Der Rassismus im NS-Staat

  • Grüß Dich Daniel,


    herzlichen Dank für Deine Ergänzung.


    Wenn damals in Polen bei diesen Vorfällen etwa 3.000 Juden ihr Leben lassen mussten, dann wundert man sich nicht, dass viele polnische Juden nach Deutschland flüchteten!


    In Bayern behandelte der damalige US-General Patton - ein Antisemit und Bewunderer des NS-Staates - die jüdischen DPs wie Gefangene. Er ließ deren Lager mit Stacheldraht versehen
    und von bewaffneten Soldaten bewachen. Im Herbst 1945 wurde Patton dann wegen dieser Vorfälle versetzt.


    Dazu:
    https://www.historisches-lexikon-bayerns.de


    unter Displaced Persons


    Herzliche Grüße
    Bert

    Edited 2 times, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo allerseits,


    anbei ein Beitrag aus der medizinischen Fachpublikation Wiener Klinische Wochenschrift 1939, Nr.40, S. 1007-1010 von SS-Untersturmführer Dr. Hermann Möschl.


    Es werden unter anderem die Anfänge der Rassentheorie seit dem 19. Jhd. referiert, u.a. mit Bezug auf Francis Galton einem der prominentesten Vordenker dieser Weltanschauung.
    Ich bitte zu beachten, dass es sich hierbei natürlich um ein Dokument der Zeitgeschichte handelt, in das entsprechende Ideologismen und Weltanschauungen eingeflossen sind.


    Wer eine aktuelle wissenschaftliche Zusammenfassung zum Thema lesen möchte, sollte sich mit dem Standarkwerk Rasse, Blut und Gene: Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland von Weingart, Kuroll, Bayertz beschäftigen.


    Die Qualität der Dateien hat leider gelitten, weil ich beim Abfotographieren den Modus verstellt habe ohne es zu bemerken. Weiterhin musste ich die Dateien verkleinern um diese hier hochladen zu können.


    Beste Grüße


    OB

    Files

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    Edited once, last by Odenwälder Bub ().

  • Tag allerseits,


    der Rassismus im NS-Staat war eigentlich umfassend. Es ging nicht nur um Deutsche jüdischen Glaubens, die man als Rasse sah, sondern um alles, was nicht dem nordischen Rassenstandard
    entsprach: Farbige, Sinti und Roma, besondere Religionsformen, Freimaurer. Dabei standen nicht nur Rassengrundsätze im Vordergrund, die bei besonderen Religionsformen (z.B. Bibelforscher) und bei Freimaurern ja nicht vorlagen. Es ging dem NS-Staat letztendlich um die Ablehnung ganzer Bevölkerungsgruppen, die nach der Ideologie des NS-Staates zum angestrebten nordischen Führerstaat nicht kompatibel waren.


    Immer wieder tritt bei solchen Erörterungen die Grundsatzfrage auf, weshalb man die Deutschen jüdischen Glaubens nicht grundsätzlich als Deutsche in einer besonderen Glaubensgemeinschaft sah. Viele Deutsche jüdischen Glaubens der damaligen Mittel- und Oberschicht hatten sich selbst längst von diesem Rassendenken entfernt und waren
    Ehen mit deutschen Christen eingegangen (Schauspieler, Ärzte, Rechtsanwälte, Beamte des gehobenen Dienstes usw.) oder waren praktisch konfessionslos, weil sie ihren
    Glauben bewusst nicht mehr auslebten. Verfolgt wurden im NS-Staat aber auch ganz bewusst Deutsche, die nach ihrer Heirat mit Christen ihren Glauben ablegten und zum Christentum
    übertraten.


    Auch in der heutigen Zeit sollten sich Deutsche jüdischen Glaubens auch wirklich als Deutsche bekennen. Erfreulich ist jedenfalls, dass sich diese Entwicklung anbahnt!


    Grüße
    Bert

  • Auch in der heutigen Zeit sollten sich Deutsche jüdischen Glaubens auch wirklich als Deutsche bekennen. Erfreulich ist jedenfalls, dass sich diese Entwicklung anbahnt!


    Hallo,


    entschuldigung aber in einem liberalen Rechtsstaat der heutigen Zeit braucht es keine Einzelpersonen, die Empfehlungen aussprechen wer, was tun sollte!


    Und dass es bei Menschen jüdischen Glaubens damals ein Rassedenken gab von dem Sie sich entfernten halte ich für puren Unsinn. Auch wenn du das jetzt vielleicht etwas anders gemeint habeb soltest, aber diese Begrifflichkeiten sind einfach zu eindeutig besetzt! Es mag gewisse Traditionen und ein Selbstveständnis gegeben haben, das innerhalb der eigenen Religionsgemeinschaft heiraten ließ und nicht darüber hinaus. Dass bei diesen Vorstellungen aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen auch Wandlung einsetzte erscheint nachvollziehbar. Was das aber mit Rassedenken zu tun haben soll erschließt sich mir nicht.


    Ein Wort zu "Schwarzen Deutschlands während des NS-Staates": Was ist daran fast vergessen? Es gab gerade in den letzten Jahren einige Forschung zu diesem Thema (z.B. zu den sogen. "Rheinlandbastarden)", ja sogar einen Spielfilm nach realer Vorlage ("Neger,Neger Schornsteinfeger"). Deine Aussage ist einfach nicht haltbar.


    Beste Grüße


    OB

  • Werter OB,


    "in einem Rechtsstaat" ist Schulmeisterei ein untaugliches Mittel, denn es gelten eben auch die Grundsätze der Meinungsfreiheit. Wer das Wort "liberal" in den Mund nimmt, sollte sich auch liberal verhalten.
    Der Stil unseres Forums ist jedenfalls ein anderer!


    Weitere Erörterungen möchte ich mir ersparen!


    Gute Besserung
    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Bert,


    nun muss ich aufgrund deiner Antwort doch eine Passage anfügen, die ich in meinem letzten Beitrag um des Forenfriedens Willen wieder gelöscht habe. Auch hier hatte ich eine Begrifflichkeit verwandt, die in Richtung "Schulmeisterei" deinerseits ging.


    Du gehst leider nicht auf meine Ausführungen ein, die mit Beispielen unterlegt sind und zur Diskussion anregen sollten.


    Nun die vorher gestrichene Passage, zum zweiten Mal, in ähnlicher Weiße wiedergegeben:


    Viele deiner Ausführungen hier im Forum erinnern an ältere Lokalhistoriker, die ca. alle in deinem Alter sind (solltest du denn wirklich Jahrgang 1939 sein) und die ich aus meinen Anfängen kenne, als ich mich mit Regionalhistorie zu befassen begann. In oberlehrerhafter Manier referieren Sie oft über Themen der hier im Forum besprochenen Epoche.Sie reihen meist scheinbar vielsagende Begrifflichkeiten aneinander und treten gerne als wissende Belehrer auf. Fragt man dann aber einmal nach oder erhebt Einwände wird schnell klar, dass es mit tieferer Kenntnis der Materie oder spezifischer Fachliteratur nicht weit her ist. Es wird einfach gerne belehrt und schwadroniert.
    Gerade Jüngeren, die Einwände anfügen oder Mängel aufzeigen begegnet man dann mit großer Feindseeligkeit, während man aber gleichzeitig bei keiner Gelegenheit zu betonen vergisst wie wichtig es doch ist, dass junge Menschen für Geschichet zu begeistern sind. Aber eben bitte nur, wenn diese es nicht besser wissen oder widersprechen.


    Mir ist diese Analogie bei Lektüre deiner Beiträge schon öfters aufgefallen, ich habe sie mir jedoch bisher verkniffen. Es genügt eigentlich diesen Thread hier anzusehen und es wird relativ schnell klar was ich meine. Die Mehrheit deiner Beiträge kommt recht altklug daher, auf Einwände und Kritik gehst du wenig bis gar nicht ein, siehe deinen letzten Beitrag.


    Du solltest deinen eigenen Rat hinsichtlich Schulmeisterei beherzigen. Ein untaugliches Mittel! Du bist das beste Beispiel dafür und Lebenserfahurng, Alter oder sonstige bei solchen Gelegenheiten gerne bemühten Positionen rechtfertigen gar nichts.


    Totschlagargumente wie Forenstil sind ebenfalls untauglich. Bisher gab es keinerlei Rüge hierzu. Von daher ist auch diese Äußerung nicht nachvollziehbar.


    Es war mir neu, dass ich dir deine Meinung verboten habe.


