Der Rassismus im NS-Staat

  • Hallo Felix,


    vielen Dank fuer deine Ausfuehrungen!


    Meine Frage bezog sich auch hauptsaechlich auf evtl. verschiedene Methoden zur Bestimmung der verschiedenen Rassen innerhalb der Rassenkunde selbst.
    Auf die Wiederspruechlickeit innerhalb der Rassenkunde werde ich an spaeterer Stelle nocheinmal zurueckkommen.



    Gruss Chris

  • Tag allerseits,


    Göring in seiner "besonders jovialen Art" erfreute sich im NS-Staat zumindest in den Anfangsjahren einer gewissen Beliebtheit. Er tönte ja auch: "Wer Jude ist, bestimme ich!"
    Heute weiß man, dass er sich immer wieder persönlich für Flieger des 1. Weltkriegs und deren Familien einsetzte - auch wenn sie jüdischen Glaubens waren.


    Ein Beispiel


    https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Beckhardt


    Solche Dinge dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Göring zu den "Architekten" der Nürnberger Gesetze zählte und sie besonders markig im Reichstag vortrug.


    Gruß
    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Tag allerseits,


    ein besonderes Kapitel des Rassismus im NS-Staat waren "die Schwarzen" in Deutschland: Abkömmlinge aus der Kolonialzeit und die sog. Rheinlandkinder.


    Während die Behandlung der Kolonialmigranten sich aufgrund der widersprüchlichen behördlichen Interessenlage uneinheitlich gestaltete, erlitten die auf 600 bis 800 geschätzten afro- und asiatisch-deutschen Kinder der Rheinlandbesetzung ein gänzlich anderes Schicksal. Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und seiner im Versailler Vertrag beschlossenen vollständigen Dekolonialisierung wurden 1919 das linke Rheinufer sowie Teile des Saarlandes und Frankfurt von französischen Truppen besetzt. Unter ihnen befanden sich etwa 10.000 Kolonialsoldaten nord- und ostafrikanischer sowie asiatischer Herkunft.


    In den folgenden Jahren entlud sich gegen die als "Schwarze Schmach" bezeichneten Kolonialregimenter eine beispiellose Hetzkampagne, die auch ihre Nachkommen traf. Die als "Rheinlandbastarde" diffamierten Schwarzen Deutschen Kinder stellten nicht nur das sichtbare Ergebnis der Kriegsniederlage dar, sondern waren als Deutsche mit allen staatsbürgerlichen Rechten – in völkischer Logik – bis ins Innerste des "gesunden Volkskörpers" vorgedrungen. Bereits 1923 begannen Regierungsstellen mit der Erfassung der Rheinlandkinder, 1933 ordnete Hermann Göring eine Überprüfung und Erweiterung der entsprechenden Listen an. Da eine legale Sterilisierung der Rheinlandkinder auf der Basis des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" nicht möglich war, wurde im Frühjahr 1937 mit ihrer illegalen Sterilisierung begonnen. Koordiniert wurde die Aktion durch die neu gebildete "Sonderkommission 3" im Gestapo-Hauptquartier. Ihr Überfallcharakter gab den betroffenen Jugendlichen keine Chance, sich zu wehren oder juristische Schritte einzuleiten. Bei 436 enden die in den Aktenkopien enthaltenen "laufenden Nummern" der Schwarzen Deutschen Sterilisationsopfer. Die Zahl der tatsächlich sterilisierten Schwarzen Deutschen ist allerdings weit höher anzusetzen. Wie die Aussagen von Zeitzeugen belegen, war die Zwangsmaßnahme weder auf die Kinder französischer Kolonialsoldaten noch auf das Jahr 1937 beschränkt.


    Quelle:


    http://www.bpb.de/gesellschaft…nationalsozialismus?p=all


    Gruß
    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo Bert,


    und auch hier war wieder ein prominenter Mediziner mit dabei, der bereits schon mehrfach genannte Eugen Fischer. Allerdings beauftragte er als Berufener einen Assistenten mit den eigentlichen "Aufgaben". Fischer wurde aufgrund seiner Publikation zu den sogen. "Rehoboter Bastarden" als Experte für diese Angelegenheit betrachtet.


