Wangerooge

  • Hallo Markus - es könnte sich bei diesen Bauwerk um das Freya- Gerät auf Wangerooge handeln . War dort 1940 im Einsatz


    Gruß - Achim - Alte61

    Suche alles über die Pz.Aufkl.Abtl. 14 der 14.PD in Litauen ab 15.08.1944

  • Hallo Markus,


    Quote

    Kann das Aufnahmedatum 05.08.1940 stimmen ?


    Nein, es handelt sich um die Besatzung einer Boston III Werksnummer AL746 Kennung MQ-S der 226 Sqd Heimatflugplatz Swanton Morley abgeschossen von dt. Nachtjäger am 26.7.1942 bei Langeoog.


    Quote

    Welche englischen Flieger werden da zu Grabe getragen ?


    Pilot Officer Harold Frederick Deck Beobachter 29 Jahre
    Sergeant Sidney Duckworth, Funker/ Bordschütze
    Sergeant Leslie Edward Caleb Oxley, Bordschütze 21 Jahre
    Pilot Office Victor Nelson Salmon (RCAF), Pilot 22 Jahre


    Alle vier ruhen heute auf der Kriegsgräberstätte Grossenkneten-Sage .


    Vergl. Commonwealth war grave commission/ Kracker


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    anliegend aus Wikipedia eine gute Übersicht über die "Festung" Wangerooge im 2. WK mit den Geschützstellungen und den Feuerleit- und Messstellungen, u.a. Freya-Standort. Auch Liefert Wiki in der entsprechenden Rubrik eine recht gute Übersicht über die militärische Bedeutung dieser Insel.


    Auf der Insel gibt es einen Friedhof westlich des Inselortes und daneben auch einen Kriegsopferfriedhof. Ich vermute einmal, dass das Begräbnis der britischen Flieger neben dem traditionellen Inselfriedhof erfolgte und evt. die Basis bildete für den heutigen Friedhof für die zahlreichen (man vermutet es kaum) Kriegsopfer auf der Insel.
    Die Grabanlagen sind sehr gepflegt und einen Besuch wert, ein Urlaub auf der Inseln ebenfalls. Von den vielen militärischen Anlagen ist heute fast nichts mehr erkennbar. Einzig der Flugplatz und einige Gebäude erinnern an die ursprüngliche Nutzung. Die Messgeräte Freya und Würzburg waren nördlich des alten Inselortes in der Dünenkette zur Nordsee hin errichtet worden.Damals war dort eine freie Dünenlandschaft, heute befindet sich hier das touristische Zentrum (Hotel, Ferienwohnungen etc.) der Insel. Wenn ich mich recht erinnere, dann wurde das Café "Pudding" als heutige zentrale Strandeinrichtung auf den Fundamenten eines dieser Messgeräte errichtet. Diese Info ist aber ohne Beleg, nur aus Erzählungen bekannt.


    Ansonsten s. Anlage.


    Gruß


    Paul


  • Hallo Thilo,


    Danke für Deine Antwort. Das würde bedeuten das die Beerdigung im Juli 42 stattand.
    Warum trägt der kommandierende Offizier aber dann einen Mantel, im Hochsommer ?


    In irgendeinem mir nicht mehr erinnerlichen Artikel stand mal in Bezug auf Wangerooge
    erwähnt das dort öfter abgeschossene Flieger "angetrieben" wurden, die dann wohl zu
    Grabe getragen wurden.
    Gibt es eine Übersicht über weitere Beerdigungen in den Kriegsjahren ?


    Meine Frage nach den technischen "Bauwerken" im Hintergrund zielt darauf ab ob diese,
    sofern sie zu identiizieren sind, Rückschlüsse auf den Aufnahmezeitpunkt zulassen.


    Grüße
    markus

  • Moin Markus,


    Quote

    Warum trägt der kommandierende Offizier aber dann einen Mantel, im Hochsommer ?


    Der lange Mantel ist Teil der "ersten Geige". Außerdem kann es auch auf den ostfriesischen Inseln im Sommer recht frisch sein. Wie heute :thumbdown:


    Gruß von Amrum (nordfriesisch)


    Justus

  • Hallo,


    hier nochmal eine Übersicht in Google-Earth aus der Fotorichtung und die Lage des Friedhofs, des Ortes und der Radar- und Funkmessanlagen hervor geht.


