Verzweiflungsthread bezüglich Soldbuch und Marinestammbuch

  • Hallo liebe Gemeinde,


    dies ist mein erster Post. Kurz zur meiner Person, ich heise mit Vornamen Christian und bin Jahrgang 1983.


    Vorab, wenn der Thread oder mein Belangen gegen irgendwelche Regeln verstößt, mich bitte nicht steinigen, sondern den Thread einfach löschen. Ich habe wenig bzw gar keine Hoffnung das mir irgendeiner weiterhelfen können wird, aber man soll nichts unversucht lassen, aber wenn einem hier nicht geholfen werden kann, wo sonst? ;-)


    Nur die nötigsten Infos bezügliche meiner späteren Fragen:
    Ich hatte ausgiebig Gelgenheiten mich mit meinem Opa zu unterhalten und hat er mir dann aus seinem Leben erzhält.
    Mein Großvater war bei den Kleinkampfverbänden der Kriegsmarine.Er ist September 1942 in die Wehrmacht eingetreten. Im späteren Verlauf war er in Jugsolavien, (Hauptsächlich 1944) Anti-Partisanen-Einsatz. und wurde mit dem Bandenkampfabzeichen und dem Ek2 ausgezeichnet. Kriegsende war er dann Obergefreiter. Er war Sudetendeutscher. das Eiserne Kreuz, soviel beide Verleihungsurkunden hatt er mit der Feldpost oder bei Urlaub zu Hause gelassen. DIes wurde mit anderem Zeugs, von meinem Uropa kurz vor der Vertreibung in seinem Garten vergraben. Sollte es später irgendein Tscheche Jahre/Jahrzehnte später, z.B beim Garten umgraben nicht gefunden haben, so ist es spätesten 70 Jahre nach Vertreibung zerrostet und die Urkunden vermodert (und was sosnt noch vergraben wurde). Also da ist nichts zu machen. Das Band zum EK2 hatte er zwar in seinem neuen Wohnort (er hat es vermieden seine neue Heimat, der Ort in Westdeutschland Heimat zu nennen), allerdings hat das seine spätere Frau, also meine Oma, irgendwann in den Müll geschmissen, weil das Band, speckig, flecking, verdreckt, etc war. Wie die Reaktion war als mein Opa das erfahren hat, weiß ich nicht. Mir ist also lediglich sein BKA geblieben.



    Ich fang erst mit der Frage nach dem Marinestammbuch an. Mein Opa hat mir erzählt, dass alle Daten die in das Soldbuch eingetragen wurden, auch in das Marinestammbuch eingetragen worden sind. Kriegsende war er in Norwegen und ist 45 in britische Gefangenschaft gekommen. Eines Tages wurden er und seine Kameraden einzlend verhört. Gerüchte zufolge wäre der Verbhöroffizier ein tschechischer Jude gewesen. Mein Großvater war nicht der erste der verhört wurde. Irgendwann kam er dann dran und auf dem Tisch lagen Dokumente wo der Vorhöroffizier oder Verhörperson oder was auch immer, alles oder fast alles mit rot Unterstrichen war. Der Tscheche wusste über den Werdegang meines Opa bestens bescheid, konnte ihm seinen Namen sagen, wann und wo er geboren wurde, etc und hat ihn dann, sagen wir mal "verhört". Mein Opa hat sich immer gewundert woher der tschechischer Jude über ihn so genau Bescheid wusste und warm bei ihm soviel mit Rot unterstrichen war. Dabei hat mein Großvater mir erzählt, war er nie in der Partei oder SS oder sonst was. Lediglich in der HJ, aber auch nicht so konsequent. Ist auch egal. Ich habe ihn gefragt, ob dem Tschechen nicht vielleicht das Marinestammbuch vorgelegen hatte? Mein Opa meinte nur "Ja das könnte möglich sein"


    Meine erste Frage: Ich geh mal davon aus, dass es bei dem Verhör nur um das Marinestammbuch gehandelt haben kann. Haben die Alliierten so was später vernichtet, z.B verbrannt oder könnt es sein, dass es noch in einem irgend einen englischen Archiv liegt oder irgend ein Militariasammler besitzt????


