Aufstellung verschiedener Luft-Nachrichteneinheiten 1939/1940

  • Hallo Matthias,


    dein Thema kommt ja wie gerufen. Mein Großvater (Gottlieb Fischlein) war Angehöriger der 3. Kompanie Luftgau-Nachrichten-Regiment 12. Hast Du vielleicht noch weitere Informationen über diese Einheit?


    Viele Grüße
    Dirk

  • Hallo Matthias,

    ich bin neu hier, weil ich auf der Suche nach dem Werdegang meines verschollenen Großvaters bin. Ich bin auf der Suche nach genau solchen Unterlagen. Genau wie Lilienrichie möchte ich fragen, ob Du noch mehr Infos dazu hast.

    Ich habe mich das ganze Wochenende auf den Seiten des Deutsch-Russischen Archivs rumgetrieben und bin leider immer nur beim Heer gelandet. Hast Du einen Tipp für mich, wie ich die Luftwaffe in dem Archiv finde (Stichworte, Aktennummern, Findbuchnummern)?

    Da ich militärisch absoluter Laie bin, habe ich Schwierigkeiten, die Begriffe einander zuzuordnen. Die von der WaSt mitgeteilte letzte Erkennungsmarkennummer soll gelautet haben yyy Stab Lg KDo IV (anonymisiert). Da mein Großvater Major war, frage ich mich, ob er überhaupt einem Regiment zugeordnet war, weil ich mich mit den Militärhierarchien nicht auskenne und er doch dem Stab des Luftgau-Kommandos angehört hat. Kannst Du mir da bitte weiterhelfen? Und wo finde ich das Luftgaukommando in den von Dir hier eingestellten Listen? Danke dafür - mir geht gerade das Herz auf, weil ich bislang glaubte, es gäbe keine Unterlagen mehr.

    Laut Erzählungen meiner verstorbenen Mutter war er Ausbilder bei den Flugmeldern. Und folgerichtig liegt mir auch noch ein Feldpostbrief aus dem Jahr 1944 vor, den er von der Luftnachrichtenschule in Halle abgesendet hat. Leider ohne Feldpostnummer, nur mit einer eingekreisten 19. Aber in dem Absender hat er geschrieben "Regiment 1" - und das bekomme ich nicht mit der Stabszugehörigkeit unter einen Hut gebracht. Noch komplizierter wird es dadurch, dass der Brief auch noch mit einem Stempel versehen ist "11./Ln-Flugm.-Rgt.93". Wie das dazugehört, habe ich noch nicht herausgefunden.

    Ich habe leider keinen Scanner, deshalb bin ich immer darauf angewiesen, andere zu fragen, ob ich mal was scannen kann. Ich muss in den nächsten Tagen mal schauen, ob ich jemanden finde, bei dem ich den Feldpostbrief scannen kann.

    Oder hat jemand einen anderen Vorschlag, wie ich herausfinden kann, wie seine Stellung war? In der Offiziersliste auf ww2dk ist er leider nur mit seinem Namen genannt und dem Wehrkreiskommando Dessau.

    Ab August '44 hat er eine Flakgruppe übernommen. Er war in der Nähe von Dessau in Neeken und Kleutsch. Hat jemand Informationen zu diesen Flakstellungen? Ab Jan '45 war er in Stemmer bei Minden. Auch dazu suche ich Informationen.

    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

    Beste Grüße

    Anhalter durch die Geschichte

  • Hallo Anhalter,


    herzlich willkommen bei uns im Forum.


    Bei einen Major der Luftwaffe (Luftnachrichten) müssen es einigen geben. Der Name wäre dazu nicht schlecht.


    Zu der Erkennungsmarke,


    Stab Lg KDo IV steht für Stab Luftgau Kommando IV http://www.lexikon-der-wehrmac…gen/Luftgaue/Luftgau4.htm http://www.ww2.dk/ground/hq/lgvi.htm


    "11./Ln-Flugm.-Rgt.93" = 11. Kp. Luftnachrichten-Flugmelderegiment 93 aufgestellt 1943 im Luftgau III


    Quote

    Ab August '44 hat er eine Flakgruppe übernommen

    Das ist der Name/Bezeichnung einen Flak-Regimentes das in der Reichsluftverteidigung eingesetzt war


    Die Flakgruppe Dessau deutet dann in Richtung Flak-Regiment 143 und dann müsste es um den Obstlt Otto Janik gehen ?

