SS-Begleit-Bataillon "Reichsführer SS" z.b.V 1945

  • Hallo zusammen,


    ich habe hier mal zusammengefasst, was i c h so zu dieser kurzlebigen Einheit habe, vielleicht sind ja noch Ergänzungen möglich!


    Hinweis: bitte Ergänzungen zum Einsatz des BATAILLONS, n i c h t zu den Kämpfen um Arnswalde allgemein!



    Herzliche Grüße Roland



    Neben dem „ursprünglichen“ Begleit-Bataillon RFSS wurde im Januar 1945 ein weiteres Bataillon mit dem Zusatz „z. b. V.“ = zur besonderen Verwendung zur Aufstellung befohlen.


    Da beide Bataillone in Pommern zum Einsatz kamen, kann man nur Anhand der Einsatzräume und des Namens des Kommandeurs eine gewisse Unterscheidung treffen.


    Begleit-Btl. RFSS = Btl. Persch
    Begleit-Btl. RFSS z.b.V. = Btl. Groß




    21.01.1945
    Fernschreiben SS-FHA, Amt II Org.Abt Ia Tgb.Nr. II/1613/45 geh. v. 21.1.1945 - KR SSSS 04376 21/1 20.55 Uhr
    an
    1.) SS-Pz.Gren.Schule Kienschlag
    2.) SS-Pz.Jäg. Stu.Gesch.Schule
    3.) SS-Pz.Jäg. (Stu.Gesch.) Ausb.u.Ers.Abt.
    4.) nachr. : an B.d.W-SS „Böhmen – Mähren“


    1.) Für Reichsführer SS ist bei SS-Pz.Gren.Schule Kienschlag ein Begleit-Btl. z.b.V. RF-SS aufzustellen und sofort nach Deutsch-Krone (W.Kdo. II) zuzuführen (fernmündl. voraus)


    2.) Gliederung:
    1 Stb. Panz.Gren.Btl.s (FG) KSt u. KAN 1108 (FG) v. 1.4.44
    3 Panz.Gren.Kp. (FG) 1114 (FG) v. 1.4.44
    1 (TE) Führ. schw. Kp. (mot) (FG) 1121 (FG) v. 1.4.44
    1 (TE) 8 cm Gr.Werf.Zug (6 Gr.W.) (mot) (FG) 1126 A (FG) 1.4.44
    1 (TE) schw. Panz.Jäg.Zg (3 Gesch.) (mot Z) 1145 v. 1.11.43
    2 (TE) Gesch.Zg. (2 le. I.g.) mot Z 1123 v. 1.11.43
    Versorg.Kp. Panz.Gren.Btl.s (FG) 1180 A (FG) 1.4.44
    1 Pz.Jg. (Stu.Gesch.) Kp. (FG) 1149 (FG) v. 1.4.44 Ausführung B


    3.) Org. Bestimmungen:
    a) Aufstellung des Panz.Gren.Btls. hat unter Rückgriff auf sämtliche pers. u. mat. Teile der SS-Panz.Gren.Schule Kienschlag, der SS-Panz.Jäg. (Stu.Gesch.) Schule, SS-Panz.Jäg. (Stu.Gesch.) Ausb.u.Ers.Abt. 3 und der bei diesen (in) Aufstellung bzw. Auffrischung befindlichen Panz.Jäg. – (u.) Jagd-Panzer-Einheiten zu erfolgen.


    b) Als Jagd-Panz. 38 Kp. wird die Jagd-Panz. 38 Kp. der 19.Waffen-Gren.Div. d. SS (lett. Nr. 2) angegliedert. Über Neuaufstellung einer Jagd-Panz.-38-Kp für 19.Waffen-Gren.Div. d. SS (lett. Nr. 2) ergeht Sonderbefehl durch SS-FHA, Org.Abt. Ia 3


    c) Verantwortlich für Aufstellung und Inmarschsetzung ist B.d.W-SS „Böhmen – Mähren“.


    d) Zur Verlastung Begl.Btl. z.b.V. RF-SS werden durch SS-FHA, Org.Abt. Ia zwei Kraftfahr-Kpen. (je 90 t) nach Deutsch-Krone zugeführt und dem Begleit-Btl. z.b.V. RF-SS bis auf weiteres unterstellt.


    4.) Einsatz Begl.Btl. z.b.V. RF-SS darf nur auf Befehl des Reichsführers-SS erfolgen.


    5.)
    a) Transportdurchführung durch SS-HA TO-SS


    b) Zuführung der beiden Kraftfahr-Kpen. erfolgt im Landmarsch auf besonderen Befehl des SS-FHA ab Oranienburg


    6.) Meldungen:
    a) Eintreffen in Deutsch-Krone ist mit Stichwort „Rübezahl“ dem SS-FHA, Org.Abt. Ia und dem Chefadjutanten RF-SS (Sonderzug Steiermark) zu melden.


    b) B.d.W-SS „Böhmen – Mähren“ meldet an SS-FHA, Org.Abt. Ia die in das Begl.Btl. z.b.V. RF-SS eingegliederten personelle und materiellen Teile mit Angabe der abgebenden Einheit.
    I.A. gez. Blume, SS-Ostubaf., I Org.Abt.


    Der Befehl, erteilt am Abend des 21.1.1945, führte also zu einer plötzlichen Aufstellung eines Bataillons, welches dann „sofort“ in den Raum Deutsch-Krone – also quasi in den Einsatz – geschickt werden sollte.


    Dies konnte eigentlich nur mit bereits bestehenden (Teil-) Einheiten – wie besagter Pz.Jg. (Sfl.) Kp. der 19.Waff.Gren.Div. d. SS – umgesetzt werden.
    Von einer „Einsatzfähigkeit“ darf dabei aber nicht gesprochen werden, da diese Einheit ja keine Gelegenheit hatte, im Bataillonsverband zu üben.
    Bereits am 5.2.1945 ist das Bataillon in Arnswalde – an der Front!


    Berichte von ehemaligen Angehörigen des Btl. liegen m i r nicht vor, daher auch aus dieser Quelle keine Angaben!

    00.02.1945
    Anfang Februar 1945 gab es neben dem Begl.Btl.RFSS noch ein "Begl.Btl.RFSS z.b.V.". Letzter Kommandeur des Anfang Februar 1945 in Arnswalde eingesetzten Bataillons war SS-Stubaf.Groß.
    (DF 4/78, S.21)


    Generalmajor Voigt erhielt am 29.1.1945 den Befehl, „in Arnswalde eine Kampfgruppe aufzustellen und als Kampfkommandant die dortige Verteidigung zu übernehmen...“
    (Fritz Mörke, Der Kampf um den Kreis Arnswalde im Jahre 1945, hrsg. durch den Kirchlichen Betreuungsdienst für die ehemaligen Ostbrandenburgischen Kirchengemeinden, Kirchenkreis Arnswalde/Neumark, 4.Auflage 2001 (1. anscheinend 1973, da Vorwort von Mörke v. 1.9.1973), gekürzte Druckfassung eines 342 Seiten starken Manuskriptes, S. 21, im Folgenden „Mörke, S.“)


    Stabsoffizier Major Hagemann, Hauptmann Schwarz, Oberleutnant Wengler, Leutnant Renner und zwei Schreibkräfte, darunter Frl. Erdmann (Mörke, S.21)


    In Arnswalde befanden sich nach dem Abzug der bisherigen Garnison um Einsatz an anderer Stelle lediglich ein Art.Rgt. z.b.V., Oberst Hohmann, das aus etwa 800 Mann bestand, die bisher in der V-Waffe verwendet worden waren, darunter eine „Einheit Garbe“ in Zühlsdorf. Das Rgt. hatte Ende Januar aus Radun seine V-Waffen-Geräte in den Westen gebracht und war nun lediglich mit Karabinern und le. MG bewaffnet.
    Standortkommandant wurde nach dem Tode von Major Kaldrack (gef. 27.1.1945 bei der Verteidigung des Gutshofes Zützer seines Schwiegervaters, s.a. S. 15) Major Havemann, Kdr. der Art.Abt., Stabsquartier in der landwirtschaftlichen Schule in der Bahnhofsstraße (Mörke, S. 21 – 22 oben)


    Zur „straffen Zentralisierung aller Kräfte“ wurde u.a. auch die Schutzpolizei-Dienstabteilung mit Revierleutnant Tabbert „der Verfügung des Bürgermeisters als des Ortspolizeiverwalters entzogen“... (Mörke, S. 22) Am 4.2.1945 wird neben Revier-Leutnant Tabbert in Arnswalde auch der Oberleutnant d.Gend. Zimmermann erwähnt.


    Am 30.1.1945 traf gegen Mittag aus Stettin ein zusammengestelltes „Urlauberbataillon“, Hauptmann Enge, ein; am Nachmittag meldete sich ein Eisenbahnpanzerzug als unterstellt und gegen Abend traf die lei.Flak-Abt. 83, Hauptmann Wehrt (Werth?) (2 Bttr. 2 cm Flak, darunter Vierlinge, 1 Bttr. 3,7, cm, alle auf Sfl.) . (Mörke, S. 26)

    03.02.1945 Samstag
    In Arnswalde „... wurde die Ankunft der ersten 4 Tiger-Panzer der schweren SS-Panz.Abt. 503 der 11.Freiw.SS-Pz.Gr.Div. Nordland in den Abendstunden besonders begrüßt...“
    Die Einheit hatte die Reichsstraße 104 benutzt, in der Gegend von Reetz nach Südwesten gedreht, war zwischen Reetz und Pammin von 3 sowj. Jagdflugzeugen angegriffen worden, hatte in der Gegend von Pammin ein feindl. MG vernichtet und war bis Arnswalde durchgefahren.
    Der Rest der Panzergruppe wurde für den nächsten Tag angekündigt. (Mörke, S. 38 unten – S. 39 oben)


    Einschließung von Arnswalde durch das sowjetische LXXX.Gd.PzK.(?) Besatzung von Arnswalde "Gruppe GenMaj. Voigt" mit u.a. Teile der schw.SS-PzAbt.503 und dem Begl.Btl.RF-SS.
    (R.Michaelis, GrenDiv.Bd.II, S.50)


    04.02.1945 Sonntag
    Im Laufe des Nachmittags des 4.2.1945 trafen die übrigen 7 Tiger-Panzer der schw. SS-Pz.Abt. 503 unter Ostubaf. Herzig in Arnswalde ein. (Mörke, S. 47, s.a. S. 51 Abwehrkämpfe am 5.2.)


    Das Oberkommando der Heeresgruppe Weichsel, Abt Ia/ Tgb.Nr. 537/45 geh. v. 4.2.1945, Der Chef des Generalstabes, i. A. Oberst i.G. Eismann, teilte dem AOK 11 am 4.Februar 1945 mit:
    „… RF.SS Begl.Btl. Persch bleibt in Abänderung des bisherigen Befehls bis zum Eintreffen der SS-Freiw.Brig. „Wallonien“ AOK 11 unterstellt. Mit Eintreffen der SS-Frw.Brig. „Langemarck“ ist auch Begl.Btl. Groß zu HGr. Weichsel in Marsch zu setzen. …“ (T 311 R 167, S. 374)


    05.02.1945 Montag
    Am späten Nachmittag des 5.2. traf in Arnswalde das SS-Begleit-Btl. Reichsführer SS unter dem Befehl des SS-Stubaf. Groß ein. Dies Btl. war planmäßig ausgerüstet und bestand aus 5 Kompanien, die mit schw. Maschinengewehren, Granatwerfern, Infanteriegeschützen und Pak bewaffnet waren.
    Damit hatte die Kampfgruppe Voigt neben der schw. SS-Pz.Abt 503 die erste vollständig ausgerüstete Truppe und die dringend erwünschte Verstärkung ihrer Feuerkraft erhalten.
    Das Btl. wurde zunächst als Reserve an der Straßengabelung nach Reetz und Schlagenthin zurückgehalten, so Gen.Maj. Voigt (Mörke, S. 52, s.a. S. 141
    Begleit-Btl. z.b.V. Reichsführer SS, Kdr. Stubaf. Groß
    Stab, Na.-Zug, Pi.-Zug
    1. – 3.Schtz.Kp., 4. s. MG-Kp., 5.schw. Kp.)


    Verstärkung der Verteidiger von Arnswalde durch Zuführung des "Begleit-Bataillons des OB der HGR Weichsel"/SS-Begl.Btl.Groß" (Tieke,Trag.u.d.Treue,S.164)


    „In Arnswalde trifft zu dieser Stunde (5.2.) „endlich eine voll kampfkräftige Truppe“, das SS-Begleit-Btl. z.b.V. „RF-SS“ unter SS-Sturmbannführer Groß ein. Das Bataillon wird sofort zum Gegenstoß angesetzt. Sukow und Pumptow werden zurückerobert und der Angriff bis zum Westrand von Dolitz vorgetragen. … Am nächsten Tag (6.2.) gewinnen die Panzer des SS-Pz.Rgt 11, unterstützt von den SS-Grenadieren des Begleitbataillons das inzwischen vom Feind besetzte Schönwerder zurück….“ (Wolfgang Vopersal, Brückenkopf Schwedt, S.39) Der Angriff des SS-Begl.Btl. Groß vom Vortage erreicht den Westrand von Dolitz, dringt aber nicht weiter durch. … Mehrere Angriffe des Feindes von Karlsburg gegen die Südfront von Arnswalde werden durch die Tiger der s. SS-Pz.Abt. 503 zerschlagen. … (Wolfgang Vopersal, Brückenkopf Schwedt, S. 39a) Das vom SS-Begleit-Btl. z.b.V. Groß zurückeroberte Schönfelde muss (am 8.2.?) den Sowjets überlassen werden. Die Verteidigung von Arnswalde wird auf den inneren Verteidigungsring zurückgenommen. (Wolfgang Vopersal, Brückenkopf Schwedt, ohne Seitenzahl, 8.2.45 ?, s.a. DF 1/1991, S. 12 aus Tieke, Zweimal Hinterpommern 1945, Teil I)

    06.02.1945 Dienstag
    Am Abend des 6.2.1945 war Arnswalde schließlich von der Roten Armee eingeschlossen worden (Mörke, S. 57)


    Unterstützung des Begl.Btl.Groß bei der Rückeroberung von Schönwerder durch 15 Stug. des SS-PzRgt. "Hermann von Salza" der 11.SS-PGD"Nordland". Der Ort geht aber wieder verloren und das Btl.Groß geht auf den Verteidigungsrand von Arnswalde zurück (Tieke, Trag., S.164)


    07.02.1945 Mittwoch
    Am Nordabschnitt der Stadt Arnswalde, die in der Linie Kähnsfelde – Friedrichsruh – Hellmersruh – Gut Marienberg – Stawin-See seit dem Morgen des 7.2. vom SS-Begl.Btl. Groß verteidigt wurde, hersschte zunächst Ruhe. Der Auftrag an SS-Ostubaf. Groß lautete, „durch zahlreiche Spähtrupps die Feindverhältnisse vor der Nordfront zu erkunden und die Sowjets bei Angriffen von Norden her möglichst weit vor der Stadt zu stoppen“, so Gen.Maj. Voigt. Die Zuteilung von Panzern und Teilen der le. Flak-Abt. 83 sollte fallweise erfolgen.


    Am späten Nachmittag gab es Kämpfe mit einem in Friedrichsruh eingedrungenen sowj. Stoßtrupp, der in einem sofortigen Gegenstoß wieder hinausgedrängt wurde. (Mörke, S. 59)


    08.02.1945 Donnerstag, starker Frost
    Im Norden von Arnswalde unternahm das SS-Begl.Btl. Groß ein Stoßtruppunternehmen gegen das Reetzer Chausseehaus, das von den Russen unter starken Verlusten geräumt werden musste.
    „... Am Nachmittag griff der Russe mit überlegenen Kräften das in der Nordflanke liegende Gut Marienberg an und konnte diesen beherrschenden Punkt trotz heftiger Gegenwehr in Besitz nehmen“, so Voigt (Mörke, S. 63)


    09.02.1945 Freitag
    Nördl. von Arnswalde versuchte am frühen Morgen das SS-Begl.Btl. Groß mit 3 verstärkten Kompanien, Marienberg wieder zu erobern, jedoch scheiterte der Angriff unter fühlbaren Verlusten. Gut Marienberg bleib weiterhin in russ. Hand. (Mörke, S. 68 oben)


    10.02.1945 Samstag
    Um Arnswalde zeigte der Feind an allen Fronten starke Aktivität. Das durch hohe Verluste stark zusammengeschmolzene Btl. Enge, welches die Hauptlast des Kampfes an der Westfront getragen und sich tapfer geschlagen hatte, wurde in das SS-Begl.Btl. Groß eingegliedert (Mörke, S. 69)


    Im Nordosten des Einschließungsringes gelang den Russen einiger Geländegewinn. Nach Überschreiten des Stübnitz-Fließes konnten nach kurzem Kampf Schulzendorf und Kähnsfelde, 2, 4 km von der Stadtmitte entfernt, vom Feind eingenommen werden. Eine bei Kähnsfelde erkannte Bereitstellung der Russen wurde jedoch im Gegenstoß von Teilen des SS-Begl.Btl. Groß, der le. Flak-Abt. 83 und einigen Tiger-Panzern zersprengt, wobei mehrere T 34 abgeschossen wurden und ausbrannten. (Mörke, S. 70)


    Bei "Gruppe Munzel", XXXIX.PzK., AOK 11, HGr Weichsel: u.a. Teile Begl.Btl.RFSS
    (R.Michaelis,Gren.Div. II;S.90)
    Die Kriegsgliederung der Heeresgruppe Weichsel nennt am 10.2.1945 „ein Begl.Btl." unter der Führung der Gruppe General Munzel sowie ein weiteres bei der Kampfgruppe Voigt (Arnswalde)...(und ein Pol.Btl. z.b.V. unter dem Befehl des stellv. GenKdo. II)


    11.02.1945 Sonntag
    Der Kampfkommandant Voigt schrieb: „... Der 11.2., der Opfersonntag, wurde wirklich zu einem Tag der Opfer. Von allen Seiten, mit Ausnahme im Norden, wo es nur zu kleinen Gefechten kam, führte der russe heftige Angriffe auf unsere Stellungen...“ (Mörke, S. 71)
    Einzelheiten zum Einsatz des SS-Begl.Btl .werden aber nicht genannt.


    12.02.1945 Montag
    In Arnswalde erneut heftige Angriffe. „... Lediglich an der Nordfront gelang der Kampfgruppe ein Erfolg: Hier wurden von Teilen des SS-Begl.Btl. Groß das vor zwei Tagen verloren gegangene Kähnsfelde zurückerobert...“ (Mörke, S. 76)


    13.02.1945 Dienstag
    Um 8 Uhr MEZ, also um 9 Uhr Moskauer Zeit, lehnte der Kampfkommandant von Arnswalde eine Kapitulationsangebot ab. In der Folge wurde die Stadt „in einem bisher noch nicht erlebten Ausmaß“ beschossen und der Russe richtete heftige Angriffe gegen die Verteidigungslinien. (Mörke, S. 799
    Einzelheiten zum Einsatz des SS-Bgl.Btl. werden nicht genannt.


    14.02.1945 Mittwoch
    Keine Erwähnung des SS-Bgl.Btl. am 14.2.1945 (Mörke, S.80 – 84)

    15.02.1945 Donnerstag
    Am Morgen des 15.2., ab 10 Uhr, fuhr das verst. I. Btl. Pz.Gren.Rgt FBD über Bonin – Marienfelde nach Arnswalde, „die erste Verbindung der Angriffstruppen mit der Kampfgruppe Voigt“. (Mörke, S. 87 – 89)


    „... Ein bedeutender Erfolg... war am Nachmittag einem Angriff von 2 verstärkten Kompanien des Bataillons Groß auf Marienberg beschieden. Dieser beherrschende Punkt wurde den Russen, die starke Verluste erlitten, wieder entrissen und blieb nunmehr fest in unserer Hand. Eine große Menge von Waffen und Kriegsgerät wurde erbeutet, darunter viele schwere Infanteriewaffen, 1 Funkstelle und allein 46 bespannte Trossfahrzeuge mit Munition, Gerät usw. ...“ (Mörke, S. 90)


    Bei den Kämpfen um Arnswalde soll das Art.Rgt z.b.V. von Oberst Hoffmann von etwa 800 Mann 60 Tote und 600 Schwerverletzte erlitten erhaben. (Mörke, S. 83)


    Entsatz von Arnswalde durch das I./PzGrenRgt "Führer-Begleit-Division"

    16.02.1945 Freitag
    Die Tagebucheintragungen von Gen.Maj. Voigt am 16.2. lauteten: „Starker Beschuss u. Fliegerangriffe auf Arnswalde. Volltreffer in meinem Gefechtsstand. Umzug in Gef.Stand Groß“. Weitere Eintragungen finden sich dann nicht mehr. (Mörke, S. 95)


    In der Folge keine Erwähnung mehr, das Bataillon scheint aber im Kampfraum Arnswalde verblieben zu sein, bis die Stadt endgültig geräumt wurde. (?)


    Das Begl.Btl.RFSS, das durch die "FBD" bei der Befreiung Arnswalde aufgenommen wurde, wird der 23.SS-PzGrenDiv "Nederland" unterstellt. (V/S, III,S.487/488)


    21.02.1945
    Räumung von Arnswalde, Rückzug über Marienberg-Reichenbach-Fährzoll-Schwannbeck am nördlichen Ihna-Ufer. Das Begl.Btl.RFSS kämpfte im Abschnitt Fährzoll, das SS-Pz.Gren.Rgt 23 der 11.SS- Pz.Gren.Div von Fährzoll bis Altenwedel. (R. Michaelis, GrenDiv. II, S.53)


    22.02.1945 Donnerstag
    In der Verbindungsgasse der HKL nach Arnswalde vollzogen sich am 22.2. die letzten Absetzbewegungen.
    Am nördlichen Ihna-Ufer werden in den nächsten Tagen neue Stellungen bezogen. Das Begl.Btl. Groß besetzt den Abschnitt Fährzoll, das Rgt. Norge der 11.SS-Div. den Abschnitt ostw. bis Altenwedel. (Mörke, S. 127, nach Tieke, Tragödie um die Treue)


    Ab hier enden die Hinweise zum Einsatz, es gibt dann nur noch die Angaben zum


    02.03.1945
    Am 2.3.1945 wurde der Adjutant des Bataillons, der SS-Ostuf. Hermann Hoffmann durch Bauchschuss in der Nähe von Freienwalde/Mecklenburg (so im Original) verwundet, kam mit einem Flüchtlingszug nach Stettin, wo er als einziger ausgeladen wurde. Die letzte Nachricht stammte vom 3.3.1945 aus Stettin-Altdamm.
    (Wiking-Ruf 4.Jahrgang Nr. 1 Januar 1955, HIAG-Mitteilungsblatt –
    Nachrichten – Vermisstensuchdienst – Berichte, S. 23)


    Freienwalde/Mecklenburg liegt auf dem westlichen Oderufer südlich von , vermutlich handelt es sich um Freienwalde, Pommern (heute Chociwel), wobei dann der Abtransport nach Stettin (Westen) eher Sinn macht als bei einer Verwundung in Freienwalde/Mecklenburg, da dort z.B. Berlin als Ziel logischer gewesen wäre.



    Keine weitere Informationen zum Einsatz bis zur Auflösung



    06.04.1945
    Auflösung des Begl.Btl. (z.b.V.) RFSS ( 17.4.45) und Eingliederung, nach Auffüllung des Begl.Btl.RFSS, in die neuaufzustellende 38.SS-Grenadier-Division. (Mehner, S.150)
    09.04.1945
    Das SS-FHA verfügte die durch den RFSS angeordnete Auflösung des Begl.Btl.RFSS z.b.V., dessen Teile nach Auffüllung des Begl.Btl.RFSS zur 38.SS-Gren.Division kommen sollten. (Klietmann,S.306)



    SS-FHA, Amt II Org.Abt. Ia/II, Tgb.Nr. II/5956/45 geh., O.U., den 9.4.1945, F.P.Nr. 38666
    Betr.: Auflösung des Begl.Btl. z.b.V. RF-SS
    Bezug: SS-FHA, Amt II, Org.Abt. Ia/II, Tgb.Nr. II/1613/45 geh. v. 21.1.45


    Verteiler: Sonderverteiler


    1.) Auf Befehl des Reichsführers SS wird das Begleit-Btl. z.b.V. RF-SS mit sofortiger Wirkung aufgelöst.


    2.) Personelle und materielle Teile sind zur Auffüllung des Begleit-Btl. RF-SS zu verwenden und diesem zuzuführen.


    3.) Darüber hinaus freiwerdende personelle und materielle Teile stehen der auf Befehl des Führers zur Aufstellung kommenden 38.SS-Div. „Junkerschule Tölz“ in vollem Umfang zur Verfügung.


    4.) Personelle und materielle Stärken der gem. Ziff. 2.) zum Begleit-Btl. RF-SS und zur 38.SS-Div. „Junkerschule Tölz“ zuzuführenden Teile sind aufgeschlüsselt des SS-FHA, Org.Abt. Ia vorzulegen


    F.d.R. Nowack (o.ä.), I.A. gez. Blume




    Stellenbesetzung des Begleit-Bataillon RF-SS z.b.V. 1945


    Feldpostnummer 16395
    (7.11.1944-Kriegsende) 17.2.1945 SS-Begleit-Bataillon z.b.V. Reichsführer SS.



    Kommandeur:
    SS-Stubaf. Heinz-Dieter Groß (00.02.45) – 00.04.45 aufgelöst


    Adjutant:
    SS-Ostuf. Hermann Hoffmann (00.02.45) – 03.03.45 verm. Stettin


    OO:


    IVa:
    SS-Ustuf. Willi Paul (00.02.45) – 00.00.45


    IVb.


    TFK (V) :
    SS-Ustuf. Karl Mallwitz (?) (00.02.45) – 00.00.45


    1.Kompanie:
    SS-Ostuf. Ferdinand Gall (?) (00.02.45) – 00.00.45


    2.Kompanie:
    SS-Ustuf. Alfred Häfner (00.02.45.) – 00.02.45 verm.


    3.Kompanie:
    SS-Ostuf. Wilhelm Heinrich (00.02.45) – 00.03.45 verm.

    Unbekannte Dienststellung:

    SS-Ustuf. Heinrich Bauer 00.00.00 – (00.02.45)


    SS-Ustuf. Josef Eger (00.01.45) – 16.02.45 gef.


