Recherche nach meinem Großvater

  • Liebe Forumsmitglieder,


    auf der Suche nach meinem Großvater bin ich auf dieses Forum gestoßen und ich hoffe, dass man mir vielleicht hier weiterhelfen kann.
    Meine bisherige Recherche erbrachte, dass mein Großvater Dr. med Alfred Walter (* 17.3.1908) 1937 als Lagerarzt im RAD-Lager Morbach ("Roland") gearbeitet hat und dann mit seiner Familie nach Berlin gezogen ist. Dort finde ich ihn bis 1942 als Arzt. Von Familienmitgliedern weiß ich, dass sie dann nach Bad Saarow an den Scharmützelsee (Brandenburg) gezogen sind und dort ein "herrschaftliches" Anwesen bezogen haben, das nach dem Krieg in sozialistischen Besitz übergegangen ist. Was er in Bad Saarow gemacht hat (Lazarett?!), weiß ich nicht. Nach dem Krieg ist er dann ins Saarland gezogen und hat sich dort als Arzt niedergelassen. Da alle meine im Krieg geborenen männlichen Verwandten kurz nach der Geburt ihre Blutgruppe unter dem Arm tätowiert haben, deutete das für mich schon früh auf eine starke ns-GEsinnung hin. Diese fand sich durch meine weitere Recherche bestätigt. So finde ich ihn in der Dienstaltersliste der Waffen-SS von 1944 als SS-Hauptsturmführer der Reserve mit der SS-Mitgliedsnummer 401310. Leider ist dort nicht wie in den anderen SS-Dienstalterslisten seine "SS-Biographie" vermerkt, sondern es wird lediglich angegeben, dass er am 30.1.1944 befördert wurde. Ebenfalls leider habe ich keinen Zugang zu den allgemeinen SS-Dienstalterslisten, um eventuell nähere Informationen über ihn zu finden. Daher wäre die Frage, ob vielleicht eins der Mitlgieder dieses Forums mit Hilfestellungen geben könnte.


    Herzlichen Dank schon jetzt,
    BWalter

  • Hallo BWalter,


    erst mal willkommen im Forum.
    Es gibt hier eigentlich einige, die über die Dienstalerslisten verfügen, ich leider nicht, und diese werden sicherlich noch nachsehen. Das passiert eigentlich immer.
    Ich habe mal kurz an dem von Dir angegebenen Standort gesucht und folgendes gefunden, passt auch Zeitlich wunderbar. Vielleicht suchst Du einfach in diese Richtung mal weiter...:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…n%C3%BCbungsplatz_Kurmark
    http://www.lexikon-der-wehrmac…ungsplatzeSSKurmark-R.htm


    Falls Du das nicht eh schon gemacht hast, ansonsten eben das obligatorische, eine Anfrage zum Werdegang deines Großvaters bei der Deutschen Dienststelle WASt:


    https://www.dd-wast.de/de/antr…ge-nach-einer-person.html


    Es dauert allerdings bis zu einem Jahr, bis man von denen was hört. lohnt aber in aller Regel.


    Ansonsten ist es immer noch recht Ratsam, besonders wenn die NS-Gesinnung eindeutig ist, beim der Zuständigen Spruchkammer des jeweiligen Landgerichts nach den Entnazifizierungsakten zu fragen. Diese sind in aller Regel recht umfangreich, auch wenn man immer beachten sollte, dass dies alles Angaben der betroffenen Personen selbst sind und diese in aller Regel gelogen haben dass sich die Balken biegen... ist aber eben doch meistens recht hilfreich...


    Zu diesem Zwecke musst Du allerdings wissen, wo dein Großvater aus der Gefangenschaft entlassen wurde, denn als Angehöriger der Waffen SS kann man sicher davon ausgehen, dass er in Kriegsgefangenschaft war. Hierzu musst Du allerdings wissen, bei welcher Besatzungsmacht er in Gefangenschaft war. Sollte er bis Kriegsende im Raum Berlin gewesen sein, so liegt der schluss nahe, das er sich wie dei meisten bei der Waffen SS richtung Westen abgesetzt hat, dann wäre er ziemlich sicher in Britische Gefangenschaft gegangen und hier dann im Lager Sandbostel geendet. (Dort waren die Mitgleider der Waffen SS interniert.) Dann wäre im übrigen die Spruchkammer Stade zuständig.


