Die Bilderbuchkarriere des Reinhard Heydrich

  • Hallo Thomas,
    danke für deine Antwort :thumbup: .
    Die Defintion beider Lager kenne ich. Wenn ich das richtig verstehe, konnte man also unter den Lagern auch Änderungen vornehmen, ohne den lagen Dienstweg einhalten zu müssen ?


    Lg Andre

    Erst wer den Dreck des Lebens gegessen hat, weiß wie schön dieses ist !!!

  • Hallo,
    wieder viel Interessantes im Thread über Heydrich und Himmler gelesen. Um auf meine letzte Frage, Thomas, zurück zu kommen. Ich zweifelte nicht an, dass Berlin in der damaligen Zeit würdiger Begräbnisort gewesen sei, sondern mir kommt es immer noch merkwürdig vor, dass die Begräbnisstätte für Heydrich so wie geplant nicht zur Ausführung kam. Er wurde zwar auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beerdigt, aber nach dem pompösen Begräbnis war es dann wohl eher ein schlichtes Grab. Anonym liegen die Überreste von Heydrich dort immer noch. Beim Googeln zu dieser Problematik konnte ich mir eine alte deutsche Wochenschau ansehen, in der klar erkennbar war, dass Hitler beim Staatsakt in der Reichskanzlei am Sarg von Heydrich gesprochen hat. Leider war der Ton nicht mehr zu hören. Wir wissen aber nun, was er sagte.
    Auch wenn es für einige langjährige User des Forums öfters als ein alter Hut erscheint, wenn ihnen breits Bekanntes im Forum wieder über den Weg läuft, es gibt immer Neulinge, so wie ich, die für die kompakte Form der Wissensvermittlung dankbar sind. Sonst besteht die Gefahr, dass es rasch elitär wird.
    MfG Wirbelwind

  • Guten Abend,


    nein,


    Lager wurden den Vorgaben entsprechend gebaut, Auschwitz war KZ, später, dann a u c h Vernichtungslager im Sinne vom Holocaust.
    Hier wurde selektiert, wer war für Arbeit zu gebrauchen, wer nicht.
    Wer nicht, ....


    Vernichtungslager selbst dienten nur einem Zweck, Juden rein, ermorden.


    Ich bin mir nicht sicher ob das alles noch mit Heydrich selbst, mit diesem Thread, zu tun hat...


    Grüße Thomas

  • Hallo Andre,


    das System der Konzentrationslager ist ein sehr komplexes Thema, für das hier wahrscheinlich kaum einer qualifiziert ist, also ich zumindest überhaupt nicht.
    Ich kenne nur Literatur und Internet-Artikel, dazu ein paar SiPo- und Gestapo-Akten.


    Da spielt sehr viel mit, das SS-WVHA, das RSHA mit seinen Gliederungen, der Beauftragte für den Vierjahresplan und noch vieles mehr.
    Da blicke ICH nicht mehr durch..


    Führt auch recht weit weg vom Thema Heydrich und seine Karriere ;) und ist meiner Ansicht nach für ein Forum der Wehrmacht eher wenig geeignet.


    Gruß
    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Hallo Thomas und Marcus,
    danke für eure Antworten und wollte hier auch keinen neuen Thread eröffnen. War nur eine allgemeine Frage von mir um das alles besser verstehen zu können.
    Dafür ist das Thema Heydrich doch auch viel zu umfangreich.


    Lg Andre

    Erst wer den Dreck des Lebens gegessen hat, weiß wie schön dieses ist !!!

  • Guten Abend zusammen,
    Marcus,

    Quote

    und ist meiner Ansicht nach für ein Forum der Wehrmacht eher wenig geeignet.


    aufarbeiten kann man alles, nur braucht es dafür Leute, die sich a) damit auskennen, und b) über die passenden Unterlagen verfügen,
    damit kein "ich habe gehört" passiert.


    Andre,

    Quote

    Dafür ist das Thema Heydrich doch auch viel zu umfangreich.


    ich kenne deinen Wissensstand nicht, dein Interessengebiet.
    Wenn jemand länger dabei ist kann ich das einschätzen...


