Zeit/Berufssoldat werden während des Krieges?

  • Hallo,


    wie konnte man während des Krieges Zeit- oder Berufssoldat werden?


    Um Offizier werden zu können, musste man ja bestimmt das eine oder andere sein.


    Andererseits bestand ja die allgemeine Wehrpflicht, das heißt man musste sowieso hin.


    Hatte man als Eingezogener (also Wehrpflichtiger) die Möglichkeit, SaZ oder Berufssoldat zu werden?


    Zumindest der eine oder andere dürfte das ja durchaus in Betracht gezogen haben, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen...


    Hardy

    Inter arma enim silent leges

  • Man konnte sich sowohl für die Zeit der Kriegsdauer verpflichten, aber auch für bestimmte Jahre (4-12 Jahre).

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  • ich kannte einige, die sich wâhrend des Krieges als Berufssoldat eintraten, bzw. als Z 12 und dann nach der Übernahme in die BW ihre noch fehlenden Jahre bei der Bundeswehr abdienten. Berufsoffiziere konnten bei der BW weitermachen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt waren. Das Gleiche galt für einen Teil der Angehörigen der Waffen-SS.

    Suum cuique

    Edited once, last by Rainer ().

  • Wie waren denn da die Kriterien für eine Uffz oder gar Offz-Laufbahn für jemanden, der sich verpfichten will?


    Berufsausbildung/Studium?


    Konnte jemand, der während des Krieges ganz normal (also, weil er vom Jahrgang her fällig war) eingezogen wurde, Offizier werden, ohne sich zu verpflichten?
    (Von Spezialisten wie Ärzten etc. vielleicht mal abgesehen)


    Und, falls er sich verpflichtet hätte, hätte er doch eigentlich erstmal auf diverse Lehrgänge gemusst, bevor er in seinem neuen Dienstgrad verwendungsfähig war, sprich, die Verpflichtung hätte ihn (zumindest eine Zeit lang) vor dem Fronteinsatz bewahrt, oder?


    Wurde ein OG, der SaZ war, besser bezahlt, als ein OG, der normal eingezogen wurde?


    Wie sah die Versorgung der Angehörigen aus, falls man fiel?


    Gab es da Unterschiede zwischen SaZ und Wehrpflichtigen gleichen Dienstgrades?


    Sorry, falls meine Fragen dämlich sind, aber ich weiß es nicht, das interressiert mich aber wirklich sehr...


    Hardy

    Inter arma enim silent leges

  • Was die Besoldung angeht, so findet man hier:
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Soldat/Besoldung.htm
    Im Normalfall war bei Offizier Abitur Voraussetzung, aber es gab auch häufig Ausnahmen. Hier noch etwas zu den Offizieren(sehr lang):
    http://deposit.ddb.de/cgi-bin/…df&filename=975984101.pdf
    Was Beförderungen angeht so, so konnten auch Wehrpflichtige bei Eignung Unteroffizier oder Offizier werden. Sie mussten die entsprechenden Lehrgänge bzw. Ausbildungen mit Erfolg absolvieren.
    Dann gab es auch noch Beförderungen wegen Tapferkeit vor dem Feind, z. B. ein bewährter Unteroffizier wurde zum Leutnant befördert und konnte dann noch weiter aufsteigen.

    Suum cuique

  • Es gab auch innerhalb der Division sogenannte Unteroffizierslehrgänge, wo bewährte Mannschaften in ein- oder zwei Wochen zusätzliche Unterweisungen bekamen bevor sie zum Uffz ernannt wurden.


    Mein Opa hat solch einen Lehrgang in der 22. ID auf der Krim mitgemacht (hat aber den Uffz verweigert, weil er VB-Funker bleiben wollte, der Depp. Wurde dann vor Sewastopol als VB verwundet).


    Er erzählte mir, dass er später auf Sizilien (beim PzGrenRegt Sizilien) einen 18 jährigen Leutnant von der Napola bekam.
    Konnte das sein? Ich meine, mit 18 schon Leutnant?

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  • Hallo zusammen,
    hallo Hoover,


    Quote

    ...weil er VB-Funker bleiben wollte, der Depp. Wurde dann vor Sewastopol als VB verwundet...


    Na Du "Schlaumeier", dann verrat mir doch mal was VB bzw. VB-Funker meint.


    Gruß & Horrido
    TransportAdlersKind


    PS.: "TransportAdler senior" wurde am 1.7.41 zum Leutnant (KriegsOffz.) befördert - vorher war er Feldw. d. Res. - in der "Heimat"; erst am 16./17. Dez.41 ging's an die Front. Kurse hat er dafür keine besucht, sondern gegeben. In den Unterlagen steht auch immer Leutnant (Kr.O.) bzw. nach 1.9.43 Oberleutnant Kr.O.

    Wer verurteilt kann irren – wer verzeiht irrt nie.

  • vB ist "vorgeschobener Beobachter", der die Wirkung der eigenen Artillereie beobachten und ggfs. lenken sollte. Oft ein "Himmelfahrtskommando, da die andere Seite zuerst nach diesen "vB's" suchte, sie ausschaltete und damit die Artillerie blind machte. Meist saßen vB's dort, wo sie einen guten Überblick hatte. Der Gegner konnte sich an fünf Fingern abzählen, welche Orte dafür in Frage kamen, und sich darauf einstellen.


    Das war es, was mit dem "Depp" gemeint war, wenn sich jemand freiwillig dazu meldete.


    Gruß,
    Arnold

  • ...also kleines v großes B.


    Mir stößt allerdings übel auf, wenn von heute aus gesehen[!] mal eben eine Entscheidung eines Großvaters en passant als deppert gestempelt wird - und dies in aller Öffentlichkeit.
    Der Vater von Adler sen. hat (andere Generation, anderer Krieg) auch eine "freiwillige" Entscheidung vor der Front getroffen, die manche als ehrbare Heldentat priesen, andere mit kopfschüttelndem Unverständnis quitierten. Er verlor dabei sein Leben...


    Gruß & Horrido
    TransportAdlersKind

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