    Wie Du also siehts, ist es Anfangs immer erst mal Ratsam sich an die öffentlichen Stellen zu wenden und erst mal den "normalen Dienstweg" abzuklappern. Dauert - lohnt aber meistens.


    Wünsche Dir viel Glück bei der Suche und hoffe Du kommst weiter mit deiner Suche


    LG
    Thomas


    Verlinkung gerichtet, Diana

    Edited once, last by franzjosef ().

  • Guten Tag,


    kann mir bitte jemand erkären inwiefern der "Standort" Bad Saarow zu franjosef Links paßt?
    Auch schreibt BWalter nichts davon das sein Großvater in ein Truppenübungslager übersiedelt wäre. Denke nicht das er das herrschaftliche Anwesen aufgegeben hat, Ärzte waren zu dieser zeit sehr angesehen und spielten, zumindest in meinem Bundesland, eine extrem wichtige Rolle. Dazu gehörte immer ein entsprechender Wohnsitz.
    bwalter: Gibt es Hinweise auf ein evtl Lazarett oder könnte es nicht auch sein das er zur Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung eingesetzt wurde?

  • Moin moin BWalter!


    Ich bin aus der Gegend von Bad Saarow und habe gerade eine private Anfrage an einen Saarower, der sich stark mit der Ortsgeschichte auseinandersetzt und auskennt, abgeschickt. Wenn ich was höre, melde ich mich umgehend!


    Schönes Wochenende!
    Ralf
    >edit< schreiben müsste man können- Korrektur

    Suche alles zur FPN 29159 und FPN 21295 und zum Baupionier-Bataillon 252

    Edited once, last by drachenfafnir ().

  • Hallo BWalter - also ich würde Bad Saarow in Verbindung Deines Großvaters als Arzt bringen . Bad Saarow war Lazarettstandort - Reserve-Lazarett 102 -
    Gruß -Achim - Alte61

    Suche alles über die Pz.Aufkl.Abtl. 14 der 14.PD in Litauen ab 15.08.1944

  • Moin moin BWalter!
    Meine Quelle aus Bad Saarow hat sich bisher nur mit Künstlern, die in Bad Saarow lebten, beschäftigt. Der Name Deines Gesuchten ist aber auf seiner "to- do- list" notiert...
    Habe aber keine Ahnung wie lange das dauert. Vielleicht kann Dir die Gemeinde Bad Saarow aber helfen. Durch meine Ahnenforschung habe ich über Meldeämter, Standesämter und Archive schon manche Auskunft erhalten. Schreib doch einfach eine freundliche eMail an: post[at]amt-scharmuetzelsee.de mit Deinen Fragen... Ich wünsche Dir viel Erfolg!


    MfG Ralf


    Emailadresse verfremdet, Diana

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  • Liebes Forum!
    Ich hatte in der letzten Zeit sehr viel zu tun! Vielen Dank für all´die Hinweise, denen ich nun nachgehen werde! Nur noch eine Frage: hat jemand Zugang zu den SS-Dienstalterslisten? Das würde mich wirklich sehr weiterhelfen!
    LG BWalter

  • Guten Tag, BWalter ,


    in den mir vorliegenden Dienstalterslisten der Schutzstaffel findet sich kein Hinweis auf deinen Großvater Dr. med Alfred Walter (* 17.3.1908).
    Du darfst das Alter nicht vergessen, "Baujahr" 1908, zu jung für einen Eintrag in den frühen DAL,
    zu jung für einen Eintrag in den späteren DAL, da die erst ab (teilweise) Sturmbannführer losgehen.