    Beste Grüße


    Felix

  • Grüß Dich Felix,


    die ganze Bandbreite des Rassismus, das war keine Angelegenheit, die man nur bürokratisch vom Schreibtisch aus regeln und lösen konnte. Dazu brauchte man "Handlanger vor Ort". Jeder weiß heute, dass die Wachmannschaften in den KZs von der SS stammten. Aber inwieweit Ärzte in die ganzen Prozesse verwickelt waren, das erfuhren die Deutschen erst so richtig nach dem Krieg. Wie eine Diktatur auf die Menschen einwirkt, sieht man an den meist widerspruchslosen Handlungsweisen mancher damaliger Ärzte. Der Eid des Hipokrates wurde zu Schall und Rauch. Die Ethik der Ärzte hatte bei Zwangsmaßnahmen des Staates im Sinne der "Reinhaltung der Rasse" überhaupt keine Bedeutung mehr!


    Grüße
    Bert

  • Grüß Dich Felix,


    dass manche Ärzte dem NS-Staat beim Rassismus "helfend" zur Seite standen, erfuhren die Deutschen erst so richtig nach Kriegsende. Dass es KZs gab, war bekannt und wer die KZler bewachte, das wussten die Deutschen auch. Dass Menschen rücksichtslos sterilisiert wurden, das behandelte man bis 1945 meist "vertraulich."


    Eigentlich wundere ich mich, dass es nach dem Krieg "brave Parteigenossen" gab, die aussagten, von den KZs habe man nichts gewusst. Die KZler liefen 1944 in ihren gestreiften Hosen und Kitteln mehrmals in der Woche durch unsere Gemeinde zu ihren Arbeitseinsätzen. Selbst kleine Kinder mit 5 Jahren wussten, dass dies KZler waren...


    Grüße
    Bert

  • Tag allerseits,


    die Einstellung der Bibelforscher zum militärisch geprägten NS-Staat entsprach in keiner Weise den Vorstellungen des germanisch-nordischen Rassenstandards des damaligen Staates.
    Und so wurden die Bibelforscher (heute: Zeugen Jehovas) massiv verfolgt und landeten vielfach in KZs. Auch dies war wohl ein Teil des Rassismus.


    Gruß
    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo.


    " Interessant ist vor allem die These, dass manche US-Staaten damals Ehen zwischen Farbigen und Weißen strikt verbaten. Soweit ging nicht einmal der NS-Staat. Ein damaliger "Vierteljude" durfte ohne größere Probleme eine "Arierin" ehelichen. "


    Ehen zwischen Farbigen bzw. Schwarzen und Weißen waren sicherlich auch im Dritten Reich verboten. Und die Ehe zwischen Vierteljuden und "Ariern" wurde nur deswegen toleriert, weil die deutschen Gene überwogen.


    " Ein Staat, der durch Gesetze eine rational völlig unsinnige "Trennung" legalisierte....eine Einteilung von Deutschen nur aufgrund ihres Glaubens vornahm. "


    Es war nicht alleine der Glauben. Die Juden waren rassisches Feindbild, und dazu oftmals führend in internationalistisch - sozialistischen, internationalistisch - kapitalistischen und antideutschnationalen politischen Organisationen. Dazu kamen die äußerst fremd wirkenden Ostjuden.


    Allgemein war und ist, der Rassismus bzw. die Toleranz der deutschen Rechten unterschiedlich ausgeprägt. Ich komme selber aus dem nationalkonservativen Lager, und kann sagen, dass es manch einen Nazi gibt, für den nur die sogenannte Nordische Rasse etwas zählt.

  • Tag allerseits,


    der mosaische Glauben als solcher war nicht das Prinzip der Rassismus. Man sah z.B. die Deutschen mosaischen Glaubens als jüdische Rasse und der galt letztlich die Verfolgung.
    Selbst der Übertritt zu einer christlichen Konfession half diesem Personenkreis nicht!


    Eigentlich wäre es Unsinn, über die unterschiedliche Ausprägung des Rassismus zu diskutieren. Schon die Ansätze solcher Denkweisen sind die Grundlagen rassistischer Einstellungen, egal ob sie aus dem "nationalkonservativen Lager" oder von "manchen Nazis" (gemeint ist wohl der Rechtsradikalismus) kommen. Unsere Demokratie darf solchen Entwicklungen keinen freien Raum bieten. Es gilt der Grundsatz: "Wehret den Anfängen!"