    Beste Grüße


    OB

  • Werter OB,


    erspare mir die Anrede "lieber Bert", denn Deine Erwiderung ist in der Tat "böse".
    Ganz neu für dieses Forum ist Deine Animosität gegen "vermutlich Ältere" - das hatten wir in diesem Forum so noch nicht. Das ist eine Art hochnäsige Boniertheit der Gegenwart, die ich so
    noch nicht beobachtete.


    Bert

  • Hallo zusammen,


    Hallo Felix,


    Ein Wort zu "Schwarzen Deutschlands während des NS-Staates": Was ist daran fast vergessen? Es gab gerade in den letzten Jahren einige Forschung zu diesem Thema (z.B. zu den sogen. "Rheinlandbastarden)", ja sogar einen Spielfilm nach realer Vorlage ("Neger,Neger Schornsteinfeger").


    in dem von Bert eingestellten Artikel bezueglich den "Schwarzen Deutschlands während des NS-Staates" heisst es u.A.:
    ,,Trotz der Ausschlussmaßnahmen waren auch einzelne Schwarze in der Hitlerjugend und in der Wehrmacht."

    Hierbei waere allerdings einmal zu pruefen inwiefern Schwarze ueberhaupt in der Wehrmacht gedient haben (ausgenommen die auslaendischen Freiwilligen)?
    Diese muessten ja wohl durchaus bekannt sein.


    Bis auf die Soehne des afrodeutschen Militaermusikers Gustav Sabac el Cher (welche allerdings Weiss waren) sind mir keinerlei Schwarze bekannt die in der Wehrmacht gedient haben.
    Gibt es darueber irgendwelche Erkenntnisse?



    Gruss Chris

  • Hallo Chris,


    danke für die Anmerkungen. Den Namen Gustav Sabac el Cher kannte ich bisher nicht. Mir ist zu grundsätzlichen Regelungen zur Aufnahme von Menschen mit dunkler Hautfarbe in die Wehrmacht oder andere Verbände bisher auch noch nichts untergekommen, das allgemein Auskunft gibt.


    Mein allgemeiner Ansatz hierzu: Um diese Thematik abseits von den in z.B. Karikaturen, Zeichnungen, Texten oder sonstigen Materialien etablierten rassistischen Ressentiments der NS-Zeit zu betrachten muss man sich nach realen, dokumentierten Beispielen umsehen. Und das in den verschiedensten Themenfeldern. Es wurden ja schon einige, auch etwas bekanntere genannt.
    An "Neuem" fällt mir spontan dazu ein, dass es eine Doktorarbeit zur medizinischen Versorgung von Kriegsgefangenen der westlichen Alliierten gibt, wo es auch explizit um einige Kriegsgefangenelager mit dunkelhäutigen Menschen und deren Behandlung bzw. auch verzeinzelte Versuche, die an ihnen gemacht wurden, ging. Den Titel weiss ich gerade nicht. Ich überlege mal... ;) Bisher ist die Thematik, v.a. hinsichtlich der Menschenversuche, wohl noch nicht ganz abschließend geklärt?!?


    Weiter kenne ich 2 zeitgenössische, medizinische Publikationen zur "Tuberkulose bei Negern", die durch Untersuchungen in Gefangenenlagern zu Stande kamen. Falls Interesse besteht, kann ich sie einstellen. Ist allerdings recht fachlich, mit Thoraxröntgenbildern, etc.


    Viele Grüße

    OB

  • Hallo,


    farbige ( schwarze) Soldaten gab es auf deutscher Seite meines Wissens nur in der damaligen deutschen Kolonie Ostafrika und zwar 2.500 Mann in 14 Kompanien unter Lettow -Vorbeck, die sog. "Askari und 1.800 Mann in der dortigen Polizeitruppe.


    Gruß Karl

  • Hallo Felix,


    Mir ist zu grundsätzlichen Regelungen zur Aufnahme von Menschen mit dunkler Hautfarbe in die Wehrmacht oder andere Verbände bisher auch noch nichts untergekommen, das allgemein Auskunft gibt.


    neben den Regelungen des Wehrgesetzes waren diesbezueglich die "Richtlinien für die Heranziehung von nichtjüdischen fremdblütigen deutschen Staatsangehörigen zum aktiven Wehrdienst" vom 26.11.1937 massgebend.
    Die Bestimmungen dieser Verfuegung muss ich allerdings ersteinmal in meinen Unterlagen heraussuchen.