    Gruss Dieter

  • Hallo Anhalter durch die Geschichte


    Wenn dein Großvater Major war müsste es im Freiburger Militärarchiv Akten von ihm geben!

    Hast du eine Anfrage bei der deutschen Dienststelle in Berlin gemacht?

    https://www.dd-wast.de/de/startseite.html

    Dauert leider lange und kostet nur kleines Geld!


    Gruß Arnd

  • Guten Abend, Ihr Drei,


    das ist ja toll, dass Ihr Euch meiner Fragen so schnell angenommen habt. Danke für die wertvollen Informationen. Das bringt mich wieder einen Schritt weiter.


    Ich fange mal unten an:

    Matthias - Das mit der Postleitzahl wusste ich noch nicht. Danke für den wertvollen Hinweis. Übrigens habe ich mich vertan: Der Brief ging an die eingekreiste 19 und wurde von der eingekreisten 10 (Halle) abgesendet. Sorry. Von Dir wünsche ich mir tatsächlich noch einmal einen methodischen Hinweis, wie ich in dem russischen Archiv die Luftwaffe finde. Ich habe nach der von Dir ganz oben angegebenen Findbuchnummer gesucht, sie aber nicht gefunden. Hast Du einen Rat für mich?


    Arnd : Dir danke ich für den Hinweis bezüglich Feiburg. Ich habe für dieses Jahr noch 6 Tage Resturlaub. Ich glaube, die werde ich mal in Freiburg verbringen.

    Mit der WaSt, dem DRK-Suchdienst und dem VdK hatten meine Eltern 50 Jahre lang intensiven Kontakt. Ich hänge mal das Schreiben vom Januar 2000 an, das wir von der WaSt erhielten. Allerdings gibt es erhebliche - und wohl begründete - Zweifel, dass es sich bei dem dort gefundenen Soldaten um meinen Großvater handelt. Das ist auch der Grund meiner Suche. Mein Vater hat nach dem Erhalt dieses Schreibens noch mehrfach mit dem Sachbearbeiter telefoniert und schriftlichen Kontakt gehabt. Im Jahr 2000 waren bei der WaSt keine weiteren Unterlagen mehr vorhanden und am Ende hatte der Sachberbeiter auch Zweifel, dass es sich um meinen Großvater handelt. Tragisch für uns und eventuell für die Angehörigen des geborgenen Soldaten, falls sich unsere Zweifel bewahrheiten sollten. Ich recherchiere ergebnisoffen. Das heißt, ich möchte, dass am Ende meiner Recherchen als Ergebnis entweder ein klares "Ja, er ist es" oder "Nein, er ist es nicht" steht. Deshalb sind für mich die russischen Archivakten so wichtig, die Matthias eingestellt hat.


    Augustdieter : Danke für das freundliche Willkommen und die Links. Tasächlich kannte ich die schon, denn ich bin über die google-Suche nach dem Luftgaukommando und dem Flugmelderegiment hier auf Euer Forum gestoßen. Weißt Du, ich komme mir vor, als ob ich vor einem 10.000-Teile Puzzle sitze. Ich habe ganz viele Einzelinformationen (=Puzzleteile), wo immer mal 2 oder 3 zusammenpassen, aber ich finde die Zusammenhänge nicht. Wie passen das Luftgaukommando IV und das Flugmelderegiment 93 und das Regiment 1 in Halle zusammen? Flapsig formuliert "Opa, watt denn nu? Wohin gehörste denn?".

    Zu der Sache mit dem Namen: Darf ich Dir eine PM schreiben? Da der Name nicht sonderlich häufig ist und noch 2 seiner Kinder leben, die diesen Namen tragen, möchte ich den Namen hier nicht veröffentlichen. Zumindest noch nicht. Deshalb habe ich ihn auf den Dokumenten auch abgedeckt. Mir ist klar, dass das nicht den Forenregeln entspricht, aber ich möchte ein wenig auf den Datenschutz achten. Dafür bitte ich um Verständnis.


    Ich bin sehr gespannt darauf, was wir gemeinsam noch herausfinden werden.

