Sturmgeschütz-Brigade 279

  • Hallo

    Mein Opa diente in der 1. und 3. Batterie Sturmgeschütz-Brigade 279, laut Angaben aus der russischen Gefangenschaft war er zuletzt
    Oberfeldwebel und Kommandant eines Sturmgeschütz. Im April bis Mai 1944 war er auch in Sewastopol.
    Weiß vielleicht jemand bitte, was für Sturmgeschütze diese Einheit hatte?
    Vielen Dank für Eure Mühe im Voraus.

    MfG Danielo

  • Hallo Danielo,

    Die Sturmgeschützbrigade 279 war hauptsächlich mit dem Sturmgeschütz III ausgerüstet, das über eine 7,5 cm-Sturmkanone 40 L/48 verfügte.
    In den Monaten April/Mai 1944 war die Brigade effektiv auf der Krim und bei Sewastopol eingesetzt; die Brigade verteidigte Anfang Mai 1944 zusammen mit der Sturmgeschützbrigade 191 die Nordseite von Sewastopol. Anfang Mai 1944 gab die Brigade ihre restlichen Sturmgeschütze und Fahrzeuge an die Sturmgeschützbrigade 191 ab. Der Kommandeur der Brigade, Hauptmann Hoppe, flog nach Deutschland zurück, um die Neuaufstellung der Brigade zu übernehmen. Aus dem verbliebenen Personal der Brigade wurden 2 Panzer-Zerstörer-Kompanien gebildet, die mit Panzerfäusten und Ofenrohren ausgerüstet waren :
    - Die 1. Kompanie unter der Führung von Oberleutnant Stocher
    - Die 2. Kompanie unter Führung von Oberleutnant Heise
    Nach Beginn des russischen Grossangriffs auf Sewastopol am 08.05.1944 erlitten beide Kompanien schwere Verluste und hatten alleine am 09.05.1944 60 Tote und Vermisste zu beklagen. Im Anschluss erhielten die restlichen Soldaten der Brigade die Erlaubnis die Krim zu verlassen und wurden am 11.05.1944 von dem ungarischen Frachter "Tisza" nach Konstanza (Rumänien) gebracht. Von dort ging es im Bahntransport nach Deutsch-Eylau (Ostpreussen). Am 22.05.1944 meldete sich dort Oberleutnant Heise mit nur noch 48 Soldaten.
    In Deutsch-Eylau erfolgte die Neuaufstellung der Brigade bei der Surmgeschütz-Ersatz-Abteilung 600, die Brigade erhielt dort am 19.07.1944 wieder 22 Sturmgeschütze 40 und 9 Sturmhaubitzen 42.
    Gruss

    Wolfgang

    Quellen :
    - Sturmgeschütze - Die Panzer der Infanterie von Franz Kurowski und Gottfried Tornau
    - Sturmartillerie Band I von Didier Laugier.

  • Hallo Danielo,

    Noch ein kurzer Nachtrag :
    Die Sturmgeschützbrigade 279 hatte normalerweise 31 Sturmgeschütze in ihrem Bestand.
    Am 31.12.1943 verfügte die Brigade über 26 einsatzbereite Sturmgeschütze III und über 7 Sturmgeschütze III in Reparatur.
    Gruss

    Wofgang

  • Hallo an die Herren,

    Mein Großvater auch hat der in Brigade 279 gekämpft und den Kriegsverlauf, sowie die Nachkriegstreffen der Brigade festgehalten. Falls das hier noch jemanden erreicht und Interesse besteht es zu lesen, meldet euch doch gern.

    Besten Gruß

    Markus

  • Hallo Markus

    Mein Großvater auch hat der in Brigade 279 gekämpft und den Kriegsverlauf, sowie die Nachkriegstreffen der Brigade festgehalten. Falls das hier noch jemanden erreicht und Interesse besteht es zu lesen, meldet euch doch gern.

    Ich denke, dass sehr großes Interesse an den Aufzeichnungen Deines Großvaters besteht. Also her damit!

    Grüße von Karl

  • Das sind ca 250 Seiten. Wie lade ich die am besten hoch? Als Fotografien sind die Dateien zu groß. Oder kommt jemand aus dem Kreis Lippe und würde das einscannen, dann könnte man es als pdf verschicken.

    Das Buch behandelt die Jahre 1921-1996. Im letzten Drittel geht er nur noch auf die Nachkriegszeit, Ost Flucht und politischen Geschehnisse aus seiner persönlichen Sicht ein.


    Besten Gruß

    Markus

  • Das Buch teilt sich auf in

    Vorwort

    die Jahre 1921-1939

    der Krieg 1939-1945

    die 50ziger Jahre nach dem Krieg von 1945-1996.

    Der Kriegsteil sind ca 100 Seiten. In dem Kapiteln davor und danach greift er immer wieder Kriegszeit und Verflechtung auf, um eine Dinge plausibler zu machen.

  • Seite 4

    Ich werde den Bericht nicht auf meine Person konzentrieren, sondern meine Person soll die Geschehen der Zeit am Rande begleiten. Da ich kein aktiver Schreiber bin, wird der Bericht wohl auch etwas aus dem Rahmen und dem üblichen Schreibstil fallen. Ich werde Sprünge machen von der Gegenwart in die Vergangenheit oder in die Zukunft, aber ich werde immer wieder zu dem anliegenden Thema zurückfinden.

    Der Bericht gliedert sich in vier Gruppen:

    2.

    3.

    4.

    Vorwort

    Die Jahre von 1921 - 1939

    Der Krieg von 1939 - 1945

    Die 50-zig Jahre nach dem Krieg von1945 - 1995

    Den Bericht schreibe ich für die Kameraden meiner Brigade und für alle ehemaligen Soldaten. "Was soll's" wird manch einer von Euch sagen; so oder so ähnlich haben wir es ja alle erlebt. Aber wir alle haben Kinder und Enkelkinder, die über die Vergangenheit nichts wissen und über die Schule und Medien auch nicht authentisch unterrichtet werden. Vielleicht fällt einem von ihnen der Bericht in die Hände, und sie fangen einmal an zu fragen,

    "Wie war das denn damals wirklich?"

    Da gab es die Frage des amerikanischen jungen Mannes an seinen Vater:

    "Schämt ihr euch eigentlich nicht, wenn ihr über eure Heldentaten im Krieg gegen Deutschland schwärmt? Nehme ich die Weltkarte in die Hand, dann habe ich Schwierigkeiten das kleine Deutschland zu finden. Trotzdem hat die ganze Welt mit ihrer Übermacht an Menschen und Material fünfeinhalb Jahre gebraucht, um Deutschland zu besiegen. Was für ein Volk, was für Soldaten müssen das gewesen sein?"

    Was wollen wir denn? Wir wollen, daß unsere Nachkommen diejenigen fragen, die die Zeiten damals mit erlebt haben, und daß sie nicht auf Märchenerzähler hören.

    Märchenerzähler gibt es zwar auch in unserer Generation - so mancher hatte und hat einen Persilschein nötig, um seine stramme Vergangenheit zuzudecken -. Wir wollen aber nichts zudecken, sondern wir wollen aufdecken.

    /5

  • Seite 36

    1939 - 1945

    So freundlich wie das Jahr 1938 - nach Abschluß des Münchner Abkommens - zu Ende ging, so unfreundlich begann das Jahr 1939. Was war in der Auslandspolitik in Deutschland offen und geheim geschehen? Der französische Ministerpräsident Eduard Daladier und sein Außenminister Pierre Flandin wagten, nicht ohne Unterstützung Englands, militärisch gegen Deutschland vorzugehen, weil sie in völliger Verkennung der Tatsachen Deutschland für militärisch zu stark hielten.

    Die Gründe für diese Fehleinschätzung sind aus heutiger Sicht geradezu lächerlich. Sie entsprechen der Einstellung Lloyd Georges, die diesen schon ein Jahr vorher zu peinlichen Zungenfehlern in seiner Rede vor dem britischen Unterhaus verführten. 7/16

    Als Italien Abessinien überfallen hat empörte er sich vor dem Unterhause: "Hat Deutschland Abessinien überfallen? Hat Deutschland jeden Grundsatz des Völkerrechts verletzt? Hat Deutschland eine Aggression begonnen? Hat Deutschland sogar völkerrechtswidrig Giftgas zur Niederwerfung Abessiniens eingesetzt?" Entgegen allen Gepflogenheiten des britischen Parlaments sprang Sir Archibald Sinclar von seinem Sitz auf und fiel dem alten Herrn einfach ins Wort: "Der sehr ehrenwerte Gentlemen meint doch wohl nicht Deutschland, sondern Italien?"

    7/14

    Lloyd George wiederholte seine Rede nochmals und setzte nun für das Wort Deutschland Italien ein. So machten die alten Herren politisch einen Fehler nach dem anderen.

    England war nicht bereit, wegen der Rheinlandbesetzung, für Frankreich einen Krieg zu beginnen. So wie Hitler ein Englandfan war, so war der damalige Kaiser von Indien und König von Großbritannien Edward VIII. ein Fan von Hitler.

    Am 15. November 1995 erschien ein Bericht über Edward VIII. in der Zeitung. Man nennt ihn in diesem Bericht einen Verräter, der mit Deutschland zusammengehen wollte. Ein halbes Jahr später mußte er die Krone abgeben, weil er eine bürgerliche heiratete. Churchill habe in letzter Minute eingegriffen und Edward aus dem Land geschafft. In den folgenden Jahren soll er versucht haben, mit Hitlers Hilfe die Krone zurückzubekommen. Aus den Unterlagen geht hervor, Edward habe sich an England rächen wollen. -- Man wollte mich nicht als König, nun werde ich als Führer zurückkehren. --4/15/11

    1.37

  • Wenn man nun die bereits angeführten Auslandsorganisationen mit in Betracht zieht, dann kann man schon die Sorgen der alten Weltkriegspolitiker verstehen. Die Rückkehr des Saargebietes und der Anschluß Österreichs ließen unterschwellig den Haß gegen Deutschland weiter kochen. Als am 30. September 1938 das Münchner Abkommen unterzeichnet wurde, war für die Gegner Deutschlands der Siedepunkt erreicht. Was war nun an Deutschlands Ostgrenze los?

    Als Hitler an die Macht kam regierte in Polen Marschall Pilsudski. Er führte als Staatschef 1919 und 1920 erfolgreich Krieg gegen die Sowjetunion und konnte damals Polen vor sowjetischer Besetzung bewahren. Das in Deutschland ein nationalsozialistische Regierung an die Macht kam, war Pilsudski nicht unangenehm. Zwischen Polen und Deutschland wurde ein Friedens- und Freundschaftsvertrag geschlossen, der das Ziel hatte die strittigen Objekte - Danzig und die Korridorfrage - friedlich zu lösen.

    Danzig wurde durch das Versailler Diktat 1920 ohne Abstimmung vom Deutschen Reich abgetrennt und als Freistaat dem Völkerbund unterstellt. Nachdem Vertrag zwischen Polen und Deutschland sollte die Bevölkerung entscheiden, ob sie nach Deutschland zurück wollten oder nicht. Für den Korridor sollte eine feste Bahnverbindung zwischen Deutschland und Ostpreußen geschaffen werden.

    Leider verstarb Marschall Pilsudski 1935. 75 Sein Außenminister Oberst Beck, der 1934 den Deutsch-Polnischen-Nichtangriffspakt schloß, änderte sofort nach dem Tod Pilsudskis die politische Marschrichtung. Er entwickelte sich offen zu einem Deutschenhasser der aber eigentlich schon immer war, gebremst wurde er vorher nur durch Marschall Pilsudski. Sein neuer polnischer Staatschef Präsident Moseiki läßt ihn an der langen Leine laufen.

    Kurz vor Jahresende, am 06. Dezember 1938, wird in Paris ein Freundschaftspakt zwischen Deutschland und Frankreich geschlossen. Mit diesem Pakt erkennen beide Staaten die Grenzen, die gegenwärtig zwischen ihnen verlaufen, als endgültig an und vereinbaren, Konflikte die auf internationaler Ebene entstehen gemeinsam friedlich zu lösen. 7/59

    Die Welt atmet Ende 1938 auf, denn oberflächlich gesehen war der Frieden gerettet.

    Nachdem Deutschland den Weststaaten immer wieder erklärt hatte keine Forderungen irgendwelcher Art an sie zu haben, bestand nunmehr nur noch die Forderung einer Volksabstimmung in Danzig, das unter internationaler Verwaltung stand, und der Bau eines Verbindungsweges nach Ostpreußen.

  • Am 26. Januar 1939 fährt der deutsche Außenminister Ribbentrop nach Warschau, um mit dem polnischen Außenminister Oberst Beck über eine Rückkehr Danzigs zu Deutschland und den Bau einer exterritoralen Eisenbahn- und Autobahnlinie durch den

    "polnischen Korridor" zur verhandeln. Rippentrop verlangt nicht die Rückgabe der von Polen annektierten deutschen Ostgebiete, sondern nur eine Verkehrsverbindung durch dieses Gebiet. Wie zurückhaltend und wie berechtigt diese Forderung war zeigt am besten ein Vergleich mit den Forderungen, die die deutsche Opposition um Goerdeler später im Krieg stellt, zu einer Zeit, als das Kriegsglück sich schon längst von Deutschland abgewandt hatte. Goerdeler forderte die Wiederherstellung der Reichs-grenze von 1914. 7/60

    So beginnt das Jahr 1939 mit lauten Mißtönen im internationalen Orchester. Frankreich und England schließen mit Polen einen Beistands- und Freundschaftspakt mit dem sich jeder verpflichtet dem anderen im Kriegsfall beizustehen. Dies war ein Freibrief für die aggressive polnische Regierung. Wenn Polen jetzt Deutschland angreifen würde, müßte England Polen dabei noch helfen. Ob der britische Premierminister Chamberlain das gewollt hat ist zu bezweifeln, denn er war einer der Politiker, die aufrichtig den Frieden wollten.

    Die Regierung Der Obersten" - wie die polnische Regierung im eigenen Land genannt wurde - hat ihren Vorteil gleich erkannt und handelte danach. Sofort nach der britisch-französischen Garantieerklärung begann in Polen eine wütende Hetze gegen Deutsch-land. Die deutschen Forderungen - die Rückkehr Danzig durch freie Wahlen sowie der Verbindungsweg zwischen Deutschland und Ostpreußen - wurden abgelehnt.

    In den polnischen Zeitungen erschienen nun maßlose Forderungen: Danzig solle von Polen besetzt werden. Die polnische Armee solle in Ostpreußen einmarschieren und diesen Teil Deutschlands annektieren. Polens Grenze müsse bis an die Oder vorverlegt werden. Auf Versammlungen ging man sogar noch weiter und stellte Forde-rungen, die schon an Wahnwitz grenzten. Nicht die Oder, nein die Elbe sollte Polens Westgrenze sein. Berlin sei keine deutsche, sondern eine slawische, polnische

    Ansiedlung.

    Die Polen beginnen mit einer Teilmobilisierung. Plakate erschienen an den Hauswänden "AUF NACH BERLIN".

  • Nun stand nur noch ein Staat abseits, die Sowjetunion. 7164 Englische und französische Unterhändler versuchten Stalin auf ihre Seite zu ziehen. Was aber niemand wußte war, das auch deutsche Unterhändler mit Stalin verhandelten. Da die polnische Regierung in den Verhandlungen den russischen Truppen im Falle eines Krieges das Betreten polnischen Gebietes nicht gestatten wollte, sahen die Sowjets keinen Grund, Polen im Kriegsfall zu unterstützen. Stalin sah seinen Vorteil an der Seite des faschistischen Deutschlands. Er sah es als Beleidigung an wie die Westmächte die Verhandlungen mit der Sowjetunion führten. Immer wieder zögerten sie

    handlungen.

    Verhandlungen hinaus und schickten rangniedrige Offiziere zu solch wichtigen Ver-

    Was aber will Stalin mit seinen Anbiederungen und plötzlichen geheimen Einlenken von Deutschland? Stalin will seinem Reich einen großen Teil Polens einverleiben. Das kann er aber nicht mit England und Frankreich, sondern nur gemeinsam mit Deutsch-land. 7/66

    Hitler stellt an Polen keine neuen, weitergehenden Forderungen als bisher. Die Haltung der polnischen Regierung, gestärkt durch das Beistandsbündnis mit Frankreich und England, nimmt immer krasserer Formen an. Bei einer Truppenparade zum Nationalfeiertag in Warschau wird jeder neue Truppenteil von der Menge mit Sprechchören bejubelt. "Auf nach Danzig" - "Vorwärts nach Berlin". Die Redner sprechen auf Versammlungen offen darüber, daß die deutschen Forderungen Krieg bedeuten würden. Das lächerliche deutsche Heer, zusammengesetzt aus der unterernährten Generation des Versailler Vertrages, mit seinen albernen Panzerattrappen aus Pappe, werde man in Berlin zusammenschlagen. Die deutsche Wehrmacht werde im Berliner Grunewald so vernichtet werden wie der deutsche Ritterorden 1412 bei Grünwald (der polnische Name für Tannenberg).

    Nach diesen Provokationen gibt Hitler der deutschen Presse die Berichterstattung über die Verfolgung der Deutschen in Polen, die bisher von ihm verboten war, frei. Da die polnische Regierung offensichtlich keine friedlichen Verhandlungen will, sondern den Krieg, entschließt sich Hitler mit den Bolschewisten zusammenzugehen. Nun bereitet sich auch Hitler auf den Krieg vor. 1166

    Es zeigt sich in dem nun kommenden Krieg wie die polnischen Soldaten von ihrer Regierung betrogen wurden. Mit Kavallerie und Lanzen wollten sie den deutschen Pappanzern den Garaus machen. Ein schlimmes Erwachen mußte folgen, als sich die Pappe als Stahl erwies. 7/68

    Die Seiten 36-39. ich lade die Sachen nach und nach hoch damit es nicht zu unübersichtlich wird

    Besten Gruß

    Markus

  • Seite 40

    Aber soweit ist es noch nicht. Noch immer verhandeln die westlichen Militärexperten mit dem sowjetischen Kriegsminister Marschall Woroschilow, aber die Verhandlungen kommen nicht voran. Zwar haben die beiden westlichen Regierungen, ohne die betreffenden Länder auch nur zu fragen, den Sowjets im Verlauf der langen Moskauer Verhandlungen zugesichert, daß die Sowjetunion "Schutzmacht" der baltischen Länder sei und ungestört ihre Interessen in diesen Ländern wahrnehmen könnte. Nun, England und Frankreich sind weit vom Schuß, was nützt also Stalin eine solche Zusicherung?

    Deutschland könnte eine solche Zusicherung geben, diese hätte dann realen Wert.

    Am 22.08.1939 fliegt der deutsche Außenminister von Ribbentrop nach Moskau und unterzeichnet dort den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. 7169

    In Polen wäre man entsetzt, wenn man wüßte was Deutschland und die Sowjetunion in Moskau vertraglich festgelegt haben. Der Text des Nichtangriffspaktes wird zwar in den Zeitungen veröffentlicht, nicht aber das geheime Zusatzprotokoll. Hitler hat sich, obwohl es ihm ursprünglich nur um die Rückkehr Danzigs und den Verkehrsweg durch den polnischen Korridor gegangen ist, mit Stalins Forderung nach einer völligen Vernichtung und Aufteilung Polens abgefunden. 7/69

    In den folgenden Tagen jagt eine Verhandlung die andere. In aller Welt setzen sich Regierungen ein, um doch noch eine friedliche Lösung herbeizuführen. Nur leider ist die polnische Regierung nicht an einer friedlichen Lösung interessiert. Sie weißt ihren Botschafter Lipski in Berlin an: "Lassen Sie sich unter keinen Umständen in sachliche Diskussionen ein. Wenn die Reichsregierung mündliche oder schriftliche Vorschläge macht, müssen Sie erklären, daß Sie keinerlei Vollmacht haben solchen

    Vorschlägen entgegenzukommen". 1172

    Diesmal wird niemand mehr die Kriegsmaschine aufhalten können!!

    Am 01. September 1993 erklärt Hitler vor dem deutschen Reichstag: "Ich habe mich nun entschlossen mit Polen in der gleichen Sprache zu reden die Polen seit Monaten uns gegenüber angewandt hat". Seit 05.45 Uhr wird geschossen. Am Abend zuvor haben S.D.-Leute (W.o.L.) den deutschen Sender Gleiwitz überfallen - in polnischen Uniformen (W.o.L.).

  • Am 03. September 1939 erklären England und Frankreich Deutschland den Krieg. 1/73 Deutschlands Verbündeter Italien halt sich heraus. Es wiederholt sich eben alles. Im 1.

    Weltkrieg hat Italien die Seite Deutschlands verlassen und sich mit Deutschlands Gegner verbündet, als es nichts zu gewinnen gab. Auch zu dieser Stunden war die Lage Deutschlands nicht gerade rosig. Das war Grund genug für unseren heldenhaften Verbündeten Italien erst einmal abzuwarten wie die Dinge sich entwickeln.

    Die Teilnehmer des 1. Weltkrieges sahen das sogenannte Achsenpaket schon bei seinem Abschluß mit skeptischen Augen an. Keine Hurrastimmung, wie es 1914 der Fall war, ertönte in den nun kriegführenden Ländern. Ob in London, Paris, Moskau oder Berlin, Erst und Bedrückung zeichneten die Gesichter der Menschen. Die Meisten ahnten, daß die Zeit, wo Kriege auf den Schlachtfeldern ausgetragen werden, vorbei ist. Dieser Krieg und das wußten viele, würde keinen Unterschied zwischen Front und Heimat, zwischen Soldaten und Zivilisten machen.

    Nur in einer europäischen Hauptstadt herrschte Hochstimmung. Schreckliche Ironie der Geschichte. Es ist die Stadt, die als eine der ersten die Schrecken des Krieges zu spüren bekommt. Monatelang vorher wurden, in dieser Stadt mit Plakaten auf denen kriegerischen Marschparolen zum Krieg gegen die Hauptstadt des Nachbarlandes (Berlin) aufriefen, die Emotionen der Einwohner geschürt. In dieser Stadt haben verantwortungslose Politiker Reden gehalten, in denen die Einverleibung riesiger Gebietsteile des Nachbarlandes gefordert wurden. Nur in dieser Stadt gab es auf den Straßen und Plätzen eine begeisterte Menge, die von einem schnellen Sieg über Deutschland überzeugt waren.

    Es war WARSCHAU, die Hauptstadt Polens.

    Das Erwachen für Warschau, für ganz Polen, ist schrecklich und es kommt schnell.

    Wieder wird das polnische Volk belogen. Die Zeitungen berichten, daß die polnischen Truppen sich angeblich schon auf dem Marsch nach Berlin befänden. Presse und Rundfunk geben den schnellen Vormarsch der Franzosen, den Durchbruch durch den Westwall und die Einnahme von Karlsruhe bekannt. Das Gegenteil war die Wirklich-keit.

  • Deutsche Truppen waren überall auf schnellem Vormarsch in Polen. Die polnische Armee, die den Lügen ihrer "Regierung der Obersten vertraute und im Glauben einer durch den Versailler Vertrag unterernährten Generation mit Panzern aus Pappe im Kampf gegenüber zu stehen, wurde schnell eines Besseren belehrt.

    Am 01. September 1939 begann der Krieg und schon am 05. September 1939 flüchtete die polnische Regierung aus Warschau an die rumänische Grenze nach Lublin, damit sie sich schneller ins Ausland absetzen konnte. Innerhalb von 2 Tagen hat die deutsche Luftwaffe die polnische vernichtet. Die Panzerattrappen stürmen unentwegt mitten durch die Gegner. Der Begriff Kesselschlacht entstand. Die deutsche Armee marschierte und marschierte in einem Tempo, in dem noch keine Armee der Welt marschiert war.

    Am 14. September 1939 gibt der Pressechef der polnischen Regierung bekannt: "Rette sich wer kann". Die Ersten, die in ihren Wagen zur rumänischen Grenze jagen, sind die polnischen Heerführer und Staatsmänner, Präsident Moscicki und Außenminister Beck an der Spitze. Das polnische Volk sowie die Soldaten können sich nicht retten.

    Die von Osten einrückenden Sowjets treffen kaum auf Gegenwehr und die polnischen Soldaten fliehen auf die Deutschen zu, nach dem Motto lieber bei den Deutschen als den Sowjets in Gefangenschaft. Der Feldzug der 18 Tage geht zu Ende. Nur kleine Kampftruppen leisten noch Widerstand in Warschau, der Festung Modlin und auf der Halbinsel Hela. Die letzten Kämpfe endeten am 06. Oktober 1939 bei Kock. 7/80

    Am 06. Oktober 1939 machte Hitler den beiden Westmächten ein Friedensangebot, in dem er vor dem deutschen Reichstag die Vorfälle die zum Krieg führten noch einmal erklärt. Des weiteren wiederholt er nochmals, daß Deutschland keinerlei Forderungen an eines der beiden Länder habe. 7/82

    Was soll nun der weitere Krieg bringen, die Wiederherstellung Polens? Dann müßten sie ja auch der Sowjetunion den Krieg erklären, denn diese ist ja zur gleichen Zeit in Polen einmarschiert und dabei mit Genehmigung der Westmächte, die drei Balkanstaaten Estland, Lettland und Litauen mit eingenommen.

    Die Seiten 40-42