    SS-Ustuf. Josef Engel (00.02.45) – 00.00.45


    SS-Ustuf. Hans Ewald (00.02.45) – 00.00.45


    SS-Ustuf. Günter Hüttner 00.00.00 – (00.02.45)


    SS-Ustuf. Karl Jonssen 00.00.00 – (00.02.45)


    SS-Ustuf. Hans-Jürgen Poser 00.00.00 – (00.02.45)


    Aus der Vermisstenbildliste DRK WE 414 - 416


    SS-Uscha. Rudi Balles 2.45 Stettin FPNr.16395 A
    Fw. Erich Behnke 2.45 Arnswalde B
    Ogfr. Richard Böttiger 2.45 Falkenburg B
    SS-Strm. Friedrich Borcherding 2,45 Arnswalde B
    SS-Strm. Willi Brandes 3.45 Stettin F
    SS-Ustuf. Josef Engel 2.45 Arnswalde ohne
    (Arbeiter, 2.3.12 Neunkirchen/Saar)
    SS-Pz.Gren. Heinrich Fischer 2.45 Arnswalde A
    SS-Schtz. K.-Heinz Fleissner 1,45 Gollnow B
    SS-Rttfhr. Albert Friedrich 1.45 Stettin A
    (o.A.) Roman Fuchs 2.45 „Osten“ keine
    SS-Mann Eugen Gampper 2.45 Arnswalde A
    SS-Scharf. Willi Grahl 3.45 Arnswalde C
    Gefr. Walter Grett 2.45 Arnswalde D
    SS-Rttfhr. Josef Gruber 4.45 Berlin F
    SS-Rttfhr. Gerhard Gründler 4.45 Wulkow F
    SS-Rttfhr Walter Grunow 3.45 Fürstenberg F
    SS-Ustuf. Alfred Häfner o.A. 1945 C
    (Kaufmann, 30.12.20 Steinbach/Thür.,)
    SS-Ostuf. Wilhelm Heinrich o.A. Zachan D
    (Schriftsetzer, 6.8.18, Berlin)
    Schtz. Heinrich Hillmann 12,44 Pommern D
    Oblt. Herrmann Hoffmann 2.45 Altdamm keine
    (Handelsvertreter, 22.2.11 Frankfurt/Main)
    Sold. Leonhard Igler 1.45 o.A. B
    Pz.Gren. Anton Kratky 1,45 Arnswalde A
    Ogfr. Otto Krüger 2.45 Arnswalde P
    Gefr. Theod. Mestekemper 2.45 Pommern B
    SS-Strm. Karl Münzfeld 2.45 Klein Sabin D
    Ogfr. Heinrich Neike 2.45 Arnswalde C
    Sold. Emil Neu 2.45 Arnswalde C
    SS-Mann Hans Nickel 1.45 Prag keine
    SS-Rttfhr. Josef Oeldemann 2.45 o.A. B
    Gefr. Eduard Reischl 2.45 „Osten“ B
    Ogfr. Wilhelm Riegler 2.45 Gr. Sabin keine
    SS-Rttfhr. Willi Schade 1.45 Pommern B
    SS-Uscha. Josef Schmid 4.45 o.A. F
    SS-Gren. Willi Schuhmacher 1.45 Pommern C
    SS-Gren. Friedrich Schultheis 2.45 Pudlitz D
    Gren. Adolf Speder 2.45 „Osten“ A
    Sold. Wilhelm Spee 1.45 Arnswalde C
    SS-Rttfhr. Friedrich Stegner 2.45 Arnswalde B
    SS-Rttfhr. Adolf Uerlings 2.45 Arnswalde F
    Ogfr. Heinrich Sollstedt 1.45 Böhmen B
    Ogfr. Otto Wedding 2.45 Stettin B
    SS-Gren. Wilhelm Wehrheim 2.45 o.A. D
    SS-Rttfhr. Georg Willer 1.45 Pommern B
    SS-Mann Heinrich Wirbeleit 2.45 Arnswalde C
    SS-Rttfhr. Helmut Wolke 1.45 Teinitz B
    Gren. Georg Wrana 2.45 Gr. Sabin F
    Soldat Anton Zukowski 4.45 Berlin F


    Oder nach Feldpostnummer geordnet:


    Stab
    SS-Uscha. Rudi Balles 2.45 Stettin FPNr.16395 A
    SS-Pz.Gren. Heinrich Fischer 2.45 Arnswalde A
    SS-Rttfhr. Albert Friedrich 1.45 Stettin A
    SS-Mann Eugen Gampper 2.45 Arnswalde A
    Pz.Gren. Anton Kratky 1,45 Arnswalde A
    Gren. Adolf Speder 2.45 „Osten“ A


