Gefährliche Munitionsfunde aus Beständen der ehem. dt. Wehrmacht

  • Hallo zusammen,
    obwohl 1952 geboren, erinnere ich mich an so manche Begebenheiten.
    Mein Opa hatte z.B. einige Äcker gleich neben dem Zaun des Flughafens Giebelstadt. Als "Stadtkind" verbrachte ich viel Zeit bei ihm und durfte schon im Alter von 12 Jahren mit seinem Lanz-Traktor pflügen. Ich erinnere mich, dass er mich jedes Mal "vergatterte", dass ich aufpassen und wie ich mich verhalten solle, wenn dabei mal wieder eine Bombe zum Vorschein kam.
    Das war regelmäßig der Fall, obwohl die Pflugschaare der damaligen Zeit bei weitem nicht so tief in die Erde gingen als in der heutigen Zeit.
    Ich habe in zwei Jahren drei Fliegerbomben an die Oberfläche geholt. Wenn das passierte, wurde die Bombe liegen gelassen und darum herum weiter gepflügt. Wenn wir nach Beendigung der Arbeiten wieder nach Hause fuhren, wurde der Fund bei der Gemeindeverwaltung gemeldet und das war es. Manchmal lagen die Dinger 2-3 Tage herum bis das Räumkommando kam und die Hinterlassenschaft der Luftwaffe beseitigt hatte.


    Die Bauern wussten, dass in den letzten Kriegstagen und nach der Kapitulation Bombenstapel gesprengt wurden. Sie waren zwar vorsichtig, jedoch nicht übermäßig besorgt. Übrigens ist gilt das Gebiet bis heute als nicht vollständig geräumt und immer wieder kommen die Hinterlassenschaften der Luftwaffe beim Pflügen ans Tageslicht.


    Ein Onkel hatte einen Hof ebenfalls in Untefranken. Einer seiner Äcker grenzte an einen ehemaligen Feldflugplatz. Abgesehen davon, dass sich die Bauern nach Kriegsende alles verwertbare holten und ausbauten (Fenster, Türen, Geschirr, Anhänger, Stromaggregate, usw.), hatte mein Onkel bis Mitte der 60er Jahre vier Kästen gegurtete MG-Munition sowie einige K98 (alles in gutem Zustand), die er dort gefunden hatte, in einer Ecke seiner Scheune liegen bis die Sachen bei den zuständigen Stellen "entsorgt" wurden.


    Die damalige Generation und auch wir Kinder machten nicht viel Aufheben um solche Funde. Sie waren schon fast normal. Entscheidend war - und das wurde uns Kindern immer wieder ganz deutlich gemacht - dass diese Dinge gefährlich und auf keinen Fall als Spielzeug anzusehen waren. Ich weiß selbst nicht warum, aber wir haben uns daran gehalten.


    Gruß an alle
    Robert

    suche alles über das Infanterie-Ersatz-Btl 110 sowie über das InfRgt 252

    Edited once, last by robkon ().


  • hatte mein Onkel bis Mitte der 60er Jahre vier Kästen gegurtete MG-Munition sowie einige K98 (alles in gutem Zustand), die er dort gefunden hatte, in einer Ecke seiner Scheune liegen bis die Sachen bei den zuständigen Stellen "entsorgt" wurden. Die damalige Generation und auch wir Kinder machten nicht viel Aufheben um solche Funde.


    Hallo Robert,


    dann hat Dein Onkel aber ziemlich verantwortungslos gehandelt und dabei sehr viel Glück gehabt, dass er für seine "Sammelleidenschaft" nicht direkt zur Rechenschaft gezogen wurde. Wir hatten in einem anderen Thread zum Verbleib von Ausrüstung und Waffen nach dem Kriegsende schon mal dieses Plakat aus dem damaligen Landkreis Donaueschingen eingestellt:


    Für unerlaubten Waffenbesitz konnte durchaus auch zur Todesstrafe verurteilt werden, im Anhang mal ein paar Beispiele zu Verfahren aus Österreich vom Oktober 1945.
    Quelle: Neue Warte am Inn Nr. 1 vom 11.Oktober 1945, Seite 4


    Gruß, J.H.

  • Hallo,


    anbei ein kurzer Pressebericht zum Tod von fünf Franzosen, die bei der Ortschaft Aubencheul-au-bac einen Blindgänger demontieren wollten.
    Quelle: Tages-Post, Ausgabe Linz Nr. 146 vom 24.Juni 1941, Seite 6


    Gruß, J.H.

  • Für unerlaubten Waffenbesitz konnte durchaus auch zur Todesstrafe verurteilt werden

    Hallo,


    anbei zwei Berichte zu Verurteilungen bzw. Vollstreckungen der Todesstrafe wegen unerlaubten Waffenbesitzes in Wolfenbüttel und Lindau kurz nach Kriegsende.

    Quelle: Kärntner Nachrichten Nr. 36 vom 25.Juni 1945, Seite 2


    Gruß, J.H.