    Gruß


    Paul

  • Hallo Zusammen,


    ich habe da noch einige Bilder bezüglich Beerdigungen von englischen Soldaten auf Wangerooge gefunden. Einige mit dem Datum 05.08.1940.


    http://www.inselrundgang.de/hi…faa1d6603ff11caadb444c8c4


    http://www.inselrundgang.de/hi…faa1d6603ff11caadb444c8c4


    http://www.inselrundgang.de/hi…faa1d6603ff11caadb444c8c4


    In diesen Tread wird aber das Datum Juli 1942 von einen Teilnehmer (Datum 25. Juli 2016) angezweifelt. Ich bin nicht der Experte von Wangerooge, ich würde aber mal im dortigen Stadtarchiv eine Anfrage stellen.


    http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=19005.0


    Gruß
    Lothar

    Edited 3 times, last by Albert64 ().

  • Moin,


    ich finde es es ganz beeindruckend, dass die "fremden" Soldaten derart geehrt wurden!


    Beim Betrachten der weiteren Bilder ist mir aufgefallen, dass die Särge mit einer Flagge bedeckt sind. Um welche handelt es sich Eurer Meinung nach? Reichskriegsflagge? Englische Flagge (nicht Union Jack)?


    lg, Justus

  • Kann das Aufnahmedatum 05.08.1940 stimmen ?


    Hallo,


    das auf den Bildern genannte Datum der Beisetzung lässt sich anhand von Literatur bestätigen, allerdings dürfte die Zuordnung zu einzelnen Personen schwierig (aber nicht unmöglich!) sein. Man muß berücksichtigen, dass die auf Wangerooge beigesetzten Personen nicht zwangsläufig auch dort ums Leben gekommen sein müssen, anbei mal ein kurzer Auszug aus einem Bericht über die sogenannten "Strandleichen" - an den Küsten angeschwemmte Leichen, bei denen es sich um Flugzeugbesatzungen, Schiffsbesatzungen aber z.B. auch um Besatzungen von zivilen Fischkuttern oder den Handelsmarinen handeln kann.


    Strandleichen
    Am Ufer von Wangerooge trieben am 22.Juli [Anm. 1940] die Leichen einer Frau und eines Mannes an. Es waren die ersten Strandleichen von vielen, die hier wie auf den anderen Inseln angespült wuren: Franzosen, Belgier und Engländer, die bei den Kämpfen nahe Dünkirchen und bei dessen spektakulärer Evakuierung zwei Monate zuvor ums Leben gekommen waren. Am 30.Juli war von 17 Leichen auf Wangerooge - einschließlich der Inseln Oldeoog und Spiekeroog - und über hundert auf Borkum die Rede.
    Am 31.Juli wurden neun Strandleichen auf Wangerooge beerdigt, am 5.August drei Briten. Bei ihnen fand man Post. Leutnant Adolf Heger, Chef der Batterie Ostdüne, notiert: "Der eine hatte eine Karte an seine Mutter bei sich, auf der er ihr mitteilen wollte, daß er in Frankreich angekommen sei. Der andere war nach dem Inhalt der Briefe verheiratet und hatte zwei Kinder... Irgendwie wird den Angehörigen Nachricht zuteil werden." Tatsächlich wurden bei identifizierbaren feindlichen Soldaten gewöhnlich über das Internationale Rote Kreuz in Genf die Angehörigen informiert. So erhielten die Eltern eines seit 1940 vermißten britischen Soldaten Mitteilung, daß ihr Sohn auf Wangerooge beerdigt sei - wenn auch erst zwei Jahre später.
    Bis 7.August wurden auf Wangerooge 21 Leichen geborgen, darunter neun von der Insel Oldeoog. Unter den Toten waren auch belgische Zivilisten und mindestens drei deutsche Flieger. Auf Langeoog schwemmten am 4.August zwei und am 5.August drei Leichen an. Die Zahl der Strandleichen an der deutschen Nordseeküste ging in die Hunderte. Sie wurden normalerweise auf dem Friedhof der nächstgelegenen Kirchengemeinde beigesetzt. 1940 und 1941 kamen drei englische Piloten vor der Westküste der Halbinsel Eiderstedt zu Tode und wurden am Südhang der Kirchwarft von Westerhever beerdigt. Am 24.10.1943 besichtigte Jörg Benz in List auf Sylt "auch den Friedhof, auf dem neben acht deutschen gefallenen Fliegern 35 englische Soldaten liegen, die abgeschossen oder angespült wurden. Alles ist sehr gepflegt."
    An der Waterkant wurde es zur traurigen Gewohnheit, Leichen zu finden. Aus St. Peter-Ording heißt es: "Bi Holleb keek hier und doar een Flugzeugwrack ut de Schlick, afschoaten vun de Flak op unse oder de Dithmarscher Sied. Un de Strand leeg vull vun Kartuschen, Pulverstangen un Karbid; af on to uk mal en Liek, de dat Water denn friegeben har." Der Besitzer der früheren "Hallig der Jungs" Süderoog, Hermann Neuton Paulsen, barg mit seinem Fuhrwerk mehrmals Tote vom Süderoogsand und erhielt dafür das Kriegsverdienstkreuz. Grausig war es für seine Besucher, wenn sie am Strand der Nordsee unvermittelt und unvorbereitet dem Tod begeneten. Elly Witthahn erinnert sich: "Nun habe ich von allem Schönen erzählt und darf wohl nicht das unendlich Traurige verschweigen, das wir dort während des Krieges erlebten. Einen besonders schweren Tag habe ich in Erinnerung... Das Meer hatte Leichen und Leichenteile von Soldaten auf die Sandbank gespült, die wohl mit ihren Flugzeugen ins Meer gestürzt waren. ... Es war erschütternd. Alles wurde auf dem Wagen nach der Hallig gefahren und auf dem Soldatengrab beigesetzt. Wenn noch Papiere zu finden waren, hat Herr Paulsen die Angehörigen der Toten benachrichtigt."
    Die toten alliierten Soldaten wurden nach 1945 auf Veranlassung der britischen Militärregierung auf Sammelfriedhöfe umgebettet. Für Schleswig-Holstein war dies besonders der britische Zentralfriedhof in Kiel und für Niedersachsen der Sage War Cemetery in der Gemeinde Großenkneten im Landkreis Oldenburg, ein nach dem Krieg von der Commonwealth War Graves Commission eingerichteter Friedhof. Dort sind 948 britische, kanadische, australische und neuseeländische Soldaten vor allem der Luftwaffe beigesetzt.
    Quelle: Nordseeküste im Krieg 1939 - 1942, Seite 156/157, Autor Holger Piening