    1.Kompanie
    Fw. Erich Behnke 2.45 Arnswalde FPNr.16395 B
    Ogfr. Richard Böttiger 2.45 Falkenburg B
    SS-Strm. Friedrich Borcherding 2,45 Arnswalde B
    SS-Schtz. K.-Heinz Fleissner 1,45 Gollnow B
    Sold. Leonhard Igler 1.45 o.A. B
    Gefr. Theod. Mestekemper 2.45 Pommern B
    SS-Rttfhr. Josef Oeldemann 2.45 o.A. B
    Gefr. Eduard Reischl 2.45 „Osten“ B
    SS-Rttfhr. Willi Schade 1.45 Pommern B
    SS-Rttfhr. Friedrich Stegner 2.45 Arnswalde B
    Ogfr. Heinrich Sollstedt 1.45 Böhmen B
    Ogfr. Otto Wedding 2.45 Stettin B
    SS-Rttfhr. Georg Willer 1.45 Pommern B
    SS-Rttfhr. Helmut Wolke 1.45 Teinitz B


    2.Kompanie
    SS-Scharf. Willi Grahl 3.45 Arnswalde FPNr.16395 C
    SS-Ustuf. Alfred Häfner o.A. 1945 C
    (Kaufmann, 30.12.20 Steinbach/Thür.,)
    Ogfr. Heinrich Neike 2.45 Arnswalde C
    Sold. Emil Neu 2.45 Arnswalde C
    SS-Gren. Willi Schuhmacher 1.45 Pommern C
    Sold. Wilhelm Spee 1.45 Arnswalde C
    SS-Mann Heinrich Wirbeleit 2.45 Arnswalde C

    3.Kompanie

    Gefr. Walter Grett 2.45 Arnswalde FPNr.16395 D
    SS-Ostuf. Wilhelm Heinrich o.A. Zachan D
    (Schriftsetzer, 6.8.18, Berlin)
    Schtz. Heinrich Hillmann 12,44 Pommern D
    SS-Strm. Karl Münzfeld 2.45 Klein Sabin D
    SS-Gren. Friedrich Schultheis 2.45 Pudlitz D
    SS-Gren. Wilhelm Wehrheim 2.45 o.A. D


    4.Kompanie
    Keine Einträge! FPNr.16395 E
    Irgendwie auffällig, dass es zur schweren Kompanie des Btl. keine Einträge zu Vermissten gibt?! Kann ich aber nicht erklären...


    5.Kompanie
    SS-Strm. Willi Brandes 3.45 Stettin FPNr.16395 F
    SS-Rttfhr. Josef Gruber 4.45 Berlin F
    SS-Rttfhr. Gerhard Gründler 4.45 Wulkow F
    SS-Rttfhr Walter Grunow 3.45 Fürstenberg F
    SS-Uscha. Josef Schmid 4.45 o.A. F
    SS-Rttfhr. Adolf Uerlings 2.45 Arnswalde F
    Gren. Georg Wrana 2.45 Gr. Sabin F
    Soldat Anton Zukowski 4.45 Berlin F


    Ogfr. Otto Krüger 2.45 Arnswalde FPNr.16395 P (? Evtl. F)


    5.Kompanie evtl. die Pz.Jg.Kp. (ehemals vorgesehen für die 19.Waff.Gren.Div. (lett. Nr. 2), vermutlich Jagdpanzer 38t "Hetzer")


    OHNE
    SS-Ustuf. Josef Engel 2.45 Arnswalde FPNr.16395 keine
    (Arbeiter, 2.3.12 Neunkirchen/Saar)
    (o.A.) Roman Fuchs 2.45 „Osten“ keine
    Oblt. Herrmann Hoffmann 2.45 Altdamm keine
    (Handelsvertreter, 22.2.11 Frankfurt/Main)
    SS-Mann Hans Nickel 1.45 Prag keine
    Ogfr. Wilhelm Riegler 2.45 Gr. Sabin keine

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland,


    Laut das Soldbuch von SS-Rottenführer H.W.:


    1943 und 1944 bei LSSAH.

    1944 SS-Panzergrenadier-Schule Kienschlag

    Dann 11.Kompanie, III.Bataillon, SS-Panzergrenadier-Regiment Klotz

    1945 bei 3.Kompanie, Begleit-Bataillon R.F.-SS z.b.V.

    Dann 3.Kompanie, Begleit-Br(igade?) R.F.-SS z.b.V.


    Am 26. Februar 1945 traf der Soldat in Lazarett ein.


    Mfg, Rick.

  • Hallo Rick,

    Welcher SS-Rottenführer H.W. meinst du?

    SS-Rottenführer. Helmut Wolke, wie in der DRK abgebildet, war in der Heer, bevor er versetzt wurde


    Grusse


    Moni

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  • Hallo Moni,


    Danke, aber nein. Sein Vorname war Helmuth und sein Nachname begann mit Wi.

    Ich weiß nicht, ob ich hier seinen Namen nennen kann.

    Ich bin mit der deutschen Datenschutzgesetz (Privacy) nicht vertraut.


    Mfg, Rick.