Lesehilfe erbeten

  • Hallo Frederike,


    das von mir vorgeschlagene Niemegk liegt zwar näher an Luckenwalde, aber das von Dir nun gefundene (inzwischen nicht mehr existierende) Niemegk in Sachsen-Anhalt grenzte unmittelbar an Bitterfeld mit seiner bereits damals ausgeprägten Industrie.

    Vor dem Hintergrund tendiere ich dazu, das letztgenannte Niemegk als Zielort für den Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen zu sehen. Niemegk / Brdb. ist zwar ein nettes Städtchen, aber da ist heute nichts los und damals war dort sicher auch nichts los.


    Das verschwundene Niemegk wurde für einen Braunkohletagebau geopfert, heute ist dort ein schöner und großer Badesee.


    Ein großes Lob für Frederike.


    PS, vielleicht sollte die Firmensuche sich auf das Bitterfeld-Wolfener Industriegebiet konzentrieren.


    Gruß


    Paul


    G-W-G'

  • Hallo Paul,


    danke für deinen Hinweis zu Niemegk, da habe ich wieder etwas dazugelernt was mir die Suchmaschine nicht verraten kann.

    Es ist leider recht schwierig einzuschätzen wohin die Kriegsgefangenen zu ihren Arbeitseinsätzen geschickt wurden. Zum Teil finde ich eindeutige Ortsangaben die man aber nicht mit dem "vermerkten" Stalag in Verbidung bringen würde. Aber, häufig sind die EInträge auch wirklich in einem vernachlässigten Zustand vorzufinden, bzw. nicht vorhanden.

    Sei auch bedankt für deine anerkennden Worte, ich bleib jedenfalls noch dran.

    Über dieses Thema hier habe ich wieder eine, für mich, neue Idee zur Suche im OBD-Memorial gehabt. Möglicherweise fällt mir noch ein anderer Weg ein wie ich dieses Arb.Kdo. 101 auffinden kann.


    Grüße, Friederike

  • Hallo zusammen,

    Hier nun mein einziger konkreter Fund: "Arb.Kdo. 101 - K..." ebenfalls im Zusammenhang mit dem Stalag III A.

    Es scheint die selbe Handschrift zu sein, eine Gegenüberstellung beider Einträge hänge ich an.

    https://obd-memorial.ru/html/info.htm?id=300535870&p=2

    beim Betrachten der von Friederike hier verlinkten Personalkarte fällt eins auf. Cottbus und Lübben tragen die Nummern 305 und 306; beide Orte liegen räumlich sehr nahe beieinander. Hahneberg mit der Nummer 203 liegt hingegen bei Berlin. Und dann gibt es da noch die Nummer 104 mit dem Tiborlager und die ominöse Nummer 101. Worauf ich hinaus will, ist, daß die Arbeitskommandos 104 und 101 vermutlich räumlich auch sehr nahe beieinander lagen. Das Tiborlager war bei Schwiebus, also in Polen. Ich könnte mir also durchaus vorstellen, daß der gesuchte Ort/das gesuchte Arbeitskommando ebenfalls in Polen war.


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo Diana,


    danke dir, du hast mich eben an etwas erinnert was mir schon einmal durch den Kopf gegangen ist, zwischenzeitlich hab ichs wieder vergessen! Nur, wie diese Nummern vergeben wurden ist mir nicht bekannt. Wurden die Arb.Kdo in einer Region fortlaufend nummeriert oder nach Bedarf vergeben?

    Bekannt ist mir, daß Nummern von geschlossenen Lagern später für andere verwendet wurden.


    Hallo, Viktor!

    Bist du darüber informiert wie die Nummern für Arb.Kdos vergeben wurden?


    Grüße, Friederike

  • Hallo Ihr,


    Ich könnte mir also durchaus vorstellen, daß der gesuchte Ort/das gesuchte Arbeitskommando ebenfalls in Polen war.

    Nachtrag: Vielleicht so ....

    Kri...cht oder Kre..scht

    Bin gestern auch die ehemaligen Kreise der Provinz Brandenburg im heutigen Polen durchgegangen.


    Da gibt es ein Kriescht" Landkreis Oststernberg, Lebuser Land.

    Aber am ehesten trifft es, " Kainscht " im ehem. Kreis Meseritz.


    MfG Ludwig

    Never let go!

  • Hallo, Ludwig,


    Quote

    Aber am ehesten trifft es, " Kainscht " im ehem. Kreis Meseritz.

    hört sich verdammt gut an :) Ich glaube, das könnte die Lösung sein!


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    habe gerade eine Liste der Arbeitskommandos Stalag IIIB im Internet gefunden. Diese Liste entstammt wohl einem Buch von Barbara Schulz und Alex Drieschner zum Stalag IIIB.


    http://militaria1940.forumacti…s-de-guerre-doc-5e-bureau


    Das Kommando 101 war in Kainscht :)


    Beste Grüße


    edit: Link vergessen

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo Diana,

    kennst Du die Geschichte vom Blinden Huhn ?

    Mein Favorit war aber bis zuletzt ebenfalls das Kru, wie bei Krugau!

    MfG Ludwig

    Never let go!

  • Hallo Frederike,


    Schwiebus gehörte zum Wehrkreis III, von daher könnte es passen, dort gab es von 3/1943 bis 8/1943 ein Arbeitslager für Männer (keine näheren Angaben) bei den Rekord-Gummiwerken, das Datum der Aufzeichnung passt auch.

    http://www.tenhumbergreinhard.…schwiebus-swiebodzin.html


    Frage: gehörte der Kreis Meseritz zum WK III?


    Habe nachgeschaut, ja, der Kreis Meseritz gehörte noch zum Wehrkreis III.


    Gruß


    Paul


    G-W-G'

  • Hallo, zusammen!


    Großartige Gemeinschaftsarbeit, wir können uns freuen !:thumbsup:

    Bedanke mich bei allen die sich an der Indentifizierung des Ortes beteligt haben - so geht Forum!


    Viktooooor .........


    Herzliche Grüße,

    Friederike

  • Das Kommando 101 war in Kainscht


    Großartige Gemeinschaftsarbeit, wir können uns freuen !


    Aber am ehesten trifft es, " Kainscht " im ehem. Kreis Meseritz.

    Hallo zusammen,


    ich schliesse mich Friederike an und bedanke mich bei allen herzlich! Kainscht liegt in jeder Hinsicht und auch von der Schreibweise her voll im gesuchten Bereich.

    Gruß Viktor

  • Hallo,


    Kainscht, heute Keszyca liegt sw von Meseritz, aber Schwiebus ist auch nicht fern.
    Zwischen diesen Orten verläuft der Ostwall mit seinen Panzerwerken, so befindet sich das PZ W 733 unweit v. Kaischt.

    Vielleicht galt der Arbeitseinsatz den Befestigungen des Ostwalls.


    Gruß


    Paul


    G-W-G'

  • Hallo, Viktor!

    Bist du darüber informiert wie die Nummern für Arb.Kdos vergeben wurden?

    Hallo Friederike,


    ich muss gestehen, ich habe mich mit dieser Frage bisher nicht so intensiv beschäftigt. Einige Arkos haben Ortsnamen, z.B. fast alle Arkos im Bergbau von Donezkbecken hatten Namen der Orte aus dem Ruhrgebiet; die anderen wie die von KZ Buchenwald hatten oftmals Tiernamen (u.a. "Leopard"); und viele nur die Zahlen als Bezeichnung.

    Ich gehe davon aus, dass die "Verleiher", also die Stalags diejenigen waren, in dessen Zuständigkeit die Namensgebung fiel. Aber das ist nur eine Vermutung...

    Gruß Viktor

  • Hallo Paul,


    danke für die weiteren Hinweise zum Ort Keinscht / Keszyca und den möglichen Einsatzort des Arbeitskommandos.



    Hallo Viktor,


    vielen Dank die Mitteilung deines Wissensstandes!

    Möglicherweise finden sich noch Hinweise auf die (sicher vorhandenen) Vergaberegeln, irgendwie war ja alles vorgeschrieben, soweit ich das sehe.


    Grüße, Friederike