    Umfangreich ist eine nette Umschreibung dafür, dass Heydrichs Vita, sein Wirken, ganz sicher auf mehrere Threads verteilt werden müsste.
    So eine Person, ein Thread?
    Nicht machbar,


    Grüße Thomas

  • Hallo,


    Da wäre es sinnvoll, bei der Reichsmarine anzusetzen. Hier wurde Heydrich 1931 als Olt. z.S. (vermutlich "unehrenhaft") entlassen, wegen eines gegebenen und nicht eingehaltenen Eheversprechens. Ist das definitiv richtig? Gibt es über seinen Werdegang bei der Reichsmarine noch weitere Informationen?


    Karrieren sind nicht nur bedingt durch Fleiß und Können. Zufälle des Lebens bewirken, dass ein Mensch "fast aus dem Nichts heraus" einen überraschenden Aufstieg hinlegt.


    ich sehe hier permanent Ansätze, die Person Heydrichs großtmöglich durch den Kakao zu ziehen und von seiner Biograife an jeder Stelle abzuwerten.
    Als pures Mittelmaß und Kind des Glücks zu entblößen. Vielleicht ist es ratsam wieder etwas mehr von spekulativen Spaß abzuweichen und sich objektiv der Wahrheit zu stellen.
    Seriöse Historiker trauen sich das trotz der einmaligen Boshaftigkeit dieses Menschen.
    Keine Niete bei der Marine, von Null auf Oberleutnant zur See in 6 Jahren ist eindeutig ein zielstrebiger Erfolg.
    Kein Duckmäuser sondern patzig vor dem Ehrengericht die aufgelöste Verlobung mit der Tochter eines Marine-Direktors verteidigen.
    Hätte er nicht Himmler getroffen und bei ihm für mickriges Geld angeheuert, wäre trotzdem irgenedine ander Karriere eingetreten. Heydrich hatte alle Eigenschaften eines jungen dynamischen Managers der mit modernsten Kommunikationsmitteln jedes Business perfektioniert und zum Erfolg geführt hätte. Karriere gemacht hätte an jedem Ort. Und die kurze frei gesprochene Rede soll ein sichtlich bewegter Hitler vorgetragen haben. Ich empfehle zum Thema den Online-Artikel des Literaturwissenschaftlers Professor Albrecht Betz.


    http://www.deutschlandfunk.de/…ml?dram:article_id=268424



    Viele Grüße
    Malte

  • Hallo Thomas,
    du hast natürlich Recht damit das du mich nicht kennst, woher auch. Und wollte jetzt auch kein neues Thema anfangen. Finde nur, alles was mit Heydrich zusammenhängt, ist ein so großes Thema. da man mal nicht so eben aufarbeiten kann bzw. mit ein Paar Worten.
    Trotzdem habe ich hier dadurch schon viel erfahren können und noch einmal besten dank an alle, die sich zu diesem Thema geäußert haben.
    Weiter so :thumbup:


    Lg Andre

    Erst wer den Dreck des Lebens gegessen hat, weiß wie schön dieses ist !!!

  • Hallo Thomas, Marcus, Bert und Interessierte,
    mein voriger Beitrag zielte nur auf die Frage, ob es - evtl. in Zusammenhang mit der Wannsee-Konferenz - Spannungen gab zwischen Heydrich und Himmler, wie es ja auch zuvor schon mal im Thread angedeutet wurde.
    Ob also möglicherweise die Karriere Heydrichs - unabhängig vom Attentat - ihren Höhepunkt schon überschritten hatte und wenn ja, worin genau diese Differenzen bestanden. Diese Frage hatte ich aus Berts Beitrag aufgreifen wollen.
    Vorgesetzter oder Untergebener hin oder her, es ist ja nicht auszuschließen dass es Mißstimmigkeiten oder Spannungen gab, und dann wäre interessant zu erfahren woraus diese resultierten.


    Herzliche Grüße
    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

    Edited once, last by rebelau ().

  • Tag allerseits,


    dass sich Heydrich nach seiner Bestellung zum stv. Protektor in gewisser Weise verselbständigte und von Himmler absetzte, ist wohl durchaus stimmig. Er soll damals zu seiner Frau gesagt haben, dass er nun endlich nicht nur für den Mülleimer des Reichs zuständig sei. Auch Hitler zeigte ganz offensichtlich sein Faible für Heydrich. Das wird auch Himmler gemerkt haben.
    Dass Heydrich ein Durchsetzungsvermögen, Intelligenz und ein geschliffenes Auftreten hatte, kann man wohl nicht in Abrede stellen. Himmler dagegen blieb eben der kleinbürgerliche Typ,
    den man für die "Drecksarbeit" brauchte.