    Mit einer Anfrage an die Commonwealth War Graves Commission könnten sich vielleicht die Namen der o.g. drei Toten vom 5.August 1940 finden lassen, leider sind in der Datenbank der CWGC die Todesorte der britischen Kriegsopfer in der Regel nicht verzeichnet. Der Führer des abgebildeten Ehrenzuges könnte der genannte Leutnant Heger mit Angehörigen seiner Flak-Batterie sein, sofern es sich dabei um Marine-Flak handelte? Interessant zu Wissen wäre auch, wer die Person in der Heeresuniform am Ende des Ehrenzuges und seitlich neben dem Grab ist? Vielleicht ein Militärpfarrer?


    Da die Kirchengemeinde auf Wangerooge anscheinend einen sehr rührigen Pastor und dazu einen Insel-Chronisten hat, lohnt sich sicherlich auch eine Anfrage zu der Bestattung am 5.August 1940 dort: http://www.kirche-am-meer-wangerooge.de/


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited 3 times, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo J.H.,


    man kann schon in der cwgc insofern filtern, daß nur nach Datum + Friedhof (kommen ja nur Kiel und Sage in Frage, läßt sich aber auch auf ganz D setzen) gefiltert wird. Problem ist nur, daß der Tag des Leichenfunds nicht der Todestag ist, daher keine Treffer.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Da die Kirchengemeinde auf Wangerooge anscheinend einen sehr rührigen Pastor und dazu einen Insel-Chronisten hat, lohnt sich sicherlich auch eine Anfrage zu der Bestattung am 5.August 1940 dort: http://www.kirche-am-meer-wangerooge.de/


    Moin,


    Prinzipiell könnten die Toten der abgebildeten Bestattung sogar im Sterbebuch der Gemeinde Wangerooge geführt sein. Die Sterberegister des Standesamts Wangerooge aus der entsprechenden Zeit befinden sich im Niedersächsisches Landesarchiv Standort Oldenburg unter: NLA OL, Rep. 450, Akz. 2009/047 (Online-Signatur am Beispiel des Jahres 1940: https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v3685662&icomefrom=search)


    Grüße, Lars

    Edited once, last by HERCULES ().

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich in den letzten zwei Jahren intensiv mit den alliierten Kriegstoten auf der Insel Wangerooge auseinander gesetzt. Es ging und geht um die Klärung des Verbleibs von allierten Fliegern die bei der Bombardierung der Insel am 25.04.1945 dort bei Flugzeugabstürzen ihr Leben verloren. Um von vornherein keine Fehler zu machen habe ich eine recht komplette Liste aller alliierter Soldaten erstellt , die auf Wangerooge bestattet wurden. Vor Ort -Recherchen, Gespräche mit der Gemeinde und der Kirchengemeinde sowie Briefverkehr mit dem Insel-Urgestein H.- J. Jürgens sind eingeflossen. Diverse Quellen wurden ausgewertet.


    Ich hatte auch beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angefragt, bezüglich Umbettungsprotokollen, da der Verbleib eines Grabes im Deichvorland geklärt werden sollte. Nach zwei Anfragen in der Bundesgeschäftsstelle und dem Landesverband bekam ich nach einem Jahr!!!! die Auskunft das keine Umbettungsprotokolle zu Wangerooge existieren. Sehr Merkwürdig ... verschlampt?


    Im Dateianhang die Liste als Word.doc-


    Gruß Jabo


  • Ich hatte auch beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angefragt, bezüglich Umbettungsprotokollen, da der Verbleib eines Grabes im Deichvorland geklärt werden sollte. Nach zwei Anfragen in der Bundesgeschäftsstelle und dem Landesverband bekam ich nach einem Jahr!!!! die Auskunft das keine Umbettungsprotokolle zu Wangerooge existieren. Sehr Merkwürdig ... verschlampt?


    Hallo,


    sollte es sich bei der genannten Grabstelle im Deichvorland denn explizit um die eines deutschen Kriegsopfers handeln? Wenn es die Erstgrablage eines Angehörigen der britischen Streitkräfte war könnte eine Umbettung ja z.B. nach Kriegsende auch durch die CWGC vorgenommen worden sein, dann würde es mich schon wundern, wenn dem Volksbund darüber ein Umbettungsprotokoll vorliegt.
    Siehe auch oben, Zitat Holger Piening: Die toten alliierten Soldaten wurden nach 1945 auf Veranlassung der britischen Militärregierung auf Sammelfriedhöfe umgebettet.


    Hat man Dir in Deinen Gesprächen vor Ort erklären können, aus welchem Grund damals im Vorland eine Grabstelle angelegt wurde? Im allgemeinen gilt dies doch als Überschwemmungsgebiet, so dass eine dauerhafte Ruhestätte dort doch eigentlich gar nicht gegeben ist?


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Die toten alliierten Soldaten wurden nach 1945 auf Veranlassung der britischen Militärregierung auf Sammelfriedhöfe umgebettet.


    Die langjährige Erfahrung zeigt, das hier, vermutlich unter dem Druck den vielen Angehörigen Antworten über den Verbleib ihrer Söhne und Männer Auskunft zu geben, teilweise fehlerhaft gearbeitet wurde.


    Folgend ein Teil meiner Ausarbeitung zum 25.04.1945 auf Wangerooge. Der Tote im Grünland (Deichvorland) wurde als Plünderer bezeichnet, dementsprechend könnte es sein, das dieses Grab von den Alliierten nicht beachtet wurde. Es stellt sich die Frage ob dieser Tote überhaupt als alliierter Soldat erkannt wurde und jemals, vielleicht als Ausländer oder Deutscher umgebettet wurde. Hier hätten die Umbettungsprotokolle weitergeholfen.
    Die Komplette Ausarbeitung mit den im Text erwähnten Bildern versende ich gern auf Anfrage als PDF. Leider ist die Datei zu groß um hier angehängt werden zu können.


    25.04.1945
    17:00 Uhr
    Wangerooge wird ab 17:00 Uhr durch die Royal Air Force schwer bombardiert. Die ersten
    Zielmakierungen fallen im Bereich der Batterie Jade-Ost.
    (HJJ und LUFT)


    17:00:31 Uhr
    Die ersten Bomben detonieren im Bereich Jade-Ost.
    (LUFT)
    Bootsmansmaate Robert Meister der in der Nähe des Flagruko Schanzarbeiten ausführen läßt,
    schickt seine Soldaten in Deckung. Er selbst sucht Deckung in einem betonierten Schützenloch
    (Friesentonne) einige Meter südwestlich der Dünenhalle in dem schon ein Oberfeldwebel Schutz
    sucht.
    (NAK)