    Man bedenke aber,dass bereits auch Zigeunermischlinge mit auffaelligem Einschlag von Zigeunerblut aus rassepolitschen Gruenden nicht in der Wehrmacht dienen durften.


    Weiter kenne ich 2 zeitgenössische, medizinische Publikationen zur "Tuberkulose bei Negern", die durch Untersuchungen in Gefangenenlagern zu Stande kamen. Falls Interesse besteht, kann ich sie einstellen.


    Ich denke das diese Berichte durchaus auch fuer diesen Thread interessant sind.


    Eventuell lassen sich bezueglich der von dir angesprochenen Behandlung der dunkelhaeutigen Kriegsgefangen sowie auch zu den Kreigsverbrechen an Schwarzen Soldaten einige Informationen hier sammeln.
    Zu Letztgenanntem gibt es auch das Buch "Hitlers afrikanische Opfer: Die Massaker der Wehrmacht an schwarzen französischen Soldaten" von Raffael Scheck.
    Eventuell ist hier ja jemand im Besitz dieses Buches?



    Gruss Chris

  • Tag allerseits,


    vieles was später im NS-Staat Gegenstand der Rassenpolitik wurde, umriss Hitler schon in MEIN KAMPF.


    Eine Formulierung Hitlers in „Mein Kampf“ eignet sich für einen kontrastierenden Vergleich von antischwarzem Rassismus und Antisemitismus: „Juden sind es, die den Neger an den Rhein bringen, immer mit dem gleichen Hintergedanken und klarem Ziele, durch die dadurch zwangsläufig eintretende Bastardisierung die ihnen verhasste weiße Rasse zu zerstören“. Hier wird schon klar, dass Hitler den Rassimus nicht nur auf die "jüdische Rasse" bezieht, sondern auf alles "Fremdländische", das dem "Germanentum" nicht entsprach.


    Man fragt sich heute, ob die damaligen Leser von Hitlers Argumenten tatsächlich überzeugt waren!


    Gruß
    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo zusammen,


    hier noch nachträglich die Information aus den bereits erwähnten "Richtlinien für die Heranziehung von nichtjüdischen fremdblütigen deutschen Staatsangehörigen zum aktiven Wehrdienst" vom 26.11.1937

    Darin heisst es:

    ,,Entsprechen sie (die nichtjüdischen fremdblütigen deutschen Staatsangehörigen) jedoch infolge ihres fremdrassigen Bluteinschlags offensichtlich den Anforderungen nicht,die an einen deutschen Soldaten nach Erscheinung und Haltung,Charakter und Wesen gestellt werden müssen (z.B. Personen mit hervortretenden negroiden Rassenmerkmalen oder mit besonder auffäligem Einschlag von Zigeunerblut),so sind sie zur Ableistung des aktiven Wehrdienstes

    nicht geeignet."



    Gruss Chris

  • Hallo an das Forum,

    hat jemand einen Link für mich, von dem Buch von Erwin Baur, Eugen Fischer und Fritz Lenz, (Menschliche Erblehre und Rassenhygiene) von der 4 Auflage von 1936 in Bd.1 unterm Dritten Abschnitt auf Seite 402-404?
    Mit freundlichen Grüßen Lucas

  • Hallo Lucas,


    mit einem Link kann ich leider nicht dienen, aber ich habe beide Bände im Original vorliegen.

    Ich hoffe die Fotos der jeweiligen Seiten reichen?


    402_403.JPG 404.JPG


    Darf ich ausserdem nachfragen, was du genau suchst bzw. warum du sie benötigst?


    Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited 2 times, last by Policeman ().

  • Guten Abend zusammen,


    Lucas,

    tolle Frage, ein Einzeiler, wenn man das Beiwerk nicht beachtet,

    kein Hintergrund wird geschildert, nichts, warum du gerade diese Seiten brauchst.

    Hat jemand einen Link für mich....hälst du das Web für ein Allheilmittel?

    Alles wäre im Netz vorhanden?

    Schonmal davon gehört, dass man sich auch mal Bücher kaufen muss um an Informationen zu kommen?


    Daniel,

    deine Hilfsbereitschaft in allen Ehren, du hast das Buch, musst die Seiten suchen,

    bearbeiten, einstellen, das nennt man Hilfsbereitschaft,

    aber deine anschliessende Nachfrage zeigt genau das Problem dieser Anfrage auf.


    Warum nicht gleich alles auf den Tisch....


    Grüße Thomas