    Gruß
    Bert

  • Die Juden wurden religiös, rassisch und politisch als Fremdkörper und Feinde des nationalen Deutschlands betrachtet. Und sogenannte Mischlinge wurden toleriert, wenn sie assimiliert waren, und die deutschen Anteile überwogen.


    " Eigentlich wäre es Unsinn, über die unterschiedliche Ausprägung des Rassismus zu diskutieren. Schon die Ansätze solcher Denkweisen sind die Grundlagen rassistischer Einstellungen, egal ob sie aus dem "nationalkonservativen Lager" oder von "manchen Nazis" (gemeint ist wohl der Rechtsradikalismus) kommen. Unsere Demokratie darf solchen Entwicklungen keinen freien Raum bieten. Es gilt der Grundsatz: "Wehret den Anfängen!" "


    Ich glaube nicht, dass diese Diskussion unsinnig ist, denn darum geht es letztendlich. Juden, Schwarze, Muslime etc. sind für die deutsche Rechte Feindbild, wenn mit ihnen eine Zersetzung die deutschen Deutschlands verbunden wird. Mit Nazis meine ich echte rechtsextreme Nationalsozialisten, bzw. Neonazis. Die Nationalkonservativen sind gemäßigter, und haben eine kritische Einstellung gegenüber dem Dritten Reich.


    " Unsere Demokratie darf solchen Entwicklungen keinen freien Raum bieten. Es gilt der Grundsatz: "Wehret den Anfängen!" "


    Politische Überzeugungen lassen sich nicht verbieten, und im Land Deutschland existieren nun einmal national gesinnte Deutsche.

  • Guten Tag zusammen.


    Ich wollte gerade ausholen, ob die "Ost-Juden" schon eine Rolle bei den Nürnberger Gesetzen gespielt haben,
    da überrascht uns Rolf Steiner mit einem weiteren Post.


    Ich nehme jetzt den kurzen Dienstweg, ohne das im Internen zu besprechen, ich sperre den Account "rolf steiner".


    Grüße Thomas, allergisch auf rechte Spacken reagierend....

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Tag allerseits,


    Hitler und sein Gefolge waren durchaus in einer gewisse Weise auch darauf angewiesen, wie das Volk auf Einschränkungen reagierte. Mit den christlichen Kirchen wäre man ganz anders verfahren, wenn sich nicht Widerstand
    gegen Beschränkungen der Religionsausübung bemerkbar gemacht hätte. Und so konnte z.B. mancher katholische Pfarrer aus Anlass seiner sonntäglichen Predigten mitunter mehr als nur eine unterschwellige Kritik zum Verhalten des NS-Staates äußern. Vielfach saßen in den Kirchen während des Gottesdienstes Mitarbeiter der GESTAPO, die in Erbsenzähler-Manier alles wortgenau aufschrieben. Es wurden mitunter Verwarnungen ausgesprochen, aber das war es dann schon.


    Mit Deutschen jüdischen Glaubens, den Sinti und Romas und den Bibelforschern sprang man ganz anders um. Hier gab es keine Reaktionen im "Vorfeld des Geschehens", nach dem Motto: Wehret den Anfängen! Auf Neudeutsch könnte man heute auch sagen, diesen betroffenen Schichten der deutschen Gesellschaft "fehlte es an einer tatkräftigen und fähigen Connection..."


    Wir sollten aus der Geschichte lernen!


    Grüße
    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo zusammen,


    Im Bezug auf die Rassenkunde des 3. Reiches nahmen die Juden (wie auch Zigeuner und Lappen) eine Sonderstellung ein.
    Sie gehörten neben den bereits 6 erwaehnten Hauptrassen Europas zu den in Europa lebenden aussereuropäischen Rassen.


    Obwohl die Juden damals vielfach als eigenstaendige Rasse beizeichnet wurden,beschrieb die wissenschaftliche Rassenkunde sie bereits als eigenständiges Volk wobei die vorderasiatische und die orientalische Rasse den Grund des jüdischen Volkes ausmachte.
    Darüberhinaus wurde zwischen den Südjuden und den Ostjuden unterschieden.