    Gruß
    Bert

  • Tag allerseits,


    der "gottlose Himmler" sagte in der Begräbnisrede u.a.


    Tagelang hofften wir, daß sein aus der Kraft gesunder Vorfahren stammender und von ihm in einem einfachen und disziplinierten Leben gesund gehaltener Körper die schwere Gefahr bannen könne. Am siebenten Tage, am 4. Juni 1942, hat dann das Schicksal, der Herrgott, der Uralte, an den er, der große Gegner des Mißbrauchs jeder Religion zu politischen Zwecken, in selbstverständlicher Unbeirrtheit und Unterordnung zutiefst glaubte, sein körperliches Leben vollendet.


    Bei seinem letzten Besuch am Krankenbett des Heydrich muss Himmler sehr erstaunt gewesen sein, als Heydrich das Gespräch auf den Herrgott brachte.
    Heydrich einst ein gläubiger Katholik, trat nach dem Eintritt in die SS aus der Kirche aus und fungierte danach als "gottgläubig". Sein Verhalten auf dem Sterbebett bewies im Wortsinne,
    dass er an Gott im weitesten Sinne glaubte, er war also kein bloßer Atheist.


    Gruß
    Bert

    Edited 2 times, last by Jahrgang39 ().

  • Lieber Bert,
    nun ja, sicherlich kam es schon oft vor, dass Menschen, die sich von der Kirche oder auch vom christlichen Glauben im weiteren Sinne abgewandt hatten und sich als Atheisten fühlten, im Angesicht des nahen Todes zum Glauben an Gott zurückfanden.
    Das ist das eine. Das zweite Phänomen ist die Betonung Schicksal-Herrgott in Himmlers Rede. Vielleicht hat er das unter dem Eindruck dieser von Dir geschilderten Begegnung aufgenommen, auch in Hinblick auf die Familienangehörigen Heydrichs?
    Herzliche Grüße
    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo,


    es ist doch eigentlich hinreichend bekannt, dass Himmler sich nie als Atheisten gesehen hat und das auch nicht von sich behauptete?


    ("„Ich habe in den Reihen der SS niemals einen Atheisten geduldet“ - z.B. in fast allen Reden vor den Volksgrenadiedivisionen, nachdem er 1944 zum Befehlshaber des Ersatzheeres wurde)


    MfG


    Flo

  • Guten Abend,


    Himmler wollte die Abwendung seiner SS-Angehörigen von den Kirchen erreichen, keine Atheisten.
    Sehr wohl sollte es den Glauben an Gott geben, woher sollte sonst das "gottgläubig" herkommen?


    All seine "Ersatz"-Feiern bezüglich Hochzeit, Taufe, Weihnachten und was weiß ich nicht noch alles,
    alles nur Versuche christliche Feierlichkeiten zu ersetzen.
    Wurden praktiziert, sicher, jedoch nicht mit dem Erfolg, den er sich versprach.


    Die statistischen Daten bezüglich der Kirchenaustritte, bzw die Konfession der Angehörigen der Allg.SS sprechen eine andere Sprache.


    Grüße Thomas

  • Hallo,


    als Ergänzung zu Huba / meinem Post:


    „Wie lautet dein Eid?“ Die Antwort ist: „Wir schwören dir, Adolf
    Hitler, als Führer und Kanzler des Deutschen Reiches Treue und
    Tapferkeit. Wir geloben dir und den von dir bestimmten Vorgesetzten
    Gehorsam bis in den Tod. So wahr uns Gott helfe !“


    Die zweite Frage lautet: „Also glaubst Du an einen Gott ?“ Die
    Antwort lautet: „Ja, ich glaube an einen Herrgott. “ Die dritte Frage
    lautet: „Was hältst Du von einem Menschen, der an keinen Gott glaubt?“
    Die Antwort lautet: „Ich halte ihn für überheblich, größenwahnsinnig und
    dumm; er ist nicht für uns geeignet. “


    aus H. Hmmler's "Die Schutzstaffel als antibolschewistische Kampforganisation" 1937, Zentralverlag der NSDAP., Franz Eher Nachf., München


    MFG


    Flo

  • Hallo,


    warum habe ich schon wieder das Gefühl, dass ein weiteres Thema missbraucht wird ?