    Viele Grüße

    Anhalter durch die Geschichte


    PS: Mist. Hochladen klappt nicht. - Dateien zu groß.

  • Hallo, Anhalter,


    Quote

    Und folgerichtig liegt mir auch noch ein Feldpostbrief aus dem Jahr 1944 vor, den er von der Luftnachrichtenschule in Halle abgesendet hat. Leider ohne Feldpostnummer,

    das ist nicht ungewöhnlich, denn Angehörige der Luftnachrichten-Schule Halle/Saale schrieben immer mit offener Truppenanschrift.


    Quote

    Aber in dem Absender hat er geschrieben "Regiment 1"

    Ist es möglich, die Absenderadresse einmal per Scann einzustellen? Persönliche Dinge können ja gerne geschwärzt werden.


    Quote

    Noch komplizierter wird es dadurch, dass der Brief auch noch mit einem Stempel versehen ist "11./Ln-Flugm.-Rgt.93". Wie das dazugehört, habe ich noch nicht herausgefunden.

    Vermutlich in einem runden Dienststellenstempel? Auch das ist nicht ungewöhnlich. Das bedeutet lediglich, daß die Feldpost über diese Einheit versandt wurde. An der Stelle wundert mich nur, daß die Dienststelle offen angegeben wurde und nicht durch eine FPN verschlüsselt war. Aber wir sind bei der Luftnachrichtentruppe, da wundert mich gar nichts ;)


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    Dieter, vielen Dank für die Bilder. Ich vermute mal, Du hast für die Angabe "Regiment 1" auch nicht wirklich eine Erklärung?


    Aber interessant zu wissen, daß die 11. Kompanie vom Ln.Flugm.Rgt. 93 offensichtlich als einzige (?) eine offene Truppenanschrift führte. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und mutmaße, daß die 11. Ausbildungskompanie für Luftnachrichten-Helferinnen war.


    Anhalter, welche Informationen konnte Dir denn die WASt noch zum militärischen Werdegang Deines Großvaters nennen? Und was ist gemeint mit "letzter Erkennungsmarkennummer"? Hatte der Großvater mehrere? Ist die Flak-Einheit bekannt?


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo Diana,


    ich bin gerade auf der Arbeit, deshalb nur in Kürze: Die WaSt hatte im Jahr 2000 keine weiteren Unterlagen. Ich erinnere noch, dass mein Vater mehrmals sehr lange Telefongespräche mit dem Sachbearbeiter geführt hat und noch mehrere Briefe hin- und hergingen. Leider ergebnislos. Meinst Du, es hat Sinn, unter dem Aktenzeichen der WaSt heute noch einmal anzufragen, ob neuere Erkenntnisse vorliegen? Mein Vater ist leider verstorben und deshalb führe ich das jetzt gemeinsam mit meinen Geschwistern weiter.


    Heute Abend gerne mehr.

    Gruß

    Anhalter ddG

  • Hallo, Anhalter,


    sind außer dem Feldpostbrief aus Halle noch weitere FP-Belege erhalten? Wenn ja, was geben die Absenderadressen her? Oder ergibt sich zufällig etwas aus den Inhalten der Briefe zur Tätigkeit Deines Großvaters?


    Dann wäre natürlich die WASt-Auskunft interessant, die von 2000. Und ja, ich würde auf jeden Fall noch einmal bei der WASt vorstellig werden.


    Bezüglich des Rats von Arnd, ich würde nicht einfach nach Freiburg fahren, sondern vorher anfragen, ob es Unterlagen (meist Personalunterlagen) zu Deinem Großvater gibt. Normalerweise hätte ich einen solchen Hinweis eigentlich von der WASt erwartet. Sofern dort Unterlagen vorhanden sind (Art und Umfang bekommt man mitgeteilt), kann man einen Kopierdienst beauftragen und erhält dann die Unterlagen gegen das nötige "Kleingeld" zugeschickt. Das genaue Prozedere erklärt einem das Militärarchiv.


    Dein Großvater gilt ja als vermißt. Hattest Du mal beim VDK angefragt, mit welcher Einheit sie Deinen Großvater in ihrer Datenbank gespeichert haben?


    Bis heute Abend dann!


    Grüße


    all die in der handschriftlichen Aufzeichnung gemachten Ortsnamen passen zur schweren Flak-Abteilung 434 (o).

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    ich habe mir mal den erfolgversprechendsten Punkt raus gepickt .


    Quote

    Ab August '44 hat er eine Flakgruppe übernommen. Er war in der Nähe von Dessau in Neeken und Kleutsch. Hat jemand Informationen zu diesen Flakstellungen? Ab Jan '45 war er in Stemmer bei Minden


    hier ist der Zusammenhang die schwere Flak-Abteilung 434 (o) genauer die 4. Batterie der schw. Flak Abt. 434 Die Bttr. lag 1944 in Kleutsch (bei Dessau) und hat im Dezember

    1944 an das Wasserstraßenkreuzes(Mittellandkanal/Weser) bei Minden. Die Feuerstellung lag zwischen Stemmer und Brede mit 12 Geschützen 8,8 cm Flak 36/37.

    Die Bttr. war sehr groß (Abteilungs-Rahmen) so das eine Major als Bttr. Chef passen würden.



    Zu den Geschehnissen in Dessau sollte Anhalter hier nachfragen http://www.militaermuseum-anha…geschichtliches&Itemid=67


    Zu Stemmer der Flakstellung und wie es weiterging müssen wir sehen





    Gruss Dieter

  • Hallo Matthias,


    ich hatte ja gehofft, ohne Namensnennung seinen Werdegang über das russische Archiv herauszufinden. Aber jetzt, wo Du ihn schon gefunden hast: Ja, um ihn geht's. Wenn Du das Bild anschaust, guckst Du in meine Augen, so ähnlich sehe ich ihm.

    Da er Lehrer war und LW-Offizier aus dem 1. Weltkrieg, haben sie ihn von 1938 bis zum Kriegsbeginn mit der Sowjetunion zunächst als Ausbilder beim Luftschutzwarndienst eingesetzt und dann erst wieder remilitarisiert. Was danach kam, ist das Thema meiner Suche.

    Er soll angeblich im Mai in Tschechien gefallen sein, obwohl er im April 45 den Befehl hatte, die Kommandantur in Wunstorf bei Hannover zu übernehmen (Quelle: Berichte von mehreren Familienmitgliedern). Und er hat sich am 6. April 45 auf den Weg Richtung Wunstorf gemacht. Deshalb die Zweifel, ob der in Tschechien aufgefundene tote Soldat tatsächlich mein Großvater ist.

    Findest Du da beim DRK weitere Angaben über seinen Werdegang?


    Diana und Dieter: Volltreffer! Das mit dem Regiment 434 haut super hin. Wenn sich das tatsächlich anhand von Akten beweisen sollte, lade ich Euch zum Bier ein! Was mich echt berührt hat, ist der Hinweis, dass die Schüler seines Gymnasiums, an dem er zu Nicht-Kriegszeiten tätig war, als Flakhelfer herangezogen worden sind und ihm unterstellt waren. Der musste seine eigenen Schüler in den Tod schicken. Wie entsetzlich!!!


    Gruß und Dank

    Anhalter durch die Geschichte

  • Hallo, Anhalter,


    der Volksbund hatte die letzten Tage Probleme mit seiner Onlinedatenbank, deshalb konnte ich erst heute sehen, daß Dein Großvater dort nicht als vermißt, sondern als gefallen, geborgen und umgebettet gilt. Das würde ich als solches erst einmal nicht in Frage stellen. Eine Identifizierung muß zweifelsfrei sein, das geschieht im allgemeinen über die Erkennungsmarke oder andere persönliche Dokumente. Mit Sicherheit hat der Volksbund ein Umbettungsprotokoll. Insofern solltest Du mit dem Volksbund unbedingt noch einmal sprechen und dabei auch nachfragen, auf welcher Grundlage das Todesdatum mit 06.04.1945 angegeben wurde. Üblicherweise erhält der Volksbund alle seine Daten von der WASt, woraus zu schlußfolgern wäre, daß dort eine Todes-/Vermißtenmeldung zu Deinem Großvater vorliegen muß.


    Aufschluß geben könnte evtl. auch die Sterbeurkunde Deines Großvaters. Liegt Dir diese vor?


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo Ihr Drei,


    zuerst mal möchte ich Euch sehr herzlich danken, dass Ihr Euren kriminalistischen Spürsinn so sehr für meine Fragen einsetzt. Mit der VBL-Liste beim DRK habt Ihr mir so sehr weitergeholfen, dass jetzt tatsächlich klar ist, dass er bei dem Flak-Regiment 434 war. Da haben sich in meinem 10.000er Puzzle so einige Steine zusammengefügt. Das versprochene Bier, das hier für Euch steht, wird gerade immer größer. Ich danke Euch.

    Diana, die Sterbeurkunde haben wir nicht angefordert, weil ja klar ist, dass da nur Unsinn drin steht. Du hast ja gerade selber vom VdK ermittelt, dass dort als Sterbedatum der 6.4. angegeben ist. Am 6.4. war mein Großvater aber noch quicklebendig bei seiner Familie und ist spätabends Richtung Hannover abgereist. Um am 6.4. in Böhmen zu fallen, hätte er sich schon dorthin beamen müssen und das ist eher unwahrscheinlich.

    Meine Mutter hat erzählt, dass sie im April den letzten Feldpostbrief aus Hannover bekommen hat, der aber in dem Kriegsendechaos verloren gegangen ist. Welches Datum dieser Brief trug, war ihr nicht mehr erinnerlich. Folgerichtig steht als letzter bekannter Ort unter dem Foto beim DRK "Hannover". Meine Eltern haben meinen Großvater 50 Jahre lang im Großraum Hannover gesucht und ich tendiere dazu, das auch weiterhin zu tun. Es ergibt sich folgende Zeitschiene:

    6. April - abends Abreise

    8. April - Heftiger Flakbeschuss in Hannover

    10. April - Einnahme Hannovers durch amerikanische Truppen.

    In diesem Gewusel hat er noch den letzten FPB geschrieben.


    Warum er nun in Böhmen gefallen sein sollte, vermochten weder WaSt noch VdK zu erklären.

    Das würde ich als solches erst einmal nicht in Frage stellen. Eine Identifizierung muß zweifelsfrei sein, das geschieht im allgemeinen über die Erkennungsmarke oder andere persönliche Dokumente. Mit Sicherheit hat der Volksbund ein Umbettungsprotokoll.


    Die Identifizierung ist eben nicht zweifelsfrei und wir haben nie ein Umbettungsprotokoll bekommen. Zum einen war von der WaSt eine Erkennungsmarkennummer mitgeteilt worden, die niemandem in der Familie bekannt war. Meine Mutter hatte auf Ihrem Nachttisch ein Schächtelchen mit einem Zettel mit der EKM ihres Vaters stehen, das sie wie ihren eigenen Augapfel gehütet hat. Hätte mein Großvater eine neue Marke bekommen, hätte er ihr die Nummer auf jeden Fall mitgeteilt und die wäre in besagtem Schächtelchen gewesen.

    Nachfrage beim VdK nach persönlichen Gegenständen wie Ehering, Brille, Dokumentenmappe oder Zahnstatus, DNA-Proben, Fotos von der Umbettung, verlief ergebnislos. Verärgert sind wir darüber, dass wir erst nach der Umbettung informiert wurden, denn es wäre ein Leichtes für uns gewesen, während der Umbettung den Zahnstatus zu erheben und DNA-fähiges Knochenmaterial zu sichern und mit den DNAen seiner leiblichen Kinder abzugleichen. Den Test hätten wir selber machen können, da wären also niemandem Kosten entstanden.

    Zusammengefasst:

    Zeitliche und geographische Unlogik, Unbekannte EKM und mangelnde Beweise seitens des VdK und falsches Sterbedatum - die Sterbeurkunde ist das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben ist.


    Deshalb komme ich noch einmal zu Matthias' Ausgangsthread zurück: Wo bzw. in welchem Archiv könnte man nach Marschbefehlen, Personallisten o.ä. für das Flak-Reg. 434 oder meinen Großvater suchen?


    Ich danke Euch für all Eure Hilfe.

    Viele Grüße

    Anhalter durch die Geschichte

  • Hallo, Anhalter,


    nur auf die Schnelle. Bitte nicht nach einem Flak-Regiment 434 recherchieren, sondern nach der 4. Batterie schwere Flak-Abteilung 434 (o).