    Die Südjuden (welche 1/10 des Gesamtvolkes ausmachten) stellten dabei ein orientalisch-vorderasiatisch-westisch-hamitisch-nordisch-negerisches Rassengemisch dar und bildeten das Hauptjudentum
    Afrikas,der Balkanhalbinsel,Italiens,Spaniens,Portugals und einen Teil des Judentums Frankreichs,Englands und der Nierderlande.


    Die Ostjuden (welche 9/10 des jüdischen Gesamtvolkes ausmachten) stellten ein vorderasiatisch-orientalisch-ostbaltisch-innerasiatisch-nordisch-hamitisch-negerisches Rassengemisch dar und bildeten das Judentum Russlands,Polens,Galiziens,
    Ungarns,Österreichs,Deutschlands sowohl den groessten Teil des nordamerikanischen und westeuropaeischen Judentums.



    Aufgrund der vielen verschiedenen Rasseneinschlaege und der daraus resultierenden grossen Vielfältigkeit des äusseren Erscheinungsbildes (siehe Bilder im Anhang) ist es mir nicht möglich auf die äusserlichen Merkmale, wie sie fuer die Juden angegeben werden,näher einzugehen.


    In der Propaganda hingegen wurden die Juden meist immer mit den selben "typisch jüdischen" Rassemerkmalen wie z.B. der vorstehenden Unterlippe,der gebogenen "Judennase",abstehenden Ohren
    und gekräuseltem Haar dargestellt.




    Gruss Chris

  • Hallo,


    Quote

    vorderasiatisch-orientalisch-ostbaltisch-innerasiatisch-nordisch-hamitisch-negerisches Rassengemisch


    allein diese Wortkreation entlarft das Ganze als Quatsch mit pseudo-wissenschaftlichem Anstrich.


    Leider bin ich neulich darauf gestoßen, daß es noch einen Bereich gibt, in dem ähnliches nach wie vor zu finden ist, die Wüstungsforschung. Ein in den 20er- und besonders 30er Jahren beliebtes Betätigungsfeld für Oberlehrer und Dorfpfarrer. Und seit dem hat sich da nicht mehr viel getan. So finden sich immer noch 1:1 übernommene, laienhaft Ansichten in der Literatur:


    "Die Nähe zahlreicher Hügelgräber legt den Schluss nahe, daß es sich um einen chattisch-germanischen Thingplatz gehandelt haben muß"


    "Der überlieferte Flurname "Freiensgrund" sprich für einen der germanischen Göttin Freya geweihten Kultplatz"


    Da werden Zeitepochen wild durcheinander geworfen, Mutmaßungen aufgestellt, und das Ganze bis in unsere Tage von Lokalhistorikern für bare Münze genommen.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Tag allerseits,


    es gab auch ab 1933 privilegierte Deutsche jüdischen Glaubens. Einerseits Frontkämpfer des 1. Weltkrieges und andererseits die privilegierten Mischehen.
    Aber die Betroffenen konnten nach 1935 nicht sicher sein, trotzdem im KZ zu enden.


    Schauspieler der damaligen Zeit wurden aufgefordert, sich von ihrer jüdischen Frau zu trennen. Heinz Rühmann tat es. Andere Schauspieler widersetzten sich dieser "staatlichen Aufforderung".
    Hans Moser war einer dieser Standhaften. Er emigrierte mit seiner Frau nach Ungarn. Um wieder Geld zu verdienen, wirkte er wieder in Filmen mit und blieb von seiner Frau pro forma getrennt. Die Ehe wurde jedoch aufrechterhalten.


    Auch der Schauspieler Albert Bassermann weigerte sich, von seiner jüdischen Frau zu trennen.


    https://kuenste-im-exil.de/KIE…en/bassermann-albert.html



    Gruß
    Bert

    Edited 2 times, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo Thilo,


    "Die Nähe zahlreicher Hügelgräber legt den Schluss nahe, daß es sich um einen chattisch-germanischen Thingplatz gehandelt haben muß"


    "Der überlieferte Flurname "Freiensgrund" sprich für einen der germanischen Göttin Freya geweihten Kultplatz"


    Da werden Zeitepochen wild durcheinander geworfen, Mutmaßungen aufgestellt, und das Ganze bis in unsere Tage von Lokalhistorikern für bare Münze genommen.


    das kann ich bestätigen. Es werden von manchen Lokalhistorikern aus Unkenntnis sogar Zeitschriftenartikel des Ahnenerbes als Grundlage herangezogen.


