Propaganda Plakat Russland? Bitte um Übersetzung?

  • Guten Abend,


    einige hier erinnern sich vielleicht, daß ich eine Sammlung deutscher Propaganda Plakate besitze, es handelt sich um eine bescheidene Sammlung von etwa 50 Exemplaren, ein für mich pers. sehr interessantes Thema.
    Einige Beispiele habe ich vor vielen Jahren im alten Forum eingestellt.


    Nun meine Frage, kann mir bitte jemand von euch das unten angehängte russische (?) Plakat in die deutsche Sprache übersetzen?
    Sehr interessieren würde mich ebenfalls eine Information über den Grafiker, der dieses Plakat gestaltet hat?


    Zuletzt wäre die Örtlichkeit, und der Zeitraum interessant, denke ich falsch, wenn ich an die deutsche Belagerung der Stadt Leningrad denke..?


    Das Bild stammt von einer russischen Internetseite, die genaue Quelle erinnere ich leider nicht mehr, sorry.


    Ich habe in diesem Bereich sehr viel hartes Material gesehen, dieses Plakat aber hat mich doch sehr beeindruckt, in keinem guten Sinne.


    Danke für alle Hinweise, ich freue mich über jegliche Antwort...


    Gruß


    Micha

  • Hallo Micha,


    zum Text, oben: "den Feind vernichten"


    darunter : "deutsche Ungeheuer"


    MfG Ludwig

    Never let go!

  • Hallo Micha,


    ein durchaus interessantes Thema. Kannst du anhand deiner Sammlung berichten, in wie weit das Motiv des Kindes/getöteten Kindes wiederkehrt oder wie häufig es verwendet wird?


    Mit besten Grüßen


    OB

  • Herzlichen Dank an Ludwig,


    ist es dir bitte möglich, anhand der Beschriftung der Tafel rechts, einen Hinweis auf die Örtlichkeit zu stellen, das wäre sehr schön..?


    Danke für deine Übersetzung!


    Gruß


    Micha

    Phantasie ist auch eine Begabung

  • Hallo Micha,

    ist es dir bitte möglich, anhand der Beschriftung der Tafel rechts, einen Hinweis auf die Örtlichkeit zu stellen, das wäre sehr schön..?


    habe ich bereits vergebens versucht, da müssen Experten ran!
    MfG Ludwig

    Never let go!

  • "ein durchaus interessantes Thema. Kannst du anhand deiner Sammlung berichten, in wie weit das Motiv des Kindes/getöteten Kindes wiederkehrt oder wie häufig es verwendet wird?"


    Grüß dich, Odenwälder Bub,


    das kann ich leider nicht, zumindestens nicht bisher.


    Die Plakate in meinem Besitz sind neuwertig, gedruckt in deutschen Druckereien, die Motive sind strammdeutsch, antikommunistisch, antijüdisch, und mit dem Hinweis, russische Politkommissare zu töten, und das sehr eindeutig.


    Das Thema Kindermord ist mir von deutscher Seite so bisher nicht bekannt, es gibt allerdings Wandzeitungen und Anschläge aus damaliger Zeit, zB zu dem Thema "Nemmersdorf".


    Gruß


    Micha

    Phantasie ist auch eine Begabung

  • Hallo Micha,


    das Plakat stammt tatsächlich aus Leningrad, Winter 41/42. Bei dem Gebäude handelt es sich um das Warenhaus Gostiny Dvor auf dem Newski-Prospekt, Ecke Sadovaya. Ich würde es mit “Vernichtet das deutsche Ungeheuer“ übersetzen. Ich meine, es war handgemalt.


    Gruß


    Ulf

  • Hallo,


    Quote

    Kannst du anhand deiner Sammlung berichten, in wie weit das Motiv des Kindes/getöteten Kindes wiederkehrt oder wie häufig es verwendet wird?


    Derartige Gräuelpropaganda gab es schon im August 1914, "Deutsche hacken belgischen Kindern die Hände ab."


    [Blocked Image: https://zeitundzeugenarchiv.files.wordpress.com/2017/01/abgeckte-kinderhc3a4nde_2.jpg?w=261&h=276]


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Guten Morgen,


    meinen herzlichen Dank für alle Hinweise, Ulf, dein Hinweis auf ein evtl. handgemaltes Einzelexemplar ist natürlich interessant...


    Danke auch für den guten Link, einige wenige der dortigen Plakate sind mir bekannt, vereinzelt tauchen auch solche Plakate in westlichen Auktionen auf, und erzielen sehr hohe Endgebote. Diese russischen Plakate sind sehr selten, und es sind sehr viele Fälschungen auf dem Markt.


