Suche nach Infos über das Fallschirmjäger-Regiment 13, Normandie 1944

  • Hallo,hoffe auf Informationen aller Art über das Fallschirmjäger Regiment 13 .Mein Vater war von der Aufstellung bis zur Verwundung ( Operation Cobra ) in dieser Einheit.Trotz jahrelanger Suche über die Nachbareinheiten (Panzer Lehr Division,17.SS Division sowie die Wehrmachtsauskunftstelle) - es ist einfach nichts zu finden.überall der lapidare Satz " Im Einsatz aufgerieben " Sollte jemand in diesem Forum Infos (Berichte,Bilder ,Gliederungen u.s.w. besitzen so wäre ich dankbar.In meinem Besitz sind nur 2 Bilder ,Wehrpass und die Info Oberjägeranwärter Boris Siegfrie Haase 1.Kompanie, 13.Fallschirmjäger Regiment 5.Fallschirmjäger Division .Sie lagen zwischen St.Lo und Periers.


    .Danke im Voraus.

  • Hallo anuti,


    ist die allgemeine Literatur zur Fallschirmtruppe bekannt?
    - Busch: Die Fallschirmjäger Chronik
    - Stimpel: Die deutsche Fallschirmtruppe 1942-1945, Einsätze auf Kriegsschauplätzen im Osten und Westen


    daflocki007

  • Hallo Anuti.


    Mein Vater war ein Sanitätsfeldwebel im FJR 13, in der Normandie, und schon dort stationiert vor der Invasion. WASt hatte einen Antrag auf Kriegsentschädigung, der nach dem Krieg beantragt wurde. Darin schrieb mein Vater das er ursprünglich im 13. Regiment war, aber zum 14. befohlen wurde. Aber, erst gab er eine Nummer an die durchgestrichen und unlesbar gemacht wurde. Da es nur drei Regimenter gab, hat er wohl das 15. durchgestrichen und das 14. eingetragen weil das 15. der 17.SS Division zu geteilt wurde, und nach dem Krieg alles mit dem Wort SS tabu war. Die 13. und 14. Regimenter waren noch nicht einsatzbereit zur Zeit der alliierten Invasion. Das 15. aber war einsatzbereit, und wurde der 17 SS zugeteilt. Wohl auch die Sanitätskompanie meines Vaters. Es gibt ein Bilder im Internet vom Ergeben des Stabs der
    17.SS Division und einer der Offiziere war in Fallschirmjäger Uniform. Er wurde wärend Operation Cobra gefangen genommen am 7.August 1944. Er gab Angers an, aber ich denke er meinte wohl Argentan wo das 15.FJR mit der 17.SS Division engagiert war. Genau, das 13. und 14. war in St Lo, und noch einer anderen Stadt in der Nähe. Nach seinen Erzählungen ging die ganze Sanitätskompanie hopps, ausser ihm und ein Kammrad namens Panther. Er erzählte auch von Bombenteppichen die alles platt machten, Menschen, Kühe, Häuser, alles. Er fand nach dem Krieg keine Überlebenden außer Panther der sogar wie er in Berlin wohnte.


    Gruesse,
    inter

  • Guten Morgen!


    Ab dem 12. Juli 1944 wurden die Fallsch.Jg.Rgt.13 sowie 14 der 17.SS-Pz.Gren.Div. "GvB" unterstellt, das Fallsch.Jg.Rgt.15 war nicht der GvB unterstellt, sondern der 77.Inf.Div. und befand sich beim Mont-Castre, westlich von La Haye du Puits (KLICK und KLACK) . Die Einträge im LdW sind hier leider fehlerhaft. Ich habe einige Auszüge aus dem KTB der GvB und kann die gerne per Mail verschicken, abtippen dürfte zu aufwendig sein.


    Grüße
    Sven

  • Hallo Sven.


