Diskussionen zu Zahnärzte im Nationalsozialismus

  • Tag allerseits,


    in den Kriegsjahren wurde in den KZs Gold aus Zähnen von toten Gefangenen "gewonnen".


    Und von diesem Gold - wie man heute lesen kann - profitierten auch die damaligen NS-Größen. Auch Sekretärinnen im Umfeld des "Führers" sollen damals kostenlos zu überkronten Zähnen
    gekommen sein. Das damalige Vorgehen setzte in jedem Falle eine gewisse Organisationsform voraus. NS-treue Zahnärzte waren wohl bei solchen Aktionen eingebunden.


    Gruß
    Bert

  • Tag allerseits,


    in der Tat, der "Leibzahnarzt" Blaschke kümmerte sich nicht nur um die Zähne Hitlers und dessen Anhang, sondern dieser nette Herr, der eigentlich nur Dentist war, trat auch anderweitig in Erscheinung.


    Das findet man unter Wiki:


    Blaschke wird in einer Dissertation zum Dr. med. dent. (Deprem-Hennen 2007) als ambivalente Persönlichkeit geschildert. Einerseits war Blaschke enger Vertrauter Hitlers, der auch von SS-Bonzen geschätzt wurde. In seiner Funktion als Angehöriger der Dienststelle „Reichsarzt SS und Polizei“ war er am Aufbau von Zahnstationen in Konzentrationslagern beteiligt und verwandte möglicherweise auch Zahngold ermordeter Juden für seine Zahnbehandlungen. Andererseits soll Blaschke seinen gelähmten jüdischen Vermieter, in dessen Villa er wohnte, während Bombenangriffen auf Berlin in Sicherheit gebracht haben.


    Grüße
    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Hi allseits,


    im Sammelthema Information zu Sanitätseinheiten hatte Margarete auf S. 7 (klick)
    zwei Dokumente vom Juni 1942 eingestellt, habe die hier noch einmal angehängt.


    Quote

    Einsatz von San.-Diensten der 17. Armee (Übersicht der Fachabtlg.)
    ... Abteilungen für Zahnersatz bei allen Kriegslazaretten, beim Feldlazarett 111
    und beim Lazarett der San.-Komp. 717 in Gorlowka.


    Kieferabteilungen in 4 Kriegslazaretten, s. ebd.
    Am Ende der Seite zwei Absätze bezüglich: Meldung der bestallten Zahnärzte.



    Dok. 2 enthält den Hinweis:


    Quote

    Feldzahnstation b. Bef. H. Geb. Süd. in Krementschug wurde am 17.6.
    vorübergehend geschlossen. Kriegszahnarzt Dr. Claussen leitet z. Zt. den
    Umbau eines russischen Eisenbahnwagens in eine rollende Zahnstation.


    In diesem zweiten Dok. gibt es weitere, äußerst interessante Details -
    haben jedoch nichts mit den Zahnärzten zu tun.


    Grüße, Kordula

  • Hallo,


    hier als Literaturtipp: André Müllerschön.Die zahnärztliche Betreuung deutscher Soldaten in der Zeit von 1939 bis 1990. Dissertation. Leipzig 2004


    Herzliche Grüße


    OB