    Als erstes möchte ich dem Bert ganz herzlich dafür danken, dass er die Passage der Trauerrede noch einmal im Fettdruck wiederholt eingestellt hat-
    Ich hatte es zwar schon beim Thilo lesen, und verstehen können, nun aber geht es auch ohne Brille, Danke!


    Eberhard, da ja Kinder meist bereits im Säuglingsalter einem Glauben zugeführt werden, besteht rein statistisch gesehen auch die Möglichkeit, dass dieser Glaube nicht ihren späteren Erwartungen entspricht, auch wenn ihr Gehirn ab diesen Zeitpunkt immer wieder " gottgläubig " formatiert wurde! Übrigens, Gröfaz war auch einmal Messdiener seiner Kirche und streng christlich erzogen.


    Flo, was sagt uns Dein Hinweis? Den Himmler muss man dann wohl als eine Art Modifikation zwischen Christ und Atheist betrachten. Verlieh das ihm besondere menschliche Fähigkeiten bzw. herausragende Charaktereigenschaften?.
    Ich weiß, Du hast nur zitiert!


    Man möge bei einem älteren Mann Nachsicht walten lassen, wenn er nicht versteht, was das Ganze noch mit dem FdW zu tun hat.
    Es trägt m.M. doch nur zur Verflachung des Niveaus bei.


    Nachdenkliche Grüße Ludwig

    Never let go!

  • Hallo Thomas und Interessierte,
    das heißt also, soweit ich es verstehe: Es ging (nur) darum die Kirchen als gesellschaftliche und wohl auch politsch Einfluß nehmende Institutionen zu schwächen; nicht darum, den christlichen Glauben selbst abzulehnen.
    Ist das nun speziell Himmlers bzw. die Linie der SS (Heydrich ja wohl inbegriffen) gewesen oder kann man das für den NS-Staat insgesamt verallgemeinern? Ich frage deshalb, weil Hitler selbst ja zumindest mit der Katholischen Kirche ins Einvernehmen kommen wollte. Siehe etwa diesen Bericht: http://www.zeit.de/1965/23/die…ische-kirche-unter-hitler
    Herzliche Grüße
    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo Ludwig,


    ich wollte damit nur verdeutlichen, dass das Himmler bzw. die SS zwar "kirchenfeindlich" war, sich aber nie "atheistisch" gesehen und bezeichnet hat. Irgendwie hat sich durch Himmler's Verherrlichung der altgermanischen / heidnischen Kulte bei vielen die Auffassung eingeschlichen, als wäre er Atheist gewesen.


    Hallo Eberhard.


    doch, nicht nur die Kirche als Institution, sondern auch den christlichen Glauben. Nicht aber den Glauben an einen Gott, so abstrakt er auch von Himmler formuliert wurde.


    LG

  • Guten Abend zusammen,


    Ludwig,

    Quote

    warum habe ich schon wieder das Gefühl, dass ein weiteres Thema missbraucht wird ?


    da müssen wir wohl Bert fragen, warum er bei diesem Thread die Kirchen ins Spiel gebracht hat.
    Ich bin unschuldig.  8)


    Eberhard,
    Himmler wollte viel mehr, er wollte den Einfluß der Kirchen "weg" haben, kam damit aber bei Hitler nicht durch.
    Auf seinen Orden bezogen, also SS, da drehte er sein eigenes Ding, versuchte es zumindest, wurde aber auch da von Hitler eingebremst.


    Es war der Bevölkerung geschuldet, da die allermeisten eben nicht bereit waren aus einer der Kirchen auszutreten, nur weil der RFSS das gerne gehabt hätte,
    und das wusste Hitler.


    Das Dumme ist, der Thread handelt von Heydrich, jetzt sind wir bei SS/Kirche....nix mehr mit Heydrich.


    Grüße Thomas

  • Tag allerseits,


    mit Verlaub, "die Kirchen habe ich nicht ins Spiel gebracht"....


    Manche der damaligen "Gottgläubigen" waren reine Atheisten. Wenn das Leben aus war, dann war für diese Menschen eben ENDE...
    Bei der schillernden Persönlichkeit des Heydrich ist es allemal von Bedeutung, dass er "gottgläubig" im Wortsinne war.


    „Ja, die Welt ist nur ein Leierkasten, den unser Herrgott selber dreht.Jeder muss nach dem Liede tanzen, das gerade auf der Walze steht."

    Reinhard Heydrich am 31. Mai 1942 im Lidova-Krankenhaus zu Heinrich Himmler


    Grüße
    Bert