    Das ist interessant. Ich bin aber erst ueberzeugt wenn die KTB der GvB mit denen der FJR6 verglichen werden, und die sich reimen. Von der Heydte's Berichten wuerde ich glauben zumal er in Feindkontakt war und die Berichte der Amerikaner auch bekannt sind, die der GvB...na ja. Logisch waere es nicht fuer mich, denn wenn 2 FJR's in unmittelbarer Naehe zur FJR6 einsatzbereit waeren, dann haetten sie die FJR6 schon vorher ergaenzt, vor dem Eintreffen der GvB die in langem Anmarsch vom Sueden war. Als die GvB auf die FJR6 traf war die letztere schon ausgeblutet, und die GvB wollte von der Heydt den Prozess zur Fahnenflucht machen. Wenn ich mich entscheiden muesste zwischen Ehrlichkeit der Fallschirmjaeger Offiziere die schon vor Ort waren oder der SS die gerade zersplittert reinschlitterten, wuerde ich nie auf die Seite von politischen Fanatikern setzen.
    Vielleicht interessant fuer dich. http://www.feldgrau.com/FJR.htm#14
    Hier wurde beschrieben wie die Battalione ausgetauscht wurden zwischen den Regimentern um ein einsatzbereites Regiment zu bilden. Die BvG fungierte um Argentan, nachdem das FJR6 schon zurueck verdraengt wurde. Das ist weit entfernt von St Lo, und auch den Orten die Du angabst. Aber mein Link koennte erklaeren wie eine Verwechselung entstand im KTB vom GvB.


    Freundliche Gruesse


    inter

    Edited 7 times, last by inter ().

  • Hallo "inter"!


    Du wirfst da ein paar Sachen durcheinander, teilweise verstehe ich leider auch nicht, was du meinst ...


    Bezüglich des Fallsch.Jg.Rgt.6 kannst du dich hier nochmal einlesen: KLICK!


    Um kurz auf deine Punkte / Thesen einzugehen:


    - Major von der Heydte sollte vor ein Kriegsgericht gestellt werden, weil er bereits am 10. Juni 1944 Carentan kampflos aufgegeben hatte, dieses wurde jedoch nie durchgezogen


    - das Fallsch.Jg.Rgt.6 hatte in der gesamten Zeit von Juni bis August 1944 keinen Ersatz bekommen, auch gab es keine Pläne Personal von anderen Einheiten hierfür zu nehmen


    - als das Fallsch.Jg.Rgt.6 der GvB am 11. Juni 1944 unterstellt wurde, bestand es noch aus 2 eigenen Bataillonen sowie drei unterstellten Heeresbataillonen und 2 Artilleriebatterien


    - vom Fallsch.Jg.Rgt.6 gibt es m.E. keine KTB´s aus der Zeit in der Normandie, lediglich FMS u.ä.



    Und um zum Thema zurückzukommen: wie gesagt, bei Bedarf kann ich die Auszüge vom Fallsch.Jg.Rgt.13 bereitstellen, gerne auch hier als Anhang.


    Grüße
    Sven


    Verlinkung "blau" gemacht...Huba

  • Hallo Sven.


    Ja, die Auszuege vom FJR13 wuerden mich interessieren als Anhang hier. Aus welcher Quelle kamen die Auszuege? Wenn es Auszuege aus dem KTB der GvB sind, dann haben die Schreiber etwas verwechselt. Ja, es gab ein Battalion vom 13. und eins vom 14. in der GvB, das sagt doch mein Anhang, aber die wurden vor der Uebergabe ins 15. FJR von der 5. FJ Division kommandiert. Die Soldaten koennten das vielleicht nicht mitgekriegt haben, gegeben der Lage, und das nur die Einheiten in kleineren Formationen transportiert wurden, nicht in Regimentsstaerke. Bitte seh Dir das Link an, das erklaert es. Wenn Du dich darueber auessern willst, wuerde mich das auch interessieren. Ich habe nur eine Quelle, fuer mich glaubhaft, die angab das es Umbau in der Aufstellung gab. Uebrigens, die 5. FJ Division hatte viele neue Spunde und war schon laenger in Ausbildung vor D-Day.