    Meine zweite Frage: Sein Soldbuch lag der Verhörperson definitv NICHT vor. Er und seine Kameraden kamen irgendwan später von Norwegen, nach Cuxhaven, von wo er auch dann aus britischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde und als Zivilsit dann dort gemeldet war. Ein deutsche Zivilperson von deutschen Behörden kam irgendwann mal vorbei und hat erklärt, wer sein Soldbuch nicht abgibgt, bekommt keinen zivilen Personalausweis ausgestellt. Also hat mein Opa sein Soldbuch dem Mann ausgehändigt, später bekam mein Opa im Rathaus (glaube ich) seinen zivilen Perso überreicht. Darüber hat er sich im Nachhinein sehr geärgert, weil in seinem Soldbuch ja alles eingetragen war. Er und seine Kameraden seiner Einhet wurden z.B. mit vielen Ausrüstungsgegenständen ausgestattet, z.B. Jacken vom Heer, Skier etc. Ist ja eigentlich unglaublich, Heeresausrüstung bei der Kriegsmarine. Es war soviel, dass der im Soldbuch dafür vorgesehen Platz nicht ausgereicht hat, und noch ein Stück Papaier drangemacht wurde, das ausklappbar war. Jedenfalls haben andere die ihr Soldbuch wirklich nicht mehr hatten oder es zumindest behauptet haben, somit ihr Soldbuch nicht ageben konnten, trotzdem ihren zivilen Perso bekommen.


    Ich habe 1998/99 eine E-Mail an die Stadt Cuxhaven geschrieben und gefragt. Ein Mitarbeiter hatte mir geantwortet, das werder im Rathaus, noch im Stadtarchiv irgendwelche Soldbücher vorrätig sind. Offenbar sind die Soldbücher vernichtet worden.
    Mehr hatte der Mitarbeiter nicht geschrieben.


    Meine zweite Frage und daher Verzeiflungsthread. Hat die Stadt Cuxhaven sowas wirklich vernichtet??? Wie kamen die dazu sowas zu vernichten?! Wieso haben die nicht einfach einen UNGÜLTIG-Stempel in das Soldbuch gehauen und es wieder dem rechtmäßigen Besitzer ausgehändigt, zurückgegben!? Oder wenigstens an die WAST zurückschicken können! :-(


    Wurden die Soldbücher vielleicht doch nicht verkauft? Ich habe keine Hoffnung und die Wahrscheinlichkeit, dass mir hier jemand eine postiv Antwort gibt, liegt bei 0,0000000001% Aber vielleicht gibt es hier Experten die mir doch einen Tip geben können, wo die Soldbücher hingeschickt worden sein könnten oder verkauft wurden von der Stadt Cuxhaven. Vielleicht besitzt irgendein Militarisammler, irgendwo in der Welt sein Soldbuch???


    Meine dritte Frage: Mein Opa hat bei der WAST in Berlin Eder der70er/Ende der 80er Jahre angefragt, nach seiner Militräzeit, weil er das für die Rente gebraucht hatte. Überraschenderweise hat die WAST neben einer Kopie seine Daten auch sein Original Abschlusszeugniss mitgeschickt. Das besitze ich noch. Mein Opa hatte sein Abschlusszeugnis dem Wehrbezirk oder wem auch immer hingeschickt, bevor er einberufen wurde, weil das verlangt wurde. Hat die WAST auch Eintragugne darüber wann, welche Orden verliehen wurden oder wurde sowas nur in das Soldbuch eingetragen, bzw. Marinestammbuch?


    Ich hab aus Neugierde die Tage in warrelics.eu und bei wehrmachts-awards.com Bilder meines BKA eingestellt und nach deren Meinung gefragt. Hersteller, Typ, etc. Die Meinung war Original, aber der Bügelhalter sieht reapiert/gelötet aus und die Haltungsöse hat sich teilweise aufgelöst, also leider nicht in einem befriedigenden Zustand. Könnte aber an dem Material Zink leigen, woraus der BKA gemacht wurde, Stichwort Zinkpest. Ohne die Besitzurkunde ist es aber unmögich zu sagen, welcher Waffengattung der Verliehende angehörtig war. Dazgehörigen Geschichten interessieren nicht, zumal viele Geschichten von Fakern erfunden sind.


    Nun, ich verkaufe das BKA sowieso nicht, weil Andenken an meinem Opa, aber es wär trotzdem cool, wenn ich irgendwie einen Nachweis darüber hätte, zumal Verleihungen in der Kriegsmarine von dem soweiso seltenen Orden, noch seltener sind. Aber auch sonst würde es mir viel bedeuten, wundersameweise und wider erwarten, sein original Soldbuch in den Händen zu halten.


    Danke an alle vorab die sich die Mühe gemacht haben, meinen Post durchzulesen und mir in diesem Thread geantwortet haben, [wenn auch leider ohne postives Ergebnis :'( mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit]