MG42 Tragbar??

  • Hallo Chris,


    in der ZDv 3/12 "Schießausbildung mit dem Maschinengewehr auf Zweibein" Ausgabe 1986 heißt es:


    "Beim Anschlag liegend liegt der Schütze so hinter dem Maschinengewehr, daß sich die Mittellinie seines Körpers mit der nach rückwärts verlängerten Visierlinie deckt."


    In der aktuellen A2-222/0-0-4750 Zentralrichtlinie Schießen mit Handwaffen ist das wortgleich übernommen.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    vielleicht och ein Hinweis:
    "Bei extremer Kälte ist das (Ersatz-) Schloss des MG am Mann zu tragen." (Hosen -Rocktasche).


    Gruß Karl

  • Hallo Thilo,


    das die fruehere Anschlagsart ab einen bestimmten Zeitpunkt bei der Bundeswehr erneut gelehrt wurde ist mir ebenso bekannt.
    Leider habe ich zu dem Datum der Aenderung sowie des Grundes dafuer keine Informationen.


    Wie bereits aber gesagt galt 1960 noch etwas anderes.



    Gruss Chris

  • Hallo Zusammen,


    bezüglich einer Zweimannbedienung aus dem Stand habe ich ein Foto, hier wurde es anscheinend als Flugabwehr Ausgebildet.



    Grüße Michael

  • Hallo Michael,


    Flugabwehr kann schon sein, aber sie haben nicht dies richtige "Fliegervisiereinrichtung" ( Rundkorn - Kreiskorn ) aufgesetzt.
    Sie haben jeweils das rechte Bein vorgesetzt um einen besseren Stand zu haben. Es bedarf also keines 3. Soldaten, der den Schützen stützt, so wie in dem US - Video ( vorstehender Beitrag) gezeigt.


    Gruß Karl

  • Hallo,


    da die Überschrift lautet: MG 42 tragbar?


    Möchte ich noch einen Hinweis geben:
    Bei dem Gewicht von 11,6 kg mit Zweibein, war es kein Vergnügen diese zur sonstigen Ausrüstung zu tragen, weshalb immer durchgewechselt wurde. Es ist also nicht so, dass der Schütze 1 ( Richtschütze) alleiniger Träger war. Natürlich hatten die Schützen 2 (sog. "Gewehrführer) und 3, ggf. auch ein 4. Soldat Munition ( 3 und 4 genannt: Munitionsschützen) und Ersatzläufe zu tragen, aber es gab auch noch andere Soldaten.
    Gurt 250 Patronen: 6,9 kg
    Leerer Patronenkasten Stahl: 2,4 kg
    Leerer Gurt für 50 Patronen: 0, 18 kg
    Die Lafette für das sMG wog 20,5 kg.


    Dabei ist festzuhalten, dass im 1. WK und teilweise auch noch im II. WK das MG 08 -08/15 als sMG 26 kg. und der Schlitten 38 kg. wogen. ( Was für eine Schinderei beim Angriff und in der Bewegung).
    Auf dem Marsch erfolgte Verladung.


    Gruß Karl


    Hahn: "Waffen und Geheimwaffen"
    Lidschun/Wollert: "Infanteriewaffen"

  • Hallo Karl,


    Quote

    MG 08 -08/15 als sMG 26 kg


    ich habe für das MG 08 ungeladen 23kg und für das 08/15 ungeladen 19,5kg, wobei die Gewichtsersparnis beim 08/15 hauptsächlich durch die Verringerung der Kühlwassermenge zurück zu führen ist.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    nun habe ich noch den Pawlas herangezogen:


    MG 08 mit Rückstoßverstärker und Trommelhalter........20,0 kg
    Mantelkopfschild...............................................................0,6 kg
    Kühlwasser (4 Liter)......................................................... 4,0 kg
    Dampfschlauch.................................................................0,5 kg
    Bezug................................................................................1,2 kg
    ______________________________________________________
    26,3 kg
    Die obigen, ersten Gewichtsangaben habe ich aus " Durch die weite Welt" S. 62, Ausgabe 1940.


    Deine Angaben zum MG 08/15 stimmen mit Pawlas überein.


    Gruß Karl

  • Kühlwasser (4 Liter)..........................................................0,4 kg


    Hallo,
    vier Liter sind vier Kilo.
    Bei einer Übung habe ich MG 1 30 Km getragen, davon die Hälfte unter ABC-Schutzmaske.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,

    Dabei ist festzuhalten, dass im 1. WK und teilweise auch noch im II. WK das MG 08 -08/15 als sMG 26 kg. und der Schlitten 38 kg. wogen. ( Was für eine Schinderei beim Angriff und in der Bewegung).
    Auf dem Marsch erfolgte Verladung.


    da muss ich aber widersprechen, das MG konnte man 1916 genauso wie 1941 tragen und mit in die Stube nehmen. Waren früher kräftige Fleischesser, klappt natürlich nicht mit Salaten, Dips und Champignons.
    mfg petr

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  • Hallo Petr,


    1. Auf dem Marsch wurde das MG 08 verladen. Dafür gab es extra pferdebespannte MG - Wagen.
    2. Das MG wurde nur zur Reinigung mit auf die Stube oder in den Lehrsaal genommen, ansonsten erfolgte Lagerung beim WuG ( In der Waffenkammer) nie auf bzw. in der Stube.
    Dein Foto belegt nur, dass das MG und die Lafette getragen wurden. Wie weit ist nicht ersichtlich. Es sieht auch nicht nach Marsch aus. Keine Marschordnung, in welcher Form auch immer.
    Fleischesser? Früher gabe es vielleicht am Sonntag mal einen Braten und beim Militär? Musst Dir nur mal die spärlichen Ernährungspläne ansehen...darunter sehr viel "Ersatz -Ernährungsmittel", wie Steckrüben usw.; vor allem während des Krieges und das Foto könnte eine Kriegsaufnahme sein.
    Ich beurteile deinFoto so: Von der Front zurück in die Etappe/Ablösung.


    Anlage: Foto MG - Wagen aus dem Bildband: "Der Weltkrieg".
    Ich denke nun ist alles klar.


    Gruß Karl

  • Hallo Karat,


    aber nicht auf dem Marsch, wie von mir geschrieben.
    MG 08..................................... 26, 3 kg
    Schlitten ohne Zubehör............33,0 kg.
    OHNE Zubehör........................59,0 kg



    Zubehör am Schlitten ohne Schutzschild...................4,0 kg
    Schlittenaufsatzstück..................................................3,5 kg
    Dreifuß ohne Zubehör...............................................28,0 kg
    Zubehör am Dreifuß ...................................................4,0 kg
    Dreifußaufsatzstück.....................................................3,5 kg
    Hilfslafette auf Holzbrett...............................................6,6 kg.


    Dabei ist noch keine Munition und kein Ersatzwassertank.
    Natürlich verteilt sich das Zubehör auf verschiedene Schützen, aber das MG selbst ist ein Gewicht für sich!
    Den Soldaten auf längeren Strecken möchte ich sehen, vor allem im Gelände.


    Die Polster sind mir bekannt. Auch bei der Lafette für das MG 42 sind solche vorhanden. Sie sind aber nicht für den Marsch gedacht.Siehe MG Wagen.
    Die Truppe soll nach dem Marsch noch einsatzfähig sein, deshalb wurde auch das Rückengepäck verladen, warum also nich auch das MG. (Siehe Truppenführung).
    Im Unterschied zu dem obigen Bild wurde das MG beim Mannschafts - Transport in zwei Lasten zerlegt: Schlitten und MG selbst.


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,

    2. Das MG wurde nur zur Reinigung mit auf die Stube oder in den Lehrsaal genommen, ansonsten erfolgte Lagerung beim WuG ( In der Waffenkammer) nie auf bzw. in der Stube.


    Vorschrift und Fronteinsatz sind immer 2 Paar Schuhe. Anbei die amtliche PK-Aufnahme fern der Heimatkaserne. Der Befehl lautet, ab in die Stube damit.


    Die Polster sind mir bekannt. Auch bei der Lafette für das MG 42 sind solche vorhanden. Sie sind aber nicht für den Marsch gedacht.Siehe MG Wagen.


    Auch hier gilt zuvor genannte Schuhregel, siehe 500-Meter Sprint mit aufmunitionierter MG34/43 Lafette.
    mfg petr

  • Den Soldaten auf längeren Strecken möchte ich sehen, vor allem im Gelände.


    Hallo Karl,
    wir hatten im Mörserzug der 5./ Leute, die trugen die Bodenplatte 120 mm Mörser 30 Km. Und man darf auch nicht vergessen, früher waren die Leute belastungsfähiger. Nijmwegen-Marsch habe ich ohne wirklich ausgiebiges Training in der Militärklasse gemacht.
    Sieht man sich die Marschleistungen der Infanterie im West- und Ostfeldzug an, dann sind diese höchsten noch bei KSK oder ähnlichen Einheiten möglich.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo petr


    Vorschrift und Fronteinsatz sind immer 2 Paar Schuhe


    Das ist mir völlig neu.


    Ebenso Dein Verleich:

    Auch hier gilt zuvor genannte Schuhregel, siehe 500-Meter Sprint mit aufmunitionierter MG34/43 Lafette.


    Das sind doch einige Kilo Unterschied ( Sh. meine vorherige Auflistung..die Gewichtsangaben MG 34 mit Lafette wirst Du ja kennen).
    ...und die tragen das Ding zu zweit, oder?
    ...und ob es im Einsatz immer eine Stube war wie der PK - Berichterstatter schreibt?
    Ach so, die Lafette wird nicht aufmunitioniert sondern das MG und das ist nicht aufmunitioniert, sondern als Infanterieunterstützungswaffe geladen und gesichert. ( Hoffe ich mal für die anderen, eigenen Soldaten)


    Lieber Rainer,


    http://www.streitkraeftebasis.…8LTL2922T9770AC9LR9SF1040
    Wenn Du es ohne Vorbereitung gemacht hast, Hut/ Helm ab.


    du kannst mir glauben, ich kann mitreden - vergleichsweise/ Bergtouren nicht so weit, aber dafür hoch und mehr Gepäck und oft etwas abseits! Das müsste genügen.... und die Truppe ist heute motorisiert und das KSK oder SEK hat auch Helis.
    Übrigens gilt der Grundsatz der TF immer noch: Möglichst voll ausgeruht zum Einsatz!


    Gruß Karl

  • Wenn Du es ohne Vorbereitung gemacht hast, Hut/ Helm ab.


    Hallo Karl,
    ich habe natürlich dafür privat und mit der BW trainiert, aber bei weitem nicht die von der BW im Februar geforderten Km, FwRes hat da ein bisschen geschummelt. . Die Aktiven hatte mehrere Wochen Vorbereitungszeit mit 4x40 Km Abschluss in der Lüneburger Heide. Für uns Reservisten(eigene Marschgruppe) hatte 2x30 und 2x 40 Km als Training. in der WÜ genügt. Ich muss dazu sagen, ich war damals sehr gut zu Fuss: 20 Km mit Sturmgepäck und Waffe(G 3) unter zwei Stunden.
    Gruss
    Rainer
    P.S.: Heute brauche ich bedeutend länger, wenn überhaupt, Arthrose tut manchmal weh.

    Suum cuique

  • Hallo Rainer,


    da warst Du aber fit.
    10 Km die Stunde bedeutete entweder Indianerschritt
    - laufen gehen laufen
    - oder Sturmschritt.


    Die Marschzahlenfolge/Marschtempo kennst Du ja.


    Die Bodenplatte des Tampella 120 mm Mörsers wog 64 kg Ist das richtig?


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    Es ist also nicht so, dass der Schütze 1 ( Richtschütze) alleiniger Träger war. Natürlich hatten die Schützen 2 (sog. "Gewehrführer) und 3, ggf. auch ein 4. Soldat Munition ( 3 und 4 genannt: Munitionsschützen) und Ersatzläufe zu tragen, aber es gab auch noch andere Soldaten.


    bei einer MG Bedienung (sMG) handelt es sich bei dem Schützen 2 um den Gehilfen des Richtschützen und nicht um den sog. "Gewehrführer".



    Gruss Chris


    (Quelle:H.Dv.130/3a "Die Maschinengewehrkompanie")