Himmler Flugzeugführer - und Beobachterabzeichen

  • Guten Tag,
    trug der "Reichsheini" diese Protzauszeichnung in Gold und Brillanten eigentlich immer oder nur bei Frontbesuchen?
    Andere Frage: Ist bekannt, welcher StuBaF da neben ihm steht?
    Besten Dank für Eure Auskünfte
    Gebhard Aders

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  • Hallo Gebhard,


    auf vielen Bildern, die nach dem 12. Juli 1942 entstanden, trägt er diesen Kitsch, als Auszeichnung kann zumindest ich es nicht bezeichnen.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Guten Abend!
    Dazu mal die Frage: ist eigentlich bekannt für welche "Heldenleistung" der Himmler das Abzeichen bekam? Noch dazu in Gold, da muss er ja ein echter "Held" gewesen sein?????????(grins)
    Soweit mir bekannt ist war er nur Passagier in Flugzeugen.


    Gruss aus dem Süden

  • Hallo,
    das "Gemeinsame Flugzeugführer und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillianten" wurde von Göring 1935 nicht als Lw-Tätigkeitsabzeichen, sondern als " Ehrenzeichen"eingeführt, dessen Verleihung er sich persönlich vorbehielt.
    Diesen "Frühstücksorden" bekamen in- und ausländische Soldaten und/oder Politiker mit zT schwammigen Begründungen.
    So auch im Juli 42 Himmler. Welcher der -eigentlich "notwendigen" - Verleihungsgründe ( zB persönliche Tapferkeit, grosse Verdienste um die Luftwaffe, Verdienste um deutsch-ausländische Beziehungen etc) bei ihm denn konkret vorlagen, ist nicht bekannt.
    Aber vielleicht hatte Göring nur Mitleid mit Himmlers so völlig ordenslosen Heldenbrust?


    Beste Grüsse
    Ingo

  • Hallo Leute,


    könnte mir denken, dass Ingos obiger Eintrag schon in die richtige Richtung weist. Truppen (Pol.Regt.Mitte), welche unter Himmlers Regie agierten, säuberten (ermordeten die Bewohner) z.B. im Bialowiezer Wald, auf expliziten Wunsch des Reichsjägermeisters. Im Gegenzug wurden LW-Einheiten im rückwärtigen Raum zur sog. Bandenbekämpfung eingesetzt. Da gibt es sogar Befehle Görings, dass es für alle LW-Einheiten verpflichtend ist, sich an solchen Aktionen zu beteiligen, solange man nicht im Fronteinsatz sei.
    Könnte mir also durchaus vorstellen,dass sich diese, sonst konkurierenden Paladine gegenseitig für Gefälligkeiten dekorierten.
    Aber in einem würde ich Ingo widersprechen wollen: Mitleid hatte Göring sicherlich nicht. Aber das hat Ingo wohl eher ironisch gemeint, denke ich mal...


    Gruß
    Matthias

  • Hallo am frühen Morgen,
    manchmal hilft ein Blick in Quellen :-)


    Aus Himmlers Dienstkalender geht hervor,
    daß Göring am 2.7.42 in einer Besprechung Himmler bat, einer Wohnortverlegung des Industriellen Fritz Thyssen in die Schweiz zuzustimmen.


    Am 11.7.42 machte wohl Himmler in einem Telefonat die erfreuliche Mitteilung, daß Göring wohl ein Rubensbild (billig??) "kaufen" könne.
    Am 12.7.42 teilte Himmler Göring telefonisch mit, dass dem Wunsch Görings entsprochen werde, ein jüdisches Ehepaar von der Deportation auszunehmen.


    Nach diesen "Verdiensten" nimmt es nicht wunder, dass Göring ihm mit Wirkung vom 12.7.42 das begehrte Ehrenabzeichen verlieh.


    @Matthias


    Natürlich hast Du Recht :-)
    Mitleid war Göring wohl fremd. Er handelte bei seiner aufgesetzten Jovialität stets nach dem alten "sozialdarwinistischen" Grundsatz:" Jedem das Seine.... aber mir das Meiste"


    Beste Grüsse
    Ingo

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