MG42 Tragbar??

  • Hallo Chris,


    es kommt bei den Vorschriften hinsichtlich der Änderungen auch auf das Erscheinungsjahr an.
    Mein Scan ist zwar keine Vorschrift, aber ich nehme an, dass sich die Autoren 1940 an den Vorschriften orientiert haben.


    Außerdem: In der Vorschrift steht der "Schütze 2 ist der Gehilfe des Schützen 1 im Kampf, Nahkämpfer" und da geht es unter der Überschrift Aufgaben um die Funktion des Schützen 2, aber nicht um die Bezeichnung als solcher! (H.Dv.130/2b 1939) also der Vorgänger Deiner Vorschrift, aber da hat sich nichts geändert. Bei Dir steht der "Gehilfe" sicher auch unter Aufgaben, also eine Beschreibung seiner Funktion, keine Bezeichnung.


    Petr,


    Beachte bitte den Absatz mit der Überschrift "Marsch" und da geht es um das MG 08, das Du angeführt hast.


    Gruß Karl

  • Den Soldaten auf längeren Strecken möchte ich sehen, vor allem im Gelände


    Hallo,Karl
    also damit habe ich kein Problem auf dem Foto ganz rechts steht er.Ist mei Vater er hat bei der 215.Infanterie Division nach dem 19.Juni 1940 sein MG 08 allein,zu zweit,zu viert(dann aber mit Patronenkasten in der freien Hand)durch die französischen Berge getragen und auch im Mannschaftszug auf dem MG-Karren gezogen.
    mfg karat
    Scan 74.jpgScan1.jpg

  • Hallo Karat,



    dann aber sicher MG und Schlitten getrennt und nicht wie auf dem Bild von Petr komplett mit 59 kg ohne Zubhör.


    Gruß Karl und schönes Wochenende

  • Hallo Karl,


    es kommt bei den Vorschriften hinsichtlich der Änderungen auch auf das Erscheinungsjahr an.
    Mein Scan ist zwar keine Vorschrift, aber ich nehme an, dass sich die Autoren 1940 an den Vorschriften orientiert haben.


    Außerdem: In der Vorschrift steht der "Schütze 2 ist der Gehilfe des Schützen 1 im Kampf, Nahkämpfer" und da geht es unter der Überschrift Aufgaben um die Funktion des Schützen 2, aber nicht um die Bezeichnung als solcher! (H.Dv.130/2b 1939) also der Vorgänger Deiner Vorschrift, aber da hat sich nichts geändert. Bei Dir steht der "Gehilfe" sicher auch unter Aufgaben, also eine Beschreibung seiner Funktion, keine Bezeichnung.


    selbst in deinem Ausschnitt ist nirgens die Rede davon das der Schütze 2 der "Gewehrführer" ist!
    Im Gegenteil - Es wird dort sogar richtig erwaehnt,dass zur MG Bedienung 1 Gewehrführer und 5 Schützen gehoeren.


    Ausserdem:Bei der H.Dv.130/2b von 1939 handelt es sich nicht um den Vorgaenger der Vorschrift H.Dv.130/3a "Die Maschinengewehrkompanie" ,sondern um das Merkblatt für Gliederung und Kampfweise der Schuetzenkompanie zu 12 Gruppen.


    Desweiteren steht zur MG Bedienung geschrieben:
    Zu einer MG Bedienung gehoeren 1 Gewehrführer und 5 Schützen.


    Bei der darauffolgenden Uebersicht der Bedienung werden dazu auch der Gewehrführer sowie der Schütze 2 seperat gelistet.



    Gruss Chris

  • Hallo Chris,


    stimmt, was Du schreibst:
    Der Gewehrführer war in der Regel oder sollte es sein, ein Uffz., der das Gewehr im Einsatz führte. Also das Ziel bestimmte und das Feuer leitete. Er war nicht zugleich Schütze 2.
    Da habe ich mich getäuscht! Bedauere.


    Lieber Rainer,


    hier ein Link zu den Marschleistungen :
    http://www.forum-der-wehrmacht…nkreich-1940-Seite-1-pdf/
    Siehe auch in dem Beitrag von Johann Heinrich - Erlebnisberichte zum Frankreich - und Polenfeldzug.



