Willy aus Stettin

  • Hallo zusammen,


    Von 5 September bis 25 Oktober 1940 war eine Companie Soldaten der Wehrmacht in der Gemeinde Klaaswaal / Südholland einquartiert. Ich fertige derzeit eine historische Untersuchung über meinen Geburtsort an. Unter anderem habe ich eine Liste von bezahlten Einquartierungen in meinem Ort, die mit der Feldpostnummer 19972 C gezeichnet ist. Dabei handelt es sich um die 10. Kompanie des Infanterie-Regiment 48. Sie wahren dort im Rahmen des Operation “Seelöwe”.


    Auch Paul Stanitzek aus Rostock war hier einquartiert - gemeinsam mit seinem Freund Willy aus Stettin, von dem es noch ein Foto gibt, wie er als Soldat auf einer Brücke Strijen (Insel Hoeksche Waard südlich Rotterdam) zu sehen ist. Paul Stanitzek aus Rostock verstarb laut VDK-Onlien am 19. Januar 1942 im Reserve-Kriegslazarett 7 in Warschau.


    Ich habe vernommen dass der Vater von Paul Stanitzek Zahnarzt war in Rostock. Vielleicht leben dort oder irgendwo in Deutschland noch Leute die Verwandten sind oder Pauls vater damals gekannt haben als Zahnarzt.
    2. Die Foto von Willy aus Stettin habe ich mir noch mal genau angesehen. Er steht auf eine Brücke. Er lehnt gegen etwas das aufsieht wie ein Denkmal. Sind es Figuren im Stein? Da stehen auch Buchstaben in gemeißelt. Ich lese „OOR BUR“. Vielleicht ist der Buchstabe vor „OOR“ ein „S“. Dann steht da: SOOR BUR.
    Diese Brücke ist also nicht in Strijen. Vielleicht geht es um den Soor. Der Soor ist ein Fluss Südwestlich von Eupen. Erkennt jemand Willy und diese Brücke, worauf Willy steht, und das Denkmahl?
    Das Schicksal von Willy aus Stettin ist fuer mich unklar.
    Klaaswaal liegt hier: http://maps.google.de/maps?q=Klaaswaal&i...33838&z=10&om=1
    Gruß und Dank,
    Bijl.
    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/5hu1-1.jpg]

    J.P. Bijl

  • Hallo Bijl,


    ich würde sagen, das ist kein Denkmal, sondern eine Steinskulptur die auf einem Pfosten des Brückengeländers einer Brücke über den/die Soor angebracht ist. Zu sehen sind zumindest Beine mindestens zweier Figuren in altertümlichen Hosen.


    Außerdem scheinen hinter "BUR" noch weitere Buchstaben zu folgen. Was das heißen könnte, kannst Du als Niederländer sicher besser herausfinden als ich.


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Danke Thilo,
    fuer deine beitrage.
    Die Soor liegt nich in der Niederlaende, aber in Belgien, teils im Eiffel. Ich kenne die umgebung nicht.
    Bijl

    J.P. Bijl

  • Hallo,
    hab bissl gegoogelt, den oder die Soor queren wohl nur 2 Brücken,
    die eher als Stege gelten können. Gruß Tilo

    Ehre die Toten

  • Das Telefonbuch von Rostock ergibt für "Stanitzek" keine Einträge. Viele Einträge finden sich im Ruhrgebiet, Düsseldorf, Paderborn bis Hannover. Der Name klingt so, als wäre die Familie vor gut hundert Jahren aus Polen oder Tschechien in den Bergbau der Ruhrregion gegangen - das hilft nicht wirklich weiter und gilt für tausende slawische Nachnamen in Deutschland, man denke an den legendären Bergmann "Koslowski".


    Die Statue auf der Brücke - könnte das eine Entsprechung zum Deutschen "Roland" sein, dem Ritter des Handels?


    Willy ist auf jeden Fall Gefreiter der Infanterie mit EK2 und Schiffchen "alter Art"; er trägt die Feldbluse M40, Entstehungszeit des Fotos also etwa 1940-42.

    Wilhelm - interessiert an Geschichte, Fotos, Reenactment

  • Hallo Wilhelm,
    Danke für deine Beiträge. Ich weiß jetzt dass es im Rostock keine Familie Stanitzek mehr gibt.
    Das Foto von Willy auf die Brücke ist wahrscheinlich genommen in die zeit dass Regiment 48 in Siegburg war (östliche Rheinufer nördlich von Bonn). Das Regiment ist dort angekommen in Okt. 1939 und erst abgezogen 10 mai 1940. Das Regiment nahm teil an dem Feldzug in Frankreich und arrivierte 5 September in die Hoeksche Waard. Der 10e Kompanie war in Klaaswaal, mein geburtplatz.
    (Information hierüber aus: Teil II das Infanterie-Regiment 48, weg und Schicksal eines Truppenteile in den Jahren 1934-1945. dr. Heinz Michaelis, Hauptman a.D.)


    Paul war in Klaaswaal einquartiert bei den Nachbarn von meinen Eltern, die Familie Bos. Willy war der Monat Oktober einquartiert bei meinen Elter. Bevor ihre abreise nach Breda, hat Willy ein Foto gemacht von Paul und der Familie wo er einquartiert war gewesen (bekomme ich noch von die Nachbarn). Willy hat sein Foto (auf die Brücke) an meinen Eltern gegeben und so habe ich es bekommen.
    Grüsse, J.P. Bijl.

    J.P. Bijl

  • Hallo Bijl,


    du könntest im Rostocker Stadtarchiv zur Familie anfragen und dir die Todesanzeige von Paul Stanizek aus der Zeitung raussuchen lassen. Für die Recherche wird sicher eine Gebühr verlangt werden aber mit den Namen der Angehörigen hast du mehr Ansatzpunkte für deine Nachforschungen.


    viele Grüße,


    Ralf

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

  • Lieber J.P.,


    ich darf noch auf diese kurze Zusammenfassung verweisen, die sich hoffentlich mit Deinen Informationen deckt:


    http://www.lexikon-der-wehrmac…erieregimenter/IR48-R.htm


    Ansonsten hast Du natürlich auch die Möglichkeit, über die "Deutsche Dienststelle" zu recherchieren, was aus Paul und Willy geworden ist. Du musst allerdings glaubhaft machen, was Dein genaues Interesse ist, da Du kein direkter Angehöriger bist. Die Bearbeitung der Anfrage dauert etwa ein halbes Jahr, und je mehr Daten Du schon über die Gesuchten hast, umso leichter wird es.


    Hier der Link:


    http://dd-wast.javabase.de/


    Ich bin kein Experte, was diese Anfragen angeht, aber sicher liest einer mit.

    Wilhelm - interessiert an Geschichte, Fotos, Reenactment

  • Hallo Wilhelm,


    auf dem Foto sieht man, daß die Schulterklappen von schmaleren "Schulterklappen" überdeckt werden. Ich habe das in dieser Form noch nicht gesehen, vermutlich soll damit die Regimentsnummer unkenntlich gemacht werden, oder?


    Grüße,


    Ralf

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

  • Wow, noch genauer hingesehen als ich! - Hm, keine Ahnung, habe ich so auch noch nicht gesehen. Her mit den echten Uniformexperten!
    Weers & Co, Ihr seid gefragt.

    Wilhelm - interessiert an Geschichte, Fotos, Reenactment

  • Der Gefreite hat seine Schulterklappen umgedreht, vermutlich um die Nummer seiner Einheit zu verdecken.

  • Hallo,
    Weiss jemand ob nach mai 1945 noch viele Deutschen in Stettin geblieben sind. Oder sind die meisten weggezogen nach anderer orten in Deutschland. Gibt es einer Region wo sie besonders hingezogen sind?
    Weiss jemand ob es ein Archiv gibt wo Dokumenten und Photo’s von der vormaligen Deutsche Stadt Stettin sind untergebracht. Hat das Institut oder Archiv ein email-adres?

    Viele Grüße, J.P. Bijl.

    J.P. Bijl

  • Hallo,
    kann jemand für mich den Text des Todesanzeige von Paul Stanitzek die ich heute empfange habe, in für mich lesbar Deutsch übersetzen und erkläre was in mitten der text steht zwischen das fett gedruckte „Obergefreiter - bis zu dass Wort – Schmerz:“.
    Danke, J.P. Bijl.

  • Hallo


    Obergefreiter in einem Infanterie-Regiment
    Paul Stanizek
    Inhaber des EK II. und des Infanterie-Sturmabzeichens
    In unermesslichem Schmerz


    Gruß,
    Arnold


    Gruß,
    Arnold

  • Hallo...ich versuch mich mal! 8)


    "Nach Gottes heiligem Willen fand am 19. Januar nach schwerer Verwundung nachdem er in Polen und Frankreich gekämpft hatte, im Alter von 28 Jahren den Heldentod unser innigstgeliebter, herzensguter, unvergesslicher, Sohn, Bruder, Neffe u. Vetter
    Obergefreiter i. e Inf.= Regt.
    Paul Stanitzek
    Inh. des EK2 und des Inf. Sturmabz.
    In unermeßlichen Schmerz:...( jetzt kommen die Namen der Angehörigen).."


    Ich hoffe, das passt so.
    Grüsse Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Danke Arnold und Thomas,
    für ihre beitrage.
    Aber auch was folgt nach „unermesslichem Schmerz:“ ist für mich nicht gut zu lesen.
    Bitte ist es möglich auch das letzte teil der text, bis zum 12. Februar 1942, um zu setzen in für mich lesbare deutsche Worte.
    Danke, Gruß Jaap.

