Standort / Flugplatz 1. KG 51 im April Mai 1945

  • Ein Hallo an Alle!


    Durch hörensagen habe ich erfahren das zum Kriegsende ein Pilot der Luftwaffe sich sein Flugzeug ( oder ein verfügbares?) genommen haben soll,
    um damit nach Hause zu fliegen.
    Die Notlandung soll dann auf eine Wiese in der Nähe seiner Heimat erfolgt sein.
    Der Name : Wilhelm Batel
    Dienstgrad : mir unbekannt
    Einheit 1. / KG 51
    Flugzeugtyp der Einheit lt. www. Me 262
    Flug 1 am 03.06.1944 - Flug 72 am 08.05.1945


    Diese Daten sind ein Zufallsfund aus dem web.


    Die Geschichte von der Flucht des Piloten habe ich wie oben geschrieben schon von mehreren Quellen gehört.
    Allerdings war da immer die Rede von einer Propeller- Jagdmaschine, mal Me 109, mal Focke Wulf 190.


    In den " Geschichten aus dem Kateminer Mühlenbachtal" ist diese Geschichte auch mit ein paar Zeilen niedergeschrieben.
    ( Leider kann ich den Artikel nicht so schnell wiederfinden..)


    Die Briten hatten das Gebiet um den 22.04.45 schon besetzt und haben in Neu Darchau und Bleckede mit den Amis zusammen über die Elbe übergesetzt.


    Die Landung des Piloten Batel soll bei Pomoissel im LK Lüneburg passiert sein.


    Meine Frage an die Experten wäre:


    Wo war der letzte Feldflugplatz der 1. KG 51 in den letzten Kriegstagen ?


    Mit welchen Flugzeugtypen war das KG 51 ausgerüstet?


    Ist die Geschichte überhaupt glaubwürdig ?


    LG bfg

  • Hallo
    Im Buch "Kampfgeschwader 51 Edelweiss" ist der letzte Flug von Leutnant Bartel nach seinen Erinnerungen beschrieben.


    Gruß,Rene

  • Hallo Rene,
    Du machst es aber spannend!
    Was steht denn da? Kurze Inhaltsangabe wäre toll,
    weil es mich auch interessiert, ich mich aber nicht unbedingt auf die Jagd nach dem Buch machen möchte.


    Neugierige Grüße
    Christa

  • Moien,
    mehrere Flugzeugführer sind am 8. Mai 1945 mit der Me 262 auf von den Briten besetzten Flugplätzen in Norddeutschland gelandet. Der ein oder andere auch auf der "heimatlichen Wiese", in der aktuellen Ausgabe der frz. Avion gibt es einen Artikel darüber.
    h.

  • Hallo bfg,
    in dem von Rene angesprochenen Buch "Kampfgeschwader 51 Edelweiss" von Wolfgang Dierich, Stuttgart 1973, wird der Flug von Leutnant Wilhelm Batel auf den Seiten 242-243 beschrieben. Ein Foto von der Bauch gelandeten Me 262 mit der Kennung 9K+FB findet sich auf Seite 253.
    Batel startete am 08.05.1945-14:30 in Saaz zum Flug in den Berich von Lüneburg zum elterlichen Hof, in dessen Nähe er um 15:28 auf einem Getreidefeld landete.
    Gruß aflubing.

  • Hallo aflubing !


    Danke für Deinen Hinweis !


    Nur noch mal für die verortung des Feldflugplatzes: wo liegt Saaz ?
    Ist das in Mecklenburg oder Schleswig Holstein ? ( habe diesen Ortsnamen vorher noch nie gehört)


    Hallo Avia B 33!


    Ist das Zufall, das da gerade jetzt ein Artikel steht, oder ist das schon länger her?


    Kannst Du mir diesen Artikel schicken, bzw veröffentlichen ?


    Hallo Werne!


    Auch an Dich vielen Dank für den Hinweis !


    LG bfg

  • Danke Rene,


    ziemlich mutig mit einem Flugzeug voller Munition eine Notlandung hinzulegen.
    Erstaunlich auch, dass er allein flog. Interessant die Schilderung der "Friedenssituation" am 08.05.45.
    Und der Soldat hieß offenbar wirklich "Batel".


    Liebe Grüße
    Christa

  • Moien,


    8. Mai 1945


    Leutnant (Ing.) Wilhelm Batel, TO der I./KG 51, startet um 14.30h in Saaz (Zatec, Tschchei), landete um 15.28 bei Nahrendorf auf einen Acker.
    Me 262A-2a, Kennung 9K+FB, nach den britischen Fotos das F in grün und typisch KG 51 großformatig, im Gegensatz zur restlichen Kennung.
    Die Me gehörte zur 2./KG 51. Batel gehörte nicht zur Fliegertruppe, sondern er gehörte zur Sonderlaufbahn "Ingenieuroffiziere des Flugzeugswesen".
    Erkennen konnte man diese am Zusatz Ing. hinter dem Dienstgrad und den rosaroten Kragelspiegel mit Schwingen im Gegensatz zu den Fl-Ing. als Beamte der Luftwaffe. Die Me 262 hatte nur Munition für die vier 30mm MK 108 an Bord, es sind keine ETC erkennbar, so weit ich das sehen kann. Tarnanstrich ähnelt dem der Bf 109 zu Beginn des Westfeldzuges 1940, also oben Grün, ab mittlerer Rumpfebene hellgrau oder hellblau.
    h.

    Edited 3 times, last by AviaB.33 ().

  • Hallo Avia B33 !


    Danke für Deine Hinweise !


    Besitzt Du dieses Bild ? Kannst und darfst Du es hier einstellen ?


    Was bedeutet ETC in Deinem Text ?


    Ich hatte in einem früherem Beitrag mal von einer notgelandeten Me 262 bei Bahrendorf / Hitzacker berichtet.
    Das ist so knapp 10 km Luftlinie von Nahrendorf weg.
    Das soll sich im Frühjahr 1945 zugetragen haben. In der Schulchronik findet sich dazu leider kein Hinweis.
    Die Kirchenchronik wird unter Verschluß gehalten-- ist für mich nicht einsehbar.


    Noch mal zu Willi / Wilhelm Batel : der soll aus Lüben bei Pomoissel stammen. Beide Orte liegen dicht bei Nahrendorf.
    Lüben war schonmal ein Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen ;
    dort fand die sog. Göhrdeschlacht gegen dei sich zurückziehenden Truppen Napoleons statt.
    Eleonore Prochaska , eine als Mann verkleidete junge Frau wurde dort schwer verwundet und starb in Dannenberg.


    lg bfg

  • Hallo an alle !


    Ich habe noch etwas zu Lt. W. Batel herausgefunden :


    MItteilungsblatt VDI Grundlagen der Landtechnik Bd 32 von 1982


    Zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Ing Wihlem Batel,
    Leiter des instituts für landwirtschaftliche Grundlagenforschung
    der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig - Völkenrode


    Auszug :


    .. Prof. Batel wurde 1922 ( 03 November ?) in Lüben, Krs Lüneburg, geboren und wuchs dort
    im elterlichem Betrieb am Rande der Göhrde auf.
    Mit dem Abiturzeugnis der Oberrealschule in Uelzen beendete er Oster 1941 die Schule, und leistete
    anschließend bis 1945 Wehrdienst bei der Luftwaffe.
    Als Flugzeugführer und technischer Offizier kam er mit Spitzenerzeugnissen der damaligen Flugtechnik
    in Berührung, insbesondere als er in einer Versuchstruppe zur Erprobung von Flugzeugen mit Strahlantrieb
    unter Frontbedinungen eingesetzt war.


    Soweit der VDI Bericht.
    Von der waghalsigen Flucht, steht da übrigens nichts....


    LG bfg

  • Hallo zusammen,


    Quote

    Von der waghalsigen Flucht, steht da übrigens nichts....


    ......weil es immer noch Fahnenflucht war und sich nicht Gut in Vita macht.....oder schlicht vergessen. ?(

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,



    ......weil es immer noch Fahnenflucht war und sich nicht Gut in Vita macht.....oder schlicht vergessen. ?(


    Hallo Dieter


    Das ist Deine subjektive Meinung und m.M. nach Quatsch.
    Du solltest Dir noch einmal die damaligen Verhältnisse vom 8.5.1945 vor Augen führen. Am 7.5.1945 wurde die bedingungslose Kapitulation Deutschlands im alliierten Hauptquartier in Reims unterzeichnet.. Sie sollte am 8.5.1945 um 23.01Uhr in Kraft treten. Nach Bekanntwerden lösten viele Einheitsführer ihre Einheiten auf und entließen ihre Angehörigen. Es kam mehrfach vor, dass deutsche Flugzeugführer mit ihren Maschinen in Richtung Heimat flogen, gerade aus Gebieten, die den Russen oder Partisanen nahe lagen.
    Der Grund war wohl weniger eine Fahnenflucht als das Entgehen der Gefangenschaft. Verständlich oder?
    Diese letzte kleine Episode im Fliegerleben von Batel muss in seinem veröffentlichten Lebenslauf auch nicht genannt werden.


    Gruß, Rene

  • Hallo Rene,


    Quote

    Das ist Deine subjektive Meinung...


    das stimmt !


    Was du beschreibst stimmt alles und es ist alles auch Verständlich, aus der Situation heraus. Was aber auch richtig ist das wenn z.B. in einem solchen Fall auf einem
    "falschen" Flugplatz gelandet werden musste konnte das innerhalb von Stunden am Baum enden, weil eben in den Augen der Standgerichte trotz "Entlassung" das Fahnenflucht
    war. Für Urteile u. Vollstreckung kurz vor/nach "der Stunde 0" gibt es einiges.


    Quote

    ...und m.M. nach Quatsch.


    kann sein, aber solange ich mehr Richtig als Falsch mache kann ich sehr gut damit leben ;)

    Gruss Dieter

  • Hallo Dieter


    "Quatsch" ist sicherlich die falsche Wortwahl!
    Auch Du hast recht mit Deinen Ausführungen bezüglich der Standgerichte .Gerade mit diesen "Aussenlandungen" versuchten die Flieger etwaigen Unannehmlichkeiten Seitens der eigenen Leute als auch denen der Sieger aus dem Weg zu gehen.
    Gruß, Rene

  • Hallo !


    Erst einmal vielen Dank an alle, die mir geholfen haben Licht ins Dunkel zu bringen !


    Ich kannte die Geschichte ja nur als mündliche Überlieferung udn die war auch mit ein paar falschen Details ausgeschmückt.


    Mag mir denn jemand ein Bild von der notgelandeten Me 262 per PN schicken ?


    LG bfg