    Das FJR6 war schon aufgerieben als die GvB vor Ort eintraf. Momentan kann ich meinen Finger nicht auf die Geschichte des FJR6 legen.


    Freundliche Gruesse
    inter

    Edited once, last by inter ().

  • Hallo!


    Das FJR6 war schon aufgerieben als die GvB vor Ort eintraf. Momentan kann ich meinen Finger nicht auf die Geschichte des FJR6 legen.


    ... das Fallsch.Jg.Rgt.6 war nicht aufgerieben, lediglich das I. Btl. reduziert (Quelle T 78 R672). Woher sollen deine Infos stammen?


    Der Link von dir habe ich gesehen, ist jedoch fehlerhaft, wie das LdW bzgl. der Unterstellungsverhältnisse der Fallsch.Jg.Rgt.13 und 15!!!!!


    Anbei die Auszüge des KTB der GvB mit eingereichten Dokumenten des Fallsch.Jg.Rgt.13 (12.-18. Juli.1944). Quelle: Kriegstagebuch der 17.SS-Panzer-Grenadier-Division "Götz von Berlichingen"


    Grüße
    Sven

  • Hallo Sven.


    Woher meine Info's stammen ist aus einem Buch, das ich jetzt nicht finden kann. Also, aus meinem Gedaechtnis. LOL. Ich werde mich weiter umsehen, aber alles auf was ich heute traf bestaetigt Deine These. Bleibe aber weiter am Suchen.
    Danke fuer die GvB Anhaenge, die interessieren mich.


    Ok, habe deine Geschichte der FJR6 gefunden. Ich glaube der Auszug davon bestaetigt meine Bemerkung. Es gibt in dem Auszug zwar keine Bemerkung ueber die Verluste der anderen Battalione, aber nach der Staerke des Feindes zu urteilen, kann man annehmen das die auch stark betroffen waren. Jedenfalls 1 Offizier und 23 Soldaten aus einem ganzen Battalion wuerde ich fuer vernichtet halten. Ziemlich unverschaemt fuer die GvB einen Prozess der Fahnenflucht einzufuehren, wenn sie gar nicht mal vor Ort waren. Ja, das von der Heydte nicht veruteilt wurde ist mir bewusst, aber das er ueberhaupt verdaechtigt wurde, ist eine Unverschaemtheit. Die ganze GvB haette nicht gegen diese Feindstaerke stand gehalten. Nur 8 Wochen spaeter im August hatte das FJR6 nur 40 Soldaten, von original 4600.
    Hier ist der Auszug aus deiner Geschichte der FJR 6. Es reimt sich mit meiner Erinnerung:


    Das Regiment hat eine Stärke von ca. 4.600 Soldaten. Nach der Ankunft wird das Regiment der 91.Luftlande-Division
    unterstellt. Am 7. Juni 1944 wird das I. Bataillon von der amerik.
    4.Pz.Div. sowie von Teilen der amerik. 82. und 101. Luftlandedivision
    bei Vierville, nördlich von Carentan, zerschlagen. Nur ein Leutnant und
    23 Soldaten können sich zum Rest des Regimentes durchschlagen. Am 11
    Juni 1944 wird das Regiment der 17.SS-Pz.Gren.Div. „Götz von Berlichingen“ unterstellt.


    Ok, aber ich bitte dich mal die Geschichte der 4th Armored Division anzusehen. Die war zu dem Zeitpunkt gar nicht in Frankreich. Die landete erst am 17 Juli. War aber beteiligt an Operation Cobra. Vielleicht muss die Geschichte des FJR6 in dieser Hinsicht aufgearbeitet werden. Die 2nd Armored Division war aber vor Ort. Ihr Motto, Hell on Wheels.


    Freundliche Gruesse


    inter

    Edited 6 times, last by inter ().

  • Guten Abend "inter",


    Quote

    Woher meine Info's stammen ist aus einem Buch, das ich jetzt nicht finden kann. Also, aus meinem Gedaechtnis. LOL.


    für eine auf Fakten basierende Diskussion ist das aber wahrlich keine gute Basis, oder?


    Was ist "LOL"?...eine rhetorische Frage....  8)


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Huba.


    Bitte lesen sie ein bischen weiter, wo ich eine Quelles dieses Forum's fuer meine Begruendung angab. Und die wurde auch noch von Sven entweder geschrieben, oder wenigstens angoten under seinem Namen.


    Vielleicht koennten Sie sich dafuer einsetzen das die Geschichte des FJR6's hier in diesem Forum wenigsten Einheiten angibt die dort waren, und nich in Egnland zur Zeit.


    Gruesse


    inter

  • Hallo "inter"!


    Was Thomas erhofft (wie auch ich) sind Quellen, die die von mir angegebenen Quellen widerlegen bzw. widersprechen und selbst dann sollte man sachlich und belegt die Quellen gegeneinander aufliegen und besprechen! Des Weiteren ist die Quelle "feldgrau" sowie auch das LdW bzgl. des Fallsch.Jg.Rgt.13 und 15 weiterhin fehlerhaft ... zumindest hier beim LdW weiß ich von einem Korrekturhinweis mit Quelle .. dürften beide sich auf Tessin verlassen haben!


    Schönen Abend und Grüße
    Sven

  • Hallo


    Sven30 : danke für die informationen über das FJR 13. Die Auszüge des KTB "GvB" sind sehr reich. :thumbup:

    Edited once, last by L 76 ().

  • Hallo inter
    Sehr schön für mich zu erfahren,das es wohl doch Überlebende gab.Lt.Auskunft der Wehrmachtsauskunftstelle sind alle "verlustig" gemeldet.Danke für die vielen Beiträge.Habe das Thema für mich auch abgeschlossen und die Kampfstätte in der Normandie besucht.Mein Vater hatte den Bombenteppich (Cobra ) überlebt und durch die erfolgte Verwundung der totaln Vernichtung zu engehen.
    Mit frundlichem Gruß
    anuti

  • Guten Abend, ich bin neu im Forum,


    Mein Vater, Jahrgang 1924, verstorben 1998, war ab 1943 im 13. Fallschirmjägerregiment als Gefreiter.


    Bitte gestatten Sie mir zu sagen, daß die Erforschung, welche Einheit genau wann und wo in welcher Stellung lag zwar eine interessante Sache sein mag, die andere aber, wie unsere Väter im "Alltag" damals und später nach dem Krieg mit den Dingen - und mit uns Kindern - umgegangen sind. Und welcher Unsinn zuweilen heute medial von Unwissenden darüber verbreitet wird (insbesondere zum völligem Unsinn, "man hätte sich verweigern können"). Auch die ein oder andere Hollywood-Produktion würde unsere Väter hochgradig empören.


    Ich hoffe, dieses Forum nicht mißverstannden zu haben, als daß es um vielleicht mehr als nur um nüchterne Fakten gehen mag.


    Wie sah also die Soldaten-Realität in Frankreich 1944 aus ?


    Mein Vater hat mir nur sehr leise und sehr wenig, aber Eindeutiges erzählt. Orte, Namen, Kämpfe usw.
    ...viele Weintrauben zu essen, normal bezahlt bei französischen Händlern. ..Brest, ...Quimper, ...Caen, ...St. Lo, ...schwere Einschläge der feindlichen Schiffsartellerie, ...Amerikaner, ...Schiessen auf feindliche Fallschirmjäger am Himmel, ...mit "Ofenrohr" (=Panzerfaust) gegen "Ami-Panzer" (er hat einmal sehr leise gestanden, einen getroffen zu haben), ...mit drei Mann am Mörser, feuern und sofort Weglaufen "wie die Hasen" wegen schwerem Gegenfeuer, ...Granattreffer ins Schützenloch und Italienischer Kamerad lag ohne Kopf da, ...Verwundung durch Granatsplitter am 22.07.44 ("...das hat nur "Klatsch" gemacht..."), ...SS-Offizier am Verbandsplatz schreit ihn an "Sie sind doch nicht so schwer verletzt, weiterkämpfen! " (dieser hatte schon zuvor einen Arm und ein Auge verloren), ... "...hast Du was gesagt, wurdest Du an die Wand gestellt..." ..."überall war die Waffen-SS".


    So war es ganz real.
    Ich habe mich nie getraut, ihn zu irgendetwas nachzubefragen.


    Die Frage, wieso er direkt mit der SS zu tun hatte, was er eindeutig so erzählte, hat mich irgendwann stutzig gemacht, da er doch laut aller Dokumente und Fotos aus seinem Nachlass Fallschirmjäger war.


    ANGEBLICH hat er sich nach seiner Verwundung (nur 1cm tiefe Fleischwunde an der Wade, seine Narbe kenne ich) ohne Erlaubnis aus Diedenhofen per Zug bis in seine Heimatstadt Hildesheim aufgemacht ("Fahnenflucht" sagte er zu mir), ist hier bis zum Kriegsende (8 ! Monate später) fröhlich abwartend geblieben und hat sich später nochmals wegen einer kleinen Schnittwunde an der Hand ins Lazarett gelegt. Dann wurde er als Soldat in Hildesheim von den Amerikanern (sehr freundliche Feinde grundsätzlich) in beschwingter, ungewöhnlich langer Plauderei verhört und konnte sofort ohne Probleme nach Hause gehen. Angeblich soll der verhörende "Ami" zeitgleich zu ihm an selber Stelle in Frankreich "gelegen" haben, was angeblich hilfreich beim Verhör war. Diese 8 Monate komplette Erzählungslücke zwischen Verwundung und Kriegsende Mai 45 GLAUBE ICH IHM SCHON LANGE NICHT MEHR und habe angefangen, im Netz zu recherchieren. Ein Soldat läuft 44/45 nicht 8 Monate tatenlos in seiner Heimatstadt herum.


    Zu seiner politischen Einstellung von damals hat er mir nie ein Wort erzählt und mich von all dem völlig unbeeinflusst gelassen.
    Dagegen hat er jedoch auch niemals gesprochen und schien eher immer dazu zu stehen, wobei aber sein schlechtes Gewissen trotzdem offensichtlich war.
    Er sprach manchmal mit Bewunderung von der "Waffen-SS" oder flachste mit Sprüchen wie "Heil Dir im Siegerkranz. Nimm was Du kriegen kannst.".
    Aus diversen Zusammenhängen und Aussagen gebündelt herausgefiltert, muss man sagen: Er war und blieb immer - heimlch - "ein Kind seiner Zeit".
    Es waren 5 Brüder (Gefreite, Feldwebel, Offizier), alle an verschiedenen Fronten im Krieg. Einer fiel südlich von Stalingrad, 4 waren bei Kriegsende ohne bleibende Körperschäden im Elternhaus zurück. Ein weiterer Onkel wurde noch Anfang 45 mit 15 Jahren zur SS-Ausbildung befohlen. Beide Großväter waren volle 4 Jahre an der Front im WK I. Mein Leben ist reines Glück und gehäufter Zufall.


    Hinterlassen hat mir mein alter Herr - und hat nie ein Wort hierzu verlauten lassen, die Dinge aber auch nie vernichtet - unter anderem seine zwei Verwundetenzettel mit Truppenteilkürzel (die darauf hinweisen, daß er irgendwann anscheinend von den Fallschirmjägern weg in einer Panzereinheit war), ein Dokument zum Verwundetenabzeichen (nebst dickem schwarzen Hakenkreuz-Anstecker), ein dickes Fotoalbum mit reichlich ungestellten Privatfotos aus seiner Zeit im Regiment in der Bretagne, bevor die Invasion begann. ...lauter fröhliche Bilder von vielen herzlich lachenden und flachsenden Kameraden (alle haben entsetzlich lange Haare) sowie von gutgelaunten Offizieren, ...manchmal am Foto Namen ("Hauptmann Wahl" (=später Major Gosewin Wahl), Flg. Neubauer, Feldwebel Wagner, Oberleutnant Wenz), Vereidigungsfotos (in Dorai 31.05.43), Kasernen, Feldlager, Übungen im Gelande, MG-Stellung, Blick auf Dörfer und Städte, VIELE GESICHTER.