    17:05 Uhr ca.
    Drei Bomber vom Typ Halifax stürzen ab.
    Das Heck einer Halifax stürzt in den Hof der Luftwaffenunterkünfte (heute "Villa Kunterbunt"), ein
    weiteres Heck schlägt auf der Linie Flagruko-Haus Charlotte (heute Hartmannstand/Bunkergrab-
    Haus Gorch Fock) unweit des Haus Charlotte auf. Ein Rumpf mit Heck stürzt auf gleicher Linie
    unterhalb des Flagruko ab. Ein Motor trifft das Haus Charlotte und setzt dieses in Brand.
    (HJJ und HJJ/S)
    Siehe Bild- und Dokumentenanhang,Bild 1 bis Bild 5


    17:05 Uhr-17:10 Uhr geschätzt
    Harald Seidenberg, damals 10 J., sieht im Westen von der Buhne H in der Ferne "..Flieger mit
    Fallschirmen runterkommen..."
    (HJJ Seite 601)


    17:05 Uhr-17:10 Uhr geschätzt
    Der Flugzeugführer Pilot Officer Lawson wird an seinem Fallschirm zur See hin abgetrieben und
    landet ca. 100 Meter vom Strand entfernt.
    (HJJ Seite 605)


    17:05Uhr -17:10 Uhr geschätzt
    Ein unbekannter Flieger landet mit dem Fallschirm in der Nähe der Dünenhalle (heute Discothek)
    westlich des Ortes.
    (NAK und HJJ Seite 605)


    Ohne Uhrzeit
    R. Meister entdeckt den gelandeten Flieger, der Oberfeldwebel und zwei weitere Soldaten die in
    einem anderen Loch hocken rennen auf den Flieger zu, der sich mit erhobenen Armen ergibt.
    (NAK)
    Siehe Bild- und Dokumentenanhang, Bild 6


    Ohne Uhrzeit
    R. Meister bemerkt (Ziel-) Leuchtmarkierungen die in seiner Nähe niedergehen. Er sucht Deckung
    nordwestlich der Dünenhalle in einem Bunker.
    (NAK)


    Ohne Uhrzeit, nach dem Luftangriff
    Erika Gehrmann kommt auf dem Weg zum Befehlsbunker (Hartmannstand/Bunkergrab) an einem
    Flugzeugwrack vorbei. In der Heckkanzel hängt in seinen Gurten einen toter Flieger.
    (HJJ Seite 597)


    Ohne Uhrzeit, nach dem Luftangriff
    R. Meister und sieht an der Stelle an der, der unbekannte Flieger niederging einen toten Flieger
    liegen.
    (NAK)
    Der tote Flieger lag am Fußweg zum Westen, rechts neben dem zur Dünenehalle führenden
    Klinkerweg. Der Tote wurde, mit dem Kopf an einer Kette hängend vom Fuhrunternehmer S. Von
    der Dünenhalle in das Grünland westlich des Dorfgrodendeiches gezogen. Gesehen hat dies nach
    H.-J. Jürgens damals ein Junge der Oktober 2016 noch lebt.
    (HJJ Seite 614 und HJJ/S)


    Die auf Wangerooge abgestürzten Bomber und ihre Besatzungen:


    (Typ, Serienummer, taktische Kennung, Einheit, Startort)
    Halifax VI, RG553, MP-T, 76 Squadron, Holme on Spalding Moor
    Kollision mit der unteren Maschine
    Absturzort beim Flagruko.


    Funktion Dienstgrad Name Status
    P P/O.G. W. Lawson RCAF POW
    E Sgt.D. B. Neil Stanes KIA
    N F/O.C. R. Milne Morrison RCAF KIA
    B F/O.M. C. Slaughter RCAF KIA
    WOP F/Sgt.A. G. Artus KIA
    AG P/O.R. I. S. RCAF KIA
    AG P/O.L. L. Slauenwhite RCAF KIA



    Halifax VI, RG591, MP-A, 76 Squadron, Holme on Spaling Moor
    Kollision mit der oberen Maschine
    Absturzort Luftwaffenunterkünfte.


    Funktion Dienstgrad Name Status
    P WO2.J. L. Outerson RCAF KIA
    E Sgt.J. W. Burdall KIA
    N F/O.J. Ramsay RCAF KIA
    B F/Sgt.C. H. Livermore RCAF MIA
    WOP Sgt.J. Nicholson KIA
    AG F/Sgt.E. T. Sutton MIA
    AG F/Sgt.G. Gibson KIA



    Halifax VI, NP921, L8-E, 347 Squadron, Elvington
    Absturzort Nähe Haus Charlotte.


    P Sgt/C R Mercier FFAF MIA
    E Sgt M Mennetre FFAF MIA
    N Cpt G Hautecoeur FFAF KIA
    B Cpt J Jacquot FFAF MIA
    WO Sgt/C P Bariteau FFAF KIA
    AG Sgt P Ferrero FFAF KIA
    AG Sgt G Leduc FFAF KIA


    26.04.1945 geschätzt
    Feldwebel Hermann Pöpken und fünf weiter Soldaten bestatten die gefallenen alliierten Flieger
    in Feldgräbern in der Nähe der Absturzorte.
    (HJJ)
    Siehe Bild- und Dokumentenanhang,Bild 7 und Bild 8


    1945 Sommer
    Liste der Geimeinde über Grablagen, Abschrift von H.-J. Jürgens
    100 m westl. alter K. I. A.-Gefechtsstand 7 kanadische Flieger,
    zw. Gefechtsstand und Signalstelle, Nähe Badeanstalt 3 kanadische Flieger,
    im Hofwirtschaftsgebäude Fliegerhorst 5-6 kanadische Flieger,
    westl. Dorfgroden (Watt) 1 Ausländer erschossen (Plünderer)
    (HJJ/S)
    Anm.:
    Bei dem Ausländer, erschossen (Plünderer) ergänzte H.-J. Jürgens handschriftlich: "kanadischer
    Flieger erschossen."

    1945 Sommer oder Herbst
    Germaine L’Herbier-Montagnon, die auf der Suche nach den vermissten französischen
    Fliegern ist, kommt auf die Insel. Sie veranlasst die Öffnung des Grabes zwischen der
    Signalstation und dem Hartmannstand, sowie des Grabes westl. des Hartmannstandes. Zehn
    Flieger werden auf dem Wangerooger Friedhof bestattet.
    (AVI)
    Siehe Bild- und Dokumentenanhang,Bild 9


    15.10.1945
    Die Gemeinde meldet (aus dem Englischen übersetzt) die Grablagen von zehn alliierten Fliegern
    auf dem Ehrenfriedhof. Die Gräber 1 bis 10 ohne Angabe einer Grabreihe.
    (NAK)
    "Hiermit wird bestätigt das 10 alliierte Flieger der beigefügten Liste, die wärend des Luftangriffes
    auf das Nordseebad Wangerooge am 25. April 1945 abgeschossen wurden, an Ort und Stelle
    bestattet wurden und später auf den Ehrenfriedhof überführt."


    1. Cpt G Hautecoeur NP921 Grab 1
    2. Sgt/C P Bariteau NP921 Grab 2
    3. Sgt P Ferrero NP921 Grab 3
    4. Sgt G Leduc NP921 Grab 4
    5. F/O. Murray Charles Slaughter RCAF RG553 Grab 5
    6. P/O. Lester Leon Slauenwhite RCAF RG553 Grab 6
    7. P/O. Ronald Ignatius Sweet RCAF RG553 Grab 7
    8. Sgt. Dennis Bernard Neil Stanes RG553 Grab 8
    9. F/Sgt. Alan Geoffrey Artus Grab 9
    10. Unbekannter britischer Flieger Grab 10


    20.03.1946
    Germaine L’Herbier-Montagnon berichtet in der Zeitschrift AVIATION 59 über ihre
    Vermisstensuche auf Wangerooge
    (AVI)


    27.03.1946
    Die Gemeinde Wangerooge meldet in der Liste IIIc "Massengräber" zwei Massengräber mit der
    Nationalität "Kanada".
    (ITS)
    1. in den Westdünen (Signalstelle), Grab mit Holzkreuz, 25.04.1945, Flugzeugabsturz
    2. Flugplatzgelände, Grab mit Holzkreuz, 25.04.1945, Flugzeugabsturz
    Anm.:
    Warum wird das Massengrab an der Signalstelle noch genannt, wo doch die Toten aus diesem
    Grab bereits am 15.10.1945 von der Gemeinde mit Grablage Friedhof gemeldet wurden?
    Die Toten von den Unterkünften der Luftwaffe wurden erst später auf den Friedhof umgebettet.

    16.12.1946
    Aus dem Haus Charlotte wird bei Aufräumarbeiten unter verkohlten Gebälk auf dem Toilettenanbau
    die Leiche eines alliierten Fliegers geborgen. Es soll ein Farbiger gewesen sein der anhand seiner
    Erkennungsmarke identifiziert wurde.


    18.06.1947 und 21.06.1947 sowie 25.06.1947
    Alle Commenwealth Kriegstoten mit Grablage Wangerooger Friedhof werden auf dem Sage War
    Cemetery bestattet.
    (CREP)


    1948
    Mit Schreiben vom 24.05.1949 meldet die Gemeinde Wangerooge:
    (ITS)
    ..."10 unbekannte amerikanische Soldaten -8 Strandleichen
    -2 Flugzeugabst.
    28 britische Soldaten -19 Strandleichen
    -9 Flugzeugabstürze
    2 canadische Soldaten (Flugzeugabsturz)
    wurden von der hieseigen Gemeindeverwaltung listenmässig erfasst. Eine Beurkundung beim
    Standesamt in Nordseebad Wangerooge erfolgte nicht. Da es sich hierbei um Angehörige der
    alliierten Streitkräfte handelte, wurde die Umbettung der Leichen von Nordseebad Wangerooge
    zum Hauptfriedhof im Strassburg im Jahr 1948 durch einen alliierte Gräberkommision
    durchgeführt...
    gez. Schmidt
    Gemeindedirektor"
    Anm.:
    Bei den kandischen Fliegern kann es sich eigentlich nur um die Flieger der Freien Französischen
    Luftwaffe gehandelt haben, denn alle Soldaten des Commenwealth wurden bereits Juni 1947 in
    Sage bestattet.
    Können dies der Tote aus dem Haus Charlotte und der Tote aus dem Grünland sein?

    Schlußfolgerungen
    Die gefallenen Flieger aus dem Osten der Insel, bei den Luftwaffenunterkünften müssen erst
    später nach dem 15.10.1945 auf den Friedhof umgebettet worden sein, da im Sommer 1945 nur
    die zwei Massengräber mit insgesammt zehn Soldaten westlich des Ortes geöffnet und umgebettet
    werden. Die Grabstellen werden unabhängig vom bestehen Bestattungssystem angelegt, da die
    Gemeinde nur die Grabnummern 1-10 ohne Bezeichnung der Reihe angibt. Die Concentration
    Reports der Comenwealth War Grave Commision geben später diese Gräber auch mit Grab 1-10
    aber in Reihe 2 wieder. Daraus schließe ich, dass die Gräber 1-6 in Reihe 2 nachträglich
    zugebettet wurden. Hieraus ergeben sich in Zusammenhang mit dem Bildmaterial die vermutlichen
    Absturzorte der Bomber wie oben beschrieben.
    Nach den glaubwürdigen Augenzeugenberichten gab es den toten Flieger an der Dünenhalle, auch
    das verbringen des Toten in das Grünland ist glaubwürdig und auch eine passende Grablage ist
    durch Dokumente belegt. Warum wird hier die Grablage verschleiert? Eine Angabe wie
    "Unbekannter engl. Flieger" wäre wesentlich unauffäliger als der Vermerk das hier ein
    erschossener Ausländer liegt. Oder war die Erschießung zu offensichtlich am Toten zu erkennen
    das mit dem der gemachten Eintragung das kleiner Übel gewählt wurde?
    Über den alliierten Flieger der aus dem Haus Charlotte geborgen wurde gibt es keine
    Eintragungen in den Sterbebüchern der Gemeinde Wangerooge. Vermutlich gehört der Tote zu der
    Besatzung der Freien Franzosen, da das Heck dieser Halifax, nach den oben gemachten
    Schlußfolgerungen, nah am Haus Charlotte abstürzte.
    Vermutlich sind es nur die zwei von der Gemeinde am 24.05.1949 erwähnten kanadischen Toten
    die 1948 nach Straßburg umgebettet wurden. Es sind vermutlich zwei Franzosen, denn was sollen
    Briten oder Kanadier auf einem französischen Friedhof?
    Ist der eine Tote aus der Charlotte, der Andere aus dem Grünland?
    Fragestellung
    Wer war der Tote der am 16.12.1946 bei Aufräumarbeiten im zerstörten Haus Charlotte gefunden
    wurde?
    Wer war der Tote der von der Dünenhalle in das Grünland geschleift wurde?
    Wurde der Tote im Grünland je umgebettet?
    Geben Kirchenbücher oder Gemeindeakten Aufschluß über Zu- und Umbettungen ab 25.04.1945