    Gruß Karl

  • a warst Du aber fit.
    10 Km die Stunde bedeutete entweder Indianerschritt
    - laufen gehen laufen
    - oder Sturmschritt.


    Hallo Karl,
    wir nannten das Wolfstrab, meistens ein Telefonpfahl im Schritt und dann zwei im Laufschritt, oder auch drei. Da kam man gut voran.
    Ich hatte mich nach einem Beckenbruch 1969 wieder hochgearbeitet und bis 1995 wieder militärische Wettkämpfe gemacht, allerdings zehn Jahre(1975-1985) nur als Funktioner zwischendurch. Ich hatte keine Lust immer wieder eine neue Mannschaft aufzubauen. Und als aus meiner letzten Mannschaft zwei Mann aus gesundheitlichen Gründen aufhörten, habe ich auch beschlossen: Jetzt ist Schluss mit Wettkampf.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,Karl
    Danke für diesen Link!Bestätigt aber trotz der Reenactment-Fotos was ich schrieb,bei Feindberührung wurde die Waffe montiert auf der Schlittenlafette getragen!Und die Tage vom 19.bis 24.Juni,also Durchbruch der Maginotlinie bis nach Saint-Dié-des-Vosges war ständig Feindberührung.
    mfg karat

  • Hallo Karat,


    trotz der in der Mehrzahl der Fotos deutlich erkennbaren Reenactment-Fotos sind, abgesehen von der sonstigen Bewaffnung und unterschiedlichen Ausrüstung, insbesondere aber des neuzeitlichen fotogenen Verhaltens der Darsteller, einige Details gut zu erkennen.


    Warum sollte ich die Ausführungen deines Vaters ( nach meinen bisherigen "Erfahrungen" mit dir und mit deinen Aussagen) in Zweifel ziehen, obwohl ich bei Veteranenaussagen, insbes. in hohem Alter erfahrungsgemäß nicht unkritisch bin. Ich möchte den Veteranen dadurch nicht die Glaubwürdigkeit entziehen, grundsätzlich sowieso nicht, aber das Erlebte, das Alter, die Zeit und andere Umstände, wie Verdrängung usw. verändern manchmal die "Geschichte" ein wenig, wie ich oft erfahren musste.( Z. B. bei Ortsbeschreibungen und Wahrnehmungen von Ereignissen/Vorkommnissen/ kriegerischen Erlebnissen usw.)
    Das ist sicher eine beachtliche Leistung deines Vaters, die ich auch nicht schmälern will, zumal du den Mut gehabt hast dieses Foto ( ohne die üblichen Malereien und Unkenntlichmachungen) einzustellen.
    Die Bedienungen der, wenn auch leichten Granatwerfer, hatten es auch nicht einfach...aber wer hatte es schon im Krieg einfach? (= wohl das falsch Wort um zu überleben)??? .


    Grüße von Karl

  • Hallo Karl,


    Auf dem Marsch wurde das MG 08 verladen. Dafür gab es extra pferdebespannte MG - Wagen.


    ergaenzend zu der Diskussion um das MG 08 kann man noch hinzufuegen ,dass grundsaetzlich die Maschinengewehre der MGK (MG 34 u MG 42 als sMG ) ebenfalls auf dem Marsch verladen wurden soweit,
    wie Karat schon richtig erwaehnt hat ,die Lage wie auch das Gelaende dies zulassen.




    Gruss Chris

  • Hallo Karl,


    lMG 34 und das galt auch für das lMG 42: Tragbar, aber wie?


