen gepanzerten Truppen“

    Kissel: „ Panzerschlachten“

    MGFA „Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg“

    Pölmann: „ Der Panzer“

    Guderian: Achtung Panzer“

    Tagungsband ( Neu) Töppel/Kast/ Bergs: „ Achtung Panzer“

    u.a.


    ERGÄNZUNGEN sind gern gesehen.

  • Hallo zusammen!

    Quote

    vielen herzlichen Dank für Deine höchst interessanten Informationen und Ausführungen. Ich lese hier sehr gerne mit!

    Dem möchte ich mich gerne anschließen, Karl! Immer wieder gelingt es dir, dem Forum interessante militärhistorische Themen vorzustellen. Danke für dein Engagement!

    Mit dem Thema Panzertaktik hat sich vor vielen Jahren Rudolf Steiger fundiert auseinandergesetzt: Panzertaktik im Spiegel deutscher Kriegstagebücher 1939 bis 1941. Freiburg 1973

    Diese kaum beachtete Studie hat bereits Anfang der 1970er Jahre erste Schlaglichter auf diejenigen Ursachen geworfen, die für das Scheitern in Russland verantwortlich waren.

    Quote

    Anmerken möchte ich noch, dass die Panzerwaffe unzweifelhaft vor Guderian aufgebaut wurde, dennoch hat dieser sich meiner Meinung nach trotzdem für die Panzerwaffe nicht unerhebliche Verdienste erworben.

    Guderians Bedeutung für die deutsche Panzerwaffe wurde in den letzten Jahren grundlegend neubewertet. Das beginnt bei der von dir bereits erwähnten Rolle des Panzergenerals beim Aufbau seiner Waffengattung. Entgegen seiner Selbststilisierung war Guderian nicht der Schöpfer der deutschen Panzerwaffe, ja er war nicht einmal die entscheidende Persönlichkeit. Eine konzise Einführung in das Thema bietet Roman Töppel: Die Entwicklung der deutschen Panzerwaffe und Panzerdoktrin bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, auf Spanisch erschienen, in: Desperta Ferro, Número Especial XII (2017): Panzer, Volu-men 1 (1939-1940): El triunfo de la Blitzkrieg, S. 10-16, mittlerweile aber auch in deutscher Übersetzung auf der Wissenschaftsplattform academia veröffentlicht: https://www.academia.edu/

    Und auch seine Leistung im Felde wurde mittlerweile einer kritischen Prüfung unterzogen. Siehe hierzu etwa die operationsgeschichtliche Aufarbeitung des Unternehmens "Barbarossa" durch David Stahel, beispielsweise seine Überblicksdarstellung: Operation Barbarossa and Germany's Defeat in the East, Cambridge 2009

    Zuletzt befasste sich die Forschung mit seinem Wirken als Generalinspekteur der Panzertruppe. Das vorläufige Urteil ist vernichtend: Seine fachliche Eindimensionalität führte zu einer konsequenten Überschätzung des Waffensystems Panzer mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Widerstandsfähigkeit des deutschen Heeres in der zweiten Kriegshälfte.

    Kriegslehren, wonach sich Erfolge auf dem Schlachtfeld nicht ausschließlich durch einen möglichst umfangreichen Ansatz von Panzerkräften erzielen lassen, wurden von Guderian aufgrund seines persönlichen Ehrgeizes und seiner Fokussierung auf das Waffensystem Panzer nicht zur Kenntnis genommen.

    Siehe zum Komplex den vorzüglichen Artikel von Roman Töppel: Manstein versus Guderian, oder: Ist ein General der Infanterie ein besserer Panzergeneral? In: Bernhard Kast/Christoph Bergs (eds.), Achtung Panzer? Zur Panzerwaffe der Wehrmacht, London 2022, S. 4-25.

    Mein Beitrag dient übrigens nicht dazu, Guderians militärische Leistungen zu diskreditieren, sein Wirken muss jedoch deutlich differenzierter beurteilt werden, als dies bislang geschah.


    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi