Fragen zu: Schwere Eisenbahn-Blankdraht-Kompanie 161

  • Hallo KHO,


    die Eisenbahn-Fernsprech-Baukompanie (3mm) (mot) 161, war nach bisherigen Erkenntnissen nie im Kessel von Stalingrad gewesen.

    Bis zum 25.11.1942 hat die Kompanie zwei Blankdrahtleitungen zwischen Obliwskaja - Warlamoff (Varlamov) vorgebaut, am 25.11.1942 waren die Arbeiten hierzu abgeschlossen.

    Die Feldbahn II liegt ca. 200 km Luftlinie westlich Stalingrad.

    Hallo Matthias,


    am 30.1.2016 schreibst du:

    August bis Oktober 1942 zwei Blankdrahtleitungen bis Kilometer 75 vorgebaut bei Feldbahn II im Raum Obliwskaja - Warlamoff (Feldbahn II )

    Jetzt schreibst du: ...bis Ende November 1942.

    Hat sich da dein Kenntnisstand in der Zwischenzeit geändert? Waren sie einen Monat länger in der Nähe von Obliwskaja?


    Entfernung Obliwskaja - Stalingrad: ca. 168 km. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass eine Gruppe der Kompanie, die besonders weit östlich/östlich des Tschir/Chir operierte, zwischen russische Truppen geraten sind. Auch die Militärkarte vom 22.11.1942 zeigt ganz in der Nähe von Obliwskaja russische Truppen - wenn ich sie richtig lese (s. Anhang).


    Mini-Detail: Bei der Ortschaft Nizhniy Chir fließt der Chir in den seeartigen Don. Allerdings glaaube ich mittlerweile, dass "See" eine falsche Erinnerung ist und "Fluss" zutrifft.


    Noch ein Detail: In der Erzählung über den Ausbruch einiger Soldaten der Blankdrahtkompanie 161 aus dem Kessel von Stalingrad taucht auch ein Feldflughafen auf, an dem sich die Gruppe während des Rückzugs (angeblich schon westlich des Tschir) mit Benzinresten versorgt haben soll.

    Hilft das bei der Lokalisierung?


    Gruß

    KHO

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    • Chir See.GIF

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    • Stalingrad 3.GIF

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  • Hallo Matthias,

    was ist eigentlich genau eine Feldbahn (Warlamoff-Obliwskaja)? Die Strecke Obliwskaja - Stalingrad ist doch eine ganz normale Eisenbahnlinie, oder?

    Mittlerweile denke ich, dass die angesprochenen Soldaten nicht aus dem Kessel von Stalingrad geflohen sind, sondern vor den Stalingrad umschließenden russischen Truppen von der nördlichen Seite des Chir (bei Obliwskaja oder etwas weiter östlich), wo die Eisenbahnlinie nach Stalingrad verläuft auf die südliche geflüchtet sind.

    Gruß

    KHO

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  • Hallo KHO,


    was ist eigentlich genau eine Feldbahn (Warlamoff-Obliwskaja)?

    Im Bereich gab es Die Feldbahn I, Feldbahn II und Feldbahn III.


    Diese Feldbahnen wurden neu gebaut (Schmalspur) zur Versorgung der Armeen.

    Begonnen wurde der Bau ab 15.08.1942.


    Feldbahn I - für die Versorgung ital. AOK 8 und Heeresgruppe B, Gesamtlänge 150 km ab Bahnhof Schelistowka - nach Rashowka mit Abzweigstrecken.

    Feldbahn II - Versorgung rum. AOK 3 und für Stab Don, Gesamtlänge ca. 100 km ab Obliwskaja - nach Warlamoff.

    Feldbahn III - Versorgung AOK 6, Gesamtlänge ca. 85 km ab Bahnhof Tschir - nach Oskinskij.


    Ja am 25.11.1942 waren die Fernsprechleitungen fertiggestellt (neu)

    Grüße Matthias

  • Hallo Matthias,

    woher kommt diese neue Information (Fertigstellung am 25.11.42)?

    Sie ist für mich sehr interessant, weil sie belegt, dass zumindest Teile der Kompanie 161 in dem Moment, als sich die Einkesselung um Stalingrad schloss (22.11.42), noch zwischen Warlamoff und Obliwskaja tätig waren.

    Ich habe noch einmal die gesamte Strecke nach Orten abgesucht, die ähnlich wie Krassnograd heißen. Bisher habe ich ja die Gegend um Oblivskaja favorisiert.

    Heute fand ich am anderen Ende bei Warlamoff/Varlamov-Pronin einen Ort “Krassnokutskaja”. Evtl. war der gemeint. Das liegt auch am Chir/Tschir.

    Kann man auf der beigefügten Militärkarte vom März 43 ziemlich gut sehen.

    Da sieht man auch die Kleinbahnstrecke selber sehr gut. Sie scheint heute nicht mehr zu existieren. Unklar ist mir allerdings, was man von dem winzigen Kaff Warlamoff aus an Wertvollem nach Süden transportieren wollte.

    Gruß

    KHO


  • Hallo,


    woher kommt diese neue Information (Fertigstellung am 25.11.42)?

    Hier ist empfehlenswert für den Zeitraum sich mit folgender Literatur zu beschäftigen:

    Jens Freese - Schienenstrang nach Stalingrad

    A. Gottwald - Heeresfeldbahnen

    Sollten preiswert zu erhalten sein, eventuell auch bei einer Bücherei.


    Da sieht man auch die Kleinbahnstrecke selber sehr gut. Sie scheint heute nicht mehr zu existieren. Unklar ist mir allerdings, was man von dem winzigen Kaff Warlamoff aus an Wertvollem nach Süden transportieren wollte.

    Hier ist es genau anders herum, Nachschub wurde von Oplivskaja (Umladebahnhof) nach Warlimoff transportiert (rückwertiges Gebiet der Armeegruppe Hollidt und rum. 3. Armee).


    Im Umkreis von ca. 50 km von Warmiloff konnte ich westlich bzw.südwestl. 3 Orte finden die mit Krassno ... beginnen.

    Ich glaube das wird spekulativ bleiben.


    Unbenannt.JPG


    Durch die Überführung der Eisenbahn-Nachrichten-Einheiten 1942 (unter Beibehaltung des Zusatzes Eisenbahn) zur Nachrichtentruppe, sind/werden die Eisenbahn-Nachrichten-Einheiten ganz selten in den Aufzeichnungen der Kodeise und andere Eisenbahnpionier-Einheitenführern genannt.

    November 1942 unterstand die Kompanie dem Eisenbahn-Nachrichten-Regiment z.b.V. 515.

    Grüße Matthias

  • Hallo Matthias,


    steht "AOK 6" für die später in Stalingrad eingeschlossene 6. Armee?

    Die Feldbahnen II und III tauchen, wenn ich richtig nachgesehen habe, auf den großformatigen Armeekarten, die man im Internet einsehen kann, erst im Dezember auf, als die Gebiete schon in Händen der russischen Armee waren. (Obliwskaya - Warlamoff und die Kleinbahn nördlich vom Bahnhof Tschir finde ich erstmalig am 16.12.42 eingezeichnet.) Sie sind also kaum zum Einsatz gekommen, richtig?

    Sind die Kleinbahnstrecken per Hand in diese Karten eingezeichnet worden?


    Gruß

    KHO

  • Hallo Sütterlin-Experten,

    wer kann das Wort in der Klammer entziffern? ( K. über dem angedeuteten Kreuz im ersten LKW (halber ???)

    Gruß

    KHO