    Siehe Foto.
    (Das sind Tragearten und keine Anschlagsarten, wie z. B. im Gefecht).


    fuer Bewegungen auf dem Gefechtsfeld gab es zusaetzlich noch 2 weitere Tragearten:
    - am geteilten Trageriemen
    - schraeg vor dem Koerper


    Gruss Chris

  • Hallo,


    MG ( 34/42) Schütze kriechend:
    "Das MG hängt mit angeklapptem Zweibein, Kolben nach rechts vor der Brust; der rechte Arm ist durch den Trageriemen gesteckt." (Die Arme sind ausgestreckt zum Boden)


    Oder kriechend:


    "Die Unterarme liegen auf dem Boden, Hände nach oben leicht angewinkelt. Die rechte Hand umfaßt das Gehäuse direkt am Griffstück, die linke etwa in Höhe der Vorderöse zum Trageriemen ....Griffstück nach oben"


    Oder robbend:


    Gleiche MG Haltung wie kriechend, Griffstück nach unten. "Der Schütze stützt sich mit den Ellbogen auf dem Boden auf".


    Oder:


    Gleich Haltung wie robbend, aber das MG wird am Zweibein vor der rechten Schulter erfaßt und liegt auf dem Rücken des Schützen


    Oder gleitend:


    Gleich Haltung wie kriechend, aber das MG wird mit der rechten Hand am Zweibein erfasst und rechts über dem Ellbogen liegend neben dem Schützen mitgezogen ( Nicht im Dreck).
    Das wären die MG Haltungen in der Position kriechend, robbend, gleitend.


    Nun gibt es noch:


    Gleitend rückwärt:


    Der Schütze läßt das MG auf dem Zweibein und zieht sich und das MG "rückwärts gleitend". Zweibein klappt nach hinten, zum Schützen hin um. ( Nicht im Dreck ziehen).


    Rollen oder wälzen:


    MG vor die Brust, oben und unten umfassen und seitwärts wegrollen. Besonders beim Stellungswechsel verwendbar.


    Die vorgenannten Positionen machen bei der Ausbildung ( natürlich auch im Einsatz) "besonders viel Spaß und auf frisch gedüngtem Feld auch viel Vergnügen". ( Ich weiß von was ich schreibe.) Im Herbst kann man auf den Stoppelfeldern die natürlich irgendwann auch gedüngt wurden, alle Übungen durchführen und schanzen ohne dass der Bauer Schadenersatz verlangt.
    ( Aus der Erinnerung. Um nicht alles abschreiben zu müssen habe ich abgekürzt)


    Hallo Chris,


    vielleicht hast Du eine Vorschrift der Wehrmacht hierzu parat, denn dort liegt der Ursprung?


    Gruß Karl

  • Hallo,

    Siehe Foto.
    (Das sind Tragearten und keine Anschlagsarten, wie z. B. im Gefecht).


    ich habe hunderttausende Fotos von MG-Trägern gesehen, aber niemals solch unbequeme stocksteife Trageweise.
    Sind das die Vorschriften eines Schreibstubenbeamten, für Paraden eines Wachbataillons?
    mfg petr

  • Hallo Petr,


    vielleicht solltest Du mal von den Kriegsbildern auf Ausbildungs - und wie Du schreibst Paradebilder umstellen.
    In der Wehrmacht herrschte eine eiserne Diziplin vor.
    Vielleicht wirfst Du auch mal einen Blick in Ausbildungsbücher, z. B. den "Reibert: Dienstunterricht im Heere", da sind die Fotos nämlich her und das ist ein Standardwerk. In der Ausbildung wurde auch viel formales "bis zum erbrechen" und "Bis das Wasser im A...kocht!"(Landsersprache) geübt. Schau Dir mal die Ausbildungspläne an.
    Hast Du Dich schon mal mit dem Thema " Griffe klopfen" ( Landserausdruck) oder "Drill" befasst und was das bedeutete?


    Gruß Karl

  • Hallo Petr,


    ich weiß nicht, welche Vorstellung Du von Ausbildungsvorschriften
    hast, aber in diesen werden die jeweiligen Trageweisen oder
    Tätigkeiten natürlich schulmäßig dargestellt; und der schulmäßige
    Drill ist dann die Grundlage für die Anwendung im Gefecht.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo zusammen,


    auf dem von Petr eingestellten rechten Bild sieht man uebrigens die Trageweise des geschulterten MG mit dem Kolben nach rueckwaerts.
    Diese Trageweise war gemaess Vorschrift verboten,da dadurch Verbiegungen des Mantels und somit ein Festklemmen des Laufes entstehen konnte.



    Gruss Chris