Artillerie-Regiment 276

  • Servus zusammen!


    Ich versuche, die Stationen meines Opas im 2. Weltkrieg auf zu spüren. Leider habe ich nur ein Krankenblatt vom Juli '45, auf dem seine Einheit mit II. / A.R.276 angegeben wird. Das AR 276 ist, wie ich aus dem Lexikon weiss, erst Ende '44 aufgestellt worden. Kann mir jemand sagen, aus welchen anderen Einheiten das Personal kam?
    Mein Opa wurde schon 1937 eingezogen und war bei seiner Verwundung Silvester 1944 Unteroffizier, er muss also in das AR 276 versetzt worden sein.


    Vielen lieben Dank und Grüße aus Bayern.


    Peter


    Nachtrag: Er wurde am 11. April '42 schon mal verwundet, laut Krankenblatt in Wurnowo. Ich kann diesen Ort aber in keinem Atlas und Google-Earth finden. Ich vermute, es war Warnow(o) (Polen). In der Nähe (Treptow a.d. Rega) war eine Uffz-Schule. Dort war sicher keine Front. Kann jemand Angaben machen, ob dort an dem Datum eine Übung oder ein Lehrgang statt fand, bei dem sich ein Unfall ereignet haben könnte?


    Nochmals Danke!!!

  • Hallo Peter,


    hast Du schon einmal eine Anfrage bezüglich deines Opas bei der Deutschen Dienststelle in Berlin gestellt? Die haben die Unterlagen der ehemaligen Wehrmachtsangehörige. Falls die Dienststelle Unterlagen deines Opas haben, können die einen militärischen Lebenslauf mit allen Angaben machen. Leider ist die Auskunft kostenpflichtig und dauert zur Zeit bis zu 2 Jahren. Die Auskunft ist aber lohnenswert.


    Link: https://www.dd-wast.de/de/startseite.html


    Ist im Krankenblatt außer dem Namen "Wurnowo" noch etwas eingetragen? Vielleicht kannst Du die Seite hier mal einstellen. Meistens gab es mehrere Ortschaften mit dem gleichen Namen in der ehemaligen Sowjetunion. Leider sind auch viele Ortschaften in der ehemaligen Sowjetunion ausgelöscht. Es ist aber möglich die Ortschaften mit Zeitangaben und einen eventuellen Truppenteil hin und wieder auf alten Karten zu lokalisieren. Dafür sind aber mehr Anhaltspunkte notwendig.


    Gruß
    Lothar

    Edited once, last by Albert64 ().

  • Servus Lothar,


    danke erst einmal für Dein Interesse und die Hinweise.


    Die Deutsche Dienststelle habe ich im Linkverzeichnis des Bundesarchiv schon gefunden, aber die sind doch wohl nur für Gefalle zuständig, oder? Mein Opa hat aber überlebt, verlor "nur" ein Bein.


    Das Krankenblatt ist zu groß, um es an zu hängen, deswegen hier ein Link:



    Leider ist sowohl der Name (Krompaß),als auch der Kreis (Vilshofen) falsch geschrieben, sodass man sich auf "Wurnowo" wohl auch nicht verlassen kann.


    Beste Grüße
    Peter

  • Hallo Peter,


    nein, bei der Deutschen Dienststelle in Berlin bekommst Du generell Auskunft. Ob lebend oder tot. Vorausgesetzt, Du bist Angehöriger dieser Person (Opa) oder hast eine Vollmacht Auskunft zu dieser Person einzuholen.


    Einfach mal eine Auskunft anfragen. Dauert aber, wie gesagt, rund 2 Jahre ;(


    Gruß
    Lothar

  • Hallo Peter,


    mein Vater war ebenfalls Angehöriger des AR276; allerdings in der StBttr. der III. Abteilung. Über das neu aufgestellte AR276 selbst ist nur wenig herauszufinden, denn die Einheit existierte nur von 09/1944 bis 03/1945. Ich selber habe hier im Forum vor einigen Jahren "herumgefragt" und dankenswerterweise doch eine Reihe von Informationen erhalten.


    Das AR276 unterstand der 276. Volksgrenadierdivision und wurde - wie die anderen Tle der Div. - im September 1944 auf dem TrÜbPl GRUPPE in Westpreussen aufgestellt. Neben dem Rgt.Stab gliederte sich das Rgt in 4 Abteilungen (I. - III. Abt. waren sog. leichte Abt; ausgerüstet mit der lFH 18 (Kal. 10,5 cm); die IV. Abt. war die schwere Abt.; ausgerüstet mit 15 cm FK). Die Geschütze der leichten Abteilungen wurden mit dem RSO (Raupenschlepper Ost) gezogen, die schwere Abt. war pferdebespannt.


    Das Personal des Regiments kam aus den Überlebenden des alten AR276, das zum grossen Teil im Kessel von Falaise als Teil der 276. Infanteriedivision vernichtet wurde oder in Gefangenschaft ging. Das weitere Personal kam aus anderen Resten aufgelöster Divisonen; ein grosser Teil (vor allem Mannschaften und Unteroffiziere) aus Bodeneinheiten der Luftwaffe und Marine (mein Vater war Uffz in einer FlakScheinwerferAbt.). Die obigen Angaben stammen aus einem pers. Gespräch mit dem damaligen Abt.Kdr. der III. AR276, Hptm. Hans-Joachim Dismer, mit dem ich vor einigen Jahren ausführliche Telefonate führen konnte.


    Die Ersatzgestellung von Personal erfolgte über die leichte Art Ersatz- und Ausbildungsabteilung 13 (mot); Standort: Magdeburg - Quelle: Soldbuch meines Vaters


    Das Rgt. wurde Anfang 12/1944 im Rahmen der Vorbereitung der Ardennenoffensive, wie die gesamte Division, per Bahn in dem Raum DROHN/Mosel verlegt; Mitte 12/1944 erfolgte die Verlegung in den Bereitstellungsraum WELSCHBILLIG ausschliesslich in Nachtmärschen. Die 276. VGD war zu diesem Zeitpunkt dem LXXX. Armeekorps unterstellt.


    Ich hänge mal eine von mir erstellte "Chronologie" der 276. VGD für den Zeitraum 12/44 bis 02/45 an, die auf den Berichten der beiden Divisionkommandeure GM Hugo Dempwolff und Oberst i.G. Werner Wagner basiert.


    Quellen:
    NARA Foreign Military Studies P-032 f - "Bericht und Gedanken zum Einsatz der 276. VGD in der Ardennenoffensive" - GM Dempwolff (16.12.44 - 18.01.45)
    NARA Foreign Military Studies B-444 - "Einsatz der 276. VGD" - Oberst i.G. Wagner (21.01.45 - 16.03.45)
    NARA Foreign Military Studies B-124 - "Einsatz der 276. VGD" - Oberst i.G. Wagner (17.03.45 - 28.03.45)
    persönliche Erinnerungen von Hptm. Hans-Joachim Dismer (Kdr. III./AR276 von 01.09.44 - 15.12.44)


    Wenn ich Dir sonst weiterhelfen kann - einfach melden!


    Grüsse aus Neuss (kurz vor dem grössten Stadt-Schützenfest Deutschlands :thumbsup: )


    Lothar

  • Hallo Lothar,


    vielen herzlichen Dank, das ist ja sehr ausführlich und bringt mit sicher etwas weiter!!!


    Liebe Grüße aus Bayern,
    Peter