Aufbau der Gendarmerie im Distrikt Lublin 1940 - 1944

  • Hallo auf-der-Suche,


    vielleicht noch kurz zum Abschluss deiner Anfrage in diesem Thread.


    Gendarmerie-Meister Gottfried Adolf Bamberg kann ich derzeit nicht im Distrikt Lublin nachweisen. Das bedeutet, er muss woanders auswärtig eingesetzt gewesen sein.

    .
    Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo zusammen,


    aus einem Schreiben des KdS Lublin vom 7.2.1944

    (Quelle: https://szukajwarchiwach.pl/2/…&rpp=15&page=526#tabSkany )

    ========================================================

    Der Kommandeur der Sicherheitspolizei

    und des SD für den Distrikt Lublin

    - IV A 2 - B -


    Lublin, den 7.2.1944


    (..)


    Betrifft: Tödlicher Unfall eines Sabotagekommandos

    Vorgang: ohne


    Am 7.2.1944, um etwa 15.00 Uhr, begab sich ein Kommando der hies. Dienstelle, bestehend aus 10 Beamten der Sicherheitspolizei und 3 Gendarmeriebeamten des hiesigen Referates zur Bandenbekämpfung, mittels LKW, in das Gelände in der Umgebung von Lublin, um Sabotagematerial, das im Laufe der Zeit von verschiedenen Ermittlungsverfahren im Wege der Beschlagnahme hier angefallen war, zu vernichten. Aus bisher ungeklärten Gründen ist das Sabotagematerial auf einer Chaussee, unmittelbar am Stadtrand, während der Fahrt explodiert. Hierbei fanden sämtliche Wageninsassen den Tod.


    Bei den Verunglückten handelt es sich um


    Wanek, Karl - SS-Ustuf, Krim.Sekretär

    Stocker, Hugo - SS-Strmschf, Krim.Sekretär

    Leuchsenring, Richard - SS-Strmschf, Krim.Sekretär

    Welsch, Paul - SS-Oschf, Krim.Oberassistent

    Nowak, Anton - SS-Hschf, Krim.Oberassistent

    Kors, Josef - SS-Hschf, Krim.Oberassistent

    Nagel, Gustav - SS-Oschf, Krim.Assistent

    Kleibauer, Willi - SS-Schf, Krim.Angestellter

    Rode, Bernhard - SS-Rttf, Pol.Angestellter

    Güldenstern, Alexander - Pol.Angestellter


    Kröll - Gendarmeriemeister

    Volkmann - Gendarmeriemeister

    Habersack - Gendarmeriemeister


    Der LKW ist restlos ausgebrannt. Ordnungsgemäße Verlustmeldung wird noch erstattet. Die Ermittlungen sind im Gange.

    (..)

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    Gruß Frank

  • Hallo,


    noch ein umfangreicheres Fundstück vom KdS Lublin vom 15.5.1944
    Quelle https://szukajwarchiwach.pl/2/…&rpp=15&page=526#tabSkany


    ====================================================

    Der Kommandeur der Sicherheitspolizei

    und des SD für den Distrikt Lublin


    Besondere Anordnungen

    Nr.8

    Lublin, den 15.5.1944


    1) Kriegsauszeichnungen:


    Im Namen des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht werden nachstehende Kriegsauszeichnungen verliehen an:


    a) Kriegsverdienstkreuz 2.Klasse mit Schwertern:


    Hptm.d.Gend. Johannes Reimer, Gend.Hauptmannschaft Radzyn

    Mstr.d.Gend. Klaus Wittmack, Gend.Posten Pulawy

    Mstr.d.Gend. Kurt Blank, Gend.Posten Krasnik


    b) Verwundetenabzeichen in Schwarz:


    Obw.d.Gend. Max Schäffer, Gend.Posten Jarzow

    Mstr.d.Gend. Xaver Gentner, Gend.Posten Niedrzwien


    Ich beglückwünsche die Ausgezeichneten und freue mich, daß ihr Einsatz für Führer und Volk durch diese Auszeichnungen anerkannt wird.

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    2) Belobigungen:


    Mstr.d.Gend. Heinrich Eiermann

    Mstr.d.Gend. Kurt Mischke

    Mstr.d.Gend. Richard Bratzke

    Hptw.d.Gend. Hans Härtel

    BezObw.d.Gend. Hans Mechler

    Wm.d.Gend. Ewald Stenzel

    Wm.d.Gend. Karl Twardzik

    Obw.d.Hipo Karl Witt

    sämtliche vom Gend.Posten Pulawy.


    Zur Verfolgung von bewaffneten Banditen eingesetzt, gelang es ihnen nach andauernden Nachforschungen und Überwindung von schwierigen Orts- und Geländeverhältnissen die Banditen in Skowieszyn zu stellen und zu einem Teil auf der Flucht zu vernichten.

    Für die rastlosen Bemühungen und das schnelle und umsichtige Handeln spreche ich den Obengenannten meine Anerkennung aus

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    3) Ernennungungen:


    a) Zum Bez.Leutnant der Gendarmerie:


    Mstr.d.Gend. Konrad Heise, Gend.-Posten Zaklikow, m.W.v. 1.4.1944

    Mstr.d.Gend. Otto Kaiser, Gend.-Posten Komarow, m.W.v. 1.4.1944

    Mstr.d.Gend. Wilhelm Koebe, Gend.-Kreisposten Zamosc-Land, m.W.v. 1.4.1944

    Mstr.d.Gend. Georg Mailänder, Gend.-Posten Tarnawatka, m.W.v. 1.4.1944

    Mstr.d.Gend. Otto Nagel, Gend.-Posten Biala-Podlaska, m.W.v. 1.4.1944

    Mstr.d.Gend. Karl Obert, Gend.-Posten Szczebrzeszyn, m.W.v. 1.4.1944

    Mstr.d.Gend. Alois Rittelmann, Gend.-Posten Miedzyrzec, m.W.v. 1.4.1944

    Mstr.d.Gend. Georg Wenk, Gend.-Posten Rachanie, m.W.v. 1.4.1944


    b) Zum Hauptwachtmeister der Gendarmerie:


    Bez.Owm.d.Gend. Max Friehel, Gend.-Posten Stary-Zamosc, m.W.v. 20.4.1944

    Bez.Owm.d.Gend. Bruno Mahlke, Gend.-Posten Krasnystaw, m.W.v. 20.4.1944

    Bez.Owm.d.Gend. Johann Teichmüller, Gend.-Zug Cholm, m.W.v. 20.4.1944

    Bez.Owm.d.Gend. Karl Klotz, Gend.-Zug Hrubieszow, m.W.v. 20.4.1944


    c) Zum Bez.-Oberwachtmeister der Gendarmerie:


    Owm.d.Gend. Stefan Engel, Gend.-Posten Zaklikow, m.W.v. 20.4.1944

    Owm.d.Gend. Hugo Gettel, Gend.-Posten Michow, m.W.v. 20.4.1944

    Owm.d.Gend. Hans Mechler, Gend.-Posten Pulawy, m.W.v. 20.4.1944

    Owm.d.Gend. Hans Müller, Gend.-Posten Krasnik, m.W.v. 1.4.1944

    Owm.d.Gend. Karl Reichert, Gend.-Posten Bilgoraj, m.W.v. 1.4.1944

    Owm.d.Gend. Jakob Welsch, Gend.-Posten Niedrzwice, m.W.v. 20.4.1944


    d) Zum Oberwachtmeister der Gendarmerie:


    Wm.d.Gend. Eduard Förster, Gend.-Posten Jarczow, m.W.v. 20.4.1944

    Wm.d.Gend. Stefan Janus, Gend.-Posten Zaklikow, m.W.v. 1.5.1944

    Wm.d.Gend. Wenzel Michalski, Gend.-Posten Krasnebrod, m.W.v. 20.4.1944


    e) Zum Wachtmeister der Gendarmerie:


    Rwm.d.Gend. Reinhold Bosenius, Gen.-Posten Wisznice, m.W.v. 20.4.1944


    f) Zum Unterwachtmeister der Gendarmerie:


    Anw.d.Gend. Otto John, Gend.-Posten Opole, m.W.v. 20.4.1944

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    4) Versetzungen:

    Bez.Ltn.d.Gend. Xaver Heining m.W.v. 10.5.1944 vom Gend.-Posten Zaklikow als Postenführer zum Gend.-Posten Cholm-Nord

    Bez.Ltn.d.Gend. Wille Bornemann m.W.v. 10.5.1944 vom Gend.-Posten Biala-Podlaska als Postenführer zum Gend.-Posten Bilgoraj und als stellv.Zugführer für den Gend.Zug Bilgoraj

    Bez.Ltn.d.Gend. Michael Gerhard m.W.v. 10.5.1944 vom Gend.-Posten Bilgoraj als Postenführer zum Gend.-Posten Biala-Podlaska und als stellv.Zugführer für den Gend.Zug Biala-Podlaska

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    (..)

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    Gruß Frank

  • Hallo Interessierte,


    im Vermisstenforum stellte der User RainerZwo im August 2010 folgende Anfrage zum Thema.


    Siehe dazu bitte hier: http://www.vksvg.de/thread.php…f36fc6beb3674f687d694aaae


    Das Forum scheint seit längerer Zeit nicht mehr aktiv zu sein, zumindest kann man sich dort nicht mehr registrieren lassen. Beantworten möchte ich die Frage hier bzw. an dieser Stelle aber trotzdem. Eventuell hat auch noch jemand Kontakt zum Fragesteller oder kann Kontakt herstellen. Bei der gesuchten Person handelte es sich um


    Bez.-Leutnant d.Gend. Konrad MEIER

    Geburtsjahr: 1900

    13.07.1940 – 21.09.1941 Postenführer beim Gendarmerie-Posten Zolkiewka

    20.02.1942 Postenführer beim Gendarmerie-Posten Krasnystaw

    15.10.1943 als Postenführer vom Gendarmerie-Posten Krasnystaw zum Gendarmerie-Posten Krasnik versetzt, sollte aber auch ab 15.10.1943 laut eines anders lautenden Dokuments Postenführer in Tarnogrod werden (?)

    01.03.1944 immer noch in Krasnik


    Seine Dienststelle, der Kommandeur der Gendarmerie (KdGend) Lublin, zog sich im Juli 1944 ungeordnet in den Distrikt Radom zurück, wurde dort weiterhin eingesetzt und auf verschiedene Stützpunkte verteilt. Bei den darauffolgenden Abwehr- und Rückzugskämpfen fielen viele weitere Angehörige des KdGend Lublin. Die letzten Gefallenen lassen sich noch im Raum Schlesien nachweisen.


    Viele Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Guten Abend Leute


    Gendarmerie-Posten Szczebrzeszyn: Gend.-Obermeister zur Probe FORSTER

    Hier handelt es sich wohl um Leutnant Karl Forster, er ist beim Volksbund noch als vermisst gelistet. Interessanterweise geht Zygmunt Klukowski- damals Arzt und Leiter des Krankenhauses in Szczebrzeszyn, in seinem "Tagebuch aus den Jahren der Okkupation 1939-1944" auf die Todesumstände von Karl Forster ziemlich nah ein. Im Tagebuch schreibt er stets den Namen "Foerster", eine Verwechslung halte ich jedoch für ausgeschlossen.


    Auszug aus dem Tagebucheintrag vom 05.09.1942:


    ..."Gegen 11:30 Uhr stürzten Gendarmen ins Krankenhaus und holten mich, um dem verletzten Kommandanten der örtlichen Gendarmeriewache, Leutnant Foerster, unverzüglich erste Hilfe zu leisten. Ich griff meine für alle Fälle vorbereitete Tasche mit Verbandsmaterialien, Besteck, Spritzen usw. und begab mich in Begleitung von vier Gendarmen und Polizisten zum Posten. Dort sah ich den stöhnenden Leutnant mit einem durchschossenen linken Hüftgelenk. Er wurde bei einem Rundgang durch die Stadt von einem Banditen angeschossen. Ich legte ihm einen Verband an und sagte, dass sie umgehend einen Krankenwagen des Roten Kreuzes in Zamosc rufen und ihn ins Militärkrankenhaus bringen sollen. Bis 2 Uhr wartete ich bei dem Verletzten auf das Eintreffen des Krankenwagens. Fast drei Stunden lang sass ich auf der Wache und hatte die Möglichkeit, den dort herrschenden Betrieb zu beobachten. Zu jener Zeit, als alle auf der Wache versammelt waren, wurde bekannt, dass die Milchgenossenschaft überfallen wurde. Die Gendarmen und Polizisten sprangen auf, griffen nach ihren Karabinern und rannten in die Stadt. Vor zwei Uhr kehrten sie zurück. Auf dem Tisch stand eine Literflasche Wodka, und einer nach dem anderen gossen sich die Gendarmen das Glas voll und tranken es aus, ohne etwas dazu zu essen. Darauf brachten sie Bier, und jeder trank direkt aus der Flasche. Insgesamt war die Erregung gross. Ringsherum waren schussbereite Karabiner zu sehen, einige hielten sie die ganze Zeit in der Hand. Auch gab es jede Menge Handgranaten, die auf Tische, Regale und Betten verteilt waren. Endlich kam der Rettungswagen. Die Sanitäter brachten eine Trage und machten sich daran, den Verletzten wegzubringen. Ich war verwundert, wie schlecht, ungeschickt und unsachgemäss sie dies taten. Es fehlte nicht viel und sie hätten den Verletzten fallen lassen"....


    In den folgenden Tagen beschreibt er die wohl zu erwartenden- und schliesslich auch folgenden Repressionen sowie am 09.09 auch der Eintrag dass Leutnant Forster im Militärkrankenhaus Zamosc verstorben ist.


    Allgemein ist das Tagebuch von Zygmunt Klukowski eine sehr interessante - aber auch erschütternde Lektüre, die verdeutlicht welche Hölle im Generalgouvernement- und insbesondere in der Region Zamosc geherrscht haben muss.


    Viele Grüsse

    Files

  • Hallo Helvetiorum,


    richtig, es handelte sich dabei um folgende Person.


    Bez.-Leutnant d.Gend. Karl FORSTER,

    geboren am 23.10.1899 in Deuerling,

    Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Niederbayern-Oberpfalz in Regensburg,

    Ehefrau: Barbara Forster, Deuerling, Landkreis Parsberg,

    ab 16.06.1940 Postenführer beim Gendarmerie-Posten Zwierzyniec, kurz darauf verlegt nach Szczebrzeszyn,

    09.09.1942 nach Verwundung verstorben im Reserve-Kriegs-Lazarett in Zamosc, anschließend beigesetzt auf dem Heldenfriedhof in Zamosc


    Zur Person Forster wird sicherlich in Zukunft noch mehr gehen, denn meine Recherchen zur Thematik Gendarmerie im Distrikt Lublin sind ja bekanntlich noch lange nicht abgeschlossen. Viele vorliegende Unterlagen habe ich aus Zeitgründen noch gar nicht gesichtet.


    Zu den Stärken und Schwächen des Tagebuchs von Zygmunt Klukowski gab es bereits vor einiger Zeit in einem anderen Thread einen kleinen Austausch.


    Die Antwort meinerseits darauf war ...


    "Klukowski war und ist mir bezüglich Gendarmerie enorm hilfreich, da ich seine Einträge mit deutschen Quellen quervergleichen kann und sie sind interessanterweise zu fast 100% korrekt, und das, obwohl Klukowski selbst keine genauen Einheiten nennt. Trotzdem sind seine Aufzeichnungen oft nüchtern, sachlich und extrem detailliert. Einzigartig wie ich finde. Selten so ein informationsreiches Tagebuch gelesen.

    Ich war bzw. bin aber überrascht, dass man dieses besondere Dokument nicht noch besser editieren konnte. Wäre m.M. nach definitiv möglich gewesen.

    ...

    Ein Namensregister erscheint mir bei dem Tagebuch in der momentanen Fassung weniger sinnvoll, da Klukowski sich bei den Namen, besonders der Deutschen, und deren richtiger Aussprache häufig irrt, was aber auf Grund seiner Nationalität durchaus verständlich ist. Dazu wäre, wie oben bereits angemerkt, eine genauere Überprüfung erforderlich gewesen. Man hätte daraus mehr machen können, da gebe ich dir recht.


    Hier mal ein Beispiel dazu aus dem Buch.

    Klukowski schrieb am 4. April 1943 in sein Tagebuch, siehe S.335:

    „Während einer Razzia wurde gestern in Zaklodzie der aus Kattowitz stammende hiesige Gendarm Himler getötet ..."

    Nach meinen Recherchen war es Rottwachtmeister d.Gend. Richard Himmel, Gendarmerie-Posten Szczebrzeszyn, der an diesem Tag gefallen ist.


    Wenn man jetzt nach Himmel im Buch suchen würde, findet man ihn logischerweise nicht und mit Himler könnte keiner etwas anfangen. Demnach ist ein Namesregister aktuell weniger sinnvoll."

    (Quelle: Zamosc - II./SS-Pol.Rgt 25 Pol.Btl. 67)


    Beste Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Grüss dich Daniel


    Wahnsinn was du da alles zusammengetragen hast über Karl Forster. Gendarmerie im Distrikt Lublin.. ein riesengrosses Thema bist du da am bearbeiten, da tönt wirklich nach einer Menge Arbeit. Weisst du was aus dem Heldenfriedhof in Zamosc geworden ist? Ich meine nur weil der ja relativ früh angelegt wurde- und somit eigentlich gut zu lokalisieren wäre. Hat mich schon erstaunt dass Lt. Forster beim VB als vermisst gelistet ist. Allerdings wurden wohl in der Region Lublin / Zamosc / Janow wohl während des Krieges schon einige Gräber „aufgemacht“ und die Gefallenen zentral umgebettet.


    Was Klukowski angeht.. da kann ich dir nur beipflichten. Auch aus meiner Sicht ein absolut einzigartiges Werk mit ungemein wertvollen Informationen. Da ich ab und zu in der dortigen Region unterwegs bin, sieht man dann doch einiges mit anderen Augen. Ein Namensregister wäre aber wohl tatsächlich schwierig, wie man schon nur am Beispiel von Lt. Forster sieht.


    Ich hoffe du wirst deine Erkenntnisse über die Gendarmerie in der Region irgendwann veröffentlichen? Würde mich brennend interessieren :)


    Viele Grüsse

    Jonas

  • Hallo Jonas,


    herzlichen Dank für die Blumen. :]

    Meinerseits ist definitv geplant etwas zum Thema zu veröffentlichen. Angedacht ist ein Buch mit max. 1000 Seiten (nur so ein Richtwert), welches spätestens in acht Jahren druckfertig sein soll. Seit gut zwei Jahren arbeite ich exzessiv daran und aktuell komme ich ganz gut voran. Aber man weiß ja trotzdem nicht was noch so dazwischen kommt. Druck mache ich mir jedenfalls keinen. Ein Stipendium, welches zum Thema angeboten wurde, habe ich diesbezüglich auch aus bestimmten Gründen abgelehnt. Denn es würde aktuell nur unötig Druck erzeugen und meine hauptberufliche Tätigkeit geht ausserdem klar vor.


    Obwohl ich schon in Zamosc war, kann ich Dir zum Heldenfriedhof leider keine weiteren Auskünfte geben. Nur zwei bis drei Fotoaufnahmen von Beisetzungsfeierlichkeiten und Gräbern liegen vor.


    Darf ich fragen, was du so in der Region treibst? ;)

    Interessiert dich etwas Bestimmtes am Thema Gendarmerie?


    Beste Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Guten Abend Daniel


    Tolle Sache, wirklich :) Wie gewaltig der Zeitaufwand sein muss kann ich nur erahnen. Bei so einer Fülle an Informationen kann ich deinen Entscheid auf das Stipendium zu verzichten sehr gut verstehen. So ein Druck könnte ja schlussendlich auch einen negativen Effekt auf das Endergebnis haben.


    Klar doch :) Meine Frau kommt aus dem Dorf „Kocudza“, zwischen Frampol und Janow gelegen. Ihre Eltern wohnen nach wie vor dort und ein grosser Teil ihrer Verwandtschaft ist dort überall in der Gegend verteilt. Ihre Grosseltern waren damals direkt betroffen von der „Aktion Zamosc“.


    Dementsprechend sind wir immer wieder mal dort. Für jemanden der sich für die Thematik interessiert, ist die Gegend dort halt wirklich reichhaltig mit Geschichte gespickt. So hab ich es mir zum Hobby gemacht alles nur mögliche in Erfahrung zu bringen wo in der Gegend zwischen Lublin, Zamosc und Janow passiert ist zwischen 39-44. Vom Einmarsch 1939, den Kämpfen zwischen Gendarmerie und Partisanen bis hin zu den Rückzugsgefechten der 4 Panzerarmee probiere ich aufzusaugen und rauszufinden was nur geht. Daneben versuche ich auch immer etwas über Erstgrablagen in Erfahrung zu bringen anhand alter Karten, Gesprächen usw..Wenn ich das Gefühl habe etwas verwertbares an Informationen zu haben, gebe ich es an die Jungs von „Pomost“ weiter und hoffe dass sie etwas damit anfangen können. Profi bin ich aber absolut nicht.. :)


    Also um auf deine Frage zurückzukommen: Es interessiert mich so ziemlich alles was in dem Gebiet passiert ist im Zusammenhang mit der Gendarmerie. Und dort war ja wirklich eine Menge los..


    PS: ich reserviere dann mal ein Exemplar für in 8 Jahren ;)


    Viele Grüsse und einen schönen Abend

    Jonas

  • Hallo Jonas,


    sehr interessant, vielen Dank für deine offene Antwort. :thumbsup: 8)


    Die Gemeinde Kocudza gehörte damals m.M. nach zum Bereich des Gendarmerie-Posten Bilgoraj. Mit Stand vom 1. März 1943 hatte die Gemeinde Kocudza insgesamt 6.977 Einwohner. Kocudza selbst hatte nur 2.629 Einwohner. Zur Gemeinde gehörten weiterhin die Dörfer Bukowa, Dzwola, Korytkow, Wladyslawow und Zdzislawice. Direkt westlich davon war der Postenbereich des Gendarmerie-Posten Janow-Lubelski angrenzend. Demnach kann es auch zu tätigkeitsübergreifenden Überschneidungen beider Gendarmerie-Posten gekommen sein. In Kocudza selbst gab es, Stand heute, keine Dienststellen der Gendarmerie oder Truppenpolizei, aber es müsste ein polnischer oder ukrainischer Polizei-Posten existiert haben, der dem Gendarmerie-Posten in Bilgoraj unterstellt war. Das Gebiet um Bilgoraj, war schon allein wegen der Nähe zum Bilgorajer Wald ein sogenannter Hot Spot, ein stetiger Brennpunkt in Sachen Partisanentätigkeit. Ergänzend dazu nachfolgend ausrissweise bisher erarbeitete Ereignisse vom September 1943, welche ebenfalls den Tod eines Postenführers zur Folge hatte.


    Am 16. September 1943, gegen 16:00 Uhr, wurde auf der Straße bei Rogoznia, Gemeinde Sol, 16 km westlich Bilgoraj, der Pkw der Kreisgenossenschaft Bilgoraj von 20 Banditen beschossen und überfallen. Sie raubten dem polnischen Angestellten der Kreisgenossenschaft JARMINIAK 20.000 Zloty. Eine gemischte Streife aus Truppenpolizei, Gendarmerie und Sicherheitspolizei unter Führung des Bez.-Leutnant d.Gend. BRUNNER, nahm sofort die Verfolgung auf, die ohne Erfolg verlief. Im Zuge der Aufklärung wurde gegen 20:00 Uhr in der Oberförsterei Huta-Krzeszowska, Gemeinde Huta-Krzeszowska, 15 km westlich Bilgoraj, eine Durchsuchung vorgenommen. Hierbei wurden 3 Pistolen, 80 Schuss Pistolenmunition, 36 Schuss Karabinermunition, 1 Rundfunkgerät, Dynamoanlage, eine Anzahl illegaler Schriften der Widerstandsbewegung und Aufzeichnungen über abgehörte ausländische Rundfunksendungen sichergestellt. Der polnische Oberförster Boleslaw USOW und 3 Mittäter wurden festgenommen und nebst dem sichergestellten Material, ausser den Waffen, der Sicherheitspolizei übergeben.


    Am 23. September 1943 verübten etwa 40 bewaffnete Banditen einen Raubüberfall in Ciosmy, Gemeinde Sol, 11 km westlich Bilgoraj. Zur Aufklärung und Verfolgung wurde ein gemischtes Kommando von Gendarmerie, Truppenpolizei und Sicherheitspolizei eingesetzt.


    Ebenfalls am 23. September 1943, zwischen 11:30 Uhr und 12:00 Uhr, wurden auf der Straße Krzeszow – Bilgoraj, ca. 12 km westlich Bilgoraj, 2 Autos von Banditen beschossen. Gendarmerie rückte mit einem gemischten Kommando, bestehend aus Wehrmacht, polnischer Polizei, Trawniki-Männern und Kriminalpolizei zur Verfolgung der Banditen aus. Auf Grund vorhandener Spuren konnte die Verfolgung der Bande aufgenommen werden. Gegen 18:00 Uhr stiess das Kommando zwischen Huta-Krzeszowka und Uscie, 16 km westlich Bilgoraj, im Walde dieser beiden Ortschaften auf die Bande, die sofort das Kommando mit heftigen MG- und Karabinerfeuer belegte. Das Feuer wurde sofort erwidert. Der Feuerkampf hielt bis 19:00 Uhr an, die Stärke der Bande betrug 100 bis 200 Mann. An Bewaffnung wurden festgestellt: 4 MG, darunter 1 sMG, mehere MP und Karabiner. Der Versuch der Bande, das Kommando einzukreisen, und einbrechende Dunkelheit, zwang das Kommando, sich in südlicher Richtung abzusetzen.

    Verluste:

    Gendarmerie:

    Bez.-Leutnant d.Gend. BRUNNER, Gend.-Posten Bilgoraj, gefallen.

    Oberwachtmeister d.Gend.d.Res. FURCHE, Gend.-Posten Bilgoraj, durch Armschuss verwundet.

    Wehrmacht:

    1 Leutnant verwundet und 1 Soldat gefallen.

    Polnische Polizei:

    2 polnische Polizisten verwundet.

    Tote und Verwundete konnten noch nicht geborgen werden. Zur Bergung dieser und weiteren Verfolgung der Bande, wurde Truppenpolizei aus Zamosc und Bilgoraj eingesetzt.

    In der Nachtragsmeldung wurden weitere Aufklärungsergebnisse und Berichtigungen bekanntgegeben:

    Die Bande, etwa 120 Mann stark, war in den frühen Morgenstunden abgezogen. Die 3 Gefallenen und alle Verwundeten konnten geborgen werden. 2 polnische Polizisten werden noch vermisst. Der Lagerplatz der Bande wurde zerstört. Dabei wurden 1 Pferd, 7 Rinder und 3 Kälber sichergestellt. Bei den erwähnten Kraftfahrzeugen handelte es sich um Fahrzeuge der Fernkabelmeßstelle in Reichshof. Die Insassen waren 4 Angehörige der Fernkabelmeßstelle, von denen 3 leicht und 1 schwer verletzt wurden. Der Schwerverletzte ist im Krankenhaus Bilgoraj verstorben. Die Verwundetenzahl der Polizei änderte sich insofern, dass die Schutzpolizei 1 Verwundeten hat, während von der polnischen Polizei anstatt 2 nur 1 verwundet wurde.

    Der spätere Nachruf des Kommandeurs der Ordnungspolizei Lublin zum Tode BRUNNERS lautete:

    "Am 23. September 1943 fiel im Kampf mit Banditen im Walde zwischen Szegila und Ujiecze der Bez.-Leutnant d.Gend. Wilhelm BRUNNER, Postenführer des Gendarmerie-Postens Bilgoraj. Sein tapferes Verhalten im Bandenkampf fand durch Verleihung der Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse bereits Anerkennung. Im April 1943 im Bandenkampf verwundet, hat er jetzt in treuer Pflichterfüllung sein Leben für Führer und Vaterland gegeben. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren!"
    Wilhelm Brunner, geboren am 03.04.1896 in Wüstenweiler, soll in Bilgoraj beigesetzt worden sein.


    Beste Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Guten Abend Daniel


    Danke dir für diese zahlreichen Infos, sehr interessant. Wahnsinn was dort alles los war, schon nur in dem kurzen Zeitraum den du oben beschreibst... Hast du all diese Details aus dem Bundesarchiv? Da kann man nur erahnen was du alles an Material zum umwälzen hast..:)


    Der Grossvater meiner Frau war damals als Junge auch „bei den Leuten im Wald“ und hat sich versteckt aus Angst ins Reich geschickt zu werden. Und es hat ja im Netz auch wirklich einige interessante Infos auf Polnisch.. nur halt eben die Sprache sollte ich endlich mal richtig lernen ;) Google Translate ist halt nicht so das Wahre :)


    Bist du bei deinen Recherchen vielleicht mal auf Infos gestossen dass Abordnungen der Gendarmerie detachiert wurden zur Unterstützung von Umbettungskommandos der Wehrmacht während der Besatzungszeit?


    Viele Grüsse

    Jonas

  • Hallo Jonas,


    nein, das Bundesarchiv habe ich diesbezüglich noch nicht besucht, aber das steht mir sicherlich noch bevor. Meine vorliegenden Quellen stammen größtenteils aus polnischen Archiven.


    Leider habe ich zum Thema Umbettungskommandos noch nichts gefunden.


    Schon mal daran gedacht, dass Erlebte des Großvaters deiner Frau "bei den Leuten im Wald" zu Papier zu bringen oder in irgendeiner Form aufzuzeichnen?


    Polnische Sprache, schwere Sprache. Da ich ja selbst väterlicherseits polnischstämmig bin, dort sozusagen auch viel Familie habe und das Land oft bereise, versuchen ich und meine Partnerin ebenfalls schon seit einigen Jahren polnisch zu lernen. Bisher insgesamt nur mit mäßigem Erfolg. Man muss aber dazu auch ehrlich gesagt zugeben, der innere Schweinehund verhindert bessere Ergebnisse, wenn du verstehst was ich meine. ;)


    Liebe Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Guten Abend Daniel


    Die Idee ist grundsätzlich sehr Interessant, nur denke ich dass es am Schluss dann wohl nicht sehr viel wäre was ich zu Papier bringen könnte. Ich konnte ihn leider persönlich nicht mehr kennenlernen, er ist schon länger verstorben. Die wenigen Informationen die ich habe stammen von der Grossmutter. Ich konnte mit ihr ( mit Übersetzung ) ein paar wenige Gespräche führen bevor sie ebenfalls verstarb. Ansonsten ist das Wissen- und Interesse in der Familie leider nicht so vorhanden für diese Zeit, was ich ihnen jedoch absolut nicht verübeln kann angesichts dessen was sie über die Jahrzehnte gesehen und erlebt haben. Man hatte schlichtweg andere Sorgen und Probleme anstatt sich mit der Vergangenheit zu befassen.


    Verstehe, ist ja interessant :) Dann bist du manchmal auch dort in der Region? Ich weiss nicht wie du es erlebt hast aber ich habe allgemein die Erfahrung gemacht dass sich die Leute dort entweder mit grossem Interesse für die Thematik interessieren oder praktisch überhaupt nicht. Es ist immer ein durchfragen.


    Und ja, Polnisch lernen wäre definitiv wünschenswert. Dass der Schwiegervater perfekt deutsch spricht motiviert den inneren Schweinehund dann natürlich eher weniger ;)


    Liebe Grüsse

    Jonas

  • Hallo Jonas,


    alles gut, kein Problem.


    Nein, nicht in dieser Region. Ein Teil meiner Familie stammt aus der Nähe von Rawicz (Rawitsch), das liegt etwa zwischen Leszno (Lissa) und Wroclaw (Breslau).


    Nun ja, grundsetzlich gebe ich Dir recht. Es hängt aber generell davon ab, worüber man in Polen spricht bzw. diskutiert.

    Die Shoa z.B. oder das Verhältnis von Polen und Juden war/ist mitunter bekanntlich problembehaftet, denn ein großer Teil der polnischen Bevölkerung hat sich damals in unterschiedlicher Form am Judenmord beteilgt oder ihn zumindest unterstützt. Antisemitismus, besonders in den ländlichen Regionen, war/ist immer noch weit verbreitet. Zu diesem Thema wirds dann mitunter meistens schwierig, ich hoffe du verstehst was ich meine. Polen hat verständlicherweise große Schwierigkeiten damit einzugestehen, dass sie als Opfervolk auch Täter waren. Ich möchte das Thema aber an dieser Stelle jetzt nicht näher erläutern oder weiter darauf eingehen. Denn dieser Thread soll sich weiterhin hauptsächlich mit der dt. Gendarmerie beschäftigen, gern auch bezüglich Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei (Stichwort: granatowa policija).


    Zum meinerseits angesprochenen angespannten Verhältnis zwischen Polen und Juden siehe weiterführend:

    Engelking/Hirsch, Unbequeme Wahrheiten - Polen und sein Verhältnis zu den Juden

    Pufelska, Die Judäo-Kommune - Ein Feindbild in Polen

    Sauerland, Polen und Juden - Jedwabne und die Folgen

    Berger, Zwischen Hass und Mitgefühl - Jüdische Autonomie in Polen nach der Shoa 1945-1949 und die Hintergründe ihres Scheiterns

    Dahlmann/Hilbrenner, Zwischen großen Erwartungen und bösem Erwachen - Juden, Politik und Antisemitismus in Ost- und Südosteuropa 1918-1945


    Speziell zum Thema Jedwabne:

    Jan T. Gross, Nachbarn - Der Mord an den Juden von Jedwabne

    Dimitrow/Marchewicz/Szarota, Der Beginn der Vernichtung - Zum Mord an den Juden in Jedwabne und Umgebung im Sommer 1941 - Neue Vorschungsergebnisse polnischer Historiker

    Deutsch-Polnisches Informationsbulletin - Transidora - Die "Jedwabne-Debatte in Polen" - Dokumentation

    Bikont, Wir aus Jedwabne - Polen und Juden während der Shoah


    Liebe Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited once, last by Policeman ().

  • Guten Abend Daniel


    Hast recht, bin da auch ein bisschen vom Thema abgeschweift :)


    Danke dir auf jeden Fall für die zahlreichen Quellenangaben. Ich verstehe genau was du meinst ja. Dieses Thema anzusprechen ist sehr schwierig, man sieht das aktuell zum Beispiel gerade an der Diskussion rund um den Film „Unsere Mütter, unsere Väter“.


    Gerade die Rolle der blauen Polizei ist jedoch durchaus interessant und tragisch zugleich, hatte jedoch bisher in Polen nie tiefergehende Gespräche darüber führen können. Wirst du in deiner Arbeit auf die Zusammenarbeit zwischen blauer Polizei und Gendarmerie auch eingehen? ist ja wirklich ein spärlich beleuchtetes Thema.


    Liebe Grüsse

    Jonas

  • Hallo Jonas,


    alles gut, abschweifen ist hier durchaus erwünscht. :thumbsup: Wollte halt nur nochmal kurz darauf hingewiesen haben, sich jetzt nicht zwangsläufig und tiefgründiger in diesem Thread mit dem Thema Antisemitismus in Polen 1939-1945 auseinanderzusetzen, denn der Schwerpunkt soll weiterhin, wie der Titel schon sagt, bei der Gendarmerie bleiben. Wer dennoch Interesse verspürt an einer weiterführenden Diskussion, kann ja dazu ein neuen Thread eröffnen. Kein Problem denke ich, niemand hindert einen daran, dazu ist dieses Forum da. Ansonsten richtig, der deutsche TV-Mehrteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" hat das eh schon kontrovers geführte Thema in Polen nochmal kräftig aufgeheizt.


    Wirst du in deiner Arbeit auf die Zusammenarbeit zwischen blauer Polizei und Gendarmerie auch eingehen? ist ja wirklich ein spärlich beleuchtetes Thema.


    Ja, definitiv, wird sich nicht umgehen lassen. Denn die polnische blaue Polizei (granatowa policija) war der deutschen Gendarmerie unterstellt. Das heißt, sie hatte die Oberaufsicht und Koordination über die polnische Polizei inne. Es gibt dazu auch schon ein paar wissenschaftliche Arbeiten, welche aber größtenteils nur in englischer oder polnischer Sprache veröffentlicht wurden. Ein Problem für mich, wie oben bereits erläutert, da ich der polnischen Sprache nur bedingt mächtig bin.


    Hier exemplarisch eine zusammengefasste deutsche Rezension für drei interessante polnische Arbeiten zum Thema:

    https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-16103


    Brauchbar, bezüglich Motivation etc. der Polen ist, ist auch der der Beitrag von


    Klaus-Peter Friedrich, Zusammenarbeit und Mittäterschaft in Polen 1939-1945, in: Koorperation und Verbrechen - Formen der "Kollaboration" im östlichen Europa 1939-1945, S.113-150.


    Liebe Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Grüss dich Daniel


    Danke für die Links.. sehr interessante Arbeiten, die waren mir so nicht bekannt.. 👍👍


    Bin auf jeden Fall gespannt was da bei dir irgendwann alles rauskommt 😊 Wünsche dir viel Erfolg damit.. 😎🤘


    Sollte ich noch Fragen zur Gendarmerie haben weiss ich ja wohin damit dann.. ;)


    Liebe Grüsse

    Jonas