    Euch allen noch einen schönen Sonntag


    Micha

    Phantasie ist auch eine Begabung

    Edited once, last by Holzkopf ().

  • Hallo,


    als Ergänzung, das Bild illustrierte als Zeichnung offenbar einen Artikel in der Prawda vom 07.02.1942. Sie ist mit "Кукрыни́ксы" signiert, einer Gruppe von 3 Grafikern/Karikaturisten (Michail Wassiljewitsch Kuprijanow, Porfiri Nikititsch Krylow, Nikolai Alexandrowitsch Sokolow), die eine Vielzahl von Plakaten und Karikaturen in dieser Zeit geschaffen haben. Ich gehe davon aus, dass diese Zeichnung der Ursprung des Plakats in Leningrad ist.



    Gruß


    Ulf

  • Moin Ulf,


    sehr interessanter Hinweis, vielen Dank!


    Wenn man das russische "Кукрыни́ксы" susammen mit dem Wort "Propaganda" googelt, dann tauchen jede Menge Plakate in der Bildsuche auf, klasse...


    Wie schreibt sich bitte das Wort Propaganda in russischer Schrift?


    Gruß zum Sonntag


    Micha

    Phantasie ist auch eine Begabung

    Edited once, last by Holzkopf ().

  • Hallo Micha,


    Quote

    Wie schreibt sich bitte das Wort Propaganda in russischer Schrift?


    пропаганда


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Micha,


    gib mal folgende Zeile bei Google ein (Bilder):


    Кукрыниксы плакаты


    oder


    плакаты времён Великой Отечественной войны




    Gruß


    Ulf

    Edited once, last by Ulf71 ().

  • Quote

    Derartige Gräuelpropaganda gab es schon im August 1914, "Deutsche hacken belgischen Kindern die Hände ab."


    Lieber Thilo,


    genau darauf wollte ich letztenendes auch hinaus. Es wäre spannend dies bei entsprechender Gelegenheit in einem eigenen Thread einmal anhand aller großen kriegsführenden Parteien zu betrachten. Das Motiv des Kindes wird meiner Erfahrung nach bei Propaganda sehr vielfältig verwendet. So sieht man nicht immer unbedingt das Motive des getöteten Kindes, sondern nur eine Andeutung oder Bedrohung dessen.


    Viele Grüße


    OB

  • Moin Thilo,


    derartige Weltkrieg 1 Propaganda von alliierter Seite gegen die "Blutrünstigen Hunnen" ist ja gut bekannt.


    Deutsche Soldaten mit auf Bajonetten aufgespießten Kleinkindern sind eines der vielen grauenfaften Propagandamotive, weiter muß man das nicht weiter ausführen.


    Beruht das Motiv "Abgehackte Kinderhände" auf einer wahren Begebenheit, ist dir etwas darüber bekannt?


    Gruß zum Sonntag


    Micha

    Phantasie ist auch eine Begabung

  • Hallo Micha,


    mir ist kein derartiger Vorfall bekannt. Ich habe zwar etliche Regimentsgeschichten aus den ersten Kriegswochen 1914 und war verwundert, mit welcher Härte man schon nach ein paar Tagen Krieg gegen mutmaßliche Heckenschützen usw. vorging, aber von solchen Maßnahmen ist da keine Rede.


    Den Feind als Verbrecher dar zu stellen scheint eine französische Manier zu sein, gab es schon 1870/71


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Beruht das Motiv "Abgehackte Kinderhände" auf einer wahren Begebenheit, ist dir etwas darüber bekannt?


    Hallo Micha,


    es handelt sich um ein erfundenes Schauermärchen. Nach dem 1. Weltkrieg gab es soagr einen großen Untersuchungsaussschus des Reichstages zum Krieg. Die Untersuchungen wurden in einem vielbändigen Werk publiziert. Man hat dabei auch die Sache mit den "abgehackten Kinderhänden" untersucht. Es stellte sich heraus, dass dieses Narrativ v.a. durch einige französische Zeitungen forciert wurde.


    Beste Grüße


    OB

  • Ich würde es mit “Vernichtet das deutsche Ungeheuer“ übersetzen.


    Hallo Ulf,
    rein von Grammatik her heisst es: “Vernichten das deutsche Ungeheuer“

    Gruß Viktor

  • Hallo Viktor,


    das ist natürlich richtig, müsste mit meiner Übersetzung offenbar "уничто́жите" lauten, oder?



    Es fällt (mir) auf, dass auf den Zeichnung und Plakaten so gut wie nie der Sozialismus/Kommunismus oder die Partei verteidigt werden soll. Es sind überwiegend die Heimat, Frauen und Kinder, für deren Schutz oder Befreiung zum Kampf gerufen wird. Sicher ein weise Entscheidung.




    Gruß


    Ulf