Einrichtungen der Wehrmacht bei Koblenz

  • Hallo allerseits!

    Habe eine Frage bzgl. der Heimatgeschichte eines guten Freundes, bei der ich zur Zeit nicht mehr weiterkomme. In dem Buch ("Die Heimat in Scherben" von Michels) werden verschiedene Einrichtungen der Wehrmacht bei Koblenz genannt. Sämtlichen Infos hatte das Hauptquartier des 8. US-Korps im März 1945 u.a. von französischen Kriegsgefagenen erhalten, welche kurz zuvor aus dem deutschen Gewahrsam entwichen waren.

    Hier steht u.a.: "Großes Munitionslager im Wald südlich von Arenberg, V-Waffen-Abschussbasis im Wald östlich Arenberg, nördlich einer Straße.".

    Bei der Abschussbasis vermute ich, dass es sich um die Startvorrichtungen für V2-Raketen des Artillerie-Regiment z.b.V. 901 bzw. der schw. Art.Abt. 836 bei Hillscheid handelt, weiß aber nicht, warum hier nicht der nähere Ort Hillscheid zur Ortsbestimmung genannt wurde?!? Auch soll sich dort lediglich die Stellung nur bis zum 19.03.1945 befunden haben.

    Bei dem Mun.Lager stehe ich jedoch auf dem Schlauch Das einizige Munitionslager, von dem ich in der Nähe weiß soll bei Neuhäusel (ca. 6-7 km nordöstlich von Arenberg) gewesen sein. Hierbei sollte es sich um eine sich um eine Munitionsausgabestelle der Flak gehandelt haben. In dem Buch "Koblenz im Bombenkrieg" von Schnatz heißt es "Munitionslager mit zwei Gebäuden und neun gewarteten Stapeln (?). Aufgeklärt am 21. 4. 1943".

    Vielen Dank scho einmal für die Hilfe!

    Grüße
    Sven

    Suche alles über die 91. Luftlandedivision und 77.Infanterie-Division

  • Moien,
    für die V 1gab es eine Feldmuna bei Mendig, eine große Treibstoffkolonne war bei Maria Lach untergebracht. Es gab aber auch provosorische Munitionslager, bei uns hier wurden im Rahmen der Vorbereitungen für die Ardennenoffensive große Mengen an Ari-Munition getarnt neben Straßen im Wald untergebracht.
    h.

  • Moien,
    Feldmunitionslager z.b.V. 10/XI, im Juli 44 bei Mendig aufgetellt, im März 45 mit Teilen in Hör-Grenzhausen (Pallungen für die V 1), Hillscheid im Distrikt "Uhlenhorst".
    Vom dortigen Bahnhof wurden die V1 mit Hanomag Zugmaschinen (zwei Geschosse auf Anhänger) zur Muna verbracht.
    h.

  • Hallo!

    Danke schon einmal für deine Recherchen ...

    Hmmm .... von den Orten Höhr-Grenzhausen bzw. Neuhäusel sind es immer noch zwischen 16 bzw. 10 Kilometer Strecke zu der damaligen, selbstständigen Ortschaft Arenberg.

    Dachte mir, solche Munitionslager wären zumindest umfriedet oder zumindest befestigt und bewacht gewesen. Oder wie kann ich mir solche Munitionslager genau vorstellen, besonders kurz vor Kriegsende?

    Grüße
    Sven

    Suche alles über die 91. Luftlandedivision und 77.Infanterie-Division

  • N´Abend aööerseits!

    Habe mich zu dem o.g. Thema nochmal mit einem älteren Anwohner des Ortes unterhalten und dieser gab mir einen Hinweis auf ein noch bestehndes Gebäudefundament süd-östlich von dem Ort. Ich konnte neben diesem offenbar älterem Fundament aus Beton in der Nähe noch diversen Metallschrott (Abdeckungen aus Blech, Metalleimer, Schaufel, etc.) auf dem Waldboden finden, aber allgemein Hinweise auf die Funktion des Fundamentes bzw. des Gebäudes leider nicht. Ich bezweifle eher, dass es sich um die Überreste eines Munitionslager oder einer V-Waffen-Abschussbasis handeln könnte.

    Grüße
    Sven

    PS: Ich konnte noch aus KTB´s herausfinden, dass ab dem 07.09.1944 der Höhere Pionierstab der H.Gr. D (NARA T311 R29) in diesen Ort verlegt wurde, sehe da aber derzeit keinen Zusammenhang zu den gesuchten Gebäuden.

