Stab z.b.V. von Claer April 1945

  • Hallo zusammen,



    ich habe mich vor einigen Wochen mit einer Einheit im Raum Backnang - Mainhardt - Löwenstein etwa 12.4.45 ff beschäftigt...



    Dabei bin ich über den Stab v. Claer gestolpert:



    „... Das XIII. SS-AK erhielt am 30.März den Auftrag, im Neckar-Enz-Abschnitt eine neue Sperrlinie aufzubauen. Dazu wurden dem Korps die Stäbe von Claer und Seitz unterstellt, um die Befehlsführung in diesem Abschnitt sicherzustellen. An Kräften standen dem Korps Ersatz- und Marscheinheiten, Besatzungen des Kampfkommandanten von Heilbronn sowie Ersatzeinheiten und Pioniere, die schon zum Ausbau der Stellung eingesetzt waren, und Volkssturmeinheiten zur Verfügung...“
    (Dieter Robert Bettinger, Die Geschichte der H.Gr. G, Mai 1944 bis Mai 1945, Helios, Aachen, 2010. S. 580, angeführt unter 30.März 1945, AOK 1)

    „... Freiherr von Buddenbrock hatte Ende März 1945 den Befehl erhalten, an Stelle des verwundeten Generals von Claer dessen Stab vorübergehend zu führen. Aufgabe dieses Stabes war es damals, Straßensperren zu überprüfen und, wenn notwendig, neue Sperren anzulegen. In der Zeit vom 1. bis 30.April hatte GenMaj von Buddenbrock den Auftrag, den Raum Waldenburger Berge – Löwensteiner Berge nachhaltig zu sperren. Ein zweiter Auftrag galt später der Erkundung und Vorbereitung von Straßensperren im Raum westlich der Amper zwischen Ammersee und Murnau. Für zwei Tage übernahm Freiherr von Buddenbrock auch die Führung einer schwachen Sicherung an der Donau ostwärts von Günzburg...“
    (Dieter Robert Bettinger, Die Geschichte der H.Gr. G, Mai 1944 bis Mai 1945, Helios, Aachen, 2010. S. 588, angeführt unter 1.April 1945, AOK 1)


    5.April 1945
    H.Gr. G: ... AOK 1: ... Das XIII. A.K. hatte den Befehl erhalten, die Linie Gaildorf – Marbach beschleunigt auszubauen und den Raum um den Mainhardter Wald in seiner ganzen Tiefe zu sperren. Zur Durchführung dieses Befehles wurde dem Korps der Stab des General von Claer unterstellt. Dieser teilte den Raum in drei Abschnittsstäbe ein:
    Abschnitt I: Kdr Oberstlt. Vielmetter in Strümpfalbach
    Abschnitt II: Kdr Rittmeister Doherr Gruschwitz in Bühl
    Abschnitt III: Kdr Major Jung in Wielandsweiler


    Dem Stab wurde das PiBtl 731 von der 19.VGD nach Öhringen zugeführt. ....“
    (Dieter Robert Bettinger, Die Geschichte der H.Gr. G, Mai 1944 bis Mai 1945, Helios, Aachen, 2010. S. 609)

    10.April 1945
    H.Gr. G: ... AOK 1: .... XIII. A.K. … Der Art.Kdr. des XIII. A.K., General von Buddenbrock, erhielt den Befehl, für den verwundeten General von Claer dessen Stab zu führen. Mit ihm sollte General von Buddenbrock den Raum der Waldenburger Berger, der Löwensteiner Berge und Murrhardt nachhaltig sperren...“
    (Dieter Robert Bettinger, Die Geschichte der H.Gr. G, Mai 1944 bis Mai 1945, Helios, Aachen, 2010. S. 628)

    12.April 1945
    H.Gr. G: ... AOK 1: ... Das XIII. A.K. befahl den ihm unterstellten Einheiten, am 13.April unter dem Festhalten des rechten und linken Flügels die Verteidigung in den bisherigen Abschnitten am Nordrand der Waldenburger und Löwensteiner Berge zu führen. Die Div richteten sich in den folgenden Linien zur Verteidigung ein:
    19.VGD: Emmertsbühl – Blaubach – Bannbach – Brettach-Abschnitt bis Elpertshofen – Jagstabschnitt bis Hürten – Nesselbach – Jungholzhausen – Dettingen (ausschl.)
    553.VGD: Dettingen (einschl.) – Aschental – Westernach – Waldenburg (ausschl.)
    17.SS-Pz.Gren.Div.: Waldenburg (einschl.) – Michelbach – Verrenberg – Adolzfurt – Eschenau (ausschl.)
    246.VGD Eschenau (einschl.) – Wilsbach – nördlich von Lehrensteinfeld – Jägerhaus – Höhen am Ost- und Südostrand von Heilbronn

    Am 13.April früh bestanden folgende Gefechtsstände: 19.VGD in Groß-Allmerspann, 553.VGD in Enslingen, 17.SS-Pz.Gren.Div. in Geiselhardt, 246.VGD in Hirrweiler und XIII. A.K. in Autendorf, 3 km nördlich von Gaildorf....“
    (Dieter Robert Bettinger, Die Geschichte der H.Gr. G, Mai 1944 bis Mai 1945, Helios, Aachen, 2010. S. 636)

    Zum XIII. AK (Heer) heißt es in einer Nachkriegsdokumentation:
    „... Toward 10 Apr the 17 SS Div had to be withdrawn and marched on the direction of Nuernberg.
    The Artillery commander of the Corps, General v. Buddenbrock, received the order to take control of the Staff “Clear” as substitute of the wounded General Claer, use it and to bar persistently the area of the Waldenburger and Loewensteiner hills, as well as Muthardt. (gemeint “Murrhardt”)

    The period now following up to the 21 Apr included the battles für the Kocher, then again those for Crailsheim, Schwaebisch Hall, and the Loewensteiner Highlands.

    During these battles, the 246. VGD had been split off the main body of the Corps and put under the command of the left neighbor.
    Corps command posts during this period were:
    9 – 12 Apr Unt.-Steinbach
    12 – 13 Apr Ottrendorf
    12 – 20 Apr Adelmannsfelden.

    The Corps now built up a defense in the general line of Bopfingen – Lauchingen – Aalen Heights to the East and Southeast of Schwaebisch Gmuend, but his line could likewise only be held for a short while…
    There were employed here: the
    19 VGD in the sector of Bopfingen – Lauchheim,
    553 VBG in the sector of Lauchheim – Wasseralfingen
    The Combat Group “Ellwangen” in the sector of Aalen,
    198 VGD in the sector of Aalen – Esselingen
    One regiment, already employed for security measures, in the sector of Esslingen – Heubach – Weissenstein (hence under the command of the corps) …
    (NARA MS B-173, Gaebelein, Major, Re 5 „Middle Germany“ of the directives for the writing of historical reports, S. 6 – 7 oben)

    Bei dem genannten von Clear handelt es sich um den damaligen Generalleutnant (1.10.44) Bernhard von Clear (* 7.12.1888 Berlin, gest. 1953 in Göttingen), Juni 1943 noch Führer der OFK 589, vom 7.9.44 – 7.4.45 „Kdr. Stab z.b.V.“ (Keilig, Generale des Heeres, S. 60)

    Jobst Freiherr von Buddenbrock (* 21.6.1895 Ohlau, Schlesien, gest. 1957 Gütersloh, Deutsches Kreuz in Gold) war seit dem 1.12.1944 Generalmajor und seit dem 14.8.1944 Arko 120, im April 1945 war er noch m.d.F.b. der 212.I.D. (Keilig, Generale des Heers, S. 54)

    Hinsichtlich seines Einsatzes als Führer von Kampfgruppen schrieb der damalige Generalmajor Freiherr von Budenbrock:
    „... Einsatz
    I. der Kampfgruppe Buddenbrock - XIII. A.K. - v. 16. III. – 23. III. 45
    II. der Kampfgruppe Buddenbrock - XIII. A.K. - v. 26. III – 30. III. 45
    III. der Kampfgruppe Buddenbrock - XIII. A.K. - v. 30. IV. – 4. V. 45
    ...
    In der Zeit zwischen der Führung der Kampfgruppe II und II erhielt ich den Befehl, für den verwundeten General v. Claer den Stab Claer vorübergehend vertretungsweise zu führen. Die Aufgabe dieses Stabes war, die bereits angelegten Straßensperren zu überprüfen und wenn notwendig, neue anzulegen Sprengungen oder Zerstörungen irgendwelcher Art wurden nicht durchgeführt.
    Erster Auftrag: Nachhaltige Sperrung des Raumes Waldenburger Berge, Löwensteiner Berge – Murrhardt.-
    Zweiter Auftrag: Erkundung und Vorbereitung von Straßensperren im Raum westlich der Amper zwischen Ammer See und Murnau. Zwischendurch übernahm ich befehlsgemäß für etwa zwei Tage die Führung von an der Donau stehenden schwachen Sicherungskräften ostwärts der Mindes) (das ist: ostwärts Günzburg)...“
    (NARA MS B-391, Budenbrock, Generalmajor, S. 5)

    Angenommen, der 7.4.1945 war der Zeitpunkt, an dem Generalleutnant v. Claer verwundet wurde, kann Freiherr von Budenbrock also diesen Stab erst nach diesem 7.4.1945 übernommen haben.
    Wo dieser Stab zu diesem Zeitpunkt lag, ist nicht bekannt.

    Könnte er in BACKNANG gewesen sein (liegt bei einem Blick auf die Karte eigentlich genau richtig im Mittelpunkt des Dreiecks Waldenburger Berge (Nordwesten) – Löwenstein (Nordosten) – Murrhardt (Süden)...?


    Evtl. Ergänzungen usw. sind gerne gesehen!!!



    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hi
    Im Oktober 1944 wurde eine Division Claer aufgestellt und im selben Monat vernichtet.
    Eventuell ist sie mit dem Stab Claer identisch.
    Sie bestand damals aus den Ka.Gru.9/XII, Ka.Gru.11/XII, Ka.Gru.13/XII und der Heeres-Uffz.Schule Bergzabern.
    mfg Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo,
    anbei etwas zur Familie des von Claer (Quellen: Standesamt Berlin, Militärgemeinde Hamburg).
    Gruß
    Jörg


    ==================================
    Bernhard Eberhard Theodor von Claer
    *7. Dezember 1888 in Berlin (Standesamt Berlin XII Nr. 25/1889)
    Eltern: der Hauptmann im Garde Füsilier Regiment Eberhard Gabriel Lorenz Romanus von Claer, wohnhaft zu Berlin, kath; Magdalena Erna Luise geboren von Heyden, ev.


    Am 16. November 1887 wurde der Bruder Otto Wichord geboren (Vater: Premier Lieutnant a la suite des Garde Füsilier Regiments; verstorben am 13.06.1975 in Wiesbaden, Standesamt Wiesbaden Nr. 1284/1975).


    Am 9. Januar 1892 starb die Schwester Anna, 3 Tage alt, in Berlin (Vater: Hauptmann).


    Am 19. Januar 1895 wurde der Bruder Helmuth Hans Ernst Eberhard in Hamburg geboren, Taufe am 17. April 1895 (Vater: Major im 2. Hanseat. Inf. Rgt. Nr. 76). Militärgemeinde Hamburg.


    Am 16. Juni 1904 starb die Schwester Maria Carolina Emma von Claer in Spandau (7 Jahre alt, Vater: Oberst)


    Am 8. September 1914 fiel der Bruder als Königlicher Leutnant Hellmuth von Claer, 19 Jahre, ev., wohnhaft zu Charlottenburg, geboren zu Hamburg, ledig, in Frankreich (Vater: General der Infanterie und Chef des Ingenieur und Pionier Korps).


    Heirat am 14. September 1922 in Deutsch Wilten, Ostpreussen mit Maria Theresia Elisabeth Anna Bertha Diana von Alt-Stutterheim.


    Am 11. April 1944 starb die Mutter in Slaskie, Schlesien (*10.12.1865 in Plotz, Saalekreis; bestattet auf dem Invalidenfriedhof Berlin).


    Am 28. April 1945 starb der Vater in Bad Langensalza, Thüringen (*29.08.1856 in Dolnoslaskie, Niederschlesien; bestattet auf dem Invalidenfriedhof Berlin).


    Verstorben am 29. März 1953 in Göttingen (Standesamt Göttingen, Nr. 403)

  • Hallo zusammen,



    vielen Dank für die Hinweise,


    mir geht es um den Standort des Stabes Anfang April 1945!! ;)



    Herzliche Grüße Euer Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland,


    vielleicht überschneidet sich Deine Fragestellung etwas mit meiner, die ich gerade hier im Forum platzieren wollte..


    Gestern konnte ich einen 89-jährigen aus unserem Ort interviewen, der als 16 / 17-jähriger noch über ein jahr mitkämpfen mußte und einer der 4 jugendlichen Soldaten ist, die ihre Absetzbewegung überlebten ( Vom Bahntunnel Gaildorf West in Richtung Ingelfingen, Zwischenstation zur Bedienung eines 8/8-Geschütz in Etzlinsweiler (beim ehemaligen Scheinflughafen Rüblingen "Costa Rica" ) Die anderen, gingen "oben herum" über Jungholzhausen, von denen bekanntlich keiner die Gefangenname überlebte.
    Der alte Herr ist noch absolut "kopffest" und bei dem Teil der Auskünfte / Antworten von ihm, die ich mit zeitgenössischen Schriftstücken, Luftbildern oder anderen Zeitzeugen vergleichen konnte, sind stimmig. Will sagen, seine Auskünfte sind durchaus glaubwürdig.


    Ich werde ihn übermorgen einmal zu Deiner Frage nach dem Stab v. Claer etc. befragen.



    Da Du dich offensichtlich aktuell mit den Ereignissen dieser Tage hier bei uns ( Raum Waldenburger Berge ) beschäftigt hast, kannst Du mir vielleicht eine andere Frage in diesem Zusammenhang beantworten:


    Dieser damalige Soldat hat mir berichtet, das er einen der drei im Khai-Wald aufgegebenen Panzer (*) noch 1947 dort gesehen hat ( plausibel, auch andere damalige Jugendliche hatten dies berichtet und es steht auch im örtlichen Pfarrerbericht so drin - erst Ende 47 / anfang 48 hat die StEG dann diesen Wald aufgeräumt ) . Damals hätten er ( kam durch sein junges Alter ( noch unter 18 ) schon 1945 aus dem SS-Kriegsgefangenenlager in Böckingen frei, die älteren "durften meist noch zwei Jahre nach Belgien in Bergwerke".. ) .
    und weitere Lausbuben den Panzer von innen und außen besichtigt. Er ist sich "gang sicher, das es sich um einen Panzerkampfwagen II gehandelt hat", da kannte er sich durch die Schulungen gut aus.


    (*) Entgegen mancher Abhandlungen zu diesen Kämpfen bei Westernach / Kupfer / Übrigshausen sind die drei Panzer dort keine "Königstiger" oder "Sturmpanzer" gewesen und auch nicht "abgeschossen" worden. Sie wurden wegen Munitions- und Treibstoffmangel von den Besatzungen aufgegeben. Damalige Berichte von Einheimischen und zweier Besatzungsmitglieder, die im Ort Kupfer nach dem Verlassen um etwas zum Trinken nachgefragt hatten und dies so erklärten.. Alles noch sehr junge Soldaten.. )
    Abgeschossene Panzer gab es dann erst wieder z.Bsp. einen beim Steigenhaus oberhalb Untermünkheims etc. .


    Nun meine konkrete Frage:
    Da vom Panzerkampfwagen II allgemein zu lesen ist, das dieser bis 1943 aus der Truppe ausschied, kann es dennoch sein, das in der Zeit des allgemeinen Mangels zu Kriegsende doch wieder ein solcher "Zweier" zum Einsatz kam ??
    Ist Dir vielleicht ein solcher Hinweis bei Deinen Recherchen aufgefallen ?


    ( Gerne dürfen sich natürlich auch andere dazu bei mir melden.. :-) , wie wär es, Dieter. Kannst Du vielleicht auch auflösen ? Danke. )


    Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen


    von unterhalb der Waldenburger Berge


    MunaLisa

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

    Edited once, last by MunaLisa ().

  • Hallo,


    Rolandus:


    zuerst zu deinem einleitenden Satz, da ich zu v. Claer und zu Buddenbrock auch nicht mehr sagen kann, als du auch weist,bzw. was das Material, mit dem du auch bestens versorgt bist, her gibt.


    Auch ich bin der Meinung, dass Buddenbrock nach seinen Gefechtsständen in Amorbach und später Walldürn und Osterburken - in Backnang oder Umgebung war, musste er doch gerade dort in zunächst wichtigste Verteidigungslinie in Frontnähe aufbauen. ( Was abzusehen war, da am 10.4.1945 sich der Fall von Heilbronn stündlich anbahnte. )


    Aufgefallen, wie gesagt in deinem ersten Satz ist mir allerdings, dass mit den Angaben in dem bewussten Raum ein kleines Puzzle fehlt, nämlich die 198. ID.


    Gerade Teile davon, die allerdings mehr oder weniger noch kleine Kampfgruppen hatten, dal sie zuvor nach dem Rheinübergang und später der Neckarüberquerung und im Kraichgau sowie bei Besigheim nicht mehr als Division, sondern als "Kampfgruppe 198. ID" bestanden, leisteten später noch in dem benannten Bereich, sprich Mainhardt, Murrhardt Widerstand.


    Ich zitiere aus der Chronik:


    Die Ablösung der Divisionskampfgruppe vollzieht sich nur schleppend. Zunächst erreicht die Gruppe G.R. 308 den Raum nördlich Murrhardt. Dir Gruppen G.R. 326 und 305 marschieren sofort über Murrhardt in Richtung Gaildorf, um dort hinter den Kampfgruppen 553. VGD und 246. VGD. eine Auffangstellung aufzubauen. Die " Division" wird den XIII. AK. unterstellt.


    In der Frühe des 18. April traten die Amerikaner mit der 10. PD., der 44., 100. und 103. Inf. Div. zum umfassenden Großangriff auf den Stuttgarter Raum und gegen die Donau an. Hierbei stoßen starke Kräfte die im Mainhardter Wald liegenden Kampfgruppen 553 und 246. Heftige Luftangriffe auf alle Straßen des Divisionsabschnittes sollen jeden Widerstand im keime ersticken. In Kirchenkirnberg wird eine Kolonne der Division dabei völlig zerschlagen.


    Der Hauptstoß des Feindes richtete sich gegen den Raum Backnang. Teilkräfte schwenken aber nach Osten ein und drücken die Kampfgruppe 198. ID. auf Gaildorf zurück.


    Der Angriff auf Gaildorf wird nun ausführlich beschrieben.


    ....Gaildorf ist in erster Linie vom G.R. 326 gehalten worden.


    ...In der Zwischenzeit ist das G.R. 308 durch mehrere Panzerangriffe völlig zersprengt worden. In kleinen Gruppen haben sich die 308er seit dem 18. April nach Südosten durch den Mainhardter Wald durchgeschlagen.


    Später haben sich dann diese "Restteile" nach Dillingen an der Donau, am 25.4.45 nach Günzburg zurückgezogen und erneut den Kampf unter Generalmajor Kolb, zuvor war der bisherige Div.-Führer, Generalmajor Barde als höherer Art. Kdr. versetzt worden und suchte bei seiner neuen Einheit den Tod - um, so die Literatur - den Untergang seines Vaterlandes nicht miterleben zu müssen - den Tod.


    Am 27.4. versammeln sich in den Wäldern zwischen Schwabmünchen und Mindelheim die letzten Männer. Vereinzelt versuchen sich manche durchzuschlagen, der Rest der ehem. 198. ID geht aber dort in Gefangenschaft unter dem letzten Kommandeur, Generalmajor Staedke.


    Karte habe ich angefügt - wo die Schwerpunkte der 198. ID lagen, sehr markant: Raum Löwenstein, Mainhardt - Murrhardt - Gaildorf - Dillingen-Günzburg.


    MunLisa.


    Eigentlich hörte ich noch nie etwas von Panzern II. Aber wenn dein Berichterstatter sich sicher ist, könnte das vllt. damit zusammenhängen, dass auf dem Bahnhof in Schwäbisch-Hall am 8.4.45 Einweiser der 19. VGD. mit ihrer 1 t Zugmaschine auf den Transportzug der schweren Panzerjägerabt. 563 aus Stuttgart warteten. Dabei wurden wohl die Fahrzeuge des Transportes tagsüber im Gottwollshäuser Tunnel in Sicherheit gebracht, um sie vor den Jabos zu schützen. Einsatz fanden sie bei der Kampfgruppe Rücker. Warum also sollten auf diesem Transport nur " schwere Panzerjäger" dabeigewesen sein - und keine Panzer II. Eigentlich verwendete man alles, was zur Verfügung stand, wenn man solche Transporte organisierte.