    Wieso er laut kyrillischem Entlassungschreiben von Anfang 1946 - von sowjetischen Offizieren in Hamburg hochoffziell mit Daumenabdruck, Stempeln und Unterschriften angefertigt - am 08.11.1945 aus der Marine (genau so steht es dort) entlassen wurde, ist mir nach wie vor schleierhaft. Er hat kein Wort dazu gesagt. Vielleicht ist dieses Dokument eine komplette Fälschung des alten Herrn. Auf See war er ganz sicher nicht. ...und für welchen Zweck, wenn gefälscht ? Hat - und vor allem konnte - man damals so etwas leicht fälschen ?


    Für mich bleibt ganz gewiss eine Erkenntnis vom allerbesten Zeitzeugen direkt an meiner Seite:
    Es gibt kein Deutsches Reich mehr; egal was aus irgendwelchen juristischen Papieren zusammenphantasiert werden kann.
    Ob es gefällt oder nicht: Die Realität ist die Realität des Jahres 2018 und diese muss aus dem Heute heraus verbessert werden.


    Nun denn.
    Ich kann bei Interesse an Bildern gern ein paar gescannte Fotos mailen.


    Ab und zu gucke ich hier mal wieder ins Forum.


    Gruß
    CM



    Oho ! ...gerade lese ich hier im Forum Papiere zu den Details der Kampfhandlungen.
    Ja. ...das deckt sich. ...brutal.

    Edited 39 times, last by HFM ().

  • Hallo!


    Zuerst einmal herzlich Willkommen hier im Forum! :thumbsup:



    @ Blausterne: Zur besseren Übersicht sollte man ggf. den o.g. Beitrag, sowie alle dazugehörigen einem neuen Thread widmen.




    Woher stammen deine Angaben über die Einheit deines Vaters? Könntest du hiervon einmal bitte einen Scan einstellen? Hast du bereits eine Anfrage bei der WASt gestellt: KLICK?


    Ich versuche einmal deine ganzen Angaben ein wenig aufzudröseln .... die o.g. Erinnerungen decken sich größtenteils mit meinen mir bekannten Angaben über das Fallsch.Jg.Rgt.13, lediglich das mit dem italienischen, gefallenen Soldaten bezweifle ich ein wenig an, da m.E. es nur noch ital. Verbände bei diversen Marine-Artillerieabteilungen gab (Kompanie-Stärke), u.a. auf vorgelagerten Inseln bei Nantes sowie La Rochelle.


    Bezüglich der "Angst" vor der Waffen-SS habe ich im Rahmen meine jahrelangen Recherchen auch schon die ein oder anderen Beispiel gefunden, u.a. bei einem Soldaten des Gren.Rgt.1058: " ... Es geht ja drunter und drüber, wie ich es selbst auf dem Rückzug in Rußland nicht erlebt habe. Seit Tagen ein Sauwetter und keinen Schutz dagegen, da wir doch alles verloren haben. Die Kompanie liegt seit dem 6.6. im Einsatz, und die Landser sind vollständig fertig. Was da zusammengeschimpft wird, ist aber nicht mehr schön. Die Schlesier waren ein großer Sauhaufen (302. Inf.Div.), aber hier ist es noch viel größer. Erschießen wollte mich die SS auch schon wieder einmal, weil ich Ihnen beim Ausreißen nicht geholfen habe. Die ersten Läuse habe ich auch festgestellt heute. Es ist tatsächlich ein Jammer in diesem elenden Krieg, und noch ist kein Ende zu sehen. Der Schreiber der Kompanie sitzt neben mir und schreibt die Todesanzeigen. Wer weiß, ob er nicht von denen, die hier sind, auch solche Zeilen schreiben muss? Wir können nur bitten, daß er uns segnen möge und den Krieg bald beenden möge. ... ". Bezüglich der von dir gewünschten Soldaten-Realität bzw. dem Soldaten-Alltag in Frankreich kann ich dir jede Menge Infos und auch Unterlagen zum Lesen geben.


    Bei Befragungen von Veteranen ist mir teilweise auch ein Wissenslücke von mehreren Monaten aufgefallen, diese begann meistens direkt nach der alliierten Landung in der Normandie und endete dann wieder beim Überschreiten der deutschen Reichgrenze. Ich habe dies immer repektiert, denn niemand von uns kann wissen, was die Soldaten wirklich erlebt haben. Mir sind solche Wissenslücken aber auch lieber, als irgendwelche Märchen, die vor Fehlern nur so strotzen, aber egal.


    Das von deinem Vater genannte "Schießen auf Fallsch.Jg. beim Sprung" ist für mich bis dato auch noch fraglich, denn das Fallsch.Jg.Rgt.13 war zum Zeitpunkt der Invasion in der Bretagne, im, Raum um Rennes, stationiert und dort gab es keine Fallschirmabsprünge. Die mir bekanntesten südlichsten Fallschirmjägerabsprünge waren m.E. zwischen St.Lô und Carentan. Auch später gab es keine Absprünge mehr, wo das Fallsch.Jg.Rgt.13 zugegen war. In der Bretagne kenne ich lediglich die Absprünge von einigen SAS-Soldaten aus den Monaten März oder April 1944, die die dortigen franz. Partisanen unterstützen sollten und sich das ein oder andere Feuergefecht mit den deutschen Soldaten lieferten.


    Das dein Vater erst in amerikanischer später noch in sowjetischer Kriegsgefangenschaft war, kenne ich hier zu genüge und du wirst hier im Forum auch den ein oder anderen Beitrag dazu finden. Das m.E. mir bekannteste Beispiel hierfür ist das von Generaloberst Rudolf Schmidt, der 1943 aus der Wehrmacht entlassen wurde und erst bei einem familären Besuch in Weimar 1947 durch sowjetische Soldaten verhaftet wurde.


    Grüße
    Sven

    Edit: Rechschreibung

  • Guten Tag Sven,


    Quote

    @ Blausterne: Zur besseren Übersicht sollte man ggf. den o.g. Beitrag, sowie alle dazugehörigen einem neuen Thread widmen.


    Ich habe mich schon wiederholt dazu geäussert, was ich davon halte, wenn gesagt wird: Falls falsch, verschieben, man sollte verschieben...alles soweit klar.


    Nenne mir das Sub, wohin die abgetrennten Posts sollen, nenne mir eine Überschrift für den dann neuen Thread.
    Sowas erspart mir viel Zeit, ich muss mich nicht einlesen.


    Einfach dabei schreiben, wird dann erledigt.... fertig ist die Laube. ;)


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Thomas!


    ...Nenne mir das Sub, wohin die abgetrennten Posts sollen, nenne mir eine Überschrift für den dann neuen Thread. Sowas er ...spart mir viel Zeit, ich muss mich nicht einlesen.


    Berechtigte Einwände! Ich würde das Thema ebenfalls hier bei Einheiten der Luftwaffe, alternativ bei Personen und Biographien einsortieren. Da mir u.a. der Name des o.g. Soldaten fehlt ggf. mit der Überschrift "Kriegserlebnisse meines Vaters beim Fallsch.Jg.Rgt.13" oder ähnliches ... sonst kann HFM / CM auch noch eine Idee abgeben.


    Grüße
    Sven

  • Guten Abend Cm,


    hier etwas zum Kdr Fjg-Rgt 13 Goswin Wahl,
    Siehe Anhang


    Servus Eumex
    Vivat Bavaria

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