  • Hallo Sven,

    Quote

    Ich bezweifle eher, dass es sich um die Überreste eines Munitionslager oder einer V-Waffen-Abschussbasis handeln könnte.

    ich denke auch nicht das es irgend etwas in der Richtung ist. Die Feuerstellungen der V 1 und V 2 sahen ziemlich anders aus, siehe Anhang.

    Quote

    Dachte mir, solche Munitionslager wären zumindest umfriedet oder zumindest befestigt und bewacht gewesen. Oder wie kann ich mir solche Munitionslager genau vorstellen, besonders kurz vor Kriegsende?


    Eine Feld-Muna, denn um die handelt es sich hier, war in der Regel eine Ortslage die verkehrstechnisch gut erschlossen war und die durch geringe Maßnahmen der Feindsicht entzogenen werden konnte.
    Sicherung mit Alarmposten, Lagerung auf Holzrosten wenn vorhanden.

  • (...)

    Hier steht u.a.: "Großes Munitionslager im Wald südlich von Arenberg, V-Waffen-Abschussbasis im Wald östlich Arenberg, nördlich einer Straße.".

    Bei der Abschussbasis vermute ich, dass es sich um die Startvorrichtungen für V2-Raketen des Artillerie-Regiment z.b.V. 901 bzw. der schw. Art.Abt. 836 bei Hillscheid handelt, weiß aber nicht, warum hier nicht der nähere Ort Hillscheid zur Ortsbestimmung genannt wurde?!? Auch soll sich dort lediglich die Stellung nur bis zum 19.03.1945 befunden haben.

    (...)

    Hallo Sven,

    bin erst heute auf diesen Frage-Betrag aufmerksam geworden. Zu dem Punkt, daß sich dort "die Stellung nur bis zum 19.03.45 befunden haben" soll, kann ich einen guten Grund nennen:

    Da es inzwischen praktisch unmöglich geworden war, den tiefkalten, verflüssigten Sauerstoff a) in nennenswerten Mengen zu produzieren und b) ihn auch über das durch die vielen Jabo-Angriffe etc. vielfach zerstörte Eisenbahn-Streckennetz zu den Verbrauchsstellen zu befördern, mußte der Verschuß von A4 eingestellt werden. Zudem galten ja die gleichen Transport-Probleme auch für die anderen Komponenten...

    Hoffe, ein wenig zum besseren Verständnis beitragen zu können.

    Herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Sven,

    ich hatte heute mit meinem Bruder telefoniert. Er arbeitet in Hillscheid und wohnt in der Gegend. Er erzählte mir von einem ehemaligen Funkgebäude der US Armee im Hillscheider Wald. Es sollen Betonüberreste sein und auch Fliesen meinte er. Es stand irgendwie in Zusammenhang mit dem Funkturm auf dem Köppel, der ja nicht wirklich weit entfernt ist. War das was du meintest in der Nähe der Thiels Hütte?


    Viele Grüße

    Christoph

  • Hallo!

    Vielen Dank für eure Wortmeldungen, aber der Thread schlägt gerade einen leicht anderen Weg ein, als von mir damals gedacht ... ich hatte zu den o.g. Überresten bei Koblenz (Stadtteil Arenberg) nachgefragt (siehe Bilder) und hatte mit dem folgenden Satz die V2-Raketenstellung bei Hillscheid persönlich schon ausgeschlossen:

    Bei der Abschussbasis vermute ich, dass es sich um die Startvorrichtungen für V2-Raketen des Artillerie-Regiment z.b.V. 901 bzw. der schw. Art.Abt. 836 bei Hillscheid handelt, weiß aber nicht, warum hier nicht der nähere Ort Hillscheid zur Ortsbestimmung genannt wurde?!?

    ... dieses wurde dann von Dieter anhand der Bilder bestätigt.

    Dennoch interessant eure Meldungen bezüglich der Gegend und den Ereignissen, daher wäre meine Idee die Überschrift anzupassen / zu erweiteren, damit es zu diesen Thema / dieser Gegend hier auch weiter Infos gesammelt und ausgewertet werden können. :thumbup:

    Zu dem Punkt, daß sich dort "die Stellung nur bis zum 19.03.45 befunden haben" soll,

    ... es könnte auch noch zusätzlich damit zu tun gehabt haben, dass der alliierte Brückenkopf von Remagen am 19.03.1945 bereits bis kurz vor Neuwied am Rhein vorgstoßen war (u.a. durch amerik. 9.Pz.Div., Entfernung ca. 20 Kilometer zu Hillscheid) und nur noch schwache Kräfte der 26. und 89.Inf.Div. sowie Volkssturm sich dazwischen befanden.

    Grüße
    Sven

    Suche alles über die 91. Luftlandedivision und 77.Infanterie-Division