    Anhang Grablagen 25.04.1945
    Erstellt nach Concentration Reports, Comenwealth War Grave Commision, Großbritannien
    Nr. Reihe Grab Todesdat. Dienstgrad Name Serial Einheit Nat. Endgrablage


    1 1 1 25.04.1945 Unbekannt RAF SWC 11. C. 5.
    2 1 2 25.04.1945 Sgt. John Nicholson 2209105 Halifax VI RG591 MP-A 76 Sqdn. GB SWC 11. C. 6.
    3 1 3 25.04.1945 Sgt. James William Burdall 1591356 Halifax VI RG591 MP-A 76 Sqdn. GB SWC 11. E. 10.
    4 1 4 25.04.1945 F/O. John Ramsay RCAF J/41538 Halifax VI RG591 MP-A 76 Sqdn. CA SWC 11. D. 9.
    5 1 5 25.04.1945 F/Sgt. Gordon Gibson 1596086 Halifax VI RG591 MP-A 76 Sqdn. GB SWC 11. D. 4
    6 1 6 25.04.1945 WO2. Joseph Lawrie Outerson J/95259 Halifax VI RG591 MP-A 76 Sqdn. GB SWC 11. C. 9.
    7 2 1 25.04.1945 Cpt G Hautecoeur FFAF Halifax VI NP921 F
    8. 2 2 25.04.1945 Sgt/C P Bariteau FFAF Halifax VI NP921 F
    9 2 3 25.04.1945 Sgt P Ferrero FFAF Halifax VI NP921 F
    10 2 4 25.04.1945 Sgt G Leduc FFAF Halifax VI NP921 F
    11 2 5 25.04.1945 F/O. Murray Charles Slaughter RCAF J/37723 Halifax VI RG553 MP-T 76 Sqdn. CA SWC 11. E. 6.
    12 2 6 25.04.1945 P/O. Lester Leon Slauenwhite RCAF J/93609 Halifax VI RG553 MP-T 76 Sqdn. CA SWC 13. A. 2.
    13 2 7 25.04.1945 P/O. Ronald Ignatius Sweet RCAF J/93610 Halifax VI RG553 MP-T 76 Sqdn. CA SWC 11. E. 7.
    14 2 8 25.04.1945 Sgt. Dennis Bernard Neil Stanes 1893767 Halifax VI RG553 MP-T 76 Sqdn. GB SWC 11. E. 5.
    15 2 9 25.04.1945 F/Sgt. Alan Geoffrey Artus 1816600 Halifax VI RG553 MP-T 76 Sqdn. GB SWC 11. D. 3.
    16 2 10 25.04.1945 F/O. Colin Ross Milne Morrison RCAF J/38317 Halifax VI RG553 MP-T 76 Sqdn. CA SWC 11. E.


    Quellen:
    CREP Concentration Report, Comenwealth War Grave Commision, Großbritannien
    ITS International Tracing Service, Bad Arolsen, Deutschland
    NAK National Archiv Kew, Großbritannien, WO 309/1039 (Ermittlungen gegen Maat R. Meister)
    HJJ Hans-Jürgen Jürgens, Zeugnisse unheilvoller Zeit, 3. Auflage 1991
    HJJ/S Hans-Jürgen Jürgens, Schriftverkehr
    LUFT Luftbildauswertung
    AVI Zeitschrift AVIATION 59 vom 20. März 1946
    IT Internet


    Verwendete Abkürzungen
    Funktionen:
    P Pilot Flugzeugführer
    E Engineer Bordingenieur
    N Navigator Navigator
    B Bombardier Bombenschütze
    WOP Wireless Operator Funker
    AG Air Gunner Bordschütze


    Dienstgrad Royal Air Force :
    F/Lt. Flight Lieutenant
    F/O. Flying Officer
    P/O. Pilot Officer
    W/O. Warrent Officer
    F/Sgt. Flight Sergeant
    Sgt. Sergeant
    Cpl. Corporal


    Status:
    POW Prisoner Of War Kriegsgefangener
    KIA Killed In Action Gefallen
    MIA Missing In Action Vermißt
    Luftwaffen:
    RAF Royal Air Force Königliche (Britische) Luftwaffe
    RCAF Royal Canadian Air Force Königliche Kanadische Luftwaffe
    FFA Free France Air Force Freie Französische Luftwaffe

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