    Gruß Dieter

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    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."

  • Guten Abend Dieter,


    einfach klasse, wie Du bei diesem Thema "aus dem vollen" Fundus schöpfen kannt.. Da wird sich Rolandus sicherlich freuen.


    Auch ich habe mich über Deine Anmerkungen zur PzKpfWg II - Frage gefreut . So wie Du es beschrieben hast sehe ich es auch - es wurde alles, was noch verfügbar war, nach vorne geworfen..


    Ich habe hier ein paar Fotos herausgesucht, die verschiedene KPz zeigen und werde ihn einmal unbedarft fragen, ob ein PzKpfWg II dabei ist bzw. an welchen charakteristischen Merkmalen man diesen erkennen kann..
    Ich denke, mehr kann man nicht mehr unternehmen, um diese Quelle in diesem Zusammenhang zu prüfen.


    Darf ich bei der Gelegenheit noch fragen, ob in Deiner Quelle der 8.4. expliziet aufgeführt ist - denn im Zuge der Klärung der Vorfälle im Haller - und Gottwollshäuser Tunnel beim Angriff des Miltärtransport-Zuges mit den verladenen Panzern habe ich bei den Sterbeeinträgen der drei Gefallenen definitiv den 6.4.45 als Sterbetag...
    Die Beschreibung der vorherigen Zugfahrt deckt sich aber eindeutig mit der der s. PzJgAbt 653..


    Herzlichen Dank dafür im Voraus,


    Gruß MunaLisa

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  • Hallo MunaLisa,


    ja das hoffe ich doch auch. Auch Herr Bettinger kann nur das schreiben, was er vorliegen hat. Es waren doch immer wieder zersprengte Teile von Divisionen in diesem Abschnitt - und manchmal kommt noch ein weiteres Puzzleteil dazu - ortskundige Historiker wissen da oft zusätzliches oder genaueres. Vielleicht hilfts etwas..


    Zu deiner Frage:


    Der Bahnbeamte Friedrich Walter aus der Büschlerstraße in Hall half wohl am 5. April - wörtlich einen Munitionszug ins erste Tunnel bei der Gottwollshäuser Steige zu rangieren. Er war Bahnbeamter. Im Tunnel selbst durfte er wohl nicht bleiben. Draußen zerreißt ihm dann ein Splitter eines Jabo-Geschosses (?) die Hauptschlagader und er starb daraufhin.


    Der Muna Kupfer galt der letzte Luftschlag, so lese ich, am 6. April 1945. Die Amerikaner beschreiben ihn als Präzisionsangriff über einer vollkommen geschlossenen Wolkendecke an diesem Tag. Beteiligt waren zwei Verbände.
    Einer flog mit 36 Martin B-26 Marauder von Rosenberg an, der andere mit 35 Maschinen von Osterburken her.


    Über den 8. April habe ich noch nichts gefunden, insofern waren es der 5. und auch 6. April mit Angriffen von Jabos und Bombern der/die richtigen Tage.


    Grüße
    Dieter

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  • Lieber Dieter,


    herzlichen Dank für Deine Informationen. Das hat mir in der Tat weitergeholfen.


    Im Buch zur Muna Kupfer berichte ich über die verschiedenen, teils spektakulären Ereignisse in dem Doppel-Tunnel mit dem Hinweis, das es trotz intensiver Recherche nicht bei allen Ereignissen gelungen ist, die Abläufe durch eindeutige Belege und Bilder zweifelsfrei zu klären, zumal in der chaotischen Kriegsendezeit oftmals auch in amtlichen Aufschrieben (Übertragungs-) Fehler enthalten sind..
    Vielleicht lassen sich die letzten offenen Fragen aber doch noch einmal klären, da gebe ich die Hoffnung nicht auf. Und wieder ein aktuelles Beispiel ermutigt mich zu der Grundhaltung.. Aus einem Nachlaß erhielt ich ein Familienalbum, in dem ich beim zweiten Durchschauen auf Soldaten-Gruppenfotos doch Gesichter wiedererkennen konnte, die ich eindeutig als Soldaten der Muna Kupfer zuordnen kann. Und siehe da, einige Bilder sind in der und um die Muna aufgenommen und zeigen einige Neuigkeiten, die wiederum alte Fragen beantworten halfen, aber natürlich auch wieder neue Fragen aufwerfen...


    Es bleibt spannend,
    nochmals Danke für Deine Hilfe und Mühe,
    MunaLisa

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  • Hallo Zusammen,


    Roland, du schreibst von einem NARA FM B-391.
    Sind die auch die beiden Studien bekannt B-088 u. B-201?
    Im Bericht 201 beschreibt General von Claer selbst seinen Einsatz. Allerdings endet dieser Bericht im März 1945.
    Ich habe ihn mir gerade durchgelesen.
    Vielleicht existiert ja noch ein Folgebericht (ist in den NARA MS oft so, dass Berichte unter unterschiedlichen Nummern auftauchen). Diesen habe
    ich jedoch noch nicht entdeckt.
    B 088 u. B 201 kannst Du gerne von mir per We-Transfer bekommen.
    Viele Grüße.
    Michael

  • Hallo MunaLisa,



    s o genau habe ich mich mit diesem Raum leider auch nicht auseinandergesetzt, ich habe lediglich nach einer bestimmten Einheit gesucht, die leider nur spärlich Erwähnung gefunden hat. Der Stab "Claer" spielte in dieser Hinsicht eine Rolle, weil er wohl befehlsführend war, b e v o r die Fronteinheiten diesen Raum "übernahmen"... daher sind m i r andere Details nicht bekannt, tut mir leid!



    Hallo Dieter, mein Fuchs ^^



    vielen Dank für den "Wink mit der 198.ID"... die Chronik habe ich durchgesehen, leider sind die Angaben für den betreffenden Zeitraum - wie bei fast allen Divisionschroniken für 1945 - sehr "oberflächlich".... Zusammenhänge mit besagter Einheit dürften bestanden haben, wurden aber nicht in der Chronik erwähnt...


    Ich denke mal - wir haben uns darüber ja schon ausgetauscht - dass es sich letztendlich n i c h t mehr bis ins Detail klären wird...



    Hallo Michael,



    vielen Dank für Dein Angebot, B 088 sagt mir leider auf Anhieb nichts, es geht hier um einen Zeitraum von etwa 5.4.1945 bis etwa 20.4.1945 für den Raum Backnang und nördlich, wenn dieser erwähnt wird, immer gerne :D


    Der Bericht des Generals selber ist für mich leider nicht interessant, wenn er im März 1945 endet, gerade die Zeit danach bis zu seiner Verwundung (und evtl. Befehlsübergabe an den Offizier xyz) wären dagegen toll!!



    Herzliche Grüße Euer Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland,


    B 088 umfasst den Zeitraum Sept./Okt. 1944 im Raum Saarburg.
    Kommt für Dich daher nicht in Betracht.


    Viele Grüße.
    Michael



  • Hallo Roland,
    das hatte ich auch so verstanden - ein weiterer Grund, das Dir da gar nichts leid tun müßte.. :-)
    Dennoch danke ich für die erklärenden Worte.


    Viel Erfolg, hoffentlich findest Du einmal noch die erhofften Teilchen für Dein "Puzzle".


    Mit freundlichen Grüßen


    MunaLisa

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  • Hallo zusammen,


    Quote

    (*) Entgegen mancher Abhandlungen zu diesen Kämpfen bei Westernach / Kupfer / Übrigshausen sind die drei Panzer dort keine "Königstiger" oder "Sturmpanzer" gewesen und auch nicht "abgeschossen" worden. Sie wurden wegen Munitions- und Treibstoffmangel von den Besatzungen aufgegeben. Damalige Berichte von Einheimischen und zweier Besatzungsmitglieder, die im Ort Kupfer nach dem Verlassen um etwas zum Trinken nachgefragt hatten und dies so erklärten.. Alles noch sehr junge Soldaten.. )


    Könnten das nicht auch Panzer der 553.VGD gewesen sein? Diese hatte am 12.4.45 ihre PanzerjagdAbt. zugeführt bekommen welche dann zeitnah wieder aufgerieben wurde.


    Grüße

    Suche alles zu 6. ROB Lehrgang f. Inf. VII Lenggries - 553. VGD - ab Herbst 44