Neues Mitglied, viele Fragen

  • Hallo alle zusammen,


    das Thema 2. Weltkrieg hat mich schon von Kindheit an interessiert. Leider nicht so sehr die politischen Fakten, sondern eher der Mensch. so kam es, das ich viel mit meinen Großeltern über dieses Thema sprach, die aber teilweise nicht so gern über diese Zeit Auskunft gaben, da ich noch zu jung war und das noch nciht so verkraften konnte...


    Nunja, zu meinem eigentlichen Auftreten in diesem Forum.
    Als Teenie habe ich bereits Kurzgeschichten über Personen und deren Schicksale im Krieg geschrieben. Es ging mir nie um politische Korrektheit, sondern die Gefühle und Schicksale. Irgendwann wallte ich immer ein richtiges Buch schreiben.
    Nun bin ich in Frührente und habe Zeit, aber das Thema fehlte mir. Eigentlich wollte ich mittlerweile gerne etwas über das Mittelalter oder etwas Paranormales schreiben, aber der richtige Funke kam nicht.


    Doch vor ein paar Tagen kam es wie ein Geistesblitz über mich und ich war wieder im dritten Reich angelangt. Die komplette Geschichte ist schon fertig, also im Kopf, vom Beginn bis Ende. also habe ich mich sofort hingesetzt und bin bereits bei kapitel drei.


    Nun habe ich aber das Problem, das ich doch ein paar Hintergrund informationen brauche. Da es tatsächlich um Schicksale geht, ist es glaube ich nicht so wichtig den ganzen Aufbau des Militärs zu kennen. Ich lege nicht so viel Wert auf präzise Detail, da es kein Historischer roman werden soll. Aber dummes Zeug möchte ich nun auch nicht von mir geben.


    Leider weiß ich hier aber nicht, wo ich mit der Suche beginnen soll.


    Ich wäre euch also wirklich Dankbar, wenn ihr mir Ansatzpunkte geben könntet, wo ich suchen soll, oder.. bestenfalls findet sich ja jemand, der mir im Privatchat einige Fragen beantworten kann.


    Kurz zu den Umständen, wie und warum und worüber.

    • Handlungsort ist Kassel in der Gegenwart (weil ich dort aufgewachsen bin und mich örtlich Auskenne), Schauplatz im 2. Weltkrieg dürfte aber auch gerne ein anderer sein, wenn es geschichtlich gar nicht anders geht.
    • Handlungsinhalt ist die Geschichte einer Liebenswerten Familie, die eine dunkle Vergangenheit in der Nazizeit hat.
    • Es geht um diverse Kriegsverbrechen eines heutigen Juristen, der bei allen angesehen ist. Momentan ist er noch Anwalt, aber vielleicht versetze ich ihn auch noch in die Rechtsabteilung einer Firma, wie Thyssen oder so..... übrigens ist er soeben Verstorben, was die Familie auf Merkwürdige Dokumente und mehr stoßen lässt.
    • Ich bin mir noch nicht sicher, aber ich schätze der Liebenswerte Großpapa Jurist könnte auch eine andere Idendität angenommen haben um sich vor dem Kreigsgericht zu drücken.


    Meine primären Fragen wären nun:

    • Welche Tätigkeiten könnte ein Jurist in dieser Zeit ausgeübt haben ( mit ca 18 - 28 Jahren), wenn er nicht an der Front war und ziemlich schnell Karriere gemacht hat.
    • Mit welchem alter hat man damals studiert? Ging das überhaupt während dem Krieg? (Ich gehe derzeit davon aus, das besagte person 1915 geboren wurde, was man aber noch ändern kann, allerdings wollte ich auch nicht, das er im Buch erst mit 108 Jahren stirbt)
    • wo bekomme ich einen Stadtplan von Kassel 1900 bis 1945 her ? ( Ich habe das Gefühl ich habe schon alles abgesucht, aber irgendwie nichts gefunden)
    • der Stadtplan ist erst mal nicht so wichtig... ich komme auch ohne klar, aber zum nachsehen wäre es toll.


    Ich möchte natürlich nicht, das ihr für mich die recherche übernehmt, so einfach will ich es mir ja selber nicht machen. Aber ich weiß nicht so recht wo ich ansetzen soll. Ich brauche lediglich ein Grundgerüst, auf dem ich die verstorbene Hauptperson aufbaue. Historische Details werde ich insofern weniger einfließen lassen, da der Roman, wie gesagt in der Gegenwart spielt.


    Sollte allerdings jemand daran interessiert sein, mich in diesem Bereich bei der Fertigstellung zu unterstützen würde ich das entsprechend honorieren. Vorrausgestzt ich werde fertig und der Schinken wird dann auch noch verlegt :D


    So, das war vielleicht gleich etwas viel an Wünschen und Vorstellungen, aber es hilft ja nichts, wenn ich hier herumeiere und mit der Sprache nicht rauskomme.


    Vielen Dank Euch nochmal fürs Lesen und noch mehr für eure Antworten


    Eure Boysenberry

  • Hallo Boysenberry,
    Dein "Held" vom Jahrgang 15 hätte in der kurzen Zeit als Jurist
    überhaupt keine Karriere gemacht!
    1915 geboren
    Frühjahr1933 Abitur
    Sommer 1933 -Frühjahr 1936 4 Semester Studium
    Frühjahr 1936 6 Monate RAD
    Herbst 1936 2 Jahre Wehrdienst
    Herbst 1938 -Sommer 1939 2 Semester Studium
    September 1939 Einberufung zum Wehrdienst
    Evtl Ablegung des 1. Staatsexamens direkt vor Kriegsbeginn oder im Studienurlaub nach dem Polenfeldzug(?).
    Kriegsdienst bis Mai 1945.
    Nur wenn er Frontuntauglich gewesen wäre, hätte er im Kriege seine 3jährige Referendarausbildung absolvieren können mit abschliessendem 2.Staatsexamen.
    Eine richtige jur Karriere hätte eigentl erst 1948 beginnen können.....Ältere Stadtpläne von Kassel gibts im Internet...
    Man kann sie auch in Antiquariaten kaufen.
    Beste Grüsse
    Ingo

  • Wow, Danke, gut durchgerechnet!
    Dann muss er wohl doch früher geboren sein ;-)


    Gäbe es denneine Möglichkeit, weil er aus gutem Hause kam, das er eben nicht zur Front musste, sondern ganz brav sein studium gemachthaben könnte und dann im Staatsdienst stand?
    Es gab doch sicherlich auch andere Einsatzmöglichkeiten, z.B. in der verwaltung, oder auch als Aufseher im KZ oder so


    LG
    BB

  • Hallo BB,


    oder auch als Aufseher im KZ


    ... man gewinnt das Gefühl, dass es noch einer großen Vorarbeit bedarf, wenn dieses Projekt Hand und Fuß bekommen soll. Es geht nicht um Rosamunde Pilcher...


    Ganz gewiss war eine abgeschlossene Juristenausbildung für "KZ-Aufseher"-Karrieren nicht erforderlich - vielleicht sogar (auch im NS-System) eher ein Hemmnis...
    Voraussetzungen für solche eine "Tätigkeit" waren vielleicht: Persönlichkeitsstörungen, ungünstige soziale Voraussetzungen, zufällige freiwillige oder unfreiwillige Zugehörigkeit zu best. NS-Organisationen, etc.


    weil er aus gutem Hause kam


    ... solche sog. "guten Häuser" (meistens handelt es sich dann um "schlechte" Häuser) gibt es in jedem System - aber dann muss es ein ganz besonders "gutes" gewesen sein.



    Gruß,


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

    Edited 3 times, last by Joseph O. ().

  • Hallo BB,
    DU bist doch der Autor. Lege doch bitte ( erst) DEINE Storyline fest. ...
    Dann kann man hier sicherlich "zielführend" diskutieren.
    Vor allem solltest Du wissen, welche Art von "Karriere" Dein Held schon im 2. WK machen soll.
    KZ-Wächter scheint mir für einen Juristen nicht der "Karriere-Weg" zu sein.
    Beste Grüsse
    Ingo

  • Hallo.


    Eine Laufbahn für einen Studierten wäre zum Beispiel der Eintritt in die Wehrmacht - Unteroffizierslaufbahn, danach Feldwebel (Uffz mit Portepee) , danach evtl Leutnant als Zugführer etc.


    Mit freundlichen Grüßen, Mathias


  • Dein "Held" vom Jahrgang 15 hätte in der kurzen Zeit als Jurist überhaupt keine Karriere gemacht!


    Hallo,


    als Beispiel für einen militärischen und juristischen Werdegang im Dritten Reich mit einer "dunklen Vergangenheit" könnte man Hans Filbinger heranziehen. Er war Jahrgang 1913, trat nach Abschluß der zweiten juristischen Staatsprüfung im Jahr 1940 als Freiwilliger in die Kriegsmarine ein und war in zahlreichen Gerichtsverfahren dort auch Ankläger oder Vorsitzender Richter.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Dankeschön für die vielen antworten!


    Das Grundgerüst meiner person steht bereits. Ichhabe mich nur gefragt, ob ich das so verpacken kann. Die Sache mit dem KZ war eher so ein innerlicher Gedanke, wenn ich ihn nicht als Jurist an den Schreibtisch bekomme. Vielleicht musste er aus irgendwelchen Gründen auch hin und wieder ein KZ aufsuchen.
    Ich bin schon wie wild am recherchieren, aber habe jetzt schon (auch durch Euch, Dankeschön) wesentlich mehr herausbekommen, wie mein so genannter *Held* zu sseinem Stand kam.


    LG
    BB

  • Hallo BB,


    wie mein so genannter *Held* zu sseinem Stand kam.


    ... und immer aufpassen, dass man nichts wiederkäut, was schon "auf dem Markt" ist.


    Ich denke da an die Figur des Erik Dorf aus dem Film "Holocaust", der als Jurist beginnt, schließlich in der SS Karriere macht und aktiv in den Holocaust verwickelt ist.


    Gruß,


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

  • Moin,


    ich habe leise Zweifel, ob die Zuarbeit zu einer Lebensgeschichte eines "Helden" von Boysenberry sinnvoll ist. Droht nicht die Gefahr, ins Feuilleton abzurutschen? Aber das ist meine sehr persönliche Sicht, wohl eher emotional geprägt.


    Allen einen schönen Abend
    Horst

  • Hallo,


    ich versichere, ich möchte keine Geschichte wiederholen. Eigentlich lese ich Bücher solcher Art weniger und auch Erik Dorf ist mir weniger ein Begriff.


    Leider habe ich gestern, auf anraten eines Freundes, den Film Riphagen gesehen und irgendwie kommt dieser (im Film) meiner gewünschten Person schon ziemlich Nahe.


    Ich möchte mich hier auch nocheinmal etwas deutlicher Ausdrücken. Es liegt mir fern einen Kriegsverbrecher zu vergöttern, oder als Helden hinzustellen. Vielmehr soll die Person als *heiliger* verehrt werden, bis die Geschichte seiner Vergangenheit ans Licht kommt. Ich möchte da auch nicht die Geschichte des dritten Reiches erklären, sondern die Auswirkungen seines damaligen Handelns auf dessen Familie in der Gegenwart.


    Es ist meiner Ansicht daher nicht wirklich nötig, jetzt monatelang Fachliteratur zu studieren. Dennoch möchte ich nicht irgendwelchen Quatsch schreiben und wollte mich informieren, ob das mit dem Gebutsjahr und der Karriere zeitlich passen könnte.
    Schließlich sollte das Grundgerüst auf auf wahrheitsgetreuen Fakten aufbauen, damit es nicht unglaubwürdig wirkt.


    Ich möchte einen Roman schreiben, und suche Informationen über Schule, Studium, Karriere, damit ich einen Lebenslauf schreiben kann. Nicht mehr und nicht weniger. Der Inhalt der Geschichte spiegelt dann das wieder, was ich von meinen Großeltern über diese Zeit erfahren habe. Leider sind alle vier verstorben, aber sie hatten eine Menge Dinge zu erzählen, die mich bis heute nicht loslassen.
    Die Geschichten der Einzelschicksale haben mich schon immer sehr berührt, und so habe ich ziemlich viele davon gelesen, gesehen, erfahren aus diversen Quellen. Damals mit 12 Jahren habe ich einer Autorin eine Kurzgeschichte zugeschickt. Sie fand den Inhalt recht gelungen.
    Ich zweifel nicht an der Richtigkeit der Vorfälle, werde mich aber nicht auf konkrete Personen beziehen. Vielmehr soll meine Hauptperson mitbeteiligt an einigen davon sein. Getreu nach der Devise: Du kannst den Leuten nur vor den Kopf gucken...


    Mittlerweile habe ich nun auch schon einige Informationen einholen können, was die Schule betrifft und in welcher Abteilung er gearbeitet haben könnte. Glaubt mir ich sitze nicht nur so darum, und warte, das mir jemand den Lebenslauf schreibt. Es ist nur sehr schwierig, wenn man sich zuvor noch nie mit solchen Details auseinander gesetzt hat, einen Einstieg zu finden.


    So nun haben wir Wochenende und mein Mann sitzt zu Hause herum. Weitere Recherchen müssen also bis Montag warten, dann habe ich etwas Ruhe und kann mich besser konzentrieren.


    Aber noch einmal zu Horst, auch wenn ich mich etwas lächerlich mache, aber was genau meinst du mit "ins Feuillieton abrutschen?


    LG
    Boysenberry

  • Hallo BB,
    soll denn Dein Protagonist ein "Berufsverbrecher" wie Dries Riphagen sein??
    Dann habe ich wohl die bisherige Personenentwicklung "falsch" verstanden....
    Ratlose Grüsse
    Ingo

  • Hallo BB,


    So nun haben wir Wochenende und mein Mann sitzt zu Hause herum.


    ... ach - Du Ärmste.


    Dann setze ihn doch ein bei Deinen Recherchen ...



    Gruß,


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)