    J.P. Bijl

  • Hallo Bijl,


    so geht der Text weiter:



    In unermeßlichem Schmerz:


    Dr. Paul Stanitzek und Frau Magarete, geborene Heldt; Fritz Stanitzek; Hans Stanitzek, Obergefreiter zur Zeit im Felde;


    Dr. Hans Gang und Frau Henny, geborene Heldt; Ina Heldt; cand. med. Helmi Gang; Hans Gang, Soldat


    Seestadt Rostock, Steyrische Straße 2 und Rendsburg, den 12. Februar 1942




    Die Familie von Paul Stanitzek sah 1942 so aus:


    In Rostock:


    Eltern: Dr. Paul und Magarete Stanitzek


    Bruder oder Onkel: Fritz Stanitzek


    Bruder: Hans Stanitzek (er ist Soldat an der Front)


    In Rendsburg:


    Onkel: Dr. Hans Gang


    Tante: Henny Gang


    Tante: Ina Heldt


    Cousine: Helmi Gang (studiert Medizin)


    Cousin: Hans Gang (er ist Soldat)



    Grüße,


    Ralf

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

  • http://www.bilder-hochladen.net/files/5hu1-3-jpg.html[/IMG]Hallo,
    ich habe jetzt ein bild von das grab in Warschau von Paul Stanitzek empfangen. oben steht 1939. Paul Stanitzek O Gefr. 2/ IR 252 343 (???) Rostock geb. 28-11-13 ges. 19-1-42 i n Warschau. Stimmt es so und was bedeuten die Abkürzungen und Ziffern.
    Ich sehe dass er auf 19 Januar 1942 (mit seiner Kompanie, Bataillon) gehört zum Regiment 252.


    Im Lexikon der Wehrmacht lese ich:
    Regiment 48: Am 10. Oktober 1942 wurde das III. Bataillon als I./252 an die 110. Infanterie-Division abgegeben. Das Bataillon wurde sofort ersetzt. Im Mai 1941 verlegte das Regiment an die ostpreußische Grenz in den Raum Gumbinnen - Insterburg. Am 1. September 1942 wurden die 9.-12. Kompanie unter Bildung einer 15. Radfahr-Kompanie aufgelöst. Am 15. Oktober 1942 erfolgte die Umbenennung in Grenadier-Regiment 48.
    N.B. wenn ich die text am grab Paul Stanitzek ansehe, dann war dass 3 Bataillon bereits im Januar 1942 umbenannt als 252 IR und teil des 110 ID. Ich lese in dass buch von Michaelis über das 48 IR, dass das 3e Bataillon der 48 IR bereits mitten November 1940 zur Aufstellung der 110 ID abgegeben ist (Seite 119). Dann ist 10 Oktober 1942, vielleicht 10 November 1940????
    Im Lexikon der Wehrmacht lese ich:
    Regiment 252: Aufgestellt am 10. Dezember 1940 als Regiment der 12. Welle bei Lüneburg aus Teilen der Infanterie-Regimenter 27 und 48 sowie des Heimt-Wach-Bataillons II/IR 400. Das Regiment unterstand der 110. Infanterie-Division, am 1. Februar 1942 wurde das III. Bataillon aufgelöst, am 15. Oktober 1942 wurde das Regiment in Grenadier-Regiment 252 umbenannt.
    N.B. Paul und Willy und die 10 Kompanie (3e Bataillon) waren also 22 Juni 1941 nicht im ID 12, am Nordfront Russlands sondern mit der 110 ID im mitten u.a. bei Smolensk.
    Habe ich dass recht verstanden. Bitte, Kommentar.
    Danke, J.P. Bijl.

    J.P. Bijl

    Edited once, last by Bijl ().

  • Hallo Bijl,


    könnte es sich um diesen beim Volksbund verzeichneten Paul Stanitzek handeln?


    Nachname: Stanitzek
    Vorname: Paul
    Dienstgrad: Obergefreiter
    Geburtsdatum: 20.11.1913
    Geburtsort: Rostock
    Todes-/Vermisstendatum: 19.01.1942
    Todes-/Vermisstenort: Warschau Res.Krgs.Laz.7


    Paul Stanitzek konnte im Rahmen unserer Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden.

    Die vorgesehene Überführung zum Sammelfriedhof in Joachimow-Mogily (Polen) war somit leider nicht möglich.
    Sein Name wird im Gedenkbuch des Friedhofes verzeichnet.

    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Jaap,


    ichl ese die Grabinschrift wie folgt:


    Paul Stanizeck
    OGfr (Obergefreiter)
    2 / IR. 252 (2. Kompanie IR 252)
    aus
    Rostock
    geb. 20.11.13
    gest. 19.01.42
    in Warschau


    Somit war er im IR 252 / 110 ID.
    Einer meiner Onkel war auch in der 110. ID, die derzeit (November/Dezember 1941 vor Twer im Einsatz war. Mit Beginn der russischen Winteroffensive am 5. Dezember wurden die Einheiten der 9. Armee bei Minustemperaturen von bis zu - 40 ° unter schweren Verlusten zurückgedrängt. Mein Onkel erlitt dabei schwere Erfrierungen und kam über Witebsk, Warschau nach Erlangen ins Lazarett.


    Siehe hier: http://www.uploadarea.de/files/uhzou9oyu1lemfoegbpge9xfb.pdf



    Ich gehe davon aus, dass Paul ebenfalls bei diesen Kämpfen so schwere Verwundungen erlitt, an deren Folgen er im Lazarett Warschau schließlich starb.


    Gruß,
    Arnold