Blutspende und Bluttransfusion in der Wehrmacht

  • Hallo,


    anbei ein Presseartikel zum Thema "Blutspender im Krieg", als Autor ist ein Dr. H. Woltereck genannt.
    Quelle: Neues Wiener Tagblatt Nr. 212 vom 3.August 1940, Seite 4


    Gruß, J.H.

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    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,


    der Begriff Rhesusfaktor wird nicht genannt - der wurde in dem Jahr von Karl Landsteiner, Philip Levine und Alexander Solomon Wiener in den USA entdeckt und half, gefährliche Komplikationen bei Blutspenden zu vermeiden.
    Aber da die Entdecker den Namen nach nicht dem dt. Rasseideal entsprachen, wollte Herr Dr. Woltereck, Herausgeber von Büchern wie "Erbkunde, Rassenpflege, Bevölkerungspolitik. Schicksalsfragen des deutschen Volkes" bestimmt nichts davon hören....


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Guten Morgen,


    selbst wenn die Problematik einer Rhesus-Unverträglichkeit dem Verfasser bekannt gewesen ist,
    war sie in einer Kriegssituation damals zu vernachlässigen.


    1. Nur 15% der europäischen Bevölkerung sind rhesus-negativ.


    2. Eine Reaktion einer rhesus-negativen Person tritt nur nach vorheriger Antikörperbildung auf.
    Das heißt, dass bereits eine Transfusion mit Rhesus-positivem Blut einige Zeit vorausgegangen sein muss.
    (Eine entsprechende Konstellation wäre auch nach einer Schwangerschaft möglich.)


    Gruß Christa


    PS.: Hallo Johann, der Artikel geht ja wohl noch weiter. Kannst Du auch noch die andere Seite einstellen?
    Danke Christa


  • PS.: Hallo Johann, der Artikel geht ja wohl noch weiter. Kannst Du auch noch die andere Seite einstellen?


    Hallo Christa,


    leider besteht der komplette Artikel tatsächlich nur aus dem oben eingestellten Abschnitt.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,


    anbei ein PK-Bildbericht zum Ablauf des (idealisiert dargestellten) Verfahrens einer Blutspende vom Spender bis zum Empfänger an der Front.
    Quelle: Wiener Illustrierte Zeitung Nr. 30 vom 24.Juli 1940, Seiten 5,6 u. 7


    Gruß, J.H.

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    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Aber da die Entdecker den Namen nach nicht dem dt. Rasseideal entsprachen, wollte Herr Dr. Woltereck, Herausgeber von Büchern wie "Erbkunde, Rassenpflege, Bevölkerungspolitik. Schicksalsfragen des deutschen Volkes" bestimmt nichts davon hören....


    Hallo Thilo,


    nun viel wesentlicher für die Herrschaften der Wehrmacht dürften Landsteiners Entdeckung der Blutgruppen an sich, einige Jahrzehnte vorher gewesen sein. Auch wenn der Mann Jude war und in die USA ging. In der zeitgenössischen, medizinischen Literatur wird sein Name selbstverständlich als Entdecker genannt und niemand störte sich daran außer vllt ein Dr. Woltereck. Physiologie lässt sich nicht wegideologisieren. ;)


    Gruß


    Felix

  • Hallo zusammen


    ich habe hier ein Foto: Bluttransfusitionsgerät von Dr. Bucher.


    Dazu Zitat von Ernst Gerber aus: “Im Dienst des Roten Kreuzes” Schweizer Ärztemission II.WK.


    “Im Zimmer sieben soll ein bleicher junger Soldat Blut bekommen, wenn weiter Hoffnung auf sein Aufkommen bleiben soll.
    Diese erste Übertragung gelingt mir nicht ganz nach Wunsch, ich muss zufrieden sein, dass der Empfänger schließlich einen Drittel der köstlichen Flüssigkeit in sich hat.
    Der Rest agglutiniert (Verklumpung von Zellen im Blut) und verstopft mir Schlauch und Nadel. Die zwei Transfusion in Smolensk, bei denen ich zusehen konnte waren doch zu wenig,
    um den Ablauf jetzt schon einwandfrei zu beherrschen. Die jeweilige Reinigung und Sterilisation des Bucher-Gerätes gibt viel Arbeit. Mehr als ich dachte.
    Ist alles in Ordnung und für den nächsten Einsatz bereit ? Sind die drei verschiedenen Filter richtig eingelegt ? Zeit und Erfahrung werden die Sicherheit im Gebrauch dieser Erfindung bringen”.


    Offensichtlich wurde hier, an Soldaten ein neuartiges Gerät zur Bluttransfusion eingesetzt/erprobt?


    Gruß, many

  • Hallo many,


    danke für das Bild. Im Prinzip gab es mit Fortschreiten des Krieges einige dieser Geräte. U.a. auch von Siemens. Als großer Wurf wurde das von Viktor Schilling entwickelte Gerät gefeiert. Ich glaube das war 1938 noch vor dem Krieg. Er gilt heute als ein Nestor der deutschen Hämatologie. Er war auch für die Blutversorgung der Wehrmacht zuständig. Dafür war eine extra Einrichtung beim RKI angesiedelt.


    Beste Grüße


    Felix