    Zum Rest später mehr.


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    was haben wir im Moment,


    mit große Wahrscheinlichkeit hatte Protagonist eine Funktion in der schwere Flak-Abteilung 434 (ortsfest); Stellung Kleutsch (bei Dessau)

    Aus dieser Abteilung wurde eine Bttr. ,die 4. , an das Wasserstraßen-Kreutz nach Minden verlegt auf Grund der Daten der FPB ist anzunehmen

    das der Protagonist der Einheit angehört hat.


    Das sind die Punkte die durch sekundär Quellen hoch wahrscheinlich sind. Eine definitiven Beweis aus Akten gibt es bis jetzt nicht !


    Es gibt eine Hinweis (FPB) das der Protagonist Anfang April aus Minden abgereist ist.


    Welche Fragen ergeben sich daraus:


    Recherche ob der Protagonist wirklich in der Einheit war => hier ist die WASt und VDK gefragt und zwar mit präzisen Fragen.


    z.B. Frage nach der Umbettung, Frage an die WASt " Bezug nehmen auf ihre Mitteilung vom (Datum) bitten wir sie mir mitzuteilen

    wer den Fund gemeldet hat und ob eine physische Umbettung stattgefunden hat. Wenn ja, welche Institution hat die Umbettung.

    durchgeführt "


    Darauf müssen es , mindesten eine Teil, Antworten geben. Auf diese Antwort bauen dann ggf. weitere Fragen an weiter Institutionen auf.


    Quote

    Zeitliche und geographische Unlogik, Unbekannte EKM und mangelnde Beweise seitens des VdK und falsches Sterbedatum - die Sterbeurkunde ist das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben ist.


    Das ist pauschal schwierig so festzustellen, was fehlt sind belastbare Fakten. Es kann alles richtig sein oder nur eine Teil oder auch kompl. falsch. Zu dem Zeitpunk Abril1945 wurde die Unlogik zum System erhoben


    Ein weiterer wichtigen Schritt ist die Anfrage im Bundesarchiv Freiburg ob dort eine Akte über Major Dr. Viktor Lüdicke existiert und wenn ja welchen Umfang die hat.


    Das sind die beiden Punkte die Anhalter angehen muss um weiter zukommen und wir mach als "Hilfssheriff" ;)hier im Forum weiter

    Gruss Dieter

  • Lieber Dieter,


    ich werde mich am Wochenende hinsetzen und die WaSt, das Militärarchiv in Freiburg und den militärhistorischen Verein in Dessau anschreiben. Versprochen!

    Bitte bezeichne Euch nicht so abwertend als Hilfssheriffs. Ihr leistet so tolle Arbeit - ich kann Euch gar nicht sagen, wie dankbar ich Euch bin!


    Bezüglich der schweren Flak-Abteilung 434 (ortsfest); Stellung Kleutsch (bei Dessau), ist die Sache sicher. Zum einen steht das auf der Vermisstenbildliste vom DRK und dort sind auch Feldpostnummern angegeben, von denen mindestens 2 auf die Flakbatterien verweisen. Eine FPN, die 00710, habe ich nicht finden können.

    Insgesamt sind 4 von den Feldpostbriefen erhalten geblieben, die auf der Liste stehen, die meine Mutter angefertigt hat. Ich "arbeite" mich gerade durch den Brief vom 6.8.44. Leider kostet es mich extrem viel Mühe, die Handschrift zu entziffern. Aber den wichtigsten Satz konnte ich lesen:


    " Am Freitag, d. 4.8., war ich beim LGK III Berlin und erhielt die Nachricht, dass ich zur Flakbrigade Dessau (im herzogl. Schlosse) abkommandiert bin. Dort habe ich mich gestern gemeldet und wurde sofort weiter...gereicht... (?) an die Flakgruppe Dessau-[...]".


    Den Dienstantritt erwartete er für den 10. oder 14.8. Allerdings schreibt er wieder etwas von "dort werde ich unterrichten", denn er war ja eigentlich Ausbilder. Gib mir ein paar Tage Zeit, dann habe ich den Brief hoffentlich entschlüsselt.


    Gruß

    Anhalter durch die Geschichte