    Beste Grüße

  • Hallo zusammen ,


    Hallo Thilo,



    Das Problem dabei ist ja eindeutig,dass kaum ein Forschungsgebiet so negativ durch den Nationalsozialismus belastet ist wie die Vorgeschichtsforschung.
    So muss man leider feststellen,dass die Forschung auf diesem Gebiet einen weiten Schritt nach hinten gemacht hat.


    Bestimmte Theorien werden nur auf Grund deren Rolle waehrend des Nationalsozialismus als ideologisch abgelehnt.
    Ein gutes und vor allem "sachliches" Buch ueber die Germanen zu finden ist z.B. daher wirklich sehr schwer.
    Man tut sich heutzutage wirklich sehr schwer,die rein wissenschaftliche Forschung von den ideologischen Auffassungen des 3.Reiches zu trennen.



    Gruss Chris

  • Tag allerseits,


    für den NS-Staat war das Thema "Juden" derart wichtig, dass bereits im Jahre 1933 wichtige gesetzliche Regelungen ergingen, um Deutsche jüdischen Glaubens aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen.


    Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, kurz Berufsbeamtengesetz (BBG), wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 7. April 1933 erlassen und erlaubte es den neuen Machthabern im Deutschen Reich, jüdische und politisch missliebige Beamte aus dem Dienst zu entfernen.


    Ebenfalls am 7. April 1933 wurde das „Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft“ ausgefertigt, das entsprechende Regelungen enthielt. Zur Enttäuschung der Antisemiten mussten reichsweit „nur“ rund 40 % der jüdischen Rechtsanwälte ihre Berufstätigkeit beenden, da viele durch das „Frontkämpferprivileg“ geschützt waren.


    Interessant ist, dass die Weimarer Verfassung auch im NS-Staat formell weiter galt. Man schuf aber einfach solche Reichsgesetze wie das BBG und ignorierte die Bestimmungen der Verfassung. Das entsprach dem Rechtsverständnis der Nazis. Juristen der damaligen Zeit gaben auch dem Ermächtigungsgesetz Vorrang vor der Weimarer Verfassung. Eine seltsame Rechtsauslegung!


    Bis in die Kriegsjahre hinein legte man im NS-Staat aber Wert darauf, dass die öffentlichen Verwaltungen und die Rechtsanwaltschaft "judenfrei" wurden. Bei Kriegsende gab es jedenfalls keine Beamte und Rechtsanwälte in Deutschland, die jüdischen Glaubens waren. Es ging dabei nicht nur um die sog. "Volljuden", auch "Halbjuden" verloren ihre Berufstätigkeit und selbst dann, wenn sie christlich getauft waren.


    Die Privatwirtschaft agierte vielfach in ähnlicher Weise und kündigte "Gefolgschaftsmitgliedern" aufgrund ihrer Glaubenszugehörigkeit. Man konnte dann als "rein arischer Betrieb" Werbung machen!


    Gruß
    Bert

    Edited 2 times, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo zusammen,



    das Wehrgesetz vom 21.Mai 1935 setzte mit seinem Inkrafttreten ebenfalls die arische Abstammung fuer den aktiven Wehrdienst in der Wehrmacht vorraus.


    Dazu heisst es im Wehrgesetzes vom 21.Mai 1935:


    § 15. Arische Abstammung.


    (1) Arische Abstammung ist eine Voraussetzung für den aktiven Wehrdienst.


    (2) Ob und in welchem Umfange Ausnahmen zugelassen werden können, bestimmt ein Prüfungsausschuß nach Richtlinien, die der Reichsminister des Innern im mit dem
    Reichskriegsminister aufstellt.


    (3) Nur Personen arischer Abstammung können Vorgesetzte in der Wehrmacht werden.


    (4) Den Angehörigen arischer Abstammung der Wehrmacht und des Beurlaubtenstandes ist das eingehen der Ehe mit Personen nichtarischer Abstammung verboten.
    Zuwiderhandlungen haben den Verlust jedes gehobenen militärischen Dienstgrades zur Folge.


    (5) Die Dienstleistung der Nichtarier im Kriege bleibt besonderer Regelung vorbehalten.



    Im Anhang habe ich dazu noch einen Ausschnitt aus einem Ahnenpass ,ueber den der Begriff der "arischen Abstammung".



    Gruss Chris