    Es gibt zwar in den DAL von 37 und 38 einen Walter, Alfred (* 07.09.1901), zudem mit der SS.Nr. 18365, der kann es ja nicht sein.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Vielen Dank, Huba!
    Ich finde ihn ledilgich in den DAL der Waffen-SS von 1944 mit der Mitgliedsnummer 401310 als Hauptsturmführer der Reserve. Das "Blöde" daran ist, dass dort nichts über seinen Weg in die und in der SS verzeichnet ist, und genau daran wäre ich interessiert.
    Gruß
    Bwalter

  • Guten Morgen BWalter,


    ich könnte dir noch die Daten aus der SS-Führerliste von Moore anbieten:


    Walter, Alfred Dr. ----- Hstuf. ----- 17. 3.08 ----- 401 310 ----- SS-U.Sch.Laibach ----- 2.45
    ------------------------------ Ustuf. ------------------------------------------- Art.Rgt.6 ------------------- 8.41


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • danke, thomas!
    das ist er wohl! aber wofür genau stehen die abkürzungen? (sorry, ich bin greenhorn)!
    danke schon jetzt und beste grüße,
    bwalter

  • Hallo BWalter,



    die Abkürzungen von Thomas lösen sich wie folgt auf.

    Hstuf. = SS Hauptsturmführer (entspricht Hauptmann)
    SS-Mitgliedsnummer = 401 310
    SS-U.Sch.Laibach= SS-UNterführerschue Laibach (entspricht Unteroffiziersschule)
    Ustuf. = SS Untersturmführer (entspricht Leutnant)
    Art.Rgt.6 = Artillerieregiment 6


    Beste Grüße
    Ingo

  • Hallo in die Runde,

    also wenn ich Thomas und Ingos Infos untereinander schreibe, möchte ich fragen, warum ein Offizier zur Unteroffizierschule muss, oder wurde er dort als Arzt eingesetzt:

    1908.03.17 Geburtsdatum
    1941.08 Untersturmführer (vgl. Leutnant) Art. Reg.6
    1945.02 SS-U.Sch.Laibach (entspricht Unteroffizier(s)schule)
    1045.05.08 letzter Dienstgrad Hauptsturmführer


    Grüße
    george

  • Hallo George,


    ich gehe davon aus, dass SS Hstuf d.R. Dr. med Walter im Februar 1945 Schularzt an der SS-U.Sch. Laibach war.


    Im Übrigen mussten auch Ärzte bei der Waffen SS sich ihre Dienstgrade "erarbeiten" und ihre "Führerbefähigung" durch den Besuch der Junkerschul, RFA-Lehrgang etc nachweisen.


    Beste Grüße
    Ingo

  • Moin moin Bwalter!


    Ich denke, ich habe gefunden, wonach Du suchst. Habe keine 100%ige Sicherheit, aber eigentlich passt alles zusammen.


    Schönen 3. Advent
    Ralf


    Alle Kopien aus: "Bad Saarow Die Anfänge eines Kurortes" von P. Beeking, S. Dexheimer, M. Kramberg

    Files

    • Eibenhof1.pdf

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    • Eibenhof2.pdf

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    • Eibenhof4.pdf

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    • Eibenhof3.pdf

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  • Vielen Dank Euch allen und ein frohes Neues Jahr!
    Ich habe in der Zwischenzeit die Doktorarbeit meines Großvaters ausfindig gemacht, wo ich einen detaillierten Lebenslauf bis 1938 gefunden habe. Laut diesem ist er 1930 in SA und NSDAP eingetreten und war 1933/34 Werksstudent in der Parteizentrale in München. Nach Diensten in versch. Krankenhäusern ist er wie oben erwähnt Arzt in einem RAD in Morbach geworden. Dann sind sie nach Berlin und von dort nach Bad Saarow. Kann mir vielleicht jemand von Euch Tipps geben, wie ich an die "Aufenthaltsorte" des Artellerie-Regiments 6 und an nähere Informationen über die Unterführerschule der Waffen-SS in Laibach und deren Personal, Aufgaben etc. vor allem 1944/45 komme? Das wäre klasse! Vielen Dank!
    Grüße,
    Bwalter