Heiratserlaubnis der SS (RuSHA)

  • Hallo zusammen,


    wie bekannt sein sollte, benötigten SS-Angehörige eine Heiratserlaubnis, reichlich Papiere, Nachweise waren dafür zu erbringen.
    Sollte man nicht überwerten, es wurde "lasch" damit umgegangen,
    dem Krieg geschuldet, oder, wie so oft, nicht in der Form wie von Himmler gewünscht, 1:1 umsetzbar.
    Man machte nicht wenige Ausnahmen, man stelle gar einige Dinge bis nach dem Krieg zurück.


    Wie auch immer,
    hier mal eine Heiratserlaubnis mit einem bemerkenswerten Datum, 19.04.1945, vom RuSHA.


    Schülke, Ernst - 1 - photo.jpgSchülke, Ernst - 6a.jpg


    Der Kampf um Berlin tobte, kein Problem, das Hauptamt erteilt eine Heiratsgenehmigung....ein hochdekorierter Soldat hält sich kurz vor Zapfenstreich an die SS-Spielregeln.
    Für mich unglaublich.


    Sollte jemand weitere dieser Schriftstücke besitzen, ich würde mich freuen.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Thomas.


    Bis zum bitteren Ende.
    Mehr fällt mir dazu nicht ein.


    Dann wollen wir mal hoffen das der Standesbeamte auch Blatt zwei ordnungsgemäss ausgefüllt hat und ihn in dem beigefügten Umschlag versendet hat. Hoffentlich war der auch frankiert. Und ist noch rechtzeitig angekommen.


    Ironie aus.


    Grüße Uwe

  • Hallo Thomas,


    Der Kampf um Berlin tobte, kein Problem, das Hauptamt erteilt eine Heiratsgenehmigung....ein hochdekorierter Soldat hält sich kurz vor Zapfenstreich an die SS-Spielregeln.


    Im Prinzip, ja! Aber:


    Man kennt ja nicht die näheren Umstände.
    - Wann wurde der Antrag eingereicht, bzw fehlten noch Unterlagen?
    - Wollte er seine Kinder legitimieren - eine Frau versorgungsmäßig absichern?


    Ich glaube, um diese Zeit da hat,das Ende vor den Augen, ein wesentlich höher Stehender schnell noch geheiratet.
    edit: Ich weiß aber nicht, ob der seine Papiere vollständig hatte!


    MfG Ludwig

    Never let go!

    Edited 2 times, last by Ludwig11 ().

  • Guten Abend,


    na ja, in erster Linie ging es mir um das Datum, dass das HA "Dienst bis zur letzten Patrone" tat.


    Beweggründe für den Soldaten?
    Schwerlich zu beurteilen, laut Papieren war er schonmal verheiratet, hat auch Kinder, also eine erneute Ehe.


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Guten Morgen,


    kurz noch ein Hinweis zur Heiratserlaubnis in Bezug auf den Dienstgrad :


    Dann wollen wir mal hoffen das der Standesbeamte auch Blatt zwei ordnungsgemäss ausgefüllt hat


    Wann wurde der Antrag eingereicht, bzw fehlten noch Unterlagen ?


    Ordnungsgemäss war das zum Zeitpunkt der Erteilung nicht. Der Antrag wurde sicherlich schon Ende 44, bzw. Anfang 45 gestellt
    und das RuSAH hat dabei übersehen (in der Hektik ?) , das Schülke inzwischen längst zum Sturmbannführer befördert wurde ! ;)



    Viele Grüße
    PETER
    .............

  • Hallo,


    oder kann es sein, dass das Datum schlicht ein Tippfehler war? Würde zumindest den "falschen" Dienstgrad erklären...


    MfG


    Flo

  • Guten Abend zusammen,


    Uwe,
    vielen Dank für deine Mühe den Befehl einzustellen, somit haben wir es belegt, und ja, so s o l l t e es sein, tat es aber nicht immer.


    Flo,
    wie der Link von westermann zeigt, arbeite das RuSHA wirklich bis Torschluss, da kannte man nix.
    Und die Sache mit dem Dienstgrad, das RuSHA war sicher nicht d a s Hauptamt, dem man Personalveränderungen mitzuteilen hatte,
    Einheitenwechsel, Beförderungen, da käme mir eher das Personalhauptamt in den Sinn.
    Zumal die Entscheidung, Heiratserlaubnis ja oder nein, unabhängig vom Dienstgrad, zumindest bei diesen Dienstgraden, getroffen worden wäre.



    Nach all den Jahren mit dem Thema sei mir erlaubt zu sagen, dass in/bei der SS alles geregelt war.
    Sei es durch solche Befehle, durch sich immer wieder ändernde Bestimmungen bei der Aufnahme, die interne Bestrafung von Angehörigen....alles schick geregelt.
    Nur, es wurde nichts, aber auch gar nichts zu 100 Prozent wie vorgegeben umgesetzt.
    Überall Ausnahmen, nicht umsetzbar in vorgebener Zeit, fehlendes Personal für Bürokratie, verschoben bis nach dem Krieg...
    dazu noch ein RFSS, der sich immer wieder "Einzelschicksalen" anahm und nach Gutsherrenart seine eigenen Befehle unterlief.


    Die Thematik Allg.SS ist, wenn man sich etwas näher damit beschäftigt, sehr interessant, aber gleichzeitig recht schwer durchschaubar, schwarz/weis gibt es nicht.
    Und ehrlich, ich freue mich über jede Beteiligung in "meinem" Sub...man lernt